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Matthias Suzan (m)11.02.18

Review zu »Star Trek: Discovery» 1.14 »The War Without, The War Within«

Prolog zum großen Finale

Die vierzehnte Episode von Star Trek: Discovery verzichtet auf übermäßige Action und überzeugt stattdessen mit hervorragenden Dialogen, einer stringenten Charakterentwicklung und tollen Effekten. Unter dem Strich ist »The War Without, The War Within« eine der bisher stärksten Episoden der Serie, weil in ihr ganz viel Star Trek steckt. VORSICHT SPOILER!

Die Handlung

Die Discovery ist zurück im eigenen Universum, doch der Krieg gegen die Klingonen läuft sehr schlecht. Als die Besatzung gerade mit den Reparaturarbeiten beschäftigt ist, nähert sich plötzlich ein Raumschiff der Sternenflotte und ein Enterkommando, bestehend aus Admiral Cornwell und Botschafter Sarek samt Sicherheitspersonal, beamt an Bord. Durch eine Gedankenverschmelzung mit Commander Saru stellt Sarek fest, dass es sich tatsächlich um die vor neun Monaten verloren geglaubte U.S.S. Discovery und ihre Crew handelt.

Nachdem die Admiralität über die Geschehnisse im Spiegeluniversum informiert worden ist, macht man sich daran, eine neue Kriegsstrategie zu entwickeln. Diese ist auch bitter notwendig, denn gut 20 Prozent des Föderationsterritoriums sind mittlerweile in die Hände der Klingonen gefallen, auch etliche Zivilisten haben in den Kämpfen ihr Leben verloren. Zudem ist es den Klingonen gelungen, gut ein Drittel der Schiffe der Sternenflotte zu vernichten. Auch der von der Discovery entschlüsselte Algorithmus, mit dem sich die Tarnschirme der Klingonen neutralisieren lassen, wird das Blatt sehr wahrscheinlich nicht mehr zugunsten der Föderation wenden können.

Die Klingonen haben ihre Strategie seit der Vernichtung des Sarkophag-Schiffes ebenfalls geändert. Die 24 klingonischen Häuser führen den Krieg nun nicht mehr als ein vereintes Imperium, sondern haben den Konflikt mit der Föderation zu einem feudalen Wettbewerb gemacht: Ehre dem Haus, das die meisten Schiffe und Einrichtungen der Föderation erobert und die meisten Föderationsbürger abschlachtet. Dementsprechend führen die Klingonen den Krieg erbarmungsloser denn je. Politische Forderungen an die Föderation gibt es keine, ebenso wenig wie eine Schonung ihrer Zivilisten. Das einzige Kriegsziel besteht in der totalen Unterwerfung der Föderationswelten unter die Knute der klingonischen Rasse. Nach der Eroberung von Sternenbasis 1 steht eine klingonische Invasion des Sol-Systems unmittelbar bevor.

Ash Tyler hat sich derweil von L’Rells Exorzismus-Ritual erholt. Die Ärzte versichern Commander Saru, dass Voq nicht mehr existiert. Übriggeblieben ist ein klingonisch-menschlicher Hybride, dessen Persönlichkeit der von Tyler entspricht. Demnach verzichtet Saru darauf, den reuigen Tyler einzusperren. Allerdings wird er vom Dienst suspendiert und seine Bewegungsfreiheit auf dem Schiff wird eingeschränkt. Nach anfänglichem Argwohn legt die Besatzung des Schiffes ihre Zurückhaltung Tyler gegenüber ab und reintegriert ihn in die Gemeinschaft. Nur Stamets und Burnham meiden weiterhin dessen Gegenwart. In einem klärenden Gespräch beendet Burnham ihre Liebesbeziehung mit Tyler.

Spiegel-Georgiou, die die Klingonen in ihrem Universum vernichtend schlagen konnte, schlägt der verzweifelten Burnham einen kühnen Plan vor: Die Föderation soll den Krieg tief in den Raum der Klingonen tragen: nach Qo’noS, die klingonische Heimatwelt. Die Mission sieht vor, dass die Discovery mit dem Sporenantrieb in eine der riesigen unterirdischen Höhlen auf Qo’noS springt und von dort aus den Planeten kartographiert. Diese Aufklärungsmission dient einem gezielten Angriff auf die wichtigsten militärischen Ziele des klingonischen Heimatplaneten. Doch Georgiou verfolgt in Wahrheit einen weitaus dunkleren Plan, den sie Burnham verschweigt, Sarek und Cornwell hingegen anvertraut. Sie will die Klingonen nicht bloß zu einem Waffenstillstandsabkommen bewegen, sondern sie ein für alle Mal in die Knie zwingen. Strebt die einstige Imperatorin etwa die komplette Vernichtung des Planeten an?

Damit die Discovery nach Qo’noS springen kann, müssen die erschöpften Sporenvorräte aufgefüllt werden. Hierfür reist die Discovery in das Veda-System und führt dort eine Myzel-Kultivierung durch, die neue mykologische Wälder entstehen lässt. Der Sporenantrieb kann nun wieder in Betrieb genommen werden. Alles ist bereit für den Sprung in das Herz des Feindgebietes.

Sehr zur Verblüffung von Burnham und Saru übergibt Admiral Cornwell das Kommando über die Discovery an »Captain« Philippa Georgiou. Deren Todesmeldung habe sich als Irrtum erwiesen, lässt Cornwell wissen. Nach ihrer Befreiung aus der Kriegsgefangenschaft sei Georgiou nun die ideale Person, um die waghalsige Mission nach Qo’noS zu leiten.

Was soll Cornwells dreiste Lüge? Und wird die Discovery ihre Mission erfüllen können? Das Staffelfinale »Will You Take My Hand?« steigt am kommenden Montag ab 9:00 Uhr auf NETFLIX.

Der Krieg dort draußen…

Ähnlich wie einige andere Episoden der ersten Staffel zuvor beschäftigt sich auch »The War Without, The War Within« sehr detailliert mit der Frage, was Krieg und Gewalt beziehungsweise die damit verbundenen Ängste und Verluste bei Menschen bewirken können. Der Krieg dort draußen im Weltall führt auch zwangsläufig zu einem Krieg im Inneren eines jeden Menschen. Selbsterhaltungsinstinkte stehen moralischen Prinzipien diametral gegenüber.

Der Krieg dort draußen läuft jedenfalls denkbar schlecht für die Föderation. Ähnlich wie zu Beginn der sechsten Staffel von Deep Space Nine oder auch wie in der The Next Generation-Episode »Yesterday's Enterprise« steht die Föderation am Rande einer vernichtenden Kriegsniederlage. Diese würde aber nicht nur den Verlust von Territorium bedeuten, sondern wäre gleichzusetzen mit dem Ende jedweder politischen Selbstbestimmung. Kurz gesagt: Die Apokalypse droht!

Hier stellt sich natürlich die Frage, wie es sein kann, dass die technisch versierte Föderation den Klingonen dermaßen unterlegen ist, dass deren Schicksal von einem einzigen Schiff abhängt. Die Föderation besteht zu diesem Zeitpunkt aus etlichen verschiedenen Welten, die alle auf einem hohen technologischen Entwicklungsstand sein dürften. Es ist daher nur schwer zu akzeptieren, dass dieser Vielvölkerstaat einem einzigen Imperium unterlegen sein soll. Die Tarnvorrichtung der Klingonen ist ganz sicher ein taktischer Vorteil, aber was macht das Ingenieurskorps der Sternenflotte in dieser Zeitperiode eigentlich hauptberuflich? Klingonische Schiffe können getarnt in das Innere von Sternenbasen eindringen und dort ungestört ihren Warpkern zünden? Das ist schon alles sehr unglaubwürdig! Hier hat Autorin Lisa Randolph leider ein großes Logikloch im Drehbuch hinterlassen. Aber irgendwie muss die suizidal anmutende Mission nach Qo’noS nun einmal gerechtfertigt werden.

…der Krieg hier drin

Der »Krieg im Innern« manifestiert sich natürlich vor allem in Ash Tyler. Der hat zwar sein »böses Ich« (Voq) abgestreift, kämpft aber nun mit den Folgen seines »Verrats«. Zwar schließt ihn das Gros der Crew schnell wieder in die Arme - für meinen Geschmack auch zu schnell. Seine große Liebe Michael zeigt ihm allerdings nach einem klärenden Gespräch - aus nachvollziehbaren Gründen - die kalte Schulter. Der »Krieg im Innern« hat Tylers Seele zu einem verwüsteten Land gemacht. Seine Wunden werden eine lange Zeit brauchen, um heilen zu können.

Die Frage ist nur, ob Tyler diese Zeit auch bekommen wird. Hat dieser Mann tatsächlich eine Zukunft in der Sternenflotte? Was nach »The Wolf Inside« noch undenkbar schien, scheint mir nun wieder wahrscheinlicher zu sein. Shazad Latif könnte auch in der zweiten Staffel noch mit von der Partie sein. Oder haben die Autoren hier bewusst eine falsche Fährte gelegt und Tyler stirbt stattdessen im Staffelfinale den Heldentod? Die Antwort gibt es nächsten Montag.

Auch Cadet Tilly führt einen »Krieg« in ihrem Innern. Sie stellt sich die Frage, ob dieser Krieg womöglich ihre Einstellung zum Dienst bei der Sternenflotte dauerhaft negativ beeinflussen wird. In einem Gespräch mit Burnham gesteht sie ihre Angst, eines Tages womöglich so zu werden wie ihr Spiegelbild im Paralleluniversum. Es fällt Tilly zunehmend schwer, sich ihren natürlichen Optimismus zu bewahren. Damit steht sie stellvertretend für die gesamte Crew, die sich nach Forschungsmissionen zu sehnen scheint, nun aber in den Abgrund eines Weltuntergangsszenarios blickt.

Burnham hat ihren inneren »Krieg« auch noch lange nicht ad acta gelegt. Sie kämpft diesen sogar an mehreren Fronten. Da ist einerseits das beklemmende Gefühl, den Krieg ganz alleine verursacht zu haben. Verbunden damit ist eine bittere Erkenntnis, die ironischer nicht sein könnte. Das erbarmungslose Agieren der Klingonen hat etliche neue Waisenkinder hervorgebracht. Burnhams Schicksal wiederholt sich überall im Quadranten. Und sie fühlt sich dafür verantwortlich.
Auch ihr Schuldkomplex gegenüber Georgiou lässt sie nicht los. Spiegel-Georgiou macht ihr deutlich, dass genau das ihr größter Schwachpunkt ist. Und es deutet vieles darauf hin, dass die Ex-Imperatorin diese Schwäche gnadenlos ausnutzen wird, um ihre eigene Freiheit zurückzugewinnen.
Und wären diese beiden Schuldkomplexe nicht schon Last genug, muss sich Burnham auch noch mit dem völlig niedergeschlagenen Ash auseinandersetzen. Doch dieser Beziehung wird wohl kein Happy End vergönnt sein. Zu tief ist Burnhams Misstrauen gegenüber den Klingonen, zu groß ist ihre Enttäuschung über Tyler.

Seifenoper im Weltraum

Ich bin bereits in meiner letzten Rezension etwas ausführlicher auf Burnhams Schuldkomplex(e) sowie auf ihre Beziehung mit Tyler eingegangen, weshalb ich mich an dieser Stelle nur kurzfassen möchte. Dieser Handlungsstrang zieht sich leider wie Kaugummi und kann mich einfach nicht fesseln. Der weinerliche Tyler fängt mittlerweile auch an zu nerven. Mir gefällt diese Beziehung nicht, denn sie kam praktisch über Nacht. Weniger ist manchmal mehr. Man hätte sich eine Beziehung für Burnham für eine zweite Staffel aufsparen sollen.

Auch wenn wir nun wissen, wie L’Rells Plan ursprünglich ausgesehen hat, bleibe ich bei meiner Ansicht: Die Figur des Ash Tyler ist überflüssig wie ein Kropf. Ich kann in ihr weder einen Mehrwert für die Crew, noch einen für die Handlung erkennen – mal abgesehen von dem völlig schiefgegangenen »Tyler ist Voq«-Wow-Effekt. Es ist verständlich, dass (Liebes-)Beziehungen zu einer modernen Serie dazugehören, auch im Genre Science-Fiction. Nur hätte man mit Stamets und Culber wirklich ein interessantes Paar gehabt, das es wert gewesen wäre, genauer erforscht zu werden. Diese Chance hat man leider für einen zweifelhaften »Er ist tot, Jim!«-Moment aufgegeben. Schade!

Noch ein Wort zu Tyler. Ich habe es als höchst irritierend empfunden, dass Saru basierend auf einer möglichweise manipulierten medizinischen Untersuchung Tyler einfach so vertraut und ihn nicht in seinem Quartier einsperren lässt. Woher will Saru wissen, dass L’Rell Voqs Tod nicht vorgetäuscht hat, um ihren teuflischen Plan zu vollenden? Saru erscheint mir hier für einen Kommandanten doch sehr naiv, ebenso wie die gesamte Crew der Discovery. Die Föderation steht immerhin kurz vor einer vernichtenden Niederlage und Tyler war schließlich als Spion an Bord gekommen. Noch ein Logikloch im Drehbuch!

Was planen Cornwell und Georgiou?

Auch wenn die Frauenpower, die nach Lorcas Tod mit Cornwell und Georgiou Einzug erhält, grundsätzlich begrüßenswert ist, finde ich es etwas schade, dass Saru nun (vorerst?) wieder ins zweite Glied rückt. Die Idee eines nichtmenschlichen Captains finde ich nämlich enorm spannend. Und Saru bietet aufgrund seiner Biographie sicher genügend Stoff für spannende und konfliktreiche Geschichten. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass Georgiou das Staffelfinale nicht überleben wird.

Aber was hat Admiral Cornwell dazu verleitet, das Kommando über die Discovery an eine Frau abzugeben, die wohl keinerlei moralische Bedenken kennt? Ich denke, Cornwell weiß genau, was sie tut. Sie selbst möchte sich die Hände nicht schmutzig machen, weiß aber, dass die einzige Rettung der Föderation womöglich in der völligen Vernichtung von Qo’noS liegen könnte. Aber wie moralisch ist ein solches Vorgehen? Ist Cornwell etwa der Matthew Dougherty von Discovery? Und welche Rolle spielt eigentlich Sarek hier?

Die Kunst des Erzählens

»The War Without, The War Within« gibt sich redlich Mühe, wieder »echtes« Star Trek zu sein. Von dem in »What's Past Is Prologue« zelebrierten Comic-Stil ist dieses Mal zum Glück nichts mehr zu sehen. Die Episode verzichtet weitestgehend auf Actionsequenzen und setzt stattdessen auf eine vielschichtige Interaktion der verschiedenen Charaktere. Lisa Randolph, die auch schon für das Drehbuch von »The Wolf Inside« verantwortlich zeichnete, hat ein hervorragendes Gespür für die verschiedenen Charaktere der Serie. Sie weiß sehr genau, welche Konstellationen dramaturgisches Potenzial besitzen. Und sie kann tiefgründige Dialoge schreiben.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass »The War Without, The War Within« viele tolle Szenen zu bieten hat. Die Vielfalt der Interaktion zwischen den verschiedenen Figuren ist wirklich beachtlich. Keine andere Episode der ersten Staffel kann hier mithalten. Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, die hier miteinander agieren, sondern es gibt auch viele neue (Sarek & Mirror-Georgiou, Sarek & Cornwell) beziehungsweise wiederkehrende Dialogpartner (Cornwell & L’Rell). Besonders emotional sind die Dialoge zwischen Tyler und Stamets sowie zwischen Burnham und Tyler, was jedoch nicht nur dem Drehbuch, sondern vor allem der Leistung von Sonequa Martin-Green, Shazad Latif und Anthony Rapp zu verdanken ist.

Lisa Randolph zeigt mit »The War Without, The War Within« eindrucksvoll, dass der Unterhaltungswert einer Star Trek-Episode nicht zwangsläufig auf Action und Effektfeuerwerke angewiesen ist. Die eher ruhige und dialogorientierte Episode ist nach der actionbeladenen (oder actionüberladenen) Vorgängerepisode eine echte Wohltat. Auch wenn der Unterton der Handlung düster ist, so steckt in den Dialogen doch auch eine große Portion Optimismus. Der Planet, auf dem die neuen Sporen kultiviert werden, ist eine schöne Metapher für diesen Optimismus.

Für Alt-Trekkies hält »The War Without, The War Within« noch zwei weitere Schmankerl bereit. Zum einen wird eine Erklärung dafür geliefert, weshalb die Besatzung der Enterprise NCC-1701 rund ein Jahrzehnt später nichts über die Existenz des Spiegeluniversums weiß. Womöglich kommt Starfleet Command nach einem zweiten Zwischenfall dann auch zu der abschließenden Erkenntnis, dass sich die Existenz von Paralleluniversen auf die Dauer nicht verheimlichen lässt.
Zum anderen finden die Geschehnisse aus dem Enterprise-Pilotfilm »Broken Bow« (2001) eine kurze Erwähnung. Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass »The War Without, The War Within« sehr bedächtig mit dem Kanon umgeht.

Der Blick in den Spiegel

»The War Without, The War Within« greift ein sehr aktuelles und kontrovers diskutiertes Thema auf: Welche Mittel sind in einem Krieg gegen einen erbarmungslosen Feind vertretbar und welche nicht? Heiligt der Zweck die Mittel? Lisa Randolph spielt hier natürlich auf den War on Terror an, der nun schon seit fast zwei Jahrzehnten die Welt in Atem hält.

Denn unter den Waffen schweigen die Gesetze besagt eine Weisheit des römischen Politikers Cicero. Eine Ansicht, die auch heute noch von so manchem Sicherheitspolitiker vertreten wird. Und so stellt sich die Frage, ob sich beispielsweise Drohnenkriege (Georgiou bezeichnet die Discovery an einer Stelle der Episode als »Drohne« im Kampf gegen die Klingonen) und die oftmals damit verbundenen Kollateralschäden überhaupt in Einklang bringen lassen mit unseren liberal-demokratischen Werten. Wie weit darf man im Kampf gegen den Feind gehen? Wo ist eine Grenze erreicht?
Burnham, Saru und Co. sind ob ihrer Erlebnisse im Spiegeluniversum der Ansicht, dass man auch im Angesicht einer noch so großen Bedrohung für die eigenen Werte und Prinzipien einstehen muss. Sonst wird man eines Tages zu dem, was man selbst bekämpft. Cornwell sieht das scheinbar anders. Sie geht (aus Verzweiflung?) den Pakt mit dem Teufel (Georgiou) ein.

Die 24 zerstrittenen und eigenständig agierenden »Großen Häuser« der Klingonen können hier als eine Metapher für islamistische Terrornetzwerke wie Al Qaida und IS aufgefasst werden. Auch diese kämpfen - unter dem Deckmantel einer gemeinsamen ideologischen Sache - hauptsächlich für ihre eigenen singulären politischen Interessen. Ebenso wie die Klingonen führen auch sie untereinander einen blutigen Wettbewerb um die »Anerkennung« der Fundamentalisten.

»The War Without, The War Within« fragt auch danach, unter welchen Umständen ein Frieden von Dauer sein kann. Sarek hat eine Antwort darauf, die auch aus der Bergpredigt stammen könnte, wenn er sagt: »For what greater source of peace exists than our ability to love our enemy? Am Ende können nur Vergebung und gegenseitige Anerkennung einen dauerhaften Frieden gewährleisten. Das Vergeben verlangt uns jedoch einiges ab und kann mitunter sehr schmerzhaft sein, wie auch Burnham erfahren muss.

Zum Nachdenken regt auch Tillys Dialog mit Burnham an. Tilly sagt, dass eine Person im Wesentlichen von ihrem Umfeld geprägt wird. Eine Person wird daher immer das widerspiegeln, was ihr in ihrem Umfeld selbst widerfahren ist. Wer ausgrenzt und diskriminiert, wird einen Mensch sehr wahrscheinlich nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren bekehren. Tilly appelliert daher an Burnham, auf Tyler zuzugehen.

Fazit: Gelungener Prolog zum großen Finale

»The War Without, The War Within« ist nicht nur eine der besten Episoden der ersten Staffel, sondern zugleich auch eine richtig gute Star Trek-Episode, allen Logiklöchern zum Trotz. Die vierzehnte Episode überzeugt mit einer guten Story, mit hervorragenden Dialogen, mit toller Szenenmusik und mit wunderschönen Spezialeffekten auf Kinofilmniveau. Die Episode legt den Grundstein für ein spektakuläres Staffelfinale am kommenden Montag, das nach Aussagen der Produzenten viele Fragen beantworten wird, wenn auch nicht alle.

Bewertung

Handlung der Einzelepisode 4/5

Stringenz des staffelübergreifenden Handlungsstrangs 5/5

Stringenz des bekannten Kanons 4/5

Charakterentwicklung 5/5

Spannung 4/5

Action 2/5

Intellektueller Anspruch 4/5

Gesamt 4/5

(m - 11.02.18)


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