Henning Koonert (hk)
05.05.09
"Star Trek XI": Meinungen von der FedCon
Wenige Tage vor dem Filmstart waren Aussagen zum Kinofilm natürlich gefragt. Das TrekZone Network hat Meinungen von Nichelle Nichols, Robert Picardo, Richard Arnold, Mike Hillenbrand und Thomas Höhl eingefangen.
Nichelle Nichols berichtete am Freitag auf der Pressekonferenz von ihrem Besuch am Set des Kinofilms (siehe auch unser TrekTube-Video). Dort habe sie sich wie eine Königin der Stummfilmära gefühlt, so die Schauspielerin ob der ihr dort entgegengebrachten Aufmerksamkeit. J.J. Abrams habe ihre Nachfolgerin als Uhura, Zoe Saldana, an dem Tag von Nichols' Setbesuch zu den Dreharbeiten beordert, obwohl für sie gar keine Szenen vorgesehen waren, damit beide sich treffen konnten.
Saldana, die von Nichols' Besuch völlig überrascht gewesen sei, habe sie statt mit einem Hallo mit einem lauten "No way!" begrüßt, berichtete der "Star Trek"-Star. Entgegen einer Meldung von einer australischen Convention aus dem vergangenen Juni habe J.J. Abrams ihr aber keinen Auftritt im Film angeboten. Zwar habe der Regisseur bei einem gemeinsamen Essen die Idee zur Sprache gebracht, dass Nichols Uhuras Mutter spielen könne. Dies habe sie aber keine Sekunde lang ernstgenommen, so Nichols, und außerdem sei sie in einem Alter, in dem sie eher Uhuras Großmutter spielen könnte. J.J. Abrams habe aber betont, dass er gern einmal mit ihr arbeiten würde, was Nichelle Nichols auf der FedCon mit einem "Und daran werde ich ihn erinnern!" bekräftigte.
Um eine völlige Neuerfindung handele es sich bei "Star Trek XI" übrigens nicht. "Es ist ein neuer Film, aber keine neue Uhura", so die Schauspielerin auf die Frage nach Zoe Saldanas Interpretation ihres Charakters. Nichelle Nichols betonte außerdem, es sei ihrer Meinung nach wichtig, dass der Film auf eigenen Beinen stehen könne. Den Film selbst hat die Schauspielerin noch nicht gesehen, ihrer Einladung zur Premierenfeier in Los Angeles konnte sie aufgrund der gleichzeitig stattfindenden FedCon nicht nachkommen.
Robert Picardo (der Doktor) gab an, sich sehr darauf zu freuen, eine Neuinterpretation von "Star Trek" in den Kinos zu sehen. Es mache ihm auch gar nichts aus, dass Paramount ihn seine Eintrittskarte selbst zahlen ließe, so der ehemalige "Voyager"-Star leicht ironisch. Seine Kinder hätten die Trailer im Fernsehen gesehen und wollten nun unbedingt in den Film gehen. "Als ich bei 'Star Trek' war, haben sie sich überhaupt nicht dafür interessiert", setzte der Schauspieler hinzu.
Richard Arnold, der frühere langjährige Assistent von Trek-Schöpfer Gene Roddenberry, zeigt sich davon überzeugt, dass der neue Film eine Menge Leute neugierig auch auf das übrige "Star Trek" machen und ihm viele neue Fans bringen werde. Arnold hat den Film bereits gesehen und betonte, dass J.J. Abrams vieles im Film speziell für die Fans gemacht hat. "'Star Trek' ist eine ganze Zeitlang Gene Roddenberrys Geist nicht mehr treu gewesen", kritisierte Arnold indirekt das Produzenten-Team um Roddenberry-Nachfolger Rick Berman. J. J. Abrams' Film aber werde diesem Anspruch wieder gerecht. Arnold berichtete auch, dass der Kinokarten-Vorverkauf in den USA entgegen der Erwartungen vieler Experten für "Star Trek" erfolgreicher laufe als beim kurz vorher startenden "Wolverine". Während Paramount offiziell mit einem Einspielergebnis von 125 Millionen Dollar am Startwochenende rechne, erwarte J.J. Abrams, dass der Film bereits an seinem ersten Kinowochenende 175 bis 200 Millionen Dollar einspielt, erklärte Arnold.
Auch Mike Hillenbrand und Thomas Höhl, die Autoren der Sachbücher "Die sind die Abenteuer... 40 Jahre 'Star Trek'" und "'Star Trek' in Deutschland - Wie Captain Kirk nach Deutschland kam", äußerten sich zum Film. Mike Hillenbrand, der den Film bei der Berliner Galapremiere gesehen hat, bezeichnete ihn als "den konsequentesten der 'Star Trek'-Filme", der auch eindeutig in dem uns bekannten Trek-Universum angesiedelt sei. Zwar gebe man den Fans so einige Kröten zu schlucken, dies sei aber nötig, um neue, spannende Geschichten erzählen zu können. Außerdem geschehe dies mit so viel Liebe, "dass die Kröten beinahe wie Hühnchen schmecken".
Thomas Höhl wagte eine Prognose für die Zeit nach dem Filmstart: Einen "Star Trek"-Hype wie in den 90ern werde der Film nicht auslösen, dafür sei ein einzelner Kinofilm nicht genug. Einen anhaltenden Hype sollte man also nicht erwarten, aber schon "einen Boom auf der Ebene eines erfolgreichen Pixar-Films", so der Münchner Autor. Wird der Film auch Auswirkungen auf "Star Trek" im Fernsehen haben? Thomas Höhl dazu: "Eine neue Serie wird kommen. Ich kann mir nur zwei Gründe vorstellen, warum der SyFy Channel keine neue 'Star Trek'-Serie produzieren würde: Entweder die Rechte werden ihnen zu teuer oder CBS produziert selber eine."
(hk - 05.05.09 - 5 Kommentare)
Weiterführende Links
- TZN FedCon Special
News zur FedCon 18 & ein Rückblick auf vergangene FedCons mit Panelberichten, Kolumnen und Bildern.
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