Der ehemalige "Enterprise"-Autor und -Produzent blickt auf seine Zeit bei "Star Trek" zurück und legt dar, was man in der Serie anders hätte machen sollen. Außerdem spricht er über seine Ideen für weitere Geschichten.
Mike Sussman begann als Praktikant bei "Voyager", wurde danach Autor für die Serie und wechselte später als Autor und Produzent zu "Enterprise". Mit StarTrek.com sprach er über seine Erfahrungen während dieser Zeit. Ein Auszug aus dem Gespräch:
StarTrek.com: "Enterprise" hat von Beginn an unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Was hat gut funktioniert und was hat nicht so geklappt, wie es gedacht war?
 |
"Dämmerung" ist Sussmans liebste "Enterprise"-Folge. |
Mike Sussman: Mit Science-Fiction-Fans begibt man sich immer auf dünnes Eis, wenn man sich entschließt, ein Prequel zu machen. Ich bin neidisch darauf, was Orci und Kurtzman sich für den neuen Film haben einfallen lassen – ihr Prequel in einer alternativen Zeitlinie, in der alles möglich ist, anzusiedeln, war eine brillante Idee und eine in der Art, wie sie nur bei "Star Trek" funktioniert.
In Bezug auf das, was bei "Enterprise" gut gelaufen ist, glaube ich, dass wir so einige Folgen produziert haben, die es meiner Meinung nach mit den allerbesten des Trek-Kanons aufnehmen können. Aber manchmal war die Serie eher wie ein Prequel zu "The Next Generation" statt zur Classic-Serie. Wir haben das in Staffel vier größtenteils durch Manny Cotos Einfluss teilweise korrigieren können. Wie ich auch, wollte er Verbindungen zu Kirks Ära knüpfen.
StarTrek.com: Auf welche Ihrer Folgen sind Sie besonders stolz?
Sussman: "Dämmerung" ("Twilight") ist besser geworden als ich gedacht hätte und wurde gut aufgenommen. Das war ursprünglich eine "Voyager"-Geschichte – anstatt Archer, der mit Gedächtnisproblemen in der Zukunft aufwacht, wäre es Janeway gewesen, mit Chakotay als ihrem Pfleger. Das war mein Versuch, eine Liebesgeschichte für die beiden zu schreiben, aber ich konnte die "Voyager"-Produzenten nicht von meiner Idee überzeugen. Tatsächlich hat es sich herausgestellt, dass es für Archer und T'Pol noch besser funktionierte, da vor dem Hintergrund des Xindi-Kriegs viel mehr auf dem Spiel stand. Es macht immer Spaß, die Erde noch vor den Eröffnungstiteln toasten zu können. Ich hatte auch großen Spaß am Schreiben der Doppelfolge im Spiegeluniversum in unserem letzten Jahr.
StarTrek.com: Wie enttäuscht sind Sie, dass "Enterprise" unvollendet blieb, und welche Geschichten hätten Sie gern noch erzählt?
Sussman: Wir haben 97 Geschichten in vier Staffeln erzählt, es ist also nicht so, als wären wir beraubt worden. Dennoch wäre es schön gewesen, in Staffel fünf noch mal ins Spiegeluniversum zurückzukehren und das erste Rascheln des Romulanerkriegs zu hören. Ich hatte diesen raffinierten Plan zu enthüllen, dass T'Pols Vater Romulaner war, aber wer weiß, wie sich das entwickelt hätte. Ich denke, ich hätte Rick [Berman] und Brannon [Braga] überzeugen können. Die Xindi-Handlung hat viel Spaß gemacht und wir haben einige tolle Folgen gemacht, aber wenn man schon eine ganze Staffel einem einzigen Konflikt widmet, dann macht doch einfach den Romulanerkrieg. Das hätte die dritte Staffel sein sollen.