Portal Daily Trek Cast & Crew
Star Trek XI Enterprise
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel
Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Facebook Twitter Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Sebastian Kowald (sk)13.07.09

The Making of "The Big Red Alien"

Neville Page berichtet von seiner Arbeit an "Star Trek XI"

TrekWeb hat mit Neville Page, dem Designer der Kreaturen des neuen "Star Trek"-Films, über seine Arbeit an dem neuen Streifen, insbesondere über die Kreatur vom Eisplaneten, die auch das "Große Rote" genannt wird, gesprochen.

TrekWeb: Wussten Sie von Beginn an, dass Sie die beiden Kreaturen auf dem Eisplaneten Delta Vega entwerfen würden? Soweit ich weiß, sollte es sich dabei ursprünglich um einen Wüstenplaneten handeln, richtig?

Neville Page: J.J. [Abrams, Anm. d. Red.] hat mich ursprünglich an Bord geholt, um die Hauptkreatur, welche Kirk jagen würde, zu machen. Es war ein Wüstenplanet und demzufolge etwas mehr eine Wüstenkreatur. Aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, wurde zu einem Eisplaneten gewechselt. Offensichtlich waren damit jegliche Ideen, die ich bis dahin hatte, hinfällig und von keinem Nutzen. Also habe ich noch einmal ganz von vorne angefangen. Genauer gesagt waren wir sogar in der Lage, eine zusätzliche Kreatur der Szene hinzuzufügen, den "Polarilla". Es war unser Ablenkungsmanöver. Man denkt, dass dies derjenige ist, über welchen man sich Sorgen machen sollte, und dann...

"Big Red" auf Delta Vega. Der offizielle Name der Spezies lautet Hengrauggi
TrekWeb: Erzählen Sie uns bitte vom "Großen Roten". Haben Sie Feedback von den Fans erhalten bezüglich Ihrer Kreation?

Page: Das "Große Rote" war ein richtiger Kampf, weil ich J.J. mit den ersten Entwürfen einfach nicht das richtige Gefühl vermitteln konnte. Normalerweise hat man die Antwort nie von Anfang an, aber ich fing an beunruhigt zu sein, als die Ideen, die ich hatte, einfach nicht den Kern trafen. Dann, eines Abends, hat es einfach geklappt. Ich habe endlich verstanden, wie ich die Wünsche von J.J., was sich die Autoren ausgedacht hatten und meine eigene Meinung in eine furchteinflößende Kreatur zusammenfließen lassen konnte (zumindest hoffe ich, dass ich das geschafft habe).

J.J. wollte diesen auffallenden Kontrast einer roten Kreatur auf dem weißen Hintergrund von Delta Vega. Ich mochte diese Vorstellung. Er wollte außerdem, dass es überall Augen hat. Er wird Ihnen erzählen, dass ich damit ganz schön zu kämpfen hatte. Ich tendiere dazu, wenn irgendwie möglich, bei den Vorbildern aus der Natur zu bleiben, oder sie zumindest als Inspiration zu verwenden. Also haben diese ganzen Augen für mich der Plausibilität widersprochen.

Aber das ist es, was ich am meisten mag, eine Herausforderung, an der ich mir wirklich den Kopf zerbrechen kann. Wie kann ich mich mit dieser verrückten Idee arrangieren? Und sehen Sie, es ist außerdem meine Aufgabe, die Wünsche meines "Chefs" aufzunehmen und zu helfen, sie glaubwürdig umzusetzen. Es ist schwer zu sagen, aber eine Art, die Augen über den ganzen Körper zu verteilen, war, sie abzustufen von komplexen optischen Organen zu einfachen sensorischen Vertiefungen. Es hat mir geholfen, ihnen einen Anfangs- und einen Endpunkt zu geben, da es keine wirklichen skelettartigen runden Aussparungen gab.

Zum Feedback ... nun ... es ist, wie mit allem: Einige Leute mochten das "Große Rote" und einige Leute hassten es. Oft wurde sich über die rote Farbe beschwert. Es ergab für manche keinen Sinn. Nun, obwohl J.J.s Grund wohl, so würde ich sagen, aus dem Bauch heraus kam, kann man die Farbe Rot vollkommen rechtfertigen. Ich würde zustimmen, wenn jemand sagt, nur weil es ein Alien auf einem außerirdische Planeten ist, hat man noch lange nicht die künstlerische Freiheit, einfach zu machen, was man will. Ich glaube fest daran, dass man, um jeglichen Zweifeln vorzubeugen, sich an den Gesetzen von Natur und Physik orientieren sollte. Und mit dieser Aussage im Hinterkopf wird man feststellen, dass die Natur einen ständig überrascht mit Sachen, die der Logik widersprechen (unserer Logik).

Figurendesigner Neville Page
Also kann man sich mit einem bisschen Wissen etwas ausdenken, was voraussichtlich "in natura" funktionieren würde oder man zieht die ganze Sache rückwärts auf und denkt sich eine Begründung für die getroffene Wahl aus. In diesem Fall kann man rot ganz einfach begründen. Zuerst einmal gibt es viel über diese Kreatur, was man nicht weiß. Es ist nicht wirklich ein Landtier. Es ist wie eine Art Walross, aber mit ein paar Gliedmaßen, mit denen es sich an Land fortbewegen kann, obwohl das Wasser das Medium ist, in welchem es sich grazil fortbewegen kann.

So ähnlich wie bei Pinguinen. Das "Große Rote" ist geschickt im Wasser. Ich habe es tatsächlich mehr als ein schwimmendes Tier denn als Tier, das sich auf Land fortbewegt, entworfen, weil ein Tier von dieser Größe, wäre es heimisch auf dem Land, kein Problem damit hätte, Kirk zu fassen. Also einigten wir uns nach einiger Diskussion darauf, es außerhalb des Wassers ein wenig unbeholfen wirken zu lassen (um Kirk eine Chance zu geben). Die großen Stacheln machen im Schnee auch keinen Sinn. Das ist, weil sie nicht für Schnee gemacht sind.

Wenn überhaupt ist das "Große Rote" mehr wie eine Krabbe gekreuzt mit einem Humboldt-Kalmar. Damit haben wir unsere Rechtfertigung für Rot. Ein räuberisches Tier aus der Tiefe, das nicht entdeckt werden will, könnte rot sein (wie der Humboldt-Kalmar). Rot hat die größte Wellenlänge des sichtbaren Lichts und ist die Farbe, die quasi zu Schwarz wird in der Tiefe (ein bisschen vereinfacht dargestellt). Eine perfekte Farbe für einen Räuber.

TrekWeb: Beschreiben Sie bitte, wie es war, mit J.J. Abrams zusammenzuarbeiten.

Page: Er ist so ein Vergnügen. Er weiß, was er will und er verschafft sich Respekt, aber währenddessen sorgt er trotzdem für eine angenehme Umgebung. Außerdem umgibt er sich mit Gleichgesinnten und die Konsequenz daraus ist eine Umgebung, die die Kreativität fördert. Was ich außerdem an J.J. mochte, war, wie er einen an dem Prozess teilhaben lässt. Er fragte viele von uns nach unserer Meinung zu Themen, die gar nicht in unserer Expertise lagen. Er ist offen für andere Ideen, es zählen nicht nur seine eigenen. Er strahlt Selbstvertrauen aus, aber keine Arroganz. Und zu guter Letzt bringt mich der Mann zum Lachen. Und zwar oft!

TrekWeb: Woran haben Sie außerdem noch bei diesem "Star Trek"-Film gearbeitet?

Von Page stammt auch die Idee, die Romulaner mit Tattoos zu versehen
Page: Nachdem die beiden Kreaturen so gut wie fertig waren, machte ich mich an den Außerirdischen zu schaffen. Verschiedene Sachen. Ein paar im Vordergrund, einige im Hintergrund. Barney Burman und seine Firma Proteus haben auch daran mitgearbeitet. Wir haben viele Entwürfe zusammen gemacht und J.J. zur Abnahme vorgelegt und uns schließlich auf eine Auswahl geeinigt, die Barney und seine Leute dann fabriziert haben. Diese Jungs haben unendlich viel gearbeitet, um das Unmögliche zu erschaffen.

Wie bei vielen Produktionen auch, war das eine gemeinschaftliche Leistung. Ich habe außerdem mit Joel Harlowe und dem Team an den Romulanern gearbeitet. Joel und ich hatten viel Spaß dabei zusammen, den romulanischen Look zu entwickeln. Ich wollte unbedingt Tätowierungen benutzen. Und so kam es dann auch und ich habe am Ende ein paar hundert Entwürfe für Tätowierungen erstellt. Der Koordination der ganzen Sache beizuwohnen, war sehr beeindruckend. Und ich muss Mindy Hall erwähnen. Sie war die Chefin der ganzen Make-up-Leute für diesen Film. Wir haben alle unseren Teil gemacht, aber sie und ihr Team hatten ein Auge auf das große Ganze, und wie man sehen kann, war es etwas sehr Großes.

TrekWeb: Zum Schluss, außer "Tron", welches sind Ihre zukünftigen Projekte?

Page: Ein paar Details bei "Tron" fertig machen. Und auch ein paar Details bei "Piranha 3-D" in 3D. Zurzeit arbeite ich ein bisschen an "20.000 Meilen unter dem Meer", Kapitän Nemo. Ich könnte nicht glücklicher sein mit diesem Projekt. Und dann gibt es da noch die anderen geheimen Projekte.

Ich hoffe außerdem, dass mich J.J. und das Team eines Tages noch mal anrufen werden, um noch eine Runde "Star Trek" zu machen.

Ausführliche Interviewübersetzungen wie diese finden Sie jedes Wochenende in unserem Newsletter "TrekZone Weekend". Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen.

(sk - 13.07.09 - Quelle: TrekWeb.com)

Weiterführende Links


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2012