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Gerrit Scheil (gsc)02.10.16

Happy Birthday… 50 Jahre „Märchen von Übermorgen“

Ein Rückblick und Vergleich zu Star Trek

Vor 50 Jahren, am 17. September 1966, ging „Raumpatrouille – die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ zum ersten Mal auf Sendung. Und während zur gleichen Zeit Star Trek: TOS im amerikanischen Fernsehen nachweislich Startschwierigkeiten hatte, avancierte die deutsche Science-Fiction-Serie von Anfang an zum „Straßenfeger“. Auch wenn sie es, im Gegensatz zu Star Trek, nicht in die Verlängerung schaffte, so lohnt sich doch der Blick auf fünfzig Jahre deutsche Science-Fiction-Vergangenheit.

Die Handlung der Serie

Das „Märchen von Übermorgen“ erzählt in sieben Teilen die Geschichte von Major Cliff Allister McLane, dem Kommandanten des Schnellen Raumkreuzers Orion, sowie deren Besatzung: Armierungsoffizier Leutnant Mario de Monti, Kommunikationsoffizier und Raum- überwachende Helga Legrelle, Astrogator Leutnant Atan Shubashi und Maschinist Leutnant Hasso Sigbjörnson.

Eigentlich gehört die Orion zu den Schnellen Raumverbänden die für die Sicherheit der Erde und deren Kolonien im Weltraum zuständig ist. Aufgrund wiederholt eigenmächtiger Aktionen des Kommandanten McLanes wird die Orion jedoch für die Dauer von drei Jahren zum Patrouillendienst der Terrestrischen Raumaufklärungsverbände strafversetzt. Zudem wird Leutnant Tamara Jagellovsk vom Galaktischen Sicherheitsdienst auf die Orion versetzt. Sie soll als Sicherheitsoffizier Befehlsüberschreitungen und Verfehlungen gegen die Raumdienstvorschriften unterbinden.

Im Laufe der Serie sieht sich die Besatzung der Orion den vielfältigen Gefahren der Galaxis ausgesetzt. McLane und seine Kollegen sind dabei nicht selten die letzte Hoffnung der Menschheit, wenn sie die Invasion der Erde durch die extraterrestrischen Frogs oder den Untergang der Welt durch feindselig hervorgerufene Naturkatastrophen verhindern müssen.

Das Serien-Universum

Die Orion in Landeposition auf einem Planeten [Quelle: Bavaria]

Die Erde gilt als Zentrum der von der Menschheit bewohnten Planeten. Nationalstaaten sind nicht mehr Existent, eine einzelne Regierung lenkt als Oberster Rat das Geschehen der Menschen. Auf militärischer Ebene operieren die Terrestrischen Raumaufklärungsverbände (TRAV) unter General Wamsler sowie die Schnellen Raumverbände (SRV) von General van Dyke. Neben dem Militär sorgt der Galakitsche Sicherheitsdienst (GSD) unter Oberst Villa für Ordnung und Sicherheit. GSD, SRV sowie TRAV sind der Obersten Raumbehörde (ORB) unter Sir Arthur unterstellt. Bei Krisensituationen tagt die ORB im Dauerzustand und steht im Engen Kontakt zur Regierung. Ihr stehen insgesamt über 5000 Raumschiffe zur Verfügung.

Auf der Erde ist der Menschheit gelungen den Meeresboden für sich zu erschließen. Neben Wohnanlagen und Vergnügungsstätten befinden sich auch die Raumschiffbasen des Militärs auf dem Meeresgrund. Die ORB operiert ebenso aus der Tiefsee heraus.

Das Starlightcasino, welches sich (paradox zum Namen) auf dem Meeresgrund befindet. [Quelle: Bavaria]

Die Menschheit hat in der jüngsten Vergangenheit mindestens zwei große Kriege bestreiten müssen. Diese werden zwar als Interstellare Kriege bezeichnet, beziehen sich jedoch ausschließlich auf Konflikte innerhalb der Menschheit. Die einzigen extraterrestrischen Lebewesen, von dessen Existenz sich die Menschheit seid kurzem Bewusst ist, sind die sogenannten Frogs. Diese gallertartigen Wesen, die ohne Sauerstoff existieren, sind den Menschen gegenüber jedoch feindselig eingestellt und haben mehrfach versucht die Erde anzugreifen.

Parallelen zu Star Trek

Über das Genre „Science-Fiction“ hinaus existieren weitere Parallelen zwischen den Serien. Genau wie im Trek-Universum von Gene Roddenberry, wird auch bei der Raumpatrouille die Menschheit als Ganzes wahrgenommen. Die Menschheit gilt als geeint. Bei der Raumpatrouille wird dieser Zustand durch die Vielzahl internationaler (Nach-)Namen hervorgehoben. Besonders deutlich wird dies in der Kommandokanzel der Orion: eine russisch klingende Jagellovsk dient neben einem englisch klingendem McLane. Und obwohl die beiden häufig in Streitereien verwickeln sind, scheint die Herkunft der beiden keineswegs dafür verantwortlich zu sein. Für die damalige Zeit ein absolutes Novum. Ebenso wie Frauen im Militär. Aber gleichwohl wie die Star Trek-Macher, schien es für die Verantwortlichen bei der Raumpatrouille kein Problem zu sein, Frauen der Zukunft in militärischen Laufbahnen darzustellen.

Ebenso scheint es den Schöpfern beider Serien einen Spaß bereitet zu haben, ihre Protagonisten im sogenannten Technogebabbel zum Teil unnachvollziehbare Texte aufsagen zu lassen. Generell kann man beiden Serien den Humor nicht streitig machen.

Unterschiede zu Star Trek

Als "Bordtechnik" der Orion kam u.a. dieser Anspitzer zum Einsatz [Quelle: Wikipedia]

Als markantester Unterscheid ist selbstverständlich die Machart der Serien zu nennen. Während Star Trek mit den damals technisch besten Möglichkeiten und in Farbe produziert werden konnte, musste in Deutschland bei der Produktion der Schwarz-Weiß-Serie massig gespart werden. Gene Roddenberry konnte für seine Serie eine Vielzahl von Requisiten extra designen und anfertigen lassen Die deutschen Bühnenbildner hingegen gingen in den nächsten Baumarkt, um mit den dort vorhandenen Mitteln ihre futuristischen Ideen für die Sets umzusetzen. Nicht selten kamen daher Bügeleisen, Anspitzer oder auch Plastikbecher auf den Armaturen der Raumschiffe im Orion-Universum zum Einsatz. Andersherum ist es aber es aber gerade dem Einfallsreichtum der Bühnenbildner zu verdanken, dass das Bügeleisen zum ikonischen Kultobjekt der Serie avancierte.

In Punkto fachlicher Korrektheit haben die deutschen Drehbuchschreiber gegenüber ihren amerikanischen Kollegen leider komplett das Nachsehen. Anscheinend hat man sich nie einen Sachverständigen in die Bavaria Filmstudios eingeladen. Ansonsten ist es kaum zu erklären, dass in der Serie die Begriffe Stern, Planet, Asteroid oder auch Mond so wirr durcheinandergeworfen werden. So wird bereits im Vorspann erwähnt, dass man auf fernen Sternen siedelt, wo es richtig Planet heißen müsste. In Episode zwei wird dann ein Planet aus seiner Bahn geworfen, der die physikalischen Eigenschaften einer Sonne annahm und fortan als gelenkte Supernova auf die Erde zusteuerte. Physikalisch und astrologisch betrachtet ein ziemlicher Unsinn.

General van Dyke ist Chef der Schnellen Raumverbände [Quelle: Bavaria]

In einem Punkt war das Orion-Universum dem Star Trek-Universum dann aber wieder weit voraus: Frauen in Führungspositionen. Zwar diente Uhura im Rang eines Lieutenant auf der Brücke der Enterprise, aber das Kommandieren und Kämpfen wurde in der ersten Star Trek Serie doch weiterhin hauptsächlich den Männern überlassen. Ganz anders sah dies bei der Raumpatrouille aus. Leutnant Tamara Jagellovsk war nicht nur in ihrem Auftreten eine selbstbewusste und emanzipierte Frau, sondern konnte als GSD-Beamtin auch durch eine sogenannte Alpha-Order die Befehle von Commander McLane außer Kraft setzen. Im Militär des Orion-Universums waren zudem sämtliche Raumschiffe der Schnellen Raumverbände dem Kommando des weiblichen Generals Lydia van Dyke unterstellt. Derart hohe Positionen wurden Frauen im Star Trek-Universum erst ab The Next Generation zugesprochen.

Und ein weiterer Punkt unterscheidet die Kultserien enorm: die Darstellung des Fremdartigen. Star Trek lebt und liebt die Vielfalt. Das Fremde gilt es zu erforschen. Unterschiedliche Völker verschiedenster Planeten und Kulturen vereinen sich zu einer riesigen Föderation. Bei der Raumpatrouille hingegen ist die Menschheit einziger Dreh- und Angelpunkt. Fremdartige Wesen, die Frogs, werden als bösartige Gefahr dargestellt, die rigoros versucht die Menschheit zu unterjochen. Generell ist die Diplomatie im Orion-Universum ein eher seltener Gast.

Und was kam dann?

Trotz des Erfolgs wurde die Serie nach Ausstrahlung der bereits 1965 produzierten Episoden eingestellt. Eine Verlängerung war der Raumpatrouille, wahrscheinlich aus Kostengründen, nie vergönnt. Zumindest nicht als Fernsehserie. Denn ab 1968 erschienen zahlreiche Romane auf Basis der Sendung. Allerdings unterscheidet sich das Romanuniversum von Buch zu Buch zunehmend von dem des Originals. Aber immerhin überdauerten die Bücher die Fernsehepisoden um ein Vielfaches. Nach etwa 150 Ausgaben war erst im Jahre 1984 Schluss mit den Romanveröffentlichungen. Jedoch schafften es auch in jüngster Zeit immer wieder Neuauflagen in die Buchhandlungen zurück.

Rarität: McLane und Jagellovsk in Farbe [Quelle: Bavaria/Tumblr]

Durch stetige Wiederholungen im Fernsehen entwickelte sich die Sendung im Laufe der Zeit zum Kult. Raumpatrouille ist eine der wenigen öffentlich-rechtlich produzierten Formate, die es zwischenzeitlich sogar als Wiederholung ins Privatfernsehen schaffte. Dieser beständige Erfolg sorgte im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer wieder für Spekulationen über eine Neuauflage der Serie. In den 90er Jahren soll gerüchteweise sogar Roland Emmerich einmal Interesse an einem Orion-Film geäußert haben. Im Jahre 2003 hat es die Raumpatrouille schließlich doch noch auf die große Kinoleinwand geschafft. Allerdings nur als ein auf Spielfilmlänge zusammengesetzter Neuschnitt des Materials von 1966.

Im fünfzigsten Jahr der Kultserie bekommen die Hoffnungen der Fans nun wieder neuen Nährboden. In einem Interview erwähnte jüngst der Bavaria-Chef Christian Franckenstein, dass man derzeit eine Reihe alter Serien und Filme auf Tauglichkeit für ein Reboot prüfe. Unter den gelisteten Projekten befand sich auch: „Raumpatrouille – die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“.

(gsc - 03.10.16)


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