Sebastian Kowald (sk)
22.05.09
Spitze Ohren und dicke Köpfe
Barney Burman über das Maskenbildnerdasein bei "Star Trek"
Vor dem Filmstart von "Star Trek XI" unterhielt sich TrekMovie mit Barney Burman, dem Maskenbildner des Films, über seine Arbeit und seine Kreationen.
Frage: Wie würden Sie die Masken für den neuen Film beschreiben?
Barney Burman: Großartig! Ich selbst, mein Vorgesetzter Joel Harlow und die Abteilungsleiterin des normalen Make-up Mindy Hall sowie die ganze Make-up-Mannschaft - wir alle haben 150 Prozent gegeben, denke ich. Auch die Haar-Abteilung, geführt von Terry Baliel, hat alles gegeben. Ich habe niemals so viele talentierte Menschen so hart arbeiten und solche erstaunlichen Ergebnisse erzielen sehen. Insbesondere unter den knappen zeitlichen und finanziellen Bedingungen, unter denen wir arbeiten mussten.
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 Maskenbildner Burman |
Frage: Wie haben Sie sich auf die Arbeit am Film vorbereitet?
Burman: Wir haben vorangegangene Entwürfe durchgesehen. Zuerst war nichts in Stein gemeißelt und jede Option wurde diskutiert. Und was am Ende daraus geworden ist ... da müssen Sie noch abwarten und werden es im Film sehen.
Frage: Wie lange haben Sie an dem neuen "Star Trek"-Film gearbeitet?
Burman: Wir hatten einen extrem straffen Zeitplan. Ich glaube, wir hatten so zwölf bis 15 Wochen Vorbereitung, bevor die Dreharbeiten begannen. Wenn ich so darauf zurückschaue, kann ich gar nicht glauben, dass wir alle Fristen eingehalten haben.
Frage: Können Sie uns sagen, ob der Sicherheitsoffizier der U.S.S. Kelvin auf Arex aus der "Star Trek"-Zeichentrickserie basiert oder nicht? Was können Sie uns sonst noch über Alnschloss K'Bentayr erzählen?
Burman: Der Charakter von Alnschloss wurde nicht von Arex inspiriert und basiert auch nicht darauf. Ich hoffe, niemand ist zu enttäuscht deswegen. Er basiert auf einem Entwurf von Neville Page, der die Figuren des Films entworfen hat und nebenbei ein brillanter Künstler ist. J.J. mochte den Entwurf von Neville und fragte, ob ich ihn als Charakter realisieren könne. Das war der erste Außerirdische am ersten Drehtag und alle waren begeistert. Kasia Kowalczyk, eine wunderbare Schauspielerin und Regisseurin aus New York, hat dem Charakter Leben eingehaucht.
Frage: Das ist nicht Ihr erstes Projekt mit J.J. Abrams. Wie war es, wieder mit ihm zu arbeiten?
Burman: J.J. hat ein Auge für das Großartige. Man kann ihm nichts verheimlichen. Er entdeckt ein Problem oder etwas, das nicht funktioniert aus kilometerweiter Entfernung. Und er liebt Masken-Spezialeffekte. Und er hat eine unglaubliche Menge an Energie und Charme in sich. In der letzten Drehwoche hat er mich ans Set gerufen, nur um mir etwas zu zeigen. Es war ein Brief, den er als Antwort auf einen Fanbrief erhalten hatte, den er an meinen Vater geschrieben hatte - und zwar so ungefähr 1981. Er war in makellosem Zustand. Das hat mich so bewegt, dass ich rausrennen musste, um nicht vor der ganzen versammelten Mannschaft loszuheulen. Das kleinste Kompliment oder ein zustimmendes Nicken können einem den ganzen Tag retten. Übertreibe ich? Wahrscheinlich, aber so kommt es mir nun mal vor. [Maskenbildnerin] Michèle Burke ist insgesamt für unsere Zusammenarbeit verantwortlich. Und ich benutze dieses Wort, weil es sich bei J.J. genau so anfühlt wie eine Zusammenarbeit. Er will, dass man seine eigenen Ideen einbringt, und ich liebe das.
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Alnschloss K'Bentayr |
Frage: Wie war es, an "Star Trek III" und "Star Trek VI" zu arbeiten?
Burman: Bei "Star Trek III" habe ich in der Werkstatt von meinem Vater gearbeitet. Außerdem hatte ich einen kleinen Auftritt in dem Film in der Bar-Szene, die wurde aber komplett herausgeschnitten. Beim sechsten Film war ich in Ed Frenchs Werkstatt und war überhaupt nicht am Set.
Frage: Wie war die Arbeit am neuen "Star Trek"-Film im Vergleich zu der Arbeit an den anderen beiden?
Burman: Man kann es gar nicht vergleichen. Ich hatte nur wenig zu tun und keine Verantwortung bei den vorangegangenen Trek-Filmen. Bei diesem lag alles in meinen Händen und ich wollte es nicht versauen. Hoffentlich habe ich das nicht gemacht. Aber jetzt ist es eh zu spät, also werde ich die Fans entscheiden lassen.
Frage: Also, sind Sie ein "Star Trek"-Fan?
Burman: Ich war ein Fan der Classic-Serie. Keiner, der sich kostümiert hat und auf Conventions gegangen ist, aber ich habe mir jede Menge Episoden angeschaut. Und ich habe auch einige der Filme gesehen. Aber ich habe nie wirklich eine der neuen Serien geschaut. Ich war ein bisschen ein William-Shatner-Fan, aber das kommt daher, dass mein Vater für ein paar Jahre persönlich für seine Maske verantwortlich war. Dann habe ich für Ed French an "Star Trek VI" gearbeitet und Shatner kam vorbei und hat meinen Bruder und mich nur an dem Klang unserer Stimmen aus dem Nebenraum heraus erkannt. Ich habe ihn immer als ziemlich außergewöhnlich empfunden.
Frage: Und was denken Sie über den neuen "Star Trek"-Film?
Burman: Meiner Meinung nach wird er umwerfend sein! Ich bin sehr aufgeregt, ein Teil davon zu sein.
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(sk - 19.06.09 - Quelle: TrekMovie.com)
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