Anne-Kathrin Schulz (sz)
03.05.11
Between Galaxies - FedCon XX in Düsseldorf
Jede FedCon ist einmalig und mehr als atemberaubend - oder wie es der gute Mr. Spock sagen würde: faszinierend. Redakteurin Anne-Kathrin Schulz schreibt über ihre Erlebnisse auf der FedCon XX in Düsseldorf.
Jede FedCon ist einmalig und mehr als atemberaubend - oder wie es der gute Mister Spock sagen würde: faszinierend. Ich muss gestehen, dass ich selbst, als FedCon-Frischling, nicht so wirklich mitreden kann, aber so viel sei gesagt: Die FedCon XX war nun meine zweite und wird ganz sicher nicht meine letzte Convention gewesen sein. Es war einfach nur wieder unglaublich klasse, genau wie im letzten Jahr.
Dieses Jahr jedoch gab es einige Besonderheiten. Unter anderem fand die FedCon dieses Jahr nicht wie üblicherweise in Bonn statt, sondern in Düsseldorf. Dort wurde das Maritim-Hotel nahe des Flughafens in Beschlag genommen und zwar für volle vier Tage. Einige FedCon-Spezis unter Ihnen wissen, dass die FedCon eigentlich von Freitag bis Sonntag stattfindet, doch dieses Jahr war auch der Donnerstag schon vollgepackt mit Panels, interessanten Ausstellungen und jeder Menge Gaststars. Die FedCon XX ist die Jubiläumsconvention und wurde auf vier Tage ausgedehnt.
Tag 1 - Donnerstag
Die Convention umfasst ja mittlerweile nicht nur "Star Trek", sondern alles, was die große Science-Fiction-Welt zu bieten hat. Somit waren auch dieses Jahr wieder viele und sehr bekannte Gaststars auf der Convention vertreten. Donnerstag standen unter anderem Arlene Martel (T'Pring, "Star Trek: Classic"), Daniel Logan (Boba Fett, "Star Wars Episode II"), Lance Henriksen (Frank Black, "Millenium"), Garret Wang (Fähnrich Harry Kim, "Star Trek: Voyager", dieses Mal aber auch Master of Ceremonies) und Wil Wheaton (Wesley Crusher, "Star Trek: The Next Generation") den Fans Rede und Antwort. Die Panels wie auch die Opening Ceremony waren zahlreich besucht. Selbst FedCon-Gründer Dirk Bartholomä hielt einen überaus spannenden und doch sehr witzigen Vortrag zur FedCon-Historie.
Doch neben den Stars waren die Fans auch dieses Jahr wieder ein Blickfang schlechthin. Es waren so viele Fans im Kostüm unterwegs, dass man nicht wusste, wo man zuerst hinsehen sollte. Es ist erstaunlich und echt schön zu sehen wie kreativ die Menschen doch sein können. Ach ja, auch ich war mit meinem TrekZone-Network-Kollegen Jörn Podehl in einem etwas anderen Outfit unterwegs. Vielleicht haben Sie uns ja sogar auf der Convention gesehen? Der Donnerstag war bei uns grün. Wir waren als Orioner-Paar unterwegs. So wie wir von den Fans und ihren Outfits fasziniert waren, so waren die anderen Con-Besucher von unserem Auftreten recht angetan. So ein Kostüm ist schon klasse. Man kommt mit so vielen Menschen in Kontakt und das Eis ist schnell gebrochen. Allein schon der Fans wegen lohnt sich die FedCon allemal.
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Abteilung Kreativ: (v.l.) Anne-Kathrin Schulz, David Messina, Jörn Podehl, Sara Pichelli |
Interessant war aber auch zu sehen, dass die FedCon auch in den Medien immer präsenter wird. Diverse Radio- und Fernsehsender waren zugegen und fragten die Fans aus. Wer weiß, vielleicht wird man Bilder von der FedCon XX in den Shortnews finden? So oder so, im TrekZone Network finden Sie Links zu diversen Bildergalerien. Sehen Sie sich die Bilder an, es lohnt sich.
Was sich auch lohnt, ist die Tatsache, einfach mal etwas zu riskieren. Ich gehöre zu den Menschen, die so oder so jeden, den sie interessant finden, anquatscht. So auch den Comiczeichner David Messina aber auch Garrett Wang, welcher uns in seiner Pause entgegen kam. Der Master of Ceremonies fand unser Kostüm wohl auch ganz originell, sodass er sich sogar zu einem Schnappschuss hinreißen ließ. Lustigerweise kam er uns eine knappe Viertelstunde hinterhergelaufen und bat uns, also Jörn und mich, um ein Foto. Verrückt, oder? David Messina, fröhlich und gut gelaunt, ließ sich auch zu einem Schnappschuss überreden. Wer will mal nicht eine grüne Frau im Arm haben? Zudem sollte ich anmerken, dass der Comiczeichner von unter anderem "Star Trek: Countdown" und "Star Trek: Nero" eine richtige Frohnatur war. Er mag den Kontakt mit den Fans, genauso wie seine Freundin und ebenfalls Comiczeichnerin Sara Pichelli.
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Fähnrich Kim ist nicht mehr grün hinter den Ohren ... |
Tag 2 - Freitag
Man spürte schon in den frühen Morgenstunden, dass an diesem Tag das Maritim aus allen Nähten platzen würde. Kein Wunder bei dem Star-Aufgebot. Nebst interessanten Panels mit Marina Sirtis (Deanna Troi, "The Next Generation), Scott Bakula (Captain Archer, "Star Trek: Enterprise"), Dirk Benedict (Face, "A-Team"), Richard Dean Anderson ("MacGyver", Colonel Jack O'Neil - "Stargate"), Robert Duncan McNeill (Tom Paris, "Star Trek: Voyager"), Sean Maher (Dr. Simon Tam, "Firefly") wurden auch Trailershows, Lesungen, Rätselrunden und diverse Autogrammstunden geboten. Jedoch war es ziemlich schwer von A nach B zu kommen, denn im Foyer und in den einzelnen Räumen tummelten sich die Fans.
Auch Jörn und ich waren wieder vertreten. Donnerstag noch grün, war ich nun blau. Ja, ich bin als Na'Vi über die Convention gesprungen, während mein Blog-Kollege Jörn das menschliche Pendant, einen RDA-Soldaten, mimte. Sehr zur Freude der Besucher und Fans. Für viele war es recht unvorstellbar, dass man sich selbst ein Bodypainting verpassen kann. Nun ja, ich hatte mich komplett selbst geschminkt und tobte mit blauen Ohren und langem Schwanz durchs Hotel. Natürlich fand ich noch ein paar meiner Artgenossen, was zur Folge hatte, dass wir uns näher kennen lernten. Die Fans sind einfach nur klasse, und ich muss nochmal auf die Bilder verweisen. Sehen Sie sie sich an, sie sprechen für sich. Auch sind schon diverse Videos im Internet aufgetaucht, die wirklich für sich sprechen.
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Redakteurin Anne-Kathrin Schulz zwischen Gleichgesinnten ... |
Ich persönlich bin kein Autogrammjäger und habe mich somit nicht in einer der langen Schlangen eingereiht, sondern mich auf der Händlermeile und den zahlreichen Ausstellern vergnügt. Ganz ehrlich, bei dem kunterbunten Händlerangebot wird jeder zum Ferengi. Dort gab es alles von A wie Aufnäher bis Z wie Ziergeschirr. Ob man alles wirklich brauchen würde, wäre die andere Frage. Fazit ist, es machte einfach Spaß. Wo ich gerade beim Spaß bin: Jeden Abend war nach der Convention noch eine Art FedCon-Party. Dort trafen sich dann Feierwütige und haben mit lauter Musik und ordentlich Promille die Nacht zum Tag gemacht. Auch wir waren da und haben zu Elektrobeats getanzt.
Tag 3 - Samstag
Auch am Samstagmorgen deutete sich im Foyer des Maritim an, dass es wieder voll werden würde. Auffällig waren die vielen "Star Trek"-Fans. Nicht, dass man auf der FedCon sonst keine Leute in "Star Trek"-Gewandungen findet, aber an diesem Tag waren es einfach mehr als sonst. Sie müssen wissen, dass der Samstag der Tag des Weltrekordes war. Letztes Jahr wurde auf der FedCon XIX ein Weltrekord aufgestellt. Es ging darum, die meisten verkleideten Trekkies auf einem Haufen in einer bestimmten Zeit zusammenzutrommeln.
Der Anfang wurde vor gut einem Jahr in Florida gemacht. Dort waren es knapp 100 kostümierte. Die FedCon-Gäste toppten diesen Rekord letztes Jahr mit stolzen 507 gezählten Fans. Dieses Jahr wurde dieser Rekord zuerst in Las Vegas mit 577 Fans gebrochen, aber wir haben ihn auf der FedCon XX wieder nach Hause geholt. Sage und schreibe 691 Fans trafen sich nach der Massenzählung vor dem Hotel wieder. Die Stimmung war bombastisch. Es wurde geklatscht und gesungen. Kennen Sie das? Dieses Gemeinschaftsgefühl, was dann in der Luft liegt, wenn so viele Menschen aus ein und demselben Beweggrund handeln? Zudem war der Anblick einfach nur unglaublich. So viele Trekkies auf einem Haufen und alle jubelten und feierten. Wir sind gespannt wie lange der aufgestellte Rekord halten wird.
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Neuer Weltrecord: 691 kostümierte "Star Trek"-Fans |
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Bei dieser Menge von Vulkaniergrüßen müsste Spock doch auf die Erde kommen, oder? |
Was auch wieder erstaunlich war, waren die langen Schlangen zu den einzelnen Autogrammstunden. Nun gut, bei dem Star-Aufgebot war es nicht verwunderlich. Sean Maher, Paul McGillion (Dr. Beckett, "Stargate Atlantis"), Tony Amendola (Bra'tac, "Stargate") und Daniel Logan gaben sich die Ehre und füllten die Säle. Zudem konnte man neben diversen Lesungen auch einen Einblick in den komplexen Aufbau der klingonischen Sprache erhalten. Natürlich alles wieder mit einer ordentlichen Prise Humor.
Ein weiteres Highlight des Tages war der Kostümwettbewerb. Während der Contest letztes Jahr sehr viel Humor mitbrachte, war es dieses Jahr ein wenig anders. Nebst lustigen Darbietungen gab es aber viele einfache Kostümdarstellungen. Auf Sketche wurde dieses Jahr weitestgehend verzichtet. Schade eigentlich, denn die Kostüme waren unheimlich detailgetreu und somit sehr, sehr schön anzusehen. Doch auch die Action kam nicht zu kurz. Seien es raufende Klingonen oder weibliche Predatoren, die die "Halo"-Soldaten auf der Bühne mit einem Nudelholz vermöbelten.
Im Anschluss traten die Sarlacc Survivors auf. Es handelte sich bei dieser Combo um Außerirdische aus verschiedenen Science-Fiction-Serien, welche harte Songs von Rammstein und ACDC schmetterten. Natürlich Playback, aber dennoch sehr imposant.
Ein weiteres Highlight, zumindest für mich, war das Anspielen des neuen "Star Trek"-Browsergames "Infinite Space" (wir berichteten), welches als Testversion auf der FedCon vorgestellt wurde. Die Entwickler standen uns Rede und Antwort, und ich hatte die Möglichkeit, schon mal einen Einblick in das neue Gameplay zu bekommen. Die Veröffentlichung für dieses kostenlose Browsergame ist für September geplant. Auch wenn die Steuerung noch ein wenig hackelig war und noch nicht alles funktionierte, so war der erste Eindruck mehr als vielversprechend. Die Grafik und die Texturen wirken sehr fein, es gibt für den Spieler verschiedene Möglichkeiten, die Missionen zu bestreiten. Für Taktiker als auch für Feuerfreudige ist das Spiel geeignet. Der angelegte Schwierigkeitsgrad ermöglicht es auch Neueinsteigern das Spiel zu meistern, aber auch erfahrene Spieler kommen nicht zu kurz. "Star Trek - Inifinite Space" war meine erste Browsergameerfahrung, und sie war über die Maßen positiv. Ich bin schon sehr auf die Beta-Version gespannt und kann Ihnen nur empfehlen zu gegebener Zeit einen Blick darauf zu werfen.
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Ein kurzer Test des Spiels "Star Trek - Infinite Space" |
Tag 4 - Sonntag
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Lieven L. Litaer hatte seine klingonischen Schüler gut im Griff. |
Die letzte FedCon im Jahr 2010 umfasste drei Tage. Als wir Sonntag im Maritim ankamen, wussten wir, warum das auch ganz gut so war. Verglichen zu den Tagen davor war es nun eher ruhig. Es waren weniger Fans da, die meisten waren müde und einfach erschöpft. Sie glauben gar nicht, wie anstrengend so ein FedCon Wochenende sein kann. Man ist quasi nur auf den Beinen.
Viele Fans nutzten den letzten Tag noch für wichtige Einkäufe auf der Händlermeile, andere sahen sich noch Panels mit Nicole de Boer (Ezri Dax, "Star Trek: Deep Space Nine"), Bonnie Piesse (Aunt Beru, "Star Wars: Episode II"), Jeremy Bulloch (Boba Fett, "Star Wars: Episode VI"), Kate Vernon (Ellen Tigh, "Battlestar Galactica"), Richard Dean Anderson und vielen anderen an. Ich hingegen lernte im klingonischen Sprachkurs noch das richtige Fluchen und rätselte im Freaky Überraschungsquiz mit, zu welchen TV-Serien welche Titelmelodien gehörten. Da muss ich gestehen, dass ich "junges Küken" keine Ahnung von "Street Hawk" oder "21 Jumpstreet" habe. Dennoch war es ein großer Spaß. Der letzte FedCon-Tag war aber auch für mich und meinen Kollegen Jörn recht kurz, sodass wir uns alsbald verabschiedeten.
Rückblickend muss ich jedoch sagen, dass diese Convention wieder total interessant, witzig und aufregend war. Ich habe dort viele neue Menschen kennen gelernt, habe mit diesen viel erzählt, gelacht und geposed. Ich bin mir sicher, sie alle nächstes Jahr auf der FedCon XXI wiederzusehen und wer weiß: Vielleicht haben Sie ja nun auch Lust bekommen, für ein Wochenende in andere Welten einzutauchen? Dieses Erlebnis werden Sie nicht vergessen ...
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Mit David Messina und Sara Pichelli war die Con gleich doppelt toll - bis hoffentlich zum nächsten Jahr! |
(sz - 04.05.11 - 2 Kommentare)
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