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Alexandra Rimpler (re)24.06.08

Die Planeten-Polizistin

Carolyn Porco, wissenschaftliche "Star Trek XI"-Beraterin

Am 11. Februar berichtete CinemaSpy, dass die Leiterin des Imaging Science Teams der Cassini-Saturn-Mission der NASA, Dr. Carolyn C. Porco eine Einladung des Produzenten J.J. Abrams angenommen hat und die Produktionscrew von "Star Trek XI" als Beraterin für planetare Wissenschaft und Bildgebung im kommenden Film ergänzen wird.

Als wissenschaftlicher Ratgeber für "Battlestar Galactica" und leitendem Kino-Wissenschafts-Kolumnist für CinemaSpy schien es für Kevin Grazier nur angemessen zu sein, sich mit Dr. Porco zusammenzusetzen und über ihre Beteiligung an "Star Trek XI" zu sprechen. Aber vorher sollen die Leser einen kleinen Vorgeschmack ihrer Zuständigkeiten in der richtigen Welt bekommen - Zuständigkeiten, die den leitenden Produzenten J.J. Abrams dazu brachten, sie für die ideale Wahl dafür zu halten, dass die Optik von Weltraum- und Planetendarstellung bei "Star Trek" so realistisch wie möglich sein würde.

Dr. Porco ist aktuell führende Forschungswissenschaftlerin am Space Science Institute in Boulder, Colorado. Sie ist Teamleiterin für das Imaging Science Subsystem (ISS) Instrument der Cassini-Huygens-Mission zum Saturn und Titan. Außerdem ist sie außerordentliche Professorin an der Universität von Colorado in Boulder. Mehr biographische Informationen über Carolyn Porco finden Sie hier.

Frage: Sie waren die Teamleiterin im ISS-Instrument-Team bei der Cassini/Huygens-Mission. Beginnen Sie doch angesichts dieser Tatsache damit, dass Sie unseren Lesern erklären, in welcher Beziehung wir beide zueinander stehen.

Dr. Carolyn Porco

Carolyn Porco: Ich bin Leiterin eines Teams von Wissenschaftlern, das die Aufgabe hat, die hochauflösenden Fotos mit Cassini zu machen. Außerdem bin ich die Person, die das experimentelle Bilderzentrum hier am SSI in Boulder, Colorado leitet. Sie sind die Person beim JPL [das Jet Propulsion Laboratory der NASA], die für die Verbindung zwischen mir und dem Cassini-Projekt-Personal beim JPL zuständig ist. So gesehen sind Sie die Person, die außerirdisches Leben für mich interpretiert. Sie sind außerdem die Person, die dafür zuständig ist, Berechnungen bezüglich der Flugbahn des Cassini-Flugkörpers für uns zu tätigen, um uns bei der Planung von Beobachtungen zu unterstützen. Darauf basierend würde ich sagen, entspreche ich Kirk und Sie Spock.

Frage: Faszinierend. Das garantiert Ihnen, dass ich keine Fragen stellen werde, die dafür sorgen könnten, dass ich einen Tritt in den Hintern bekomme und gefeuert werde. Reden wir zuerst über Cassini. Können Sie mir sagen, und vielleicht ein bisschen ausführen, welches die beeindruckendsten Beobachtungen waren, die die Instrumente Ihres Teams aufgezeichnet haben, seit Cassini am Saturn angekommen ist?

Porco: Zuerst mal haben wir ungefähr 140.000 Bilder vom Saturn, seinen Ringen und seinen Monden gemacht, seit wir im Orbit sind und das ist für mich eine Sache, auf die ich sehr stolz bin. Wir haben jedem auf der Erde eine Rundreise durch ein außerirdisches Planetensystem ermöglicht, die sonst nicht möglich gewesen wäre. Wir sind wirklich zusammen als Entdecker im Saturn-System unterwegs gewesen.

Unsere Bilder haben uns außerdem die kleinsten Strukturen in den Ringen gezeigt, die uns zeigen, wie diese aus kleinsten Strukturen bestehenden Ringe überhaupt funktionieren. Die Ringe bestehen, wie wir wissen, aus unzähligen Partikeln im Orbit um den Saturn und es gibt "Klumpen" und Zusammenballungen von ihnen, die kommen und gehen. Es sind dynamische Strukturen und wir sind eifrig dabei, die Prozesse zu verstehen, die dort im kleinen Maßstab vor sich gehen. Soweit wir wissen, haben wir die Informationen, die uns helfen können, die Physik hinter all diesen Phänomenen zu ergründen.

Auf unseren Bildern konnte man außerdem zum ersten Mal die kurvigen Kanäle und die Seen auf Titan erkennen, eine Sache, die wir schon auf Titan vermuteten, bevor Cassini dorthin kam. Wir hatten Hinweise darauf auf unseren früheren Bildern von Titan gefunden und fanden diese in den folgenden Jahren durch die Aufnahmegeräte von Cassini wunderbar bestätigt. Das Radar-Instrument hat jetzt zum Beispiel höher aufgelöste Fotos der Kanäle und Seen aufgenommen. Das war also nur eine aufregende Episode in Cassinis Erforschung des Saturn - zu sehen, wie nach und nach die Oberfläche von Titan offengelegt wurde, sie weist eine geologische Vielfältigkeit auf, die mit der Erde konkurrieren könnte. Also ist es in gewisser Weise, als würde man den Schwesterplanet der Erde untersuchen.

Ich glaube, die aufregendste Entdeckung, die wir gemacht haben, sind all diese Ströme, die Geysire, die vom Südpol von Enceladus ausgehen... Dies ist auch ein Phänomen, mit dem wir schon gerechnet haben, bevor Cassini dorthin geflogen ist, aber wir haben nie angenommen, dass es so dramatisch und spektakulär und signifikant sein würde, wie es sich herausgestellt hat.

Wir glauben jetzt, dass Enceladus ein Planet ist, der Kammern mit flüssigem Wasser unter seinem Südpol, von dem diese Ströme ausgehen, hat. Die Ströme mit den Eispartikeln werden von Wasserdampf begleitet und wir wissen mit Sicherheit, dass sich darin einfache und vielleicht sogar komplexere organische Verbindungen befinden. Außerdem geht von der ganzen Südpolarkappe eine übermäßige Hitze aus, wobei die heißesten Stellen mit den Frakturen in der Oberfläche, von denen die Ströme ausgehen, übereinstimmen.

Jetzt haben wir eine Verbindung zwischen den sichtbaren Strömen und den heißen Temperaturen. Wenn man all das zusammennimmt, übermäßige Hitze, einfache organische Verbindungen, Wasserdampf und Eispartikel, die höchstwahrscheinlichen Wasserreservoirs mit flüssigem Wasser, vielleicht sogar einen See unter der Oberfläche von Enceladus - erhält man die aufregende Möglichkeit, dass wir dort vielleicht eine Umgebung unter dem Südpol von Enceladus haben, aus der Leben entstehen könnte. Ich glaube nicht, dass es eine Entdeckung für Planetenforscher geben könnte, die aufregender ist als das. Das ist eins der großen Highlights der Erforschung des Saturns mit Cassini.

Frage: Aktuell fliegt die Cassini-Sonde sehr dicht an dem Mond Enceladus vorbei. Seit ich die Datenbank pflege, die für die Planung der Observationen verwendet wird, weiß ich, dass Enceladus, als er am nächsten lag, verdunkelt war. Das ist natürlich schlecht für die Aufnahmen, aber können Sie zusammenfassen, was die anderen Instrumente entdeckt haben?

Porco: Der Vorbeiflug war sicherlich nicht dazu gemacht, uns die bestmöglichen Bilder zu ermöglichen; aber er war gut dafür, unseren anderen Instrumenten eine Untersuchung der Südpolar-Umgebung von Enceladus zu erlauben. Also haben wir das Raumschiff tiefer in den Dunst geflogen als je zuvor und die Instrumente konnten Material "abschöpfen", um jetzt mit größerer Präzision und größerem Zutrauen die gefundenen einfachen organischen Verbindungen, die dort vorkommen, zu untersuchen. Das war ein großartiges, aufregendes Ergebnis, das wir erhalten haben - dass es dort tatsächlich kleine aber bedeutende Mengen von organischem Material gibt.

Das Instrument, das die Temperaturen auf dieser Oberfläche messen kann, in dem es die abgestrahlte Wärme misst, fand heraus - und das ist ein weiteres Ergebnis, dass einen sich selbst vor den Kopf schlagen lässt - dass die Temperaturen bei den Brüchen, aus denen die Ströme hervortreten, um 63 Fahrenheit wärmer sind als erwartet. Also, solange wir nicht genau sagen können, ob es wirklich flüssiges Wasser unter der Oberfläche gibt und es eine mögliche Interpretation der Daten ist, dass die Temperaturen von warmem Eis kommen könnten, ist das in meinen Augen ein starkes Argument dafür, dass wir möglicherweise flüssiges Wasser unter der Oberfläche haben können.

Frage: Wie aufregend ist das denn?

Porco: Ganz genau. Wie aufregend ist das denn?

Frage: Cassinis reguläre Mission wird am 1. Juli 2008 enden, aber die bevorstehende, kürzlich bestätigte erweiterte Mission wird bis 2010 laufen. Welche neuen Informationen hoffen Sie, in den nächsten zwei Jahren zu erhalten?

Porco während eines ihrer Vorträge

Porco: Nun, eine besonders schöne Sache, wenn man in einer Umlaufbahn um einen Planeten ist, ist es, im Gegensatz dazu, wenn man nur einen Erkundungsflug mit einem Raumschiff macht, dass man die Möglichkeit hat, das System zu beobachten, die Veränderungen, die sich mit der Zeit einstellen, zu beobachten. So hoffen wir, in dieser erweiterten Mission, die zwei Jahre dauern wird und dann - wir drücken die Daumen - in einer zweiten Erweiterung, die uns vielleicht noch länger dort draußen lässt, verschiedene Jahreszeiten erkennen zu können. Wir kamen am Saturn an, als im Süden Sommer war, nach der Sonnenwende. Im August 2009 werden wir ein Äquinoktium erleben, wenn Tage und Nächte gleichlang sind. Die Sonne wird dann über dem Äquator stehen, in der Ebene der Ringe des Saturn, so dass wir die Möglichkeit haben sollten, einige jahreszeitliche Veränderungen seit der Ankunft im Sommer 2004 bis zum Sommer 2010 zu sehen. Das sind dann sechs Jahre, in denen wir die Monde, die Atmosphäre des Saturn, Titan, die Ringe und alles andere beobachten konnten, um Veränderungen im Lauf der Zeit zu sehen.

Wenn wir dann noch die zweite Erweiterung bekommen, wird es noch besser, weil dann die Sonne in die nördliche Hemisphäre wandert. Noch mal Daumen drücken und wir können die Cassini-Mission bis 2017 weiter führen, das wäre die nördliche Sommersonnenwende, und wir hätten dann einen ganzen Jahreszeiten-Zyklus gesehen. Vom südlichen Sommer bis zum nördlichen Sommer. Wir hoffen untersuchen zu können, was auf der Oberfläche von Titan passiert, was mit seinen Kohlenwasserstoff-Seen passiert. Verdunsten sie an einigen Stellen und verdampft die Flüssigkeit, um irgendwo anders wieder niederzuschlagen?

Außerdem können wir dann über die Zeit hinweg Enceladus beobachten. Enceladus ist ein großes Ziel während der erweiterten Mission. Wir wollen noch einmal durch den Dunst fliegen, wir wollen die Schwerkraft-Verhältnisse von Enceladus untersuchen und wir wollen die Ströme und die Geysire dokumentieren, um zu sehen, wie sie sich im Lauf der Zeit verändern, falls sie das tun. Also haben wir viel zu tun. Wir sind in einer Umlaufbahn um ein unglaublich phänomenales außerirdisches Planetensystem und wir würden gern dort bleiben und die Erforschung fortführen, so lange es möglich ist.

Frage: Natürlich, einige der interessantesten Untersuchungen sind auf der Website des Teams zusammengefasst.

Porco: Natürlich stellen wir alle veröffentlichten Bilder auf unserer Website ein und erklären der Öffentlichkeit, was man darauf sehen kann. Außerdem stellen wir von Zeit zu Zeit andere Mess-Ergebnisse ein. Wir haben jetzt auch alle veröffentlichten Voyager-Bilder dort, wir haben New Horizons und die Galileo-Bilder vom Jupiter. Es ist eine gute Informationsquelle. Und wir haben noch mehr vor.

Frage: Nun weiß ich, dass alle Einträge auf Ciclops.org mit "Captain's Log" beginnen. Kann ich daher annehmen, dass Sie ein großer "Star Trek"-Fan sind?

Porco: (lacht) Ich bin ein "Star Trek"-Fan, ich bin zwar kein Trekkie, aber ich bin ein "Star Trek"-Fan - auch wenn ich sagen muss, dass das "Captain's Log" mal als eine Art Gag gestartet ist. Aber ich erhielt so positive Reaktionen aus der Öffentlichkeit dafür, dass ich entschieden habe, es beizubehalten.

Frage: Würden Sie sagen, dass die Tatsache, dass sie Sci-Fi-Fan oder "Star Trek"-Fan sind, Ihre Entscheidung, eine Karriere als Wissenschaftlerin zu machen, beeinflusst hat?

Porco: Ich kann nicht unbedingt sagen, dass es meine Entscheidung, in der Wissenschaft Karriere zu machen, beeinflusst hat, weil ich schon an der Wissenschaft interessiert bin, so lange ich mich erinnern kann - sogar vor "Star Trek". Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es dazu beigetragen hat, dass ich mich für die Erforschung des Weltalls entschieden habe. Wir reden immerhin von den 60ern und dieses Jahrzehnt war in mehr als einer Art "spacey".

Zwischen dem Start von "Star Trek" 1966 und dem Film "2001", der 1968 herauskam, und den ich immer noch für den beste Science-Fiction-Film halte, der je gemacht wurde, vielleicht ist es sogar der beste Film, die je gemacht wurde. Und dann landeten 1969 die Menschen auf dem Mond... Ich meine, es war eine fantastische Zeit, um jung und am Leben zu sein. Ich schätze, das alles hat eine große Rolle dabei gespielt, dass ich mich beruflich der Erforschung des Weltraums widme.

Frage: Wenn ich nun zwei Themen verbinde - die 60er und Fangemeinde - es ist bekannt, dass Sie ein großer Beatles-Fan sind.

Porco: (bejahend) Mmhmm.

Frage: Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber das JPL Deep Space Network hat den Beatles-Film "Across the Universe", nun, durch das Universum gebeamt und die Neuauflage des "Abbey Road"-Album-Covers wurde im Internet ziemlich viel gespielt.

Porco: Das wusste ich nicht!

Frage: So war es.

Porco: Wirklich? Ich finde das toll! Ich bin unheimlich stolz darauf, dass ... nun, sicherlich ist das Foto auf unserer Website, aber wenn Sie bei Wikipedia nach "Abbey Road (street)" suchen, zum Beispiel wenn Sie etwas über die Straße Abbey Road herausfinden wollen, finden Sie dort unser Foto als Beispiel für die Tatsache, dass jeden Tag Leute diesen Zebrastreifen überqueren, um zu versuchen, das Beatles-Album-Cover nachzustellen.

Frage: Sagen Sie uns bitte, wie es kam, dass Sie um Beratung beim neuen "Star Trek"-Film gebeten wurden.

Porco: Dazu ein paar Hintergrundinformationen... Ich war in dieser Konferenz namens TED (Technology, Entertainment und Design), die eine überwältigende Konferenz ist, sehr umfassend in ihrem Themengebiet. Es ist sehr teuer, dorthin zu gehen und sie wird von Industriebossen besucht. Dorthin kommen die Bosse von Google, eBay, Amazon.com und PayPal und Hollywood-Stars, Regisseure und Produzenten und Technologie-Gurus, es ist eine wirklich hippe Konferenz.

J.J. Abrams: Er rief Porco an, sie kannte ihn nicht

Ich erhielt die Einladung, als Eröffnung ein Gespräch mit dem Titel "Die Reise der Menschheit" zu führen, welches sich um die Ergebnisse der Cassini-Mission drehte. Und im Publikum saß J.J. Abrams, "Star Trek"-Regisseur und -Produzent. Ich traf ihn, ich ging auf ihn zu und sprach mit ihm, wir tauschten außerdem unsere E-Mail-Adressen. Ich setzte ihn auf meine "Gute Freunde und Kollegen"-E-Mail-Liste. Das war im März. Monate später, ich glaube, es war Oktober, rief er mich einfach so an. Schändlich genug, dass ich vergessen hatte, wer er war. Seine Sekretärin war am Telefon und sagte "Ich habe hier J.J. Abrams, der gern mit Ihnen sprechen würde." Ich musste fragen: "J.J. wer?" Ich schaue kaum fern, ich bin überhaupt nicht im Bilde, habe nie "Lost" gesehen, dazu bin ich einfach zu beschäftigt. Ich habe die letzten 14 bis 18 Jahre auf dem Saturn gelebt. Er sprach trotzdem mit mir und sagte "Ich war auf der TED-Konferenz, ich hörte Sie sprechen und war wie verzaubert. Ich habe Ihre E-Mails erhalten. Ich habe an Sie gedacht und war der Ansicht, Sie irgendwie in diesen Film einbeziehen zu müssen."

Ich war überrascht und ich fühlte mich geschmeichelt und wir begannen zu reden - wir quatschten zuerst einfach nur ein bisschen, dann begann er, mit mir über "2001" zu sprechen. Ich weiß nicht mehr genau, was er über "2001" sagte, aber wir begannen, darüber zu reden, über das Feeling, den Look, die Aura von "2001". Wie ich schon sagte, ist "2001" für mich der absolut allerbeste Science-Fiction-Film. Kubrick hat einen Haufen von seinem eigenen Geld ausgegeben, um diesen Film so realistisch wie möglich zu machen. Ich habe gelesen, dass er dabei fast Pleite gemacht hätte und das Geld auch nie zurückbekam, weil der Film nicht gerade ein Kassenknüller wurde. Ich dachte bei mir: "Wenn dieser Typ über '2001' genau so denkt wie ich, dann sind wir beide auf einer Wellenlänge und ich bin dabei." In diesem Moment hatte ich entschieden, dass es bestimmt Spaß machen würde, mit jemandem zu arbeiten, der meine Gefühle teilt. So kam das alles.

Frage: Nur nebenbei bemerkt, ich erhielt eine Anfrage für die Rolle des wissenschaftlichen Beraters für "Battlestar Galactica", während ich in Boulder beim SSI in einem unserer Team-Meetings war.

Porco: Ehrlich? Wann war das?

Frage: Oh, so vor drei, vielleicht vier Jahren.

Porco: Oh, okay.

Frage: Mit welchen Verantwortungen hat Sie J.J. Abrams ganz genau bei diesem Film bedacht?

Porco: Nun, ich weiß es noch nicht ganz genau, weil ich noch nicht angefangen habe. Sie bearbeiten gerade die Filme nach und es geht jetzt in die Post-Production, wobei sie mich im Moment noch nicht brauchen. Wir haben uns noch nicht zusammengesetzt und exakt festgelegt, was ich tun soll.

Frage: Wie präzise wollen sie die wissenschaftlichen oder technischen Feinheiten abbilden?

Porco: Ich muss noch mal sagen, dass ich es noch nicht genau weiß, weil ich noch nicht begonnen habe, aber was ich bisher gesehen habe, ist, dass es sich um eine seriöse Gruppe von Leuten handelt, die alles so richtig wie möglich machen wollen. Ich erwarte eine Menge sehr lustiger Brainstorming-Sitzungen mit J.J. Abrams und Roger Guyett, der der Kopf für die visuellen Effekte für diesen Film ist. Wir werden diskutieren, was wir tun wollen, wie wir die Sachen gut aussehen lassen und so weiter. Ich stelle mir vor, dass ich vielleicht als "Planeten-Polizistin" eingesetzt werde und sicherstelle, dass alles, was auch immer zu sehen sein wird, astronomische Bilder, Planeten-Szenen, so realistisch wie möglich sein wird.

Frage: Das ist großartig.

Porco: Ich habe auch Kontakt mit den anderen Produzenten des Films, die für andere Szenen verantwortlich sind, nicht-planetare Szenen, und die Fragen an mich stellen. Also könnte ich auch eine Ratgeberin für Dinge nicht-planetarer Natur sein. Ich weiß nicht, ob das so weitergehen wird...

Frage: Glauben Sie mir, es wird.

Porco: Okay.

Frage: Ich weiß, dass Ihr Labor, CICLOPS, Animationen erstellen kann. Werden Sie vielleicht einige der Renderings machen, oder ist das allein Paramounts Aufgabe?

Planeten in "Star Trek XI" sollen laut Porco so real wie möglich aussehen

Porco: Wissen Sie, im Vergleich zu ILM sind wir Amateure und ILM ist die Firma, die die Grafik machen wird, die Spezial-Effekte, die visuellen Effekte und so weiter. Also schätze ich nicht, dass wir gebeten werden, irgendetwas zu machen, weil wir es nicht auf dem gleichen Niveau können wie sie. Aber ich freue mich sehr darauf, mit ihnen zu arbeiten, weil ich in Zukunft diese Art von Arbeit auch gern machen würde. Ich würde gern meine eigenen Filme machen, meine eigenen Dokumentationen und so sehe ich es als wunderbare Möglichkeit, dorthin zu gehen und mir anzuschauen, wie das alles gemacht wird - wie der ganze Ablauf beim Filmemachen ist.

Frage: Das kann ich mir vorstellen. Nun, ich glaube, die nächste Frage haben Sie bereits beantwortet, aber kommt das Produktionsteam mit speziellen Fragen zu Ihnen oder haben sie Ihnen ein Skript gegeben und um eigene Vorschläge gebeten, wie man das alles mit Leben füllen kann oder um eigene Ideen für bestimmte Aspekte der Geschichte? Bei Galactica kann ich auf beide Arten arbeiten, daher bin ich neugierig, wie es bei Ihnen läuft.

Porco: Nun, bisher habe ich das Skript gelesen. Dabei hatte ich ein Auge immer darauf gerichtet, wie man all diese Planeten- und Weltall-Szenen umsetzen kann. Ich schätze, dass wir uns an einem Punkt zusammensetzen werden und dass man mich fragt, was ich darüber denke und dass wir von da aus weitermachen.

Frage: Was wünschen Sie sich an Verbesserungen, Aufwertungen oder Verfeinerungen für "Star Trek" durch Ihre Arbeit?

Porco: Präzision. Wie ich sagte, ich werde die "Planeten-Polizistin" sein, also hoffe ich, dass wir Präzision in der Darstellung außerirdischer Phänomene und in der Darstellung der Planetenszenen schaffen werden. Ich vermute, dass es das ist, wofür sie jemanden wie mich und wie Sie als Beteiligte haben wollten. In gewisser Weise honorieren sie damit die Wirklichkeit.

Frage: In der Tat, darin stimme ich mit Ihnen überein. Ich weiß, dass Sie, wie ich auch, viele Vorträge halten, die die Öffentlichkeit ansprechen und die öffentliche Bildung im Bezug auf Wissenschaft und Weltraum weiterbringen sollen. Sehen Sie diesen Film in irgendeiner Weise als weitere Möglichkeit, die wissenschaftlichen Kenntnisse zu verbessern?

Porco: Nun, ich sehe es als eine weitere Möglichkeit, den Leuten das nahe zu bringen, was wir in den 50 Jahren, während der wir im Sonnensystem herumgondeln, herausgefunden haben. Es ist, als würde man offene Türen einrennen, aber es gibt nur wenige Dinge, die so aufregend sind wie das, was wir tun, und wenige Dinge, die so aufregend sind wie das, was wir herausfinden. Es ist eine Schande, dass nicht mehr Menschen darüber Bescheid wissen, denn für mich ist es eine Möglichkeit, sich in seiner Menschlichkeit gut zu fühlen.

Es ist etwas, das wir nur deshalb tun, weil es uns gut tut. Es sagt so viel über unsere Hoffnungen für die Zukunft und unser Verlangen danach, uns selbst zu verbessern, aus. Jeder Erfolg wie das Einbringen von Cassini in den Orbit, auf der Oberfläche von Titan zu landen, nahe an Enceladus vorbeizufliegen... All diese Dinge sind phänomenale Leistungen. Sie und ich wissen, wie bahnbrechend sie sind, wir waren ausgesprochen erfolgreich und daher sollte jeder davon wissen, weil es jedem die Chance gibt, sich davon inspiriert zu fühlen, um sich, durch was auch immer, ebenfalls weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Ich wäre begeistert, wenn Leute in diesen Film gingen und beim Herauskommen sagen würden: "Wow, ich wusste gar nicht, dass das-und-das so aussieht. Ich wusste nicht, was wir bereits über die Planeten in unserem Sonnensystem wissen... Ich habe vorher nie über diese Orte in unserer kosmischen Nachbarschaft nachgedacht." Das wäre eine Freude für mich, wenn es so kommen würde.

Frage: Ich hätte es nicht besser sagen können, fantastisch. Gibt es etwas, das ich noch nicht gefragt habe, aber über das sie gern reden würden?

Porco: Nun, ja. Ich habe eine Firma namens Diamond Sky Productions und wir haben gerade die Website freigeschaltet. Wir haben gerade erst begonnen. Ich habe große Hoffnungen und Träume, die Wissenschaft, vor allem die Erforschung von Planeten, den Leuten nahezubringen. Eine Sache, die es auf dieser Seite gibt, ist ein Forum, in das ich die Leute einladen möchte, um mit uns die Überschneidung von Wissenschaft und Öffentlichkeit zu diskutieren. Ich möchte nämlich unbedingt die Meinungen anderer Leute bezüglich der wachsenden wissenschaftlichen Bildung und des Bewusstseins derselben, wissen.

Natürlich können Wissenschaftler darüber reden, aber wir wollen das aus der Öffentlichkeit hören. Warum sind in einer wohlhabenden, technikbasierten Gesellschaft wie unserer so wenig Individuen an Wissenschaft interessiert und daran, was sie uns gebracht hat? In Dritte-Welt-Ländern ist dies verständlich. Die Menschen dort haben nicht die Mittel, sich auf irgendetwas anderes als auf das Überleben zu konzentrieren. Aber hier? Macht die Wissenschaft den Leuten Angst? Ist es die Voreingenommenheit, die aus der Schulzeit übriggeblieben ist? Ich wüsste nur zu gern, was die Gründe dafür sind. Ich möchte die Leute gern ermuntern, in unser Forum zu gehen und uns ihre Ideen mitzuteilen.

Frage: Sehr gut. Ich hoffe, wir können dieses Thema und Ihre Mitwirkung in dem Film noch einmal besprechen, wenn der Veröffentlichungstermin nähergerückt ist.

(re - 02.12.08)


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