Henning Koonert (hk)
28.06.11
Giacchino würde auch "Star Trek XII"-Musik schreiben
Der Oscar-Preisträger und Komponist der "Star Trek XI"-Filmmusik hat sein anfängliches "Nie wieder!" überwunden und stünde bereit, unter Umständen auch den Score für den Nachfolger zu schreiben.
Der für seine Film- und Fernsehmusik mehrfach ausgezeichnete Michael Giacchino sprach mit Collider.com über seine Arbeit an "Cars 2", "Speed Racer" und "MI:4". Auch reflektierte er seine Komposition für "Star Trek XI" und äußerte sich zur Möglichkeit einer Rückkehr beim nächsten Kinofilm.
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Giacchino (rechts) mit "Star Trek"-Chef J. J. Abrams |
Die Musik für "Star Trek" zu komponieren, stellte den Künstler vor eine echte Herausforderung: "Diese Partitur zu schreiben, war ein riesiger Alptraum für mich. Ich hatte mich so darauf gefreut, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich dransetzen und loslegen musste. Da dachte ich: 'O Gott. Was tu ich nur?' Nicht nur hatte ich die Erwartungen aller anderen [zu erfüllen], sondern hatte auch meine eigenen Erwartungen, weil ich mit 'Star Trek' aufgewachsen bin. Ich liebte die alte Serie mehr als alles andere. Ich habe natürlich die Filme gesehen. Ich bin in alle reingegangen und hab sie mir angesehen. Da war also diese riesige Sache, bei der ich dachte: 'Oh, das ist total verkehrt. Ich sollte das nicht machen. Warum mache ich das bloß? Das war eine schlechte Idee.'"
"Ich bekam nicht in den Griff, was ich schrieb. Das war eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich nicht ausknobeln konnte, was zu tun war. Ich schrieb ein Thema nach dem anderen. Ich habe bestimmt 30 verschiedene Themen geschrieben und war mit keinem von ihnen zufrieden. Ich legte sie immer wieder J. J. [Abrams] vor und er stimmte mir dahingehend zu."
Der Knoten platzte dann im Gespräch mit einem anderen "Star Trek"-Produzenten: "Ich sprach mit Damon [Lindelof] darüber und er meinte: 'Weißt du, ich glaube, das Problem ist, dass du es zu sehr als "Star Trek" ansiehst. Es ist nicht "Star Trek". Vergiss "Star Trek". Das ist die Geschichte von zwei Typen, die sich treffen und Freunde werden.' Als er das gesagt hatte, war mir klar: 'Das ist es! So einfach ist das!' Dasjenige, was ich als Nächstes schrieb, haben wir dann im Film verwendet, weil es sich für mich ehrlich anfühlte. Ich schrieb Musik auf meine eigenen Vorstellungen davon, wie ein Weltraum-Film sein sollte. Meine Regel war immer 'Story, Story, Story' gewesen. Es geht immer um die Story. Dann kam ich zu diesem Projekt, dem ich irgendwie als Fan verbunden war und habe mit dieser Einstellung völlig versagt."
"Ich denke, alle, die an dem Film gearbeitet haben, hatten mehr oder weniger ein ähnliches Problem - sicherlich beim Schreiben und Regieführen. Man hatte im Hinterkopf, was 'Star Trek' ist. Aber es war nicht das. Wir machen etwas anderes. Wir machen unsere eigene Version davon. Nochmals, es ist die Geschichte von zwei Kerlen, die sich treffen und Freunde werden. Das sind jetzt zufällig Kirk und Spock. Aber man kann es nicht von der Tatsache trennen, dass es nur zwei Kerle sind, die Freunde werden."
Würde Giacchino sich nach diesem Erlebnis noch einmal an einen "Star Trek"-Film wagen? "Oh, ja. Liebend gern. Es kommt darauf an, wie sich das Puzzle zusammensetzt. Ich würde gern an noch einem arbeiten. Das war eines dieser Dinge, bei denen ich, wenn sie abgeschlossen sind, denke 'Bäh! Nie wieder!' Aber jetzt, wo ein bisschen Zeit dazwischen liegt ..."
(hk - 28.06.11 - Quelle: Collider.com - 3 Kommentare)
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