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Henning Koonert (hk)05.04.09

Die "Galaxy Quest"-Falle

Wie "Star Trek XI" wird - und wie gerade nicht

In einem zweiteiligen Interview mit der "Los Angeles Times" malt J.J. Abrams aus, wie "Star Trek" im Spagat zwischen Fanbasis und Zuschauerneulingen seinen eigenen Weg zum Erfolg finden soll.

Im Gespräch mit Geoff Boucher erklärt der neue starke Mann in Sachen "Star Trek", warum es durch Streifen wie "Galaxy Quest" und "Star Wars" schwieriger geworden ist, einen erfolgreichen Trek-Kinofilm zu drehen.

Los Angeles Times: Wenn Franchises sich in eine neue Ära begeben, ist es interessant zuzuschauen, wie sie sich verändern - oder sich gerade nicht ändern. "Battlestar Galactica" könnte sich kaum stärker von dem in den 1970ern unterscheiden, während "Star Wars" im Grunde gleich geblieben ist. Mit "Star Trek" scheinen Sie eine Wiederbelebung vorzuhaben, wie wir sie bei "Batman" und "James Bond" gesehen haben: Sie behalten den Kern der Mythologie bei, aber verändern den Ton.

J.J. Abrams (rechts, mit Bryan Burk)
J.J. Abrams: Ich denke, ich konnte einen Nutzen daraus ziehen, dass ich als jemand zu diesem Film kam, der "Star Trek" zwar mochte, aber kein verrückter Fan war. Der Nachteil daran war, dass ich nicht alles kannte, was ich wissen musste, um anfangen zu können, und dass ich mir das aneignen musste. Der Vorteil aber ist, dass mein Blick auf "Star Trek" als Ganzes dem eines normalen Kinogängers ein bisschen stärker ähnelt; daher konnte ich die Dinge erfassen, die für mich wirklich die kultigsten und wichtigsten Gesichtspunkte der Classic-Serie waren und trotzdem nicht einfach die Vorlage abkupfern und jedes noch so kleine Detail beibehalten. Ich konnte so die Dinge erkennen, von denen ich wusste, dass sie entscheidend sind.

Los Angeles Times: Was hat es auf Ihre Liste der entscheidenden Dinge geschafft?

Abrams: Die Charaktere waren das Wichtigste. Wir mussten dem Geist dieser Charaktere treu bleiben. Es gab einige kultige Dinge - wenn man "Star Trek" macht, muss man die Enterprise haben und die muss auch wie die Enterprise aussehen. Wenn man "Star Trek" macht, braucht man Kostüme, die den bekannten Kostümen ähneln. Man muss beim ersten Blick erkennen können, worum es sich handelt. Auch der Text, der Schriftzug von "Star Trek", muss so wie der bekannte aussehen.

Die Phaser, die Kommunikatoren, das Sternenflottenlogo - all diese Dinge sind die Prüfsteine, die Grundsätze dessen, was "Star Trek" zu "Star Trek" macht. Wenn man sich dieser Serie annimmt, will man an denen nicht herumpfuschen. Trotzdem müssen sie einer Betrachtung standhalten, die bei "Star Trek" zuvor nie nötig war. Und damit meine ich nicht nur IMAX - obwohl es auch in dem Format funktionieren muss - sondern ich meine, dass das Publikum jetzt so schlau ist, sie haben alles von "Star Trek" gesehen, "Star Wars", zwei unterschiedliche Versionen von "Battlestar Galactica", sie haben "Alien" und "Aliens - Die Rückkehr" gesehen, sie kennen unzählige Science-Fiction-Filme. Sie haben alles gesehen. Schlimmer noch, sie haben einen Film wie "Galaxy Quest" gesehen, der den Grundsatz bis hin zu seinen Wurzeln lächerlich macht.

Los Angeles Times: Da ist etwas Wahres dran, Sie können sich keine versehentlichen "Galaxy Quest"-Momente auf der Brücke Ihres Schiffes erlauben.

Abrams: Der Kunstgriff liegt darin, ein Schiff wie dieses, Uniformen wie diese, Charaktere, die so aussehen wie diese und den Namen "Star Trek" zu nutzen und ihnen ein themenbezogenes und seriöses Gefühl einzuhauchen. Die Herausforderung ist, das Bekannte herzunehmen - mit allen Vor- und Nachteilen - und die Bestandteile, die es einzigartig machen, einzubeziehen, aber immer mit dem Ziel, den Film möglichst unterhaltsam zu machen. Man kann nicht zurückschauen und sicherstellen, dass jede der Entscheidungen, die wir fällen, der Vergangenheit treu bleibt. Das heißt nicht, dass wir der Vergangenheit nicht treu geblieben wären, aber das war nicht unser Leitfaden.

Los Angeles Times: Sie wissen, dass egal, was Sie tun, Ihnen die hartgesottenen Fans in den Ohren liegen werden.

Abrams: Es ist wichtig anzuerkennen, dass es Puristen und "Star Trek"-Fans gibt, die sich lauthals beschweren werden, wenn sie Dinge sehen, die sie nicht mögen. Aber ich kann keinen Film für die Leser vom wöchentlichen Warpgondelmagazin drehen, deren einzige Sorge ist, wie der Antrieb des Schiffs aussehen wird. Egal was ich mache, die werden immer etwas finden, das sie hassen. Trotzdem ist dieser Film im Kern nicht nur beeinflusst von dem, was vorher war, sondern wird dem zutiefst gerecht. Im Grunde spielen andere Schauspieler diese Rollen und darüber hinaus ist es buchstäblich nicht mehr das, was man vorher gesehen hat. Den Zuschauern wird deutlich werden, wenn sie den Film sehen, dass er dem gerecht wird, was Roddenberry erschaffen hat und was diese erstaunlichen Schauspieler in den 60er-Jahren umgesetzt haben. Gleichzeitig meine ich, dass die Leute beeindruckt sein werden, weil es eine komplett andere Erfahrung sein wird als die, die sie erwarten.

"Die Enterprise muss aussehen wie die Enterprise"
Los Angeles Times: An dem Filmmaterial, das Sie auf dem Paramount-Gelände vorgeführt haben, sind mir vor allem die witzigen Stellen aufgefallen. Der Humor fühlte sich natürlich und überschwänglich an ... und es gab auch ein paar sexy Momente für die Schauspieler.

Abrams: Ja, in einigen der wenigen Kritiken, die ich online lese, sagte jemand "Oh, schau, die versuchen, mehr Sex reinzubringen", indem Kirk mit einem Mädel ins Bett steigt oder Uhura sich auszieht, und sie sagen "Oh, so ist 'Star Trek' nicht." Andere Leute haben geschrieben "Oh, es war komödiantisch, so kenne ich 'Star Trek' gar nicht." Schauen Sie, wenn man sich die Serie wirklich anschaut, dann findet man all das in der Serie und für damalige Verhältnisse war sie sehr sexy. Sie zeigte den ersten Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen im Fernsehen und die Serie war sexuell sehr abenteuerlich.

Und sie war wirklich witzig. Was ich an "Star Trek" am meisten mochte, waren nicht die offenkundigen Wortgeplänkel, sondern der Humor, der aus den Beziehungen der Hauptcharaktere zueinander entsteht und deren Reaktionen in den Situationen, mit denen sie konfrontiert wurden; es gab viel Witz in der Serie, ohne ihre Wirklichkeit je zu durchbrechen. Das war uns wichtig.

Los Angeles Times: Als wir das letzte Mal zusammen sprachen, sagten Sie, es werde einen Tribble im Film geben. Das ist witzig.

Abrams: Ja! Wir haben einen Tribble drin. Aber man muss ihn suchen. Und natürlich ist da noch diese andere Überraschung, von der ich Ihnen erzählt habe, aber bitte schreiben Sie nichts darüber.

Los Angeles Times: Werde ich nicht, versprochen. Es gibt noch so viel anderes, worüber wir sprechen können. Die Herausforderung, der Ihr Captain gegenübersteht, fasziniert mich. Chris Pine steht vor der größten Schauspielschwierigkeit des Jahres 2009: Wie spielt man James T. Kirk, ohne William Shatner nachzumachen?

Abrams: Auf jeden Fall. Ich denke, die ganzen Schauspieler stehen vor der gleichen Herausforderung. Bei "Star Trek" haben wir Glück gehabt mit dem Produktionsdesigner, dem Kostümdesigner, den visuellen Effekten, dem Komponisten - egal, was man sich bei dieser Produktion anschaut, wir haben Glück gehabt und die besten Leute in der Branche bekommen. Sie sind alle so gut. Aber ich muss sagen, dass ich ganz besonders der Besetzung dankbar bin und von ihr beeindruckt.

Wenn man sich einem Film wie diesem annimmt, bei dem man diese Kultcharaktere neu besetzt, die von Schauspielern definiert und erschaffen wurden - sicher zu einem eben großen Teil wie von Roddenberry -, sind die Chancen, Leute zu finden, die in diese Fußstapfen treten können, sehr gering. Und dass alle Leute, die man besetzt hat, die Erwartungen erfüllen, ist sogar noch seltener. Ich fühle mich, als hätten wir das Unmögliche möglich gemacht, indem wir Schauspieler gefunden haben, die mit ihren Rollen so verbunden sind und so richtig sind und witzig und echt und gefühlvoll und kompliziert, aber gleichzeitig noch vertraut. Es sind die Charaktere aus der Serie und trotzdem ahmt keiner einen der früheren Schauspieler nach.

Das funktioniert, weil - glaube ich zumindest - ich und die Leute, die [den Film] gesehen haben, danach das Gefühl hatten, dass dies die Charaktere sind. Da findet eine Übergabe des Stabs statt. Das ist eine seltsame Sache. Man wird nie vergessen, wie DeForest Kelley war oder George Takei oder Shatner oder irgendwer von ihnen. Das ist beinahe so, als ob sich eine andere Tür öffnet und man jemand anderen in einen Raum lässt, der heilig war. Es setzt das, was vorher war, nicht herab, es schmälert nicht dessen Qualität oder dessen Wirkung. Es ist, als ob man sich James Bond anschaut. Manche Leute meinen, er ist Daniel Craig. Andere sagen "Oh Gott, Roger Moore, das war der einzige, dem man den James Bond abgenommen hat", und es gibt diejenigen, die meinen, dass Sean Connery ganz klar der einzig wahre James Bond gewesen ist. Aber was Craig jetzt macht, unterhöhlt nicht das, was die anderen Schauspieler gemacht haben. Das kann nebeneinander bestehen.

Los Angeles Times: Glauben Sie, dass Sie die skeptischen Fans zumindest dahingehend für sich einnehmen können?

Chris Pine: Kirk spielen ohne Shatner zu imitieren
Abrams: Man sollte meinen, dass gerade Fans von "Star Trek", das ein optimistisches Universum ist, ein Universum, in dem es darum geht zusammenzuarbeiten und um die Möglichkeiten des menschlichen Bestrebens, man sollte meinen, dass Menschen, die diese wunderbare Ausgestaltung der Zukunft und des Universums zu schätzen wissen, dafür offen sein würden, dorthin zu gehen, wo niemand zuvor gewesen ist. Ich bin sehr optimistisch, dass die Fans der Serie, sogar die Streber, den Geist von Roddenberry annehmen werden. Und wenn sie erst einmal die Schauspieler diese herausragende Arbeit abliefern sehen, werden sie das alles verarbeiten können und einfach die Erfahrung genießen.

Mittlerweile ist es zum Klischee geworden zu sagen "wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist", weil es schon seit 40 Jahren zu unserem Wortschatz gehört, aber wenn man tatsächlich einmal darüber nachdenkt - und sich in Erinnerung ruft, dass wir auf diesem Planeten leben und wir Geschöpfe sind, die dieses grenzenlose Weltall bewohnen können, und die Technologie wird es unweigerlich irgendwann geben - dann stellt "Star Trek" eine unglaublich anregende Zukunft dar. Wenn man das Klischee überwindet und es echt und themenbezogen macht, dann hat es etwas sehr Aufregendes. Das ist nicht "Star Wars", das vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxie spielt. Das hier sind wir und unsere eigene Zukunft.

Los Angeles Times: Können Sie uns etwas über die Handlung des Films sagen?

Abrams: Der Film dreht sich im Kern um einen Kerl, in dem unglaubliches Potenzial schlummert, der aber ziellos, verloren ist. Er findet schließlich seinen Weg, der ihn weiter führt, als er es je zu träumen gewagt hätte. Das hilft ihm dabei, seine Bestimmung zu finden. Das ist eine großartige Geschichte, in einer jeden Situation, in jeder Kultur. Etwas von dem Geist der Erneuerung, Zusammenarbeit, Möglichkeit, des Abenteuers und Optimismus liegt "Star Trek" inne.

Los Angeles Times: Wie sehr haben Sie sich in die unterschiedlichen Trek-Serien, -Filme, -Bücher und so weiter vertieft, um die Mythologie zu erforschen? Ich stelle mir vor, dass es einen Punkt gibt, nach dem es eher schadet als nützt, das alles durchzuschauen.

Abrams: Ich habe mir viele Folgen der Serien angeschaut, die nach der Classic-Serie kamen, aber da wir uns auf die ursprüngliche Serie konzentrieren, brauchte ich auch nicht jede Folge von "Deep Space Nine", "Voyager" oder gar "Enterprise" kennen. Aber klar, ich habe mir Folgen angesehen, ich habe viel darüber gelesen, habe mir die Kinofilme angeschaut und habe mit Leuten darüber gesprochen, ob das nun unser Trek-Berater war oder einer unserer zwei Autoren [Alex Kurtzman und Roberto Orci], was es bedeuten würde, das zu machen, was wir machen wollten. Wir haben einen Produzenten, Bob [Orci], der ganz und gar Trekker ist, und mit Bryan Burk einen anderen, der niemals auch nur irgendeine Folge der Serie gesehen hat. Das war ein hervorragender Ausgleich. Wir konnten sicherstellen, dass es sowohl für den äußersten Fan als auch für den letzten Neuling funktioniert und sichergehen, dass es für beide Gruppen gleichermaßen unterhaltsam war.

Los Angeles Times: Es ist seltsam, über Fortsetzungen zu einem Film zu sprechen, der noch nicht einmal im Kino ist, aber Hollywood legt so großen Wert auf starke Marken, dass man das unmöglich ignorieren kann. Also, wenn der Film im Mai den Erfolg hat, den Sie sich wünschen, wie geht es dann weiter?

Abrams: Ich fände es vermessen, schon jetzt davon auszugehen, dass es weitergehen wird - wir sind ja noch dabei, diesen Film fertigzustellen. Ich muss sagen, ich fühle mich, als ob ich gerade beim Mittagessen bin und jemand fragt mich: "Was willst du zum Abendbrot haben?" Ich habe keine Ahnung. Aber die Vorstellung, diese Besetzung und diese Charaktere weiterleben zu sehen und sie auf neue Abenteuer zu schicken - es wäre schade, das nicht zu tun.

Ein Alien aus "Star Trek XI"
Natürlich bräuchte es eine tolle Geschichte dazu. Aber das Schöne an dem, was Roddenberry erschaffen hat, ist, dass es einen solchen Überfluss an Möglichkeiten mit diesen Charakteren gibt und welche Bestandteile der ursprünglichen Serie wir erneut besuchen wollen. Es gibt großartige Möglichkeiten für weitere Geschichten, und ich wäre sehr gern wieder mit dabei. Ob ich Regie führe oder produziere, ob Bob und Alex schreiben, das muss sich ganz offensichtlich noch herausstellen. Paramount will das festzurren, aber wir machen erst mal den ersten fertig.

Los Angeles Times: Ich war von der Szene mit der in der Luft hängenden Plattform begeistert, die Sie in der Vorschau aufs Filmmaterial gezeigt haben. Da schoss einem das Blut durch den Körper, und man sah einen ungebändigten Kampfstil, den wir bisher in keiner Trek-Produktion gesehen haben. Aber Sie haben auch großen Trek-Traditionen einen Platz eingeräumt - Sulu ein Schwert in die Hand gedrückt und ein übereifriges Rothemd das Zeitliche segnen lassen.

Abrams: Oh, cool. Na ja, das war zum größten Teil eine Verbeugung vor dem, was Sulu in der ursprünglichen Fernsehserie gezeigt hat. Einen Film wie diesen zu drehen und Sulu nicht die Möglichkeit zu geben, ein Schwert in der Hand zu halten ... wir mussten das einfach machen. Mir war es auch unglaublich wichtig, dass dieser Film, zusätzlich zur Charakterentwicklung und den klassischen Trek-Auseinandersetzungen und der Chemie zwischen den Charakteren, wirklich das Abenteuer zeigt, das Trek oft versprochen hat, aber für das es nicht immer über die nötigen Mittel verfügte, um es umzusetzen. Wir wollten die visuelle Action, die man immer versprochen hatte, aber von der man bisher nicht die Möglichkeit hatte, sie zu sehen.

Los Angeles Times: Interessanterweise gab man Trek, als man ihm die Mittel im Film von Robert Wise zur Verfügung stellte, ein episches, kosmisches Gefühl, wie "2001: Odyssee im Weltraum" statt dem ausgelassenen Geist der Fernsehserie.

Abrams: Das ist interessant. Doug Trumbull hat die visuellen Effekte für den Trek-Film und auch für "2001" erstellt, das hat man gespürt. Das war sicherlich ein langsameres, episches Gefühl. Es ist ein langsamer Film, aber einige Leute mögen ihn.

Los Angeles Times: "Star Wars" oder "Star Trek" ist für Sci-Fi-Fans eines bestimmten Alters eine Frage wie Beatles oder Stones. Sie haben gesagt, Sie wollen Ihre Trek-Neubelebung mit ein paar Lektionen anreichern, die Sie aus dem George-Lucas-Universum gelernt haben. Können Sie uns etwas darüber verraten?

Abrams: Ich bin einfach ein "Star Wars"-Fan. Als Kind hat mir "Star Wars" wesentlich besser gefallen als "Star Trek". Wenn man sich die letzten drei "Star Wars"-Filme anschaut, und was die Technologie da möglich gemacht hat, haben sie so viel abgedeckt, was Aussehen, Orte, Charaktere, Außerirdische, Schiffe angeht. Viel von dem Schauspiel ist also gelaufen und es scheint, als sei jeder Aspekt abgedeckt, ob es nun Geographie oder das Entwerfen einer Kultur ist oder Wettersysteme oder Charaktere oder Schiffstypen. All das gab es in den Filmen schon. Die Herausforderung, "Star Trek" zu machen - ungeachtet der Tatsache, dass es schon vor "Star Wars" existierte - ist, dass wir ganz klar im Schatten dessen stehen, was George Lucas gemacht hat.

Los Angeles Times: Wie übertrifft man das?

Abrams: Wichtig ist, dass man nicht versucht, es zu übertreffen, weil man damit nicht gewinnen kann. Diese Filme sind so außergewöhnlich gemacht, dass der Schlüssel für "Star Trek" für mich darin lag, das Ganze umzudrehen: Bleibe den Charakteren so treu wie möglich, bleibe so echt und gefühlvoll und so aufregend wie möglich und lass dich nicht von dem Schreckgespenst dessen einschüchtern, was der "Star Wars"-Film erreicht hat. Zum Beispiel mussten wir deutlich machen, dass es in diesem Universum Außerirdische gibt, aber ich wollte nicht, dass in jeder Szene vier neue mehrfarbige Charaktere auftauchen. Das hat "Star Wars" so gut hingekriegt mit seinem außergewöhnlichen Design der Wesen. Die Frage ist, wie man geschickt die Idee einführen kann, dass es hier unterschiedliche Spezies gibt. Und das auch anders zu machen als die Fernsehserien, wo dann jemand mit einer Maske auf einem Stuhl saß. Darin lag die Ausgewogenheit: zu tun, was die Geschichte von uns verlangte, aber nicht das Gefühl aufkommen zu lassen, als ob wir abkupfern wollten oder das übertreffen, was Lucas gemacht hat.

Los Angeles Times: Das ist eine Herausforderung. Eine frühe Szene in Ihrem Film spielt in einer gut gefüllten Bar, Musik ist zu hören und Ihr unreifer junger Held kommt herein, stößt mit Außerirdischen an und gerät in eine Schlägerei. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass ein Teil der Zuschauer da an die Wirtshaus-Szene aus "Star Wars" denken wird...

Abrams: Die Wirtshausszene ist natürlich eine der klassischen Szenen in "Star Wars" und sie war eine wunderbare Einleitung, wie erstaunlich, wie mannigfaltig und voller Möglichkeiten dieses "Star Wars"-Universum sein würde. In den späteren Filmen, besonders den drei letzten, haben so viele Szenen dieses Gefühl, dass sie die Welten einfach immer weiter erweitern. Da habe ich sicherlich den Druck gefühlt: "Oh Gott, sie haben wirklich schon alles gemacht." Die Herausforderung ist, wie man es hinkriegt, dass es sich echt und bedeutungsvoll anfühlt und nicht so, als ob wir von jemand anderem klauen. Das war einfach eine unserer Herausforderungen.

(hk - 05.04.09 - Quelle: LATimes.com)

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