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Review zu »Star Trek: Discovery» 1.10

Gestrandet im Spiegeluniversum

Mit einer großen Portion Spannung und Dramatik kehrt Star Trek: Discovery aus der mehrwöchigen Winterpause auf die Bildschirme zurück. »Despite Yourself« ist für Trekkies ein verspätetes Weihnachtsgeschenk, denn die Episode aus der Feder von Autor Sean Cochran ist Star Trek-Nostalgie pur. In Bezug auf den staffelübergreifenden Handlungsstrang stellt die jüngste Folge allerdings eine Zäsur dar, die durchaus diskussionswürdig ist. VORSICHT SPOILER!

Die Handlung

Die Discovery wurde beim letzten Sprung mit dem Sporen-Antrieb aufgrund eines Navigationsfehlers in das aus The Original Series, Deep Space Nine und Enterprise bekannte Spiegeluniversum transportiert. Allem Anschein nach haben die U.S.S. Discovery aus dem »normalen« Universum und die I.S.S. Discovery aus dem Paralleluniversum, in dem das faschistische Terranische Imperium zu diesem Zeitpunkt (noch) den Ton angibt, ihre Standorte getauscht. Da die Sternenflotte jedoch auf den von Burnham entschlüsselten Algorithmus der klingonischen Tarnschirme angewiesen ist (»Into the Forest I Go«) - ansonsten droht eine vernichtende Kriegsniederlage - muss das Schiff schnellstmöglich einen Weg zurück in ihre eigene Quantenrealität finden. Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken: Stamets ist physisch und psychisch außerstande, für weitere Sprünge mit dem Sporen-Antrieb als Navigator zu fungieren. Die Discovery-Crew braucht demnach dringend einen »Plan B«. Im umgebenden Trümmerfeld entdeckt man schließlich einen Speicherkern, der auch erfolgreich geborgen werden kann. Dieser liefert der Crew wichtige Daten über das Spiegeluniversum. Basierend auf den gewonnenen Informationen schmiedet Lorca einen kühnen Plan, an dessen Ende die Rückkehr in das eigene Universum stehen soll.

Die Discovery muss hierfür allerdings in die Rolle der Spiegel-Discovery schlüpfen, da nur diese Camouflage ein Überleben in dieser enorm feindseligen Umgebung überhaupt möglich macht. Neben einer veränderten Optik des Schiffes und der Uniformen werden auch die Rollen neu verteilt. So muss beispielsweise die unerfahrene und unsichere Kadettin Sylvia Tilly das Kommando übernehmen - zumindest zum Schein.

Bei all dem Trubel geht fast unter, dass Tyler eine merkwürdige Wandlung durchläuft. Er sucht erneut L'Rell in ihrer Arrestzelle auf und verlangt von ihr eine Erklärung. Die Klingonin versucht Tylers wahre Identität mithilfe eines klingonischen Gebets zu reaktivieren, aber ihr Versuch schlägt fehl. Tyler vertraut sich daraufhin Burnham und Dr. Culber an, allerdings spricht er mit ihnen nur über seine immer häufiger auftretenden Angstzustände, nicht aber über den Vorfall mit L'Rell. Nach einer von Tyler selbst angeregten medizinischen Untersuchung kommt Dr. Culber zu dem Schluss, dass sowohl Tylers Erscheinungsbild als auch dessen Persönlichkeit von den Klingonen verändert worden sein muss. Als er Tyler deswegen vorsichtshalber vom Dienst freistellen will, verliert Tyler die Fassung und bricht dem Doktor das Genick.

Tyler, dessen Tat vorerst unbemerkt bleibt, geht anschließend mit Lorca und Burnham auf eine gefährliche Undercover-Operation auf der I.S.S. Shenzhou. Die Mission: Sie sollen weitere Daten über die U.S.S. Defiant (NCC-1764, Constitution-Klasse) sammeln. Die Defiant stammt aus der nahen Zukunft (2268, vgl. TOS »The Tholian Web«) des »normalen« Universums, befindet sich allerdings aufgrund einer »Interphase« seit dem Jahr 2155 im Spiegeluniversum (vgl. ENT »In a Mirror, Darkly«). Lorca setzt darauf, dass die geheimen Computerdaten des Terranischen Imperiums einen Weg aufzeigen, wie die Discovery auch ohne den Sporen-Antrieb wieder in das eigene Universum zurückkehren kann.

Im Spiegeluniversum ist der Status von Lorca und Burnham aktuell unbekannt. Angeblich soll der Spiegel-Lorca sogar für den (nicht bestätigten) Tod von Captain Burnham - vormals Kommandantin der I.S.S. Shenzhou - verantwortlich gewesen sein. Lorca gilt hier als ein Putschist, der es auf den Imperator abgesehen hat und deshalb vom Terranischen Imperium verfolgt wird. Lorca und Burnham machen sich diesen Umstand zunutze. Sie arrangieren ein Treffen mit der Shenzhou, sodass Burnham, die in die Rolle ihres Pendants schlüpft, das Kommando an sich reißen kann. Der arme Lorca macht derweil Bekanntschaft mit der gefürchteten »Agonie-Kammer«.

Willkommen auf der dunklen Seite des Spiegels

Es ist gekommen, wie es nach »Into the Forest I Go« auch zu erwarten war. Die Discovery ist in einem Parallel-Universum gelandet. Und es handelt sich dabei nicht um irgendeine beliebige alternative Realität (J.J. Abrams' Reboot lässt grüßen), sondern der Autor, Sean Cochran, hat tatsächlich das altbekannte Spiegeluniversum, das einst mit der TOS-Episode »The Tholian Web« eingeführt und in diversen Folgen von DS9 sowie dem Enterprise-Zweiteiler »In a Mirror, Darkly« weiter beleuchtet wurde, aus der Mottenkiste geholt. Regisseur Jonathan Frakes (Cmdr. William T. Riker in TNG) hatte es schon vor Wochen in einem Interview angedeutet.

Was soll man dazu sagen? Man könnte den Autoren jetzt Ideenarmut vorwerfen, aber das kann und will ich hier nicht tun - und zwar aus einem einfachen Grund: Die Rückkehr ins Spiegeluniversum macht einfach riesigen Spaß! Man darf festhalten, dass es den Beteiligten hervorragend gelungen ist, das schon vor über 50 Jahren eingeführte Spiegeluniversum einem Update zu unterziehen. Die Logos und Uniformen sehen grandios aus und auch die gesamte Atmosphäre dieses dunklen Universums wird originalgetreu in das Jahr 2018 transportiert. Der Wiedererkennungswert ist absolut gegeben. Man muss also nicht, wie damals in »In a Mirror, Darkly« geschehen, notwendigerweise auf das ursprüngliche TOS-Design zurückgreifen, um nostalgische Momente bei den langjährigen Fans zu erzeugen.

Positiv überrascht hat mich zudem die erfreuliche Kontinuität mit der direkten Vorgängerserie Enterprise. Die sehr gelungene Doppelfolge »In a Mirror, Darkly« hatte 2005 weitestgehend auf Crossover-Elemente verzichtet und behandelte stattdessen ausschließlich die Spiegel-Charaktere der NX-01-Besatzung. Am Ende der Episode bleibt das Schicksal der von der selbsternannten »Imperatorin« Hoshi Sato kommandierten U.S.S. Defiant tatsächlich offen. In Bezug auf den Kanon muss allerdings die Frage erlaubt sein, warum Captain Kirk nur wenige Jahre später keine näheren Kenntnisse bezüglich des Spiegeluniversums haben wird. Kehrt die Discovery nicht zurück? Ist wirklich alles, was die Discovery betrifft, top secret? Oder wird die Discovery am Ende sogar gänzlich aus der Zeitlinie gelöscht werden? Die Autoren spielen hier einmal mehr mit dem bekannten Star Trek-Kanon, dehnen ihn womöglich, aber am Ende respektieren sie diesen in absolut angemessener Weise.

Wer verbirgt sich hinter dem »namenlosen Imperator«?

Die Renaissance des Spiegeluniversums wirft indes einige spannende Fragen auf. Wer ist der mehrfach erwähnte »namenlose« Imperator? Hier könnte uns womöglich eine faustdicke Überraschung erwarten. Denn das progressive Frauenbild, das Discovery bisher gezeichnet hat, macht es äußerst wahrscheinlich, dass sich hinter dem Imperator eine Frau verbergen könnte. Hoshi Sato dürfte mittlerweile zu alt sein, ist aber dennoch denkbar. Die Tatsache, dass Philippa Georgiou mit keinem Wort erwähnt wurde, nährt die These, dass sie der Imperator sein könnte. Eine Begegnung (oder Kampf?) zwischen ihr und Burnham hätte zudem eine enorme Dramatik. Eine weitere Kandidatin für diesen Posten ist Katrina Cornwell. Lorcas Ex-Geliebte als seine schlimmste Nemesis? Das hätte doch was!

Apropos Lorca: Schon relativ früh nach dem Serienstart verbreitete sich im Netz das Gerücht, der merkwürdige Lorca könnte womöglich aus dem Spiegeluniversum stammen. Ich selbst habe diese These bisher für unwahrscheinlich gehalten, da mir Lorca - allen seinen seltsamen Marotten zum Trotz - für einen Menschen aus dem Spiegeluniversum viel zu zivilisiert erschien. Mit »Despite Yourself« hat sich jedoch alles geändert. Der Spiegel-Lorca scheint nämlich zu den gemäßigteren Exemplaren seiner Spezies zu gehören. Als Regimegegner ähnelt er womöglich den Menschen des »normalen« Universums mehr als denen aus seiner eigenen Realität. Ich würde fast vermuten, dass es in Wahrheit gar keinen Spiegel-Lorca gibt. Vielmehr ist der Lorca, den wir kennen, eventuell selbst der gesuchte Rebell aus dem Spiegeluniversum. Dieser ist womöglich durch einen Unfall auf der I.S.S. Buran in das »normale« Universum gelangt, während der »echte« Lorca zur gleichen Zeit im Kampf gegen die Klingonen mit seiner Besatzung gestorben ist.
Wenn dem tatsächlich so sein sollte, dann ist Lorca allerdings ein verdammt guter Schauspieler. Denn er wirkt in allen Szenen, in denen er von seinen Offizieren über das Spiegeluniversum gebrieft wird, glaubhaft unwissend. Lorca bleibt weiterhin das größte Rätsel der Serie.

»Captain Killy« auf die Brücke!

Für die humoristischen Höhepunkte der Episode sorgt erneut Cadet Tilly. Diese muss wider Willen in die Rolle einer ruchlosen, blutrünstigen und überaus selbstbewussten Kommandantin schlüpfen, die nicht umsonst den Spitznamen »Captain Killy« trägt. Dieses Wortspiel wurde glücklicherweise auch in der deutschen Synchronisation beibehalten.
Zu Beginn fremdelt die normalerweise doch recht unsichere Sternenflotten-Azubine noch mit ihrer unerwarteten »Beförderung«, weiß dann aber doch als galaktische »Bloody Mary« zu überzeugen. Die toughe Spiegel-Tilly erinnert sehr stark an Intendantin Kira sowie an die Spiegelversion von Hoshi Sato.
Inwiefern es realistisch ist, dass die blutjunge Geliebte eines imperialen Kommandanten durch dessen Ermordung direkt zum neuen Captain aufsteigt, sei mal dahingestellt. Jedenfalls sorgt Tilly mit ihrer für Star Trek untypischen Vulgärsprache - Spock würde eher von »farbigen Metaphern« sprechen - für einige lustige Momente. Man kann nur hoffen, dass Tilly auch in Zukunft von den »Lasst uns eine der Hauptfiguren töten«-Eingebungen der Autoren verschont bleibt.

»Er ist tot, Jim!« Oder etwa doch nicht?

Denn nun ist (scheinbar) das eingetreten, was ich schon irgendwie im Gefühl hatte: Die Autoren haben es wieder getan. Und diesmal haben sie sogar einen der sympathischsten Charaktere der Serie ins Jenseits befördert. Dr. Hugh Culber ist tot! Es war irgendwie zu erwarten, weil Wilson Cruz seltsamerweise auf den Promotion-Fotos nicht mit dabei war. Und weil es aus dramaturgischer Sicht irgendwie klar war, dass entweder Culber oder Stamets sterben wird müssen.
Wie schon bei Commander Landry kam sein Tod extrem unerwartet und blitzschnell. Ich denke, dass gerade die Art, wie Landry und Culber sterben mussten, für den Zuschauer enorm schockierend und ärgerlich ist. Es wirkt (bewusst?) unspektakulär. Das war in den früheren Serien noch völlig anders. Tasha Yars Todeskampf zog sich hin, ebenso wie der von Jadzia Dax und »Trip« Tucker, die beide noch einige wenige Sätze vor ihrem Tod sprechen konnten. Ich muss zugeben, dass mich dieses von Game of Thrones inspirierte, unpersönliche Protagonisten-Sterben schon etwas nervt. Aber das ist eben der neue Stil, den es zu akzeptieren gilt.

Was bleibt, ist die Frage, ob Dr. Culber wirklich tot ist. Oder findet man am Ende vielleicht doch noch eine Möglichkeit, sein Ableben auf irgendeine Weise rückgängig zu machen. Denn eine Aussage von Co-Showrunner Aarob Harberts, die er gegenüber dem TV Guide getätigt hat, lässt aufhorchen. Demnach sei das bisher Gezeigte nur ein erstes Kapitel in der Beziehung zwischen Stamets und Culber gewesen. »Das ist erst der Anfang, nicht das Ende«, so Harberts Worte (http://www.tvguide.com/news/star-trek-discovery-dr-culber-dead/).

Die Maske ist gefallen

»Into the Forest I Go« hatte das Geheimnis (das eigentlich von Anfang an keines war) zwar schon gelüftet, aber jetzt ist es (fast) offiziell. Tyler ist der Albino-Klingone Voq! Nun denn, für Tyler wird es demnach wohl keine zweite Staffel mehr geben. Das dürfte nach seinem Mord an Dr. Culber nahezu ausgeschlossen sein. Aber man sollte ja bekanntlich niemals »nie« sagen. Das Fortführen des L'Rell-Voq/Tyler-Handlungsstrangs lässt zumindest vermuten, dass der Krieg mit den Klingonen von den Autoren wohl doch noch nicht zu den Akten gelegt worden ist. Man wird sehen, was sich die kreativen Köpfe für dieses seltsame Klingonen-Paar noch so alles ausgedacht haben.

Der nächste Handlungsstrang, bitte!

Die Storyline um das Spiegeluniversum wäre eine großartige Sache, wenn man sich diesen für die zweite Staffel aufgehoben hätte. Discovery ist - das kann man nach nun zehn Episoden festhalten - gewiss eine tolle Serie, die optisch und dramaturgisch absolut zu überzeugen weiß. Es wirkt aber leider zunehmend dilettantisch, dass in fast jeder Folge ein neuer Handlungsstrang aufgemacht wird, ohne dass alle zuvor begonnenen Subplots adäquat aufgelöst worden wären: Klingonen, schwarze Starfleet-Logos, die Burnham-Sarek-Beziehung, Harry Mudd, vulkanische Logik-Extremisten, Pahvaner und nun das Spiegeluniversum. Die Autoren beweisen ihre Kreativität, übertreiben es aber meiner Meinung nach mit ihren ständigen Orts- und Szenenwechseln. Erinnerte der Krieg gegen die Klingonen noch an DS9, so scheint man von nun an auf das Konzept von Voyager zurückzugreifen. Die Discovery ist verschollen und muss einen Weg nach Hause finden.

Discovery hat zweifelsohne einen enormen Unterhaltungswert, aber es fehlt der Serie auch nach zehn Episoden immer noch eine eigene Identität. Die Autoren haben, so mein Eindruck, nicht wirklich einen Plan, wo sie mit der Serie hinwollen. Das ist erst einmal kein Grund zur Besorgnis, denn auch DS9 hatte seinerzeit drei Staffeln gebraucht, bis die Serie ihren eigenen Weg und ihren ganz eigenen Charakter gefunden hatte. Dennoch kann man nur hoffen, dass sich die Produzenten und Autoren für die zweite Staffel ernsthafte Gedanken machen, wohin die Reise der Discovery am Ende gehen soll. Deep Space Nine hatte spätestens ab der vierten Staffel einen langfristigen Plan, einerseits mit dem Dominion-Krieg und andererseits mit Siskos Rolle als Abgesandter der Propheten. Bei Voyager (Heimreise zur Erde) und Enterprise (Gründung der Föderation) wusste man auch von Beginn an, wo die Reise hingehen soll. Ein serienumfassendes Handlungskonzept ist allerdings keine Garantie für langfristigen Erfolg, wie Enterprise leider gezeigt hat. Ob das ursprünglich für die erste Staffel einer Anthologie-Serie geplante Prequel-Konzept wirklich genug hergibt für eine Serie, die über mehrere Jahre erfolgreich laufen soll, wird die Zeit zeigen.
Aaron Harberts zufolge sollen in der zweiten Season, die wohl erst 2019 starten wird, wieder mehr klassische Star Trek-Themen, also die Erforschung fremder Welten, im Mittelpunkt stehen.

Der Blick in den Spiegel

Burnhams Analyse der Spiegel-Menschheit kann zwischen den Zeilen als Kritik an einem Teil der (amerikanischen) Gesellschaft und insbesondere als eine Warnung vor faschistoiden Bewegungen gedeutet werden. Das Terranische Imperium ist charakterisiert durch eine faschistische, rassistische, xenophobe und paranoide Grundeinstellung der Menschen. Laut Burnham hat die ständige Angst vor Attentaten die Menschen hochgradig paranoid gemacht, sodass rationales und moralisches Denken letztendlich eliminiert worden ist. Diese Paranoia hat schlussendlich nur das Schlechte in den Menschen hervorgebracht. Die zur Schau gestellte militärische Stärke des Imperiums sei allerdings lediglich ein Trugbild, das die Schwäche dieser inhumanen und im Zerfall befindlichen Gesellschaft (siehe DS9) übertünchen soll, so Burnhams Konklusion. In gewisser Weise wird hier die gesellschaftskritische Frage aufgeworfen, inwiefern ständige Angst vor feindseligen Übergriffen (z.B. Terrorismus) Moral beziehungsweise Solidarität erodiert und eine Gesellschaft auf diese Weise degenerieren kann. Auf einen übertriebenen moralischen Zeigefinger wird allerdings verzichtet. Die Gesellschaftskritik ist dezent, dürfte aber dennoch eine Spitze gegen Donald Trumps Politikstil sein.

Fazit: Auf zu neuen Ufern!

»Despite Yourself« ist eine sehr unterhaltsame Folge, die bei langjährigen Star Trek-Fans mit Sicherheit nostalgische Gefühle wecken wird, aber zudem auch Star Trek-Novizen ansprechen dürfte. Wer das Spiegeluniversum aus den früheren Serien noch nicht kannte, bekommt hier eine knappe, aber völlig ausreichende Einführung. Sehr erfreulich ist die Würdigung des Kanons. Hier hat sich der Autor scheinbar große Mühe gemacht, die Ereignisse aus TOS und Enterprise in seine Geschichte einfließen zu lassen. Zudem regt die Episode durchaus zum Nachdenken an, wenngleich die transportierte gesellschaftskritische Message auch nicht überbewertet werden sollte.

Kritikpunkte gibt es natürlich auch. Leider kommt auch »Despite Yourself« nicht ohne kleinere Schwächen im Drehbuch aus. Warum um Himmels Willen schlägt sich Lorca sein Gesicht an der Tür seines Bereitschaftsraums blutig?! Hätte es in diesem Fall (Holo-Kommunikation mit der Shenzhou!) nicht auch Kunstblut getan? Kranker Typ, dieser Lorca!
Des Weiteren stimmen der plötzliche und unspektakuläre Tod des sympathischen Dr. Culber sowie generell die Tatsache, dass man wieder einen neuen Handlungsstrang aufgemacht hat, etwas missmutig. Man merkt »Despite Yourself« ferner an, dass die Folge nur ein Prolog ist. Der Handlung fehlt nämlich irgendwie auch eine klimaktische Struktur. Was ist der Höhepunkt der Folge: Culbers Tod? Burnhams Messerkampf im Turbolift? Demnach kann man diese Episode auch nur sehr schwer als Einzelwerk beurteilen.

Mit »Despite Yourself« haben wir die erste große Zäsur in der noch jungen Serie. Der Schauplatz des Krieges mit den Klingonen wird zugunsten einer neuen Szenerie im Spiegeluniversum eingetauscht. Ob dieser Einschnitt mitten in der Staffel der Serie zuträglich ist, lässt sich erst am Ende der Season abschließend beurteilen. Als Einzelepisode kann »Despite Yourself« aber ganz sicher überzeugen.


Bewertung

Handlung der Einzelepisode 4/5

Stringenz des staffelübergreifenden Handlungsstrangs 2/5

Stringenz des bekannten Kanons 4/5

Charakterentwicklung 4/5

Spannung 5/5

Action 3/5

Humor 4/5

Intellektueller Anspruch 3/5

Gesamt 4/5


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