Uwe Webel (uw)
16.11.09
"Star Trek XI - The Director's Cut"?
Wie Abrams zu einer verlängerten Version des Films steht und was er zu den Kritikerstimmen sagt.
TrekMovie hat den Regisseur anlässlich der DVD/Blu-ray-Veröffentlichung in den USA zum Interview eingeladen.
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Director´s Cut? Ja, aber das soll jemand anderes machen. |
TrekMovie: In unserem letzten Gespräch, bevor der Film anlief, hatten wir uns über herausgeschnittene Szenen unterhalten. Da ging es meist um Hintergrundgeschichten. Sie sagten damals, dass das nur uns Trekkies interessieren, aber beim normalen Publikum nicht ankommen würde. Besonders der Teil mit den Klingonen. Nachdem ich den Film gesehen habe, stimme ich Ihnen da auch zu. Aber wenn man jetzt die DVD-Veröffentlichung betrachtet, was würden Sie von einer verlängerten Fassung halten? Eine Version, in die Sie alle gelöschten Szenen einbauen würden. Das würde in der Hauptsache natürlich nur die Fans interessieren, aber gemacht wurde so etwas zum Beispiel bei den "Watchmen" bereits.
J.J. Abrams: Das ist witzig, ich bin nämlich noch nie nach einer verlängerten Version oder einer Director's-Cut-Version eines Films gefragt worden. Immer wenn ein Film von der Leinwand auf DVD gebracht wurde, dann dachte ich mir 'das war jetzt der Film' und der sollte so bleiben, wie er ist. Sicher gibt es immer Situationen, in denen es Konflikte zwischen dem Regisseur und dem Studio gibt und der Regisseur so das letzte Wort hat. Und wenn das bei mir mal eintreten sollte, dann kann ich mir auch vorstellen, das zu machen. Aber, ernsthaft, bei diesem Film denke ich, dass es besser für den Film war. Natürlich könnte es eine längere Version geben und jemand könnte sich hinsetzen und eine zusammenschneiden, aber ich denke wirklich, dass der Film mit den herausgeschnittenen Szenen besser ist. Auch wenn ich alles an den Szenen liebe, die gestrichen wurden, so sind sie doch aus gutem Grund geschnitten worden.
TrekMovie: Wenn man sich das ganze Feedback zu dem Film anschaut, gab es da etwas, auf das sie am stolzesten sind? Oder gab es negatives Feedback, das Sie sich zu Herzen genommen haben und Dinge, die Sie ändern wollen?
Abrams: Ich habe viel gelesen und auch viel gehört. Aber am glücklichsten bin ich über die Tatsache, dass die Dinge, von denen gesagt wurde, dass sie unmöglich zu schaffen wären, geklappt haben. Dinge wie 'Wie kann man diesen Film überhaupt neu besetzen?' und 'Wie können diese Charaktere überleben, ohne die originalen Schauspieler?'. Und dass man sich die Besetzung anschauen konnte, dass sie sympathisch ist, dass man einen Bezug zu ihnen aufbauen konnte und dass die Schauspieler genug Talent hatten, dass die Kritiker verstummten und die Crew der Enterprise mit Hilfe einer neuen Generation von Schauspielern weiter leben konnte. Und das ist für mich die größte Errungenschaft, deren Ehre komplett den Schauspielern und ihrer Arbeit gebührt.
Und zu den Kritiken. Ich stimme fast jeder Kritik zu, die ich lese. Es ist schwer, es sich nicht selber schwer zu machen, bei dem, was man tut. Wenn also jemand sagt: "Nero war nich kompliziert genug.", dann antworte ich "Ja, da hast du Recht." Oder wenn einer meint: "Da gab es Momente, wie diesen irren Zufall, als Kirk Spock in dieser Eishöhle getroffen hat und das gefiel mir überhaupt nicht", dann kann ich das nachvollziehen. Es gibt wenig, das ich mitbekomme, bei dem ich anders denke. Wenn jetzt jemand sagen würde "Giacchinos Musik hat nicht gepasst", damit wäre ich nicht einverstanden, das ist Geschmackssache und daran kann man nicht viel ändern. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr stolz auf die Schauspieler und fühle mich geehrt, dass ich dabei sein durfte. Das war eine unglaubliche Erfahrung.
(uw - 16.11.09 - Quelle: TrekMovie - 4 Kommentare)
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