Henning Koonert (hk)
11.08.10
Vom PADD zum iPad
Die "Star Trek"-Designer Mike Okuda und Doug Drexler sprachen über die Erschaffung futuristischer Gegenstände für Trek, bewerteten ihren Einfluss auf die Gegenwart und überlegten, welche Treknologie bald Wirklichkeit werden könnte.
Michael Okuda berichtete im Interview mit ArsTechnica.com, dass es ihm beim Entwerfen seiner "Okudagramme" für "Star Trek" nicht zuerst ums Aussehen ging: "Ich betrachtete den Herstellungsprozess einer Kontrolleinheit und dachte mir: Wie kann ich das so billig wie möglich machen? Der erste Beweggrund dafür waren tatsächlich die Kosten. [Bedienelemente] einfach als Grafik umzusetzen, war deutlich billiger als elektronische Komponenten zu verwenden."
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Kontrollfeld im Okudagramm-Stil |
Dann aber tauchte ein Problem auf: "Uns wurde ziemlich schnell klar – während wir uns überlegten, wie diese Dinger funktionierten und wie jemand sie bedienen würde, kamen Leute zu mir und fragten: 'Was passiert, wenn ich das und das machen muss?' Irgendeine Handlung, an die ich nicht gedacht hatte und für die wir kein Kontrollelement eingefügt hatten. Mir fiel dann ein, dass die vernünftige Antwort darauf war, 'Das steckt in der Software.' Alles, was wir brauchten, konnte durch die Software definiert werden."
Doug Drexler nahm die Parallele zum softwaregetriebenen iPad auf: "Das PADD hatte nie eine in seine Hülle eingelassene Tastatur, genau wie das iPad. Seine Gestaltung war beinahe exakt dieselbe – derselbe Eckenradius, die Dicke, die rechteckige Gesamtform." Funktionalität hingegen steht auf einem anderen Blatt als Design, meint Okuda: "Vieles, das in der Wirklichkeit ziemlich schwierig ist, lässt sich als Requisite sehr einfach umsetzen. Zum Beispiel zoomen mit zwei Fingern – das war sogar als visueller Effekt recht schwierig hinzukriegen. Im iPad und im iPhone ist das brillant umgesetzt."
Völlig zufällig kommt die Ähnlichkeit zwischen PADD und iPad nicht daher, meint Okuda, denn beiden liege derselbe Gedanke zugrunde: "Etwas, das nicht nur das PADD, sondern die gesamte Technologie beeinflusst hat, war Gene Roddenberrys Wunsch, die neue Enterprise sichtbar fortschrittlicher sein zu lassen als die ursprüngliche Enterprise. Roddenberry besaß die Weisheit zu erkennen, dass fortschrittlich nicht komplizierter bedeutet. Er wollte die Dinge stattdessen viel einfacher haben. Das haben wir dann übersetzt in sauberer, bessere Benutzeroberflächen, weniger Knöpfe, weniger Dinge, die man lernen muss, um damit umgehen zu können."
Die Parallelen zwischen dem Trek-Design von damals und der Wirklichkeit von heute hören mit dem PADD nicht auf, meinte Drexler, und zählte auf: "Schweizer-Taschenmesser-Handys, zentimeterdünne wandgroße Fernsehschirme, GPS-Geräte mit Sprachausgabe, Körperscanner an Flughäfen, Spracherkennung, mit Fernbedienung gesteuerte Kampfjets, Operationsroboter."
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Zwischen PADD und iPad besteht kein großer Design-Unterschied. |
Als heißer Kandidat für die nächste wahrgewordene Treknologie wird häufig die Sprachsteuerung genannt. Die Trek-Designer aber halten das für keine gute Idee. Okuda: "Stellen Sie sich mal vor, ich schaue mir ein paar Fotos an und muss 'Rauf, rauf, links, eins runter, Foto Nummer 3362, nein, das links da' sagen - das ist so viel langsamer als klicken oder tippen."
Mike Okuda tippt stattdessen auf Gestik-Fernbedienung à la "Minority Report": "Irgendwann wird man den Bildschirm selbst nicht mehr anfassen brauchen. Ich denke, da wird sich einfach noch ein weiteres Fenster öffnen." Doug Drexler nahm sich derweil für seine punktgenaue Vorhersage "Terminator" zum Vorbild: "Interaktives okulares Anzeigefeld."
Den vollständigen Artikel, in dem die beiden Designer noch detaillierter über Design für "Star Trek" und im Allgemeinen sprechen, finden Sie hier bei ArsTechnica.com.
(hk - 11.08.10 - Quelle: ArsTechnica.com - Keine Kommentare)
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