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Matthias Wieprecht (we)15.11.17

Star Trek Discovery: Wirklich "Star Trek"?

Ist dies nun eigentlich „unser“ Star Trek oder ist es das nicht? Nachdem ich die aktuelle und vorerst (bis Januar) letzte Episode von „Star Trek: Discovery“ gesehen habe, bin ich nachdenklich geworden. Ich habe der neuen Serie von Anfang an eine faire Chance gegeben. Gerne wäre ich nun enthusiastisch oder völlig abgetörnt, aber ich bin unschlüssig. Spoiler, da ich die letzte Folge gesehen habe!

Wir haben die original Zeitlinie von unserem ersten Captain Kirk, wir haben überzeugende, spannende, wohl durchdachte Charaktere und überhaupt scheint alles an dieser Serie wohl durchdacht zu sein. Nichts wurde dem Zufall überlassen.

Die Idee eines superschnellen Schiffs, in dem eine Schwachstelle – das notwendige Mißbrauchen eines lebenden Wesens (sei es Stamets oder der Tardigrad) – eingebaut ist, verschaffte der „Discovery“ ein Alleinstellungsmerkmal, enthob sie den „langweiligen“ "Warp-Regeln" und sorgte gleichzeitig für eine gute, moralische Erklärung, warum eben dieser Sporenantrieb in Zukunft nicht mehr machbar sein wird. Alles, was auf dem Schiff zu modern aussieht – für diese Zeitlinie – kann damit erklärt werden, dass es eben das SUPERschiff der Föderation ist. Damit hebt sich das Raumschiff so sehr von dem uns bekannten Star Trek ab, dass es optisch nur noch aufgrund von Warp-Gondeln und dreieckigen Abzeichen klar als "Star Trek" erkennbar ist.

Das Design ist gefällig, aber leider auch weit weg von dem, was wir aus TOS kennen. Wird es hier die angekündigte Annäherung an das alte Design geben? Wie sollte das machbar sein? Wir dürfen gespannt bleiben, ob wir bald einen Captain mit gelbem Oberteil zu sehen bekommen werden. Ich wünschte es mir, denn im Moment kann ich mir zwar gut vorstellen, dass diese Serie eine optisch überzeugende Fortsetzung des ENT – Designs ist, aber nicht das angemessene Design vor TOS. Eine Herausforderung, mit der jedes Star Trek Prequel kämpfen muss.

Nun definiert sich "Star Trek" über weit mehr als nur über das optische und eine Auffrischungskur seit den "wilden 60iger - Jahren" musste natürlich sein. Wie sieht es aber mit Inhalten aus?

Der Captain ist unmoralisch. Er hat sein eigenes psychisches Problem. Sollte es eines Tages gelöst werden, wird er eine gewaltige Charakterentwicklung durchmachen (können). Bis dahin ist er gewissenlos und lässt gerne auch mal einzelne Crewmitglieder vor die Hunde gehen, wenn er nur sein Ziel erreicht, nie all zu viele Crewmitglieder zu verlieren, wie es ihm ja schon mal „passiert“ ist, wobei er auch da selbst die Verantwortung trägt. Er wollte seine ehemalige Crew nicht den Feinden überlassen und initiierte die Selbstzerstörung, wobei er – als Captain – nicht als Letzter sein Schiff verlies. Ja, ein in der Tat unmoralischer Captain mit fragwürdigen Methoden und Motiven. Aber verbissen, das ist er mit Sicherheit. Kein Captain, dem man vertrauen kann, was neu ist in einer Star Trek Serie. Solche Führungsoffiziere kamen sonst immer nur in Nebenhandlungen vor.

Aber um die Farbe "weiß" sehen zu können, bedarf es "schwarz" und so sorgt dieser merkwürdige Captain dafür, dass all das Gute, für das Burnham letztlich steht, die hier eine recht objektive Beobachterin ist, aufgrund dieses Mannes erst recht ins Gewicht fällt und ins Licht gerückt wird. Die Unmoralischen sind immer das Salz in der Suppe einer jeden Geschichte, besonders einer moralischen! Wäre sein Befehl, aus dem Tardigralen eine Waffe zu machen (im sprichwörtlichen Sinne) nicht gewesen, hätte Burnham nicht auf die wahre Natur und letztlich auch das Leiden des Wesens aufmerksam machen können. Sie wird sich ihm noch oft widersetzen und seine Entscheidungen in Frage stellen, wie ich das beurteile. Was sie alleine nie wieder machen wird ist zu meutern, denn "das letzte Mal" sitzt ihr immer noch sehr in den Knochen. Es würde mich nicht wundern, wenn ihr natürlicher Mut und ihre loyale Einstellung sie zum Captain werden lassen, wenn Lorca abtritt, sei es nun indem er stirbt oder indem er sich einer (nötigen) Therapie unterzieht.

„Star Trek: Discovery“ ist eine spannende Serie mit tollen, komplexen Charakteren. Wenn ich in einem Punkt nach der ersten Season-Hälfte sicher bin, dann in diesem.

Aber ist es „Star Trek“?

Daran werden sich noch oft die Geister scheiden. Für jeden Fan ist Star Trek etwas anderes. Der eine findet, es muss sein wie TOS, der andere wie TNG, DS9 oder Voyager oder auch ENT. Vielleicht muss es auch sein wie die Filme der Kelvin-Zeitlinie?

Da sind die Macher von „Discovery“ gut beraten, es eben nicht jedem Recht machen zu wollen, denn das würde daneben gehen und genau das scheint ihnen klar zu sein! Die Überzeugung, das Selbstvertrauen des kreativen Teams hinter der Serie schimmert immer wieder durch die einzelnen Episoden durch, in denen die Handlung kompromisslos voran schreitet.

Rick Berman hat so eine klare Haltung meines Erachtens nach nur selten oder nie gehabt, wollte im TV wie - noch viel mehr - im Kino stets "Everybody´s Darling" sein. Während beispielsweise das Star Wars Genre 100% zu dem steht, was es ist, versuchte Berman in seinen späteren Star Trek Serien und besonders in seinen Kinofilmen, Filme für „jedermann“ zu schaffen. Eine Philosophie, die Paramount leider noch immer verfolgt, weshalb dann spannende, teure Filme entstehen, denen man aber anmerkt, dass sie sich scheinbar etwas dafür „schämen“, „Star Trek“ zu sein. Die Handlungen müssen halt immer jedem gefallen und zu viel Philosophie oder Tiefe ist nicht gefragt. „Star Trek“ im Kino soll vor Allem Sommer-Popcorn-Kino sein. Auch nett, aber wie viel mehr könnte Paramount schaffen, wenn sie es mal mit etwas ernsterer "Trek-SciFi" versuchen würden?! Zeit wurde es für ein Star Trek im TV mit mehr Tiefe und Entwicklung, mit mehr Potential.

In der letzten Folge, „Into the Forest I go...“, wird eine wesentliche Richtungsänderung angedeutet. Stamets wurde von Captain Lorca angedeutet, dass durch die "Sporen-Sprünge" deutlich wurde, wie unendlich viele Möglichkeiten die Galaxis zum Erforschen bietet. Ja, es mag nach dem Krieg die uns so bekannte Suche nach fremdem Leben liegen, die ein wesentlicher Teil der Sternenflotten – Missionen und von Star Trek selber ist – oder sein sollte: Nach TNG gab es vergleichsweise wenig Suche nach außerirdischen Lebensformen! "Kann sich noch jemand an die Zeit erinnern als wir noch Forscher waren?" fragte Jean-Luc Picard ganz zurecht in "Insurrection" (Der Aufstand). Forschung schien dem Publikum (uns?) allerdings stets zu bieder zu sein, so dass die Serien, die diese hätten zeigen können in der Regel mit Kriegen und dergleichen daher kamen. Zuletzt geschehen in der unterschätzen Serie ENT, die abgesetzt wurde als sie so richtig gut wurde (wobei ich auch Staffel 1 ansprechend fand...).

Kleiner Diskurs: Das Zitat, welches im Titel der vorerst letzten Folge von Discovery angedeutet wird stammt übrigens von dem US-amerikanischen Naturphilosophen John Muir und heißt komplett: “And into the forest I go, to lose my mind and find my soul.“ Bezogen ist es sicherlich auf Stamets, der nun möglicherweise wahnsinnig ist, aber seine Seele gefunden haben mag, was immer das konkret bedeutet. Aber es könnte auch auf Tyler oder Burnham bezogen sein, die sich ihren eigenen Herausforderungen stellen müssen als sie auf das Klingonenschiff beamen und dort Tyler seine ehemalige Folterknechtin vorfindet, auf die er sich einlies, um bessere Karten zu haben. Jedoch nicht, ohne dabei seelische Narben von sich zu tragen.

Sollte die Richtung nun also langsam in die Richtun „Erforschung“ gehen, dann könnte sich auch bei mir allmählich ein stärkeres Gefühl von „Star Trek“ einstellen.

Dass die Serie Potential hat, war ja schon nach dem Pilotfilm klar. Nun ist es nur die Frage, ob dieses auch ausgeschöpft wird. Sollte das passieren, wird "Discovery" noch viel besser werden, denke ich.

Erleichtert aufatmen können wir, weil sich „Discovery“ als zumindest gut herausgestellt hat. Aber die Spannung bleibt noch etwas erhalten, denn noch hat sich die Crew und die Handlung nicht ganz - bei mir zumindest - ins Herz gespielt. Aber sie ist auf dem Weg dorthin, das ist mal sicher.

Ab dem 8. Januar ab 9 Uhr wird die nächste Folge bei Netflix bereitstehen.

(we - 15.11.17 - 44 Kommentare)

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Kommentare

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MrAnderson schrieb am 15. November 2017, 18:25 Uhr

Ich fühle mich von der Serie gut unterhalten und das ist schon mal wichtig. Sicher ist da noch viel zu justieren und zu verbessern, aber wir stehen gerade am Anfang. Ich denke die inkohärente Erzählweise liegt mit an dem Durcheinander dass hinter den Kulissen ablief. Denken wir einfach mal an TOS oder an TNG zurück. Auch da lief es hinter den Kulissen chaotisch ab. Bei TNG wurden in den ersten zwei Staffeln in verhältnismäßig hoher Zahl ständig Autoren eingestellt und gefeuert bis man mit der dritten Staffel endlich ein Team hatte, dass die Serie verinnerlicht hatte und sie endlich richtig gut werden ließ. Ich finde jede Star Trek Serie hat etwas für sich. Bei jeder einzelnen Star Trek Serie dauerte es bei mir gut zwei Staffeln, bis ich mit den Hauptfiguren mitfiebern konnte. Bei TNG und DS9 weiß ich sogar noch genau bei welchen Episoden das war. Bei TNG war es "Der Austauschoffizier" als ich bemerkte dass ich mir um Riker auf dem Klingonenschiff etwas sorgen machte. Bei DS9 war es "Das Paradiesexperiment" als ich der "Hexe" den Tod an den Hals wünschte, weil sie Sisko bei sengender Hitze in den kleinen Kasten einsperrte. Mal sehen wann es bei Discovery soweit ist. Mein Lieblingscharakter ist bisher Lorca. Burnham kann von mir aus draufgehen.

Tom schrieb am 15. November 2017, 20:19 Uhr

Wo Star Trek drauf steht, ist auch immer Star Trek drin. Klar gefällt dem einen eher TOS, dem anderen eher TNG oder DS9. Aber es ist immer Star Trek. Und jede Serie konnte auch schon immer alles mögliche abdecken: Komödie, Drama, Crime, etc.
Es ist Star Trek. Ob man es mag oder nicht, ist eine andere Frage. Mir gefällt es und ich bin gespannt was noch kommt. Und endlich wieder neues Star Trek im Wochenrhythmus... DAS ist Star Trek!

Voivod schrieb am 15. November 2017, 20:28 Uhr

Bisher ist die Serie ein guter Kompromiss zwischen all den sich widersprechenden Ansprüchen der heillos zerstrittenen, neurotischen und überanspruchsvollen Trek-Fangemeinde. wink.gif Im Vorfeld war ja Schlimmes zu befürchten. Was da alles kolportiert wurde: Fokus auf "Diversity" und diverse SJW-Themen, blabla. Nix davon ist eingetroffen, was einige zwar frustrieren mag, den Grossteil der Zuschauer aber wohl nicht! mrgreen.gif

Kann man gucken.

Seaquest schrieb am 16. November 2017, 21:14 Uhr

Ich finde diese Frage: "Ist es Star Trek?", ist symptomatisch für das falsche Denken aller Star Trek Fans. Die Frage wurde von Fans bei DS9 gestellt, bei Voyager und bei Enterprise mit Archer. Und was ist Star Trek nun? Etwa die Vision von Gene Roddenberry, dessen Einfluss für solche Ausfälle wie die erste Staffel TNG oder den allerersten Film verantwortlich ist? Oder ist es das Star Trek der Neunziger, als es wirklich erfolgreich war? Die Antwort sollte sein, alles ist Star Trek. Denn wenn Star Trek eines verkörpert, dann das vulkanische UMUK: Unendliche Mannigfalitikeit in unendlichen Kombinationen. Das sollte man auch auf die Serien anwenden. Es ist eben nicht jedes Schiff so geleckt wie die Enterprise-D und nicht jeder Captain so auf Forschung gedrillt wie Picard. So ist die Sternenflotte eben auch nicht nur eine Forschertruppe, sondern auch eine Verteidigungsstreitmacht. Und bloß, weil jetzt eine andere Facette des Mosaiks Star Trek gezeigt wird, heißt das nicht, dass mehr oder weniger Star Trek ist als alles andere und jeder Fan, der das nicht kapieren will, hat Star Trek nicht verstanden.

Uhurababe schrieb am 17. November 2017, 07:35 Uhr

@Seaquest

Die Frage, ob das Star Trek im ursprünglichen Sinne ist, muß erlaubt sein. Die Sternenflotte hauptsächlich als Verteidigungsstreitmacht und die Schiffe als Kampfschiffe anzusehen, ist ja ein Konzept, das erst erst Mitte der 90er eingeführt wurde, als man actionlastiger werden wollte. Natürlich gab es auch schon bei TOS und TNG Raumkämpfe. Das waren aber einzelne Scharmützel, während bei DS9, VOY, ENT und jetzt auch DSC Kämpfe im Vordergrund stehen. Immer wieder das gleiche seit über 20 Jahren: "Captain, wir werden angegriffen. Schilde runter auf 15%. Captain, wir werden geentert..."

Schnarch, schnarch, schnarch.

Natürlich ist auch DSC "Star Trek" so wie es sich eben in den letzten 20 Jahren entwickelt hat. Mit der ursprünglichen Idee wie sie dann um 1990 mit TNG und dem Film "Das unentdeckte Land" zum Höhepunkt gereift ist, hat das aber nichts mehr zu tun.

Star Trek gelingt es einfach nicht mehr, das zu sein, was es einmal war: eine TV-Legende mit wissenschaftlichen und philosophischen Ansatz. Das wird zwar im nachhinein immer verklärt. Star Trek war nie ein Wissenschafts- oder Philisophieseminar und stets eher einfach gestrickt. Aber zumindest hat man sich Mühe gegeben, diese Ansätze für den Zuschauer in unterhaltsamer Weise aufzubereiten. Heute man man nicht einmal mehr diesen Anspruch.

Abgesehen davon ist DSC bislang zwar spannend, aber in sich völlig inkonsistent. Keine der Handlungsfäden, die offen bleiben, werden später wieder aufgegriffen. Das ist einfach schlechtes Schreiben. Burnham entläßt das Bärtierchen und erfährt welche Konsequenzen durch Lorca? Bislang hat man immer auf den genialen Twist gehofft, der uns die ganzen Handlungslöcher erklärt. Er kommt aber nicht.

Aran schrieb am 17. November 2017, 08:07 Uhr

Es gibt wegen der „Bärtierchen“-Geschichte keine Konsequenzen für Burnham, weil mit Stamets (vorerst) ein funktionierender Ersatz gefunden wurde. Es muss funktionieren für Lorca, wie ist ihm egal.

Seaquest schrieb am 17. November 2017, 17:34 Uhr

@Uhurababe:

Was du beschreibst sind jedoch nur kleine wissenschaftliche und philosophische "Peaks", die Star Trek durchaus hatte, die aber auch auf viele, viele Folgen kommen, die einfach Mumpitz waren. Nimm zum Beispiel mal die erste Staffel TNG, die erfüllt keinen deiner angeführten Aspekte.

Klar, in TNG und TOS waren es nur einzelne Scharmützel, aber es war auch immer klar, dass Kriege gibt. der irdisch-romulanische Krieg, der Krieg mit den Cardassianern, mit den Klingonen, all das hat damals in der Geschichte von Star Trek stattgefunden und die Sternenflotte war immer unzweifelhaft die Verteidigungsstreitmacht. Das ist kein Konzept, das erst eingeführt werden musste in den 90ern, sie war es schon immer, wir haben sie nur zuvor nie in einem solchen Kriegseinsatz gesehen, da die Serien nicht zu diesen Kriegszeiten spielten.

Die Inkonsistenzen von Discovery diskutiere ich erst, wenn alle Folgen erschienen sind, schließlich ist es eine Serie mit folgenübergreifender Handlung, im neuen Jahrtausend gibt es sehr viele Beispiele für Serien, bei denen sich das Gesamtbild erst am Ende zusammenfügt.

Zumal uns Star Trek auch vorher einige Logiklöcher und Inkonsistenzen geliefert hat, alleine die Borg liefern seitenlange Inkonsistenzen. Zumal man als Zuschauer auch damit leben muss, dass einem manche Erklärungen vorenthalten werden, wie es auch am Ende von vielen Star Trek Folgen zuvor schon so war.

@Aran: Ja. Genau. :-)

Uhurababe schrieb am 17. November 2017, 19:02 Uhr

@seaquest

Man kann natürlich nach dem Motto verfahren "Star Trek ist, wo Star Trek draufsteht" - unabhängig vom Inhalt. Die Frage ist nur, wie groß die Kanonwidersprüche und Logiklöcher sein dürfen, bevor eine Mehrheit der Fans das nicht mehr als ihr Star Trek begreift.

Ich finde die Serie ja sehr unterhaltsam, aber nicht sonderlich intelligent geschrieben und inszeniert.

Performa475 schrieb am 17. November 2017, 21:40 Uhr

Es war m.E. ein großer Fehler, Discovery als Prequel anzulegen. Das hat schon bei ENT für große Enttäuschungen gesorgt, obwohl diese Serie wohl die besten und glaubwürdigsten Drehbücher hatte. Es fehlte aber das Look and Feel von TOS, wie nun auch bei Discovery. Die Technik passt nicht in die Zeitlinie und die Transformation der Klingonen zu einer lächerlichen Alice-im-Wunderland-Alienrasse ist schon ein starkes Stück. Mit einem Prequel macht man sich zudem extrem abhängig von akribischen Kanonisten. Konsequenterweise hätte man Discovery nicht als Prequel anlegen sollen, sondern als Fortsetzung des bekannten Star Trek Kosmos. Dann wäre Discovery von den ganzen Fesseln des Kanons von vornherein befreit gewesen und die Drehbuchschreiber hätten mit ihren Geschichten dorthin gehen könne, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist. Ach ja, trotz allen modernen Strorytellings und bombastischer Effekte ist ein konsistentes, präzises Drehbuch weiterhin eine hohe Kunst. Da hinkt Discovery leider noch weit hinter anderen modernen Serien her. Muss sich vielleicht noch einspielen. Für die zweite Staffel wünsche ich mir mehr Entdeckerabenteuer und weniger Klingonenkriege, das könnte den Horizont wieder öffnen, der für gutes Scifi nötig ist

Aran schrieb am 17. November 2017, 22:25 Uhr

Konsequenterweise hätte man Discovery nicht als Prequel anlegen sollen, sondern als Fortsetzung des bekannten Star Trek Kosmos. Dann wäre Discovery von den ganzen Fesseln des Kanons von vornherein befreit gewesen und die Drehbuchschreiber hätten mit ihren Geschichten dorthin gehen könne, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.


Obwohl ich Discovery sehr mag, muss ich in diesem Punkt deutlich zustimmen. Es ist unnötig, dass Disco vor TOS spielen soll. In der Zukunft nach VOY angelegt, hätte bspw. der Sporenantrieb auch wesentlich besser gepasst. Und Referenzen zu Spock & Co. hätte man trotzdem einbauen können.

Voivod schrieb am 18. November 2017, 16:06 Uhr

Konsequenterweise hätte man Discovery nicht als Prequel anlegen sollen, sondern als Fortsetzung des bekannten Star Trek Kosmos. Dann wäre Discovery von den ganzen Fesseln des Kanons von vornherein befreit gewesen und die Drehbuchschreiber hätten mit ihren Geschichten dorthin gehen könne, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.


Obwohl ich Discovery sehr mag, muss ich in diesem Punkt deutlich zustimmen. Es ist unnötig, dass Disco vor TOS spielen soll. In der Zukunft nach VOY angelegt, hätte bspw. der Sporenantrieb auch wesentlich besser gepasst. Und Referenzen zu Spock & Co. hätte man trotzdem einbauen können.


Das stimmt natürlich alles, doch es gibt ein Problem, eine neue Serie einfach nach VOY anzusetzen, ohne grossartige storytechnische Verrenkungen zu machen: Unsere Heldentruppe (die Föderation, die Sternenflotte...) hat sich innerhalb weniger Jahre und in haarsträubend kurzer Zeit zu einer galaktischen Grossmacht entwickelt, die es auch mit den heftigsten Feinden (Borg, Spezies 8472, das Dominion...) aufnehmen kann. Sogar den Q machen sie Ärger... Die Voyager ist quasi mit einer Sammlung von überlegener Technologie aus dem Deltaquadranten zurückgekehrt. Die Födis sind fast schon Götter, obwohl immer noch eine lächerlich junge Zivilisation. Da haben sich die Autoren verrannt aus purer Unsorgfalt. Man müsste fast schon eine Art Kataklysmus erfinden, der die Föderation technologisch zurückwirft, damit die Sache vom fröhlichen Dahinforschen in der Heimatgalaxis noch glaubwürdig wirkt.

Man müsste ein Schiff inzwischen fast schon in eine andere Galaxie schicken.

Seaquest schrieb am 18. November 2017, 21:07 Uhr

@Uhurababe: Welche krude Sicht der Dinge, die kaum Raum für weiterentwicklungen des Stoffes lässt.

@Voivod: Die Bücher haben es, finde ich, ganz gut hingekriegt mit der Borg-Invasion, dem Typhon Pact und so weiter.

Jazzi schrieb am 19. November 2017, 00:37 Uhr

Burnham - dieses Wunderkind - geht mir sogar noch mehr auf den Sack als Wesley Crusher.
Hoffentlich lassen sie die Rolle in der zweiten Staffel abnippeln oder stutzen sie wenigstens zurück.

Der Captain ist weitaus interessanter - und der Schauspieler, der ihn spielt, ist sowieso um Welten besser als die Burnham-Darstellerin.

Außerdem will ich mehr von diesem weiblichen Mensch-Maschinen-Hybriden sehen, der auf der Brücke Dienst tut. Auch die ist interessanter als die nervtötende Burnham mit ihrem dämlichen Haarschnitt.

Karno schrieb am 19. November 2017, 11:41 Uhr

Ich bin absolut entsetzt, wo Star Trek inzwischen angekommen ist. Wer's sehen will - bitte. Für mich ist die Serie blutleer, inhaltsarm, und ehrlich gesagt finde ich selbst die Effekte nicht berauschend. Die Widersprüche zu allem, was ST ausmacht, provozieren mich am meisten.

Aran schrieb am 19. November 2017, 17:38 Uhr

Ich bin absolut entsetzt, wo Star Trek inzwischen angekommen ist. Wer's sehen will - bitte. Für mich ist die Serie blutleer, inhaltsarm, und ehrlich gesagt finde ich selbst die Effekte nicht berauschend. Die Widersprüche zu allem, was ST ausmacht, provozieren mich am meisten.


Wo ist es denn angekommen? Wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist? biggrin.gif Welche Widersprüche – erläutere bitte.

oz_ schrieb am 19. November 2017, 19:14 Uhr

@Jazzi
Burnham ist der fleischgewordene Traum jeder Neo-Feministin: Hyperintelligent, mutig, verdrischt reihenweise Männer, die mitunter das doppelte Gewicht wie sie auf die Waage bringen, und hat einen entstellenden Emanzen-Kurzhaarschnitt, um Geschlechter-Stereotypen den Mittelfinger zu zeigen :-)

Man könnte ja über derlei Missionierungseifer der Serien-Macher hinwegsehen, wenn wenigstens der Rest der etwas taugen würde. Aber leider, es wirkt an "Disco" vieles zu lieb und vor allem hirnlos. Im Vorteil sind daher definitiv jene Seher, die in der Lage sind, ihr Oberstübchen vorübergehend in den Energiesparmodus zu schicken.

Mit "Discovery" ist Star Trek sozusagen in der Idiocracy angekommen.

Raven schrieb am 19. November 2017, 22:48 Uhr

Ich bin absolut entsetzt, wo Star Trek inzwischen angekommen ist. Wer's sehen will - bitte. Für mich ist die Serie blutleer, inhaltsarm, und ehrlich gesagt finde ich selbst die Effekte nicht berauschend. Die Widersprüche zu allem, was ST ausmacht, provozieren mich am meisten.


Wo ist es denn angekommen? Wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist? biggrin.gif Welche Widersprüche – erläutere bitte.


Ich sehe es zwar nicht ganz so krass bzw. man muss da sicherlich unterscheiden zwischen "Produktionsdesign" was einem nicht gefällt und Story Inhalt, muss aber Karno zum Teil zustimmen.

Die Folgen wimmeln nur so von Plot Löchern und Canon Brüchen was Technologien und das Produktionsdesign angeht bin ich ebenfalls mehr als Enttäuscht, die Discovery wirkt wie ein Raumschiff aus der Zeit von ST - Nemesis und sicherlich nicht wie eines 10 Jahre vor TOS

Gleichzeitig sind die Weltraumszenen was die Details und die Machart angeht IMO mehr als enttäuschent, schwammige Bildern, lensflares wacklige Kamera... nicht das, was ich von einer so teuren Serie erwarte von dem Sound Design (Pew Pew Phaser mad.gif )
will ich garnicht erst anfangen oder warum diese aussehen wie die aus dem Abrams Reboot obwohl wir uns doch angeblich im Prime Universum befinden.

Dazu kommen Folgen oder teilweise auch nur Szenen die mich mehr an "Game of Trones" als an Star Trek erinnern. die erste Staffel ist halt vorbei und ich kann mir gerade mal die Namen von vielleicht 3 Crewmitgliedern wirklich merken weil rein theoretisch alle
austauschbar wären... ohne das ich mit ausnahme von vielleicht einem oder zwei Charakteren auch wirklich einen vermissen würde...

Und nein ich bin nicht auf dem Trip und finde grundsätzlich alles mist aber Discovery so hochzujubeln wie es von manchen gemacht wird sehe ich halt auch nicht und bewerte es nach meinem empfinden und das ist für mich aktuell die schwächste Star Trek Serie.

Und ja es nervt mich total das man Technik benutzt die dort nicht hingehört (Holodeck) und das Klingonen ohne grund komplett auf links gedreht wurden oder auch das die DISCO viel zu Modern ist und von der Sinnhaftigkeit der Spore Antriebs will ich garnicht erst anfangen.

Das ein Lebewesen was sein ganzes leben durch diese Spore Netzwerk reist nach 3 mal Nutzung als Navigator fast stirbt aber unser Mr. Stamets kann mit seinen Navigator anschlüssen am Arm nach 25 Jumps immer noch gerade laufen und bricht erst nach über 200 Jumps von denen wir nicht alle
On Screen gesehen haben zusammen ?!? ne is klar.

Sollte gar nicht so ein langer Text werden, aber wollte nur mal klar machen das man DISCO auch sehr wohl kritischer sehen kann und das auch ruhig akzeptieren kann auch wenn man DISCO total super findet.

Ich werde für mich die Entscheidung es weiterzuschauen damit fallen wie die erste Staffel ausgeht / sich weiterentwickelt. Wenn es so weitergeht wie bisher werde ich die zweite Staffel dann vermutlich nicht mehr schauen. Dann guck ich lieber Enterprise TOS oder DS9 in der Wiederholung.

Und ja ich mochte Enterprise in der ersten Staffel deutlich mehr als DISCO mrgreen.gif

Karno schrieb am 20. November 2017, 08:41 Uhr

@Raven: Wunderbar begründet, vielen Dank. Unterschreibe ich alles voll und ganz. Eine enttäuschende Serie, gerade für ST-Verhältnisse.

Kira Yoshi schrieb am 20. November 2017, 14:18 Uhr

@Raven: Die erste Staffel ist doch noch gar nicht vorbei...



@alle: Ich verstehe viele negative Kritiken nicht. Es handelt sich um eine durchgängige Serie, deren erste Staffel gerade mal etwas über die Hälfte vorbei ist. Wie kann man denn jetzt schon über Design, Technik und Handlung meckern, wenn die Reise gerade in vollem Gang ist. Niemand weiß, wo es hin geht. Wartet doch mit dem Meckern wenigstens das Ende der ersten Staffel ab. Die Produzenten versprachen, daß alles am Ende zum Canon paßt. Und mal ehrlich, die alten Serien und Filme sind auch weit ab von Perfektion und Logikloch-Freiheit. Ist heute nur alles etwas verklärt. Die gute alte Zeit...
Habe mir nach den DSC-Mudd-Folgen mal die TOS-Mudd-Folgen angesehen und habe für mich festgestellt, daß es zwar schön nostalgisch ist, aber das Design heutzutage gar nicht mehr geht. Da ist mir was modernes sehr lieb (ja, ich liebe auch Enterprise).
Ist schon merkwürdig. Erst wird gejammert, daß es kein Star Trek mehr gibt, dann wird gejammert, daß die Kinofilme schlecht sind und nun wird über die neue Serie gejammert. Und witzigerweise gucken offenbar die Jammerer am intensivsten. Macht jammern und meckern wirklich so viel Freude, daß man es sich immer weiter geben muß statt aufzuhören mit gucken? Attraktiv macht es jedenfalls nicht!



@Jazzi: Mit deinem Satz "Im Vorteil sind daher definitiv jene Seher, die in der Lage sind, ihr Oberstübchen vorübergehend in den Energiesparmodus zu schicken." hast du wohl ein Eigentor geschossen. Es klingt nicht sehr intelligent. Sorry für dich.


Meine Bitte: Genießt Star Trek, wer es genießen will.
Bringt angebrachte Kritik in vernünftigen Worten.
Oder hört einfach auf zu gucken, wem es nicht gefällt. Niemand wird gezwungen.

Voivod schrieb am 20. November 2017, 15:29 Uhr

Raven's Kritik kann ich nachvollziehen, bin zwar überhaupt nicht damit einverstanden, aber eben... Kann man so sehen. Bis auf den Punkt, dass ENT besser war als DISCO, der ist einfach nur bizarr! tongue2.gif wink.gif

Kritik an der Frisur der Hauptdarstellerin, der Akne einer anderen Darstellerin und angeblichem übertriebenem "Feminismus", weil die Hauptdarstellerin nun mal kein Schwanzträger ist, halte ich immer noch für lächerlich. Auch das Argument, Trek sei früher ja sooooo intelligent und moralisch gehaltvoll gewesen, und heute ja so dümmlich und verroht... Die meisten Trekkies haben halt mit Star Trek glotzen begonnen, als sie Kinder waren, darum kam ihnen damals die Sache wahrscheinlich auch so unglaublich intellektuell vor, lol...

ups schrieb am 20. November 2017, 16:49 Uhr

ich Stimme zu das etwas Tiefgang schon sehr gut wäre, aber das wiederum sagt mein 47jahrigres Ego... ein 20 jähriger wurde mit Sicherheit anders argumentieren Worauf will ich hinaus? Die Antwort ist recht einfach, den Jede Star Teck Serie eart ein Spiegel der aktuell vorliegenden Gesellschaft, und trifft somit den Zeitgeist... Unser aktueller Zeitgeist, ist geprägt von Facebook, twitter usw. teilweise maltratieren Fakenews unser Gemüt. Wir müssen auch bei Discovery " gnädig " sein, und uns über dass fteuen was uns gefällt, und das was uns nicht gefällt einfach vergessen.
ich Frage mich allerdings wann die offensichtlich ECHTE Identität von Thyler aufgedeckt wird...

Voivod schrieb am 20. November 2017, 17:27 Uhr

^"Discovery" ist kein Spiegel von irgendwas, es ist das, was sich die Macher und die Investoren (eine Handvoll Leute) unter Star Trek vorstellen. Eine Serie, die geguckt werden soll von genug Leuten, damit sie im besten Fall ein paar Staffeln laufen kann. Immer diese Überinterpretation. wink.gif Selbst der Heilige Roddenberry himself sah wahrscheinlich an erster Stelle mal Dollarzeichen vor dem inneren Auge! laugh.gif

Was die Kritiker nicht kapieren: Space Operas sind zur Zeit nicht gerade das, was die Leute vor die Flachbildschirme treibt. Ein Nischenprodukt. Klassische SciFi ist out bis auf den unantastbaren Marktführer Star Wars. So sehr ich die neuen Trek-Kinofilme als Kackscheisse für 12-jährige Hohlbirnen verdamme, immerhin gibt's dank den blöden Filmchen Star Trek noch. In ein paar Jahren werden die Leute auch die Schnauze voll haben von den ganzen Superheldenbockmist, und die Comicfans werden denselben Trauergesang wie heute die Trekkies anstimmen.

Nicht die 0.2 Prozent überkritischen Edeltrekkies, die sich zum Frühstück schon eine TNG-DVD reinschieben, entscheiden darüber, ob eine Serie überlebt. Aber genau das empfehle ich den arroganten Altfans: Halt zum 28 mal alle Staffeln TNG gucken, dabei ins Taschentuch weinen und von den guten, alten Zeiten träumen.

Matt schrieb am 20. November 2017, 17:50 Uhr

^Ob an erster Stelle, würde ich bestreiten, aber er hatte natürlich in seiner Prä-ST-Zeit als Autor an anderen Serien genug über das Business gelernt, um zu wissen, dass es primär ums Geldverdienen geht. Dennoch: Roddenberrys Weltsicht ist keine Legende, sondern vielfach belegt. Er wollte mit der Serie *tatsächlich* etwas zum Besseren bewegen, wie seine multikulturelle Crew deutlich zeigt. Um überhaupt die Chance zu haben, die Serie produzieren zu können, musste er natürlich kompromissbereit sein, sodass er z.B. seine weibliche Erste Offizierin aus The Cage ohne große Diskussionen recht schnell opferte, als das Studio dies forderte. Im Prinzip musst du als idealistischer Film- bzw. Serienschöpfer in der Lage zur Quadratur des Kreises sein: Du musst deine "Vision" so verpacken, dass sie dennoch eine große Zuschauerschaft interessiert, ohne zu offensichtlich bestimmte Botschaften zu transportieren (oder gar, Gott bewahre, zu intellektuell zu sein).

Voivod schrieb am 20. November 2017, 18:03 Uhr

@Matt:... und schon gleich zu Beginn von TNG mussten sie den alten Mann dringend sanft loswerden, damit aus TNG noch was werden konnte. Er war schuld, dass TNG zu Beginn unsagbar peinlich war. So schnell kommen Visionen in die Jahre...

Das Umfeld ist heute noch vieeeeeel härter, das Publikum noch kritischer, die Konkurrenz noch grösser. Es braucht viel Eier, heute noch so etwas anachronistisches wie Star Trek zu machen. wink.gif Gerade bei all den vielen toxischen Fans, die Gift und Galle versprühen. Bin selbst kein grosser Fan von Martin-Green bzw. ihren Schauspielkünsten (der Begriff "Fehlbesetzung" ist mir auch schon in den Sinn gekommen), aber mit wie viel Hass die Frau von den "Fans" verhöhnt und niedergemacht wird, ist einfach nur noch übel. Naja, vielleicht tatsächlich der gerne zitierte Zeitgeist.

Letzthin habe ich "Wonder Woman" geguckt. Nicht mein Bier, aber auch vollgepackt mit Moral bis zum Abwinken. Und das nicht mal schlecht. Selbst die "Moral" ist nix mehr, mit dem Star Trek exklusiv punkten könnte.

Seaquest schrieb am 20. November 2017, 18:55 Uhr

Tja, echte Star Trek Fans hassen eben ihr Franchise. XD

Und Voivod, danke, danke, danke, endlich mal jemand, der die gute, alte Zeit nicht romantisch verklärt. Da waren totale Scheiß-Episoden dabei. Und es kommt hier dasselbe Muster wie damals bei ENT hoch. Damals haben sich auch alle Leute über die Widersprüche und technologischen Fortschritte beschwert, die nicht passen und jetzt soll es auf einmal besser sein als Disovery? Dass ich nicht lache. :D

Performa475 schrieb am 20. November 2017, 19:15 Uhr

Ach, die Discovery-Story ist schon spannend und das Charaktersetting ist auf der höhe der Zeit. Man stellt sich aber mit simplen handwerklichen Fehlern immer wieder selbst die Beine. Türen die Macher mal ein bisschen mehr auf kongruente, in sich stimmige und bezüglich der Akteursmotivationen nachvollziehbarere Drehbücher achten, könnte ich auch mit den Kanonbrüchen und den Neo-Klingonen leben. Die Stories sind nämlich eigentlich gut und zeitgemäß. Die Mudd-Folge, die ja hier in der Kritik ganz gut beurteilt werde (da am trekkigesten) empfand ich dagegen als schlechteste Folge, und zwar vor allem, weil diese mir viel zu altbacken war (mal ganz zu schweigen von der miserablen Umsetzung im Storytelling). Die Charaktere sind interessant, die schauspielerische Leistung könnte noch gesteigert werden und das Männertrauma einer weiblichen Hauptprotagonisten finde ich im Jahr 2017 einfach nur noch lächerlich. Also, wenn weiter packende Geschichten erzählt werden wie bisher, bleibe ich an Bord der Discovery. Der Cliffhanger des Staffelendes hat mich zumindest extrem neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Also für mich als Alt-Trekkie ist auf der Discovery eigentlich fast alles im grünen Bereich mit Luft nach oben. TOS, TNG und all die anderen Trek-Serien kommen nicht mehr wieder, und das ist auch gut so. Jede Zeit braucht sein eigenes ST. Für alles andere gibt es die Nostalgieloops auf DVD oder inzwischen auch auf Netflix.

Matt schrieb am 20. November 2017, 19:25 Uhr

Er war schuld, dass TNG zu Beginn unsagbar peinlich war. So schnell kommen Visionen in die Jahre...

Ja, sein Ansatz für TNG war relativ anachronistisch. Ende der 80er eine Serie im Stil der 60er zu machen, ist halt nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch: Ohne ihn hätte es TNG nicht gegeben, und das sollte man nicht vergessen. Auch war der Autorenstreik während Season 2 ein äußerst ungünstiges Timing, das die Serie beinahe nicht überlebt hätte. Dort waren dann auch die schlimmsten Episoden zu finden. Dazu kamen dann noch Altersstarrsinn und Beratungsresistenz, nach dem Motto: Nur ich allein weiß, was Trek wirklich ist. Dennoch: Eine Vision hatte Roddenberry unverkennbar, und allein darum ging es mir.

Voivod schrieb am 20. November 2017, 19:56 Uhr

Er war schuld, dass TNG zu Beginn unsagbar peinlich war. So schnell kommen Visionen in die Jahre...

Ja, sein Ansatz für TNG war relativ anachronistisch. Ende der 80er eine Serie im Stil der 60er zu machen, ist halt nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch: Ohne ihn hätte es TNG nicht gegeben, und das sollte man nicht vergessen. Auch war der Autorenstreik während Season 2 ein äußerst ungünstiges Timing, das die Serie beinahe nicht überlebt hätte. Dort waren dann auch die schlimmsten Episoden zu finden. Dazu kamen dann noch Altersstarrsinn und Beratungsresistenz, nach dem Motto: Nur ich allein weiß, was Trek wirklich ist. Dennoch: Eine Vision hatte Roddenberry unverkennbar, und allein darum ging es mir.


Ja, er hatte eine Vision bzw. Fantasie. Das will ich ja gar nicht abstreiten. Klassisches Kind seiner Zeit, klassischer amerikanischer Linker mit Flausen im Kopp und Sendungsbewusstsein, der sich im Privatleben nicht eine Spur an die eigene Moral hielt. Aber das hat es auch gebraucht im damaligen stockkonservativen Umfeld. Ziemlich mutig. Heute überholt. Was noch bleibt, ist sein im Grunde positives Menschenbild und sein Optimismus die Zukunft betreffend, und das darf durchaus noch durchschimmern, auch in neuem Star Trek. Für die Realisten gibt es ja "The Expanse". Für Plüschtrekkies "The Orville". Ich weiss gar nicht, was sich die Fans immer beklagen. Die ach so toughe "Trek ist so swj-homomässig geworden, alles Weiber und so..!"-Fraktion kann ja "The Expanse" gucken, und die "Das ist nicht mehr mein Trek, viel zu düster, wo bleibt die Moral?"-Plüschies "The Orville". Der Rest guckt halt DISCO und sieht das alles eher locker... smile.gif Die ganz Krassen gucken alles, weil Weltall und so, scheiss auf die Details... wink.gif

Aran schrieb am 20. November 2017, 20:34 Uhr

Was man Disco immer noch zugute halten muss: Bislang gab es keine aufgesetzte peinliche Quoten-Erotik wie Decon-Szenen oder vulkanische Neuropressur-Sitzungen. Diese Böcke von ENT scheinen einige schon wieder vergessen zu haben. Dazu das eher ziellose Umherschippern in den ersten beiden Staffeln, die bis auf einige immer noch starke Episoden nicht gut gealtert sind. Da bin ich froh, dass Disco die Zügel mal etwas anzieht. Quasi gleich mit Staffel 3 beginnt. smile.gif

Thema Design: Auch die NX-01 sieht vor allem von außen eher wie ein Schiff der TNG-Ära aus und nicht wie ein Schiff vor Kirk. Phase Cannons = Phaser, Photonic Torpedos = Photon Torpedos. Und ob die Phaser nun im Strahl schießen oder in kurzen Abständen ist mir am Ende des Tages sowas von egal. wink.gif

Voivod schrieb am 20. November 2017, 22:13 Uhr

Was man Disco immer noch zugute halten muss: Bislang gab es keine aufgesetzte peinliche Quoten-Erotik wie Decon-Szenen oder vulkanische Neuropressur-Sitzungen. Diese Böcke von ENT scheinen einige schon wieder vergessen zu haben. Dazu das eher ziellose Umherschippern in den ersten beiden Staffeln, die bis auf einige immer noch starke Episoden nicht gut gealtert sind. Da bin ich froh, dass Disco die Zügel mal etwas anzieht. Quasi gleich mit Staffel 3 beginnt. smile.gif

Thema Design: Auch die NX-01 sieht vor allem von außen eher wie ein Schiff der TNG-Ära aus und nicht wie ein Schiff vor Kirk. Phase Cannons = Phaser, Photonic Torpedos = Photon Torpedos. Und ob die Phaser nun im Strahl schießen oder in kurzen Abständen ist mir am Ende des Tages sowas von egal. wink.gif


ENT hatte afair das Pech, schon ziemlich schnell verzweifelt gegen den Quotentod ankämpfen zu müssen, aber all die Stunts (auch nicht die Hügel von TPol bsp...) nutzten halt nix. Zwei Staffeln pure Langeweile und Mutlosigkeit liessen sich nicht mehr wettmachen mit dem Kurswechsel ab Staffel 3.

Jaja, das Design der Original-E... Fliegende Waschmaschinen waren ok zu TOS-Zeiten, aber ich vermute mal, nur eine winzige, fanatische Minderheit will heute noch etwas sehen, dass nur annähernd so hässlich ist wie dieses Ding damals. So retro oder canon-fixiert kann man gar nicht drauf sein. wink.gif Kein Wunder, sah sogar die N-X moderner aus. Ja, stimmt, in dem TOS-Filmen war es nicht so schlimm, aber eben... Der schrecklichste Pott mit Namen "Enterprise" flog imo in den NuTrek-Filmen durch die Gegend und hat mit seinem Anblick die halbe Galaxie verstört! laugh.gif Die Warpgondeln bekamen diesen 50er-Ami-Cadillac-Strassenkreuzer-Look. WTF? Kann mir ja niemand erzählen, die Discovery sei da weniger stilvoll im Vergleich zu dieser Missgeburt. sad.gif wink.gif

Aran schrieb am 20. November 2017, 22:26 Uhr

Also, ich mag ja den Abrahams-Kahn (das Schiff) auch. biggrin.gif

Voivod schrieb am 20. November 2017, 22:44 Uhr

Also, ich mag ja den Abrahams-Kahn (das Schiff) auch. biggrin.gif


Du zählst nicht, du findest alle Trekschiffe grundsätzlich sexy und sammelst sogar Modelle... tongue2.gif wink.gif

Die schönsten Schiffchen lieferte TNG. Ein romulanischer Warbird der D'deridex-Klasse ist halt schon eine erhabene, ehrfurchtsgebietende Erscheinung. Da kackt sich doch jeder Romulanerfeind in die Hose, wenn dieser mächtige Kahn sich würdevoll backbord enttarnt. Da ist der Kampf schon halb gewonnen! Die Födis können da in keinem Jahrhundert mithalten. In TNG sah das immer so aus, als fresse der Warbird unsere arme E-D gleich zum Frühstück! unsure.gif laugh.gif

Raven schrieb am 20. November 2017, 23:15 Uhr

Was man Disco immer noch zugute halten muss: Bislang gab es keine aufgesetzte peinliche Quoten-Erotik wie Decon-Szenen oder vulkanische Neuropressur-Sitzungen. Diese Böcke von ENT scheinen einige schon wieder vergessen zu haben. Dazu das eher ziellose Umherschippern in den ersten beiden Staffeln, die bis auf einige immer noch starke Episoden nicht gut gealtert sind. Da bin ich froh, dass Disco die Zügel mal etwas anzieht. Quasi gleich mit Staffel 3 beginnt. smile.gif

Thema Design: Auch die NX-01 sieht vor allem von außen eher wie ein Schiff der TNG-Ära aus und nicht wie ein Schiff vor Kirk. Phase Cannons = Phaser, Photonic Torpedos = Photon Torpedos. Und ob die Phaser nun im Strahl schießen oder in kurzen Abständen ist mir am Ende des Tages sowas von egal. wink.gif


Sorry aber da sehe ich doch so einiges anders aber das ist ja nicht das erste mal. Was die Neuro Pressur (erst ab staffel 3) oder die Decon Szenen angeht stimme ich dir noch zu wobei die Dekontaminierung als solches ja noch sinn macht wenn auch nicht mit irgendwelchen
einreibe Gels (wick medinight lässt grüßen)...

Aber! die NX-01 sieht aus wie ein Schiff aus TNG ??? sie ist viiiel kleiner das Design des Deflektors viel rudimentärer, die Warpgondeln erinnern an eine Vorgänger Version von der Constitutuion Class und bei den anderen ENT Schiffen hat man sich wunderbar an den
Schiffen und Skizzen aus Spielen wie 25 Anniversary TOS oder den technischen Büchern gehalten. Und von innen ähnelt die NX01 mehr einem Uboot mit kaum Platz, mehrbett Kabinen, man kann selbst im Captains Ready Room nicht aufrecht stehen alles ist extrem
eng und man hat eine gelungene Darstellung der Technik hinbekommen was Mischung an Touch Screen Panels und Knöpfen angeht genau so wie Instrumente die wie Vorgänger Ihrer Geräte aus TOS aussehen (T'Pols) Scanner im Vergleich zu Spocks z.B.

Während der Serie werden so Sachen wie der "Rote Alarm" bzw. taktischer Alarm erarbeitet. Schilde gibt es nicht, und auch später nur eine polarisierte Hüllenpanzerung, gegen fast jeden Gegner sieht die NX01 schlecht bis sehr schlecht aus. Phasencanonen schön und
gut wirken aber mit ihrem Einbau mehr an einen Vorgänger als die "pew pew" "Phaser aus Discovery die wiederum aussehen wie in den neuen Trek Filmen wo ich diese auch schon schlecht fand.

Scheint euch alle nicht zu stören mich und viele andere aber schon, warum muss man das Design und das look und feel eines Franchise so komplett ignorieren ? Star Wars hat sich immer dran gehalten und trotzdem ist es insgesamt sicherlich erfolgreicher und musste
nicht so oft zittern im Keller zu verschwinden. Dort wird darauf geachtet was vorher und was nachher kam und bei Star Trek macht man einfach alle paar jahre nach ENT einfach ein Reboot irgendwann passt es halt schon.

@ Voivod Sorry aber ich kann Plüschtrekkie von dir einfach nicht mehr hören, warum muss man sind Leute denen The Orville gefällt so schlecht für dich?, es scheint dich ja ordentlich zu stören das es manchen Leuten besser gefällt
als dir bzw. als DISCO. Aber deswegen sind das doch keine Weicheier oder Plüshtrekkies ? ich bin ja der Meinung jeder kann seine Meinung haben und zum diskutieren ist ein Forum da, nur so blöde Schubladen Geschichten nerven mich einfach nur.

@Kira Yoshi ja die erste Staffel ist noch nicht vorbei, und darf man deswegen keine konstruktive Kritik äußern ? ich sag ja nicht das die Serie der letzte Müll ist nur das ich von dem Ergebnis bei dem Budget enttäuscht bin und das es nicht meiner Vorstellung von
Trek entspricht, ich weiß nicht wo da das Problem ist. Ich hab gesagt das ich mir die erste Staffel zu ende anschauen würde und dann überlege ob ich weitergucke oder nicht und wenn es mir dann so auf den Keks geht dann werde ich es nicht mehr gucken und
schaue wirklich lieber Trek Wiederholungen für mich kein Problem.

Aber aktuell gucke ich DISCO noch wenn ich die Zeit finde und gebe meine Meinung und meine Kritik dazu ab. wenn wir alle nur hoch jauchzend alles Toll finden was uns auf die Mattscheibe geworfen wird brauchen wir auch kein Forum zum diskutieren mehr
denn wenn alle alles toll finden wird so eine community so ein diskussionsforum ganz schön schnell langweilig IMO

Voivod schrieb am 20. November 2017, 23:24 Uhr

@Raven: Hach, das mit den Plüschtrekkies darfst du nicht so eng sehen. Das ist ein liebevoller, höchstens sehr dezent abwertender Begriff für Trekkies, die z.B. den TV empört abschalten, wenn Archer damit droht, jemanden durch die Luftschleuse zu katapultieren. Das ist afair sogar der Ursprung des Begriffs hier auf dem Forum. Ein Typ hat damals geschworen, nie mehr ENT zu schauen wegen besagter Szene. Ein Plüschtrekkie ist einfach ein Trekkie, der sein Star Trek moralisch einwandfrei will. Ein Actionknabe wäre wohl sein Pendant, der will v.a. Geballer.

Adm. Ges schrieb am 20. November 2017, 23:36 Uhr

Fehlt eigentlich nur noch, dass der gute Lin Xiang wieder aus der Versenkung auftaucht und uns erklärt, dass das Actionknaben-Trek mit Handlungsbogen (DS9) so einfallslos sei und die wahre Heil in abgeschlossenen Einzelepisoden (VOY) liegt. Soll heißen: Kontroverse Diskussionen hatten wir im Franchise auch zur Hochzeit, als TNG und DS9 bzw. Voyager parallel liefen.

Ich stimme Raven bezüglich der NX-Enterprise zu. Deren Design fand ich gelungen und auch die gezeigte Constitution-Klasse wusste zu begeistern. Die DISCO mag von außen noch ganz passabel durchgehen und auch die Shenzhou wirkte ok. Aber das Innenleben ist mir zu (pseudo-)modern und schon heute finde ich das im Quantum-Bond absolut albern. Ich bin in der Tat gespannt, wie uns die Autoren das alles in den Kanon einpassen wollen - ich habe Zweifel, dass das gelingt. Vom Storytelling hatte ich mir auch deutlich mehr erwartet. Dennoch gucke ich die Serie bisher ganz gern und hoffe, dass sie ihren Weg findet.

Voivod schrieb am 20. November 2017, 23:51 Uhr

^In kontroversen Diskussionen muss liebevolles, harmloses Trolling erlaubt sein. wink.gif Ist ja schön, dass es überhaupt wieder Stoff zum Diskutieren gibt...

Kira Yoshi schrieb am 21. November 2017, 00:47 Uhr

@Raven: "Raven schrieb am 19. November 2017, 22:48 Uhr
...die erste Staffel ist halt vorbei..."

Hab ich da irgendwas falsch verstanden???

Raven schrieb am 21. November 2017, 01:44 Uhr

@Raven: "Raven schrieb am 19. November 2017, 22:48 Uhr
...die erste Staffel ist halt vorbei..."

Hab ich da irgendwas falsch verstanden???


Hab ich jetzt erst gesehen da fehlt das "fast" war nen Tippfehler passiert Mal wenn später wird und der Tag lang war.

Sollte aber aus dem ganzen Post ersichtlich sein was ich meinte schade das du anscheinend den Rest nicht gelesen hast oder er dich nicht interessiert wo ich mehrmals sage das ich die erste Staffel zu Ende schauen werde und dann entscheide und meine Kritik äußere ohne IMO zu meckern.

Der RvD schrieb am 21. November 2017, 15:46 Uhr

Wer sich immer noch einen puristischeren Trek-Look wünscht, könnte ja mal die Fanreihe "Star Trek Continues" auf Youtube anchecken, die den ollen TOS-Look wirklich einzigartig repliziert und im Gegensatz zu anderen Fanfilmen auch (teilweise?) mit "richtigen" Schauspielern aufwarten kann.




...aber vorsicht, die erste Szene war IIRC gleich die Installation eines rudimentären Holodecks auf Kirks Enterprise. wink.gif


In DISCO-Diskussionen aber habe ich zu dem Einwand einfach nix mehr zu sagen. Die Klingonenschiffe sehen in Folge 10 halt auch wieder nicht anders aus als in Folge 9, und entweder sind die Geschichten zu diesem Zeitpunkt gut genug, dass man ihrer wegen am Ball bleibt, oder...nicht. wink.gif

Inhaltlich ist die Serie so sehr Trek, wie's doch nur geht, mit allen üblichen Höhen und Tiefen, wie sie bisher alle Serien zu bieten hatten. (Im direkten Vergleich der jeweiligen ersten Staffeln würde ich sogar ausschließlich TOS einen würdigen Konkurrenten für DISCO nennen wollen.)

Aran schrieb am 21. November 2017, 19:39 Uhr

Aber! die NX-01 sieht aus wie ein Schiff aus TNG ???


Jupp, sieht halt (von außen) wie eine umgedrehte Akira-Klasse aus (First Contact, DS9, VOY). Das allgemeine Design und der Detailgrad sind für mich eher in der TNG-Ära verankert (mit ein paar TOS-Elementen). Hat mich zwar nie gestört, aber die NX-01 sieht halt auch nicht wie ein logischer Vorgänger der Constitution-Klasse aus. Das konnte man zwar mit dem nie verwendeten Refit-Design etwas kaschieren, aber die Optik des Schiffes (von außen) bleibt halt TNG.

Wer sich immer noch einen puristischeren Trek-Look wünscht, könnte ja mal die Fanreihe "Star Trek Continues" auf Youtube anchecken, die den ollen TOS-Look wirklich einzigartig repliziert und im Gegensatz zu anderen Fanfilmen auch (teilweise?) mit "richtigen" Schauspielern aufwarten kann.


"Continues" kann ich auch sehr empfehlen. Tolle Ausstattung für einen Fanfilm, gute Schauspieler und so mancher Gaststar wie John De Lancie lässt sich auch blicken. Der Hauptdarsteller hat William Shatner so hundertprozentig drauf, wie es nur geht. Es gibt u.a. eine direkte Fortsetzung zu "Mirror, Mirror". Sehr gelungen.

felix schrieb am 05. Dezember 2017, 11:10 Uhr

Nachdem ich die vorerst letzten Folgen gesehen habe würde ich sagen: Ja, Disco ist an sehr vielen Stellen noch ziemlich Star Trek, leider an den falschen.

Ich muss etwas ausholen: Wie wahrscheinlich viele habe ich mich vor dem Start gefragt, warum man sich schon wieder in die undankbare Prequel-Situation bringt. Und nach dem Piloten, warum es zum tausendstenmal Vulkanier und Klingongen sein müssen, die hier Hauptrollen spielen. Eine einfach und wahrscheinlich zutreffende Antwort ist natürlich, dass das zur risikoscheuen Masche passt, die Hollywood in den letzten Jahren allgemein fährt: Warum etwas neues probieren, wenn man Elemente zusammenkippen kann die schon mal funktioniert haben. Und der Durschschnittsmensch der kein Trek Fan ist würde, gefragt danach, welche Begriffe ihm zu Star Trek einfallen, wahrscheinlich sagen "Kirk, Spock, Beam me up, Vulkanier, Klingonen". Daher auch Abrams-Trek etc. Vulkanier und Klingonen hat Disco schon mal abgehakt, Spock zumindest Namedroppingmäßig, und wenns irgendwann ganz verzweifelt wird tauchen bestimmt auch ein CGI-Spock und Kirk auf.

Ich hatte aber gehofft bzw. mir eingeredet, dass dieses arg mutlose Setup auch dadurch begründet ist, dass man die Serie von ihrer Struktur her ganz anders aufziehen will als klassisches Trek, und den Leuten daher unbedingt noch ein paar vertraute Elemente zum festhalten dalassen wollte. Mit "ganz anders aufziehen" meine ich, im Stile einer modernen Serie. In der der Fokus nicht auf dem Alien der Woche sondern der Hintergrundhandlung und Charakterzeichnung liegt, in der Folge um Folge Spannung aufgebaut wird, wie es wohl weiter geht, in der Dinge auch mal ne Weile im Unklaren gelassen werden und der Zuschauer, nach und nach, zusammen mit den Charakteren versteht was läuft. Das war vielleicht so gedacht, aber herausgekommen ist, für mich, irgendwie nix halbes und nix ganzes.

Wie sieht es tatsächlich aus mit den Punkten oben?

Hintegrundhandlung? Ja, es gibt eine, aber sie wirkt fast schon grotesk gehetzt, Spannung über den Verlauf des Krieges mit den Klingonen kommt kaum auf weil alles so schnell geht. Man bekommt zwar gesagt "es läuft so gut, die Discovery ist maßgeblich daran beteiligt dass wir gewinnen" oder (in der nächsten Folge!) "oh, es läuft so furchtbar, die Klingonen machen uns mit ihrer Tarnvorrichtung fertig" (nur um dieses Problem in der nächsten Folge wieder abzuräumen), aber richtig sehen tun wir das nicht (was die Tarn-Problematik angeht wird in der Folge, in der man sie als Motivation braucht, um auf diesem Waldplaneten rumzuspazieren, noch eilig eine Raumschlacht mit ungutem Ausgang eingeschoben). Ein Gefühl dafür, wie es nun läuft mit der Hintergrundhandlung, wie mächtig die Klingonen sind oder nicht sind, was die Crew umtreibt, worauf ich in Zukunft gespannt sein kann, all das fehlt eher. Die Hintergrundhandlung findet, etwas böse ausgedrückt, eigentlich gar nicht statt, sie wird nur behauptet.

Charakterzeichung? Ebenfalls erstens gehetzt und zweitens teilweise arg unoriginell. Hier meine ich vor allem die Heldin der Geschichte. Ihre Charakterentwicklung, und das ist einer der Punkte in denen mir die Serie zu sehr Star Trek ist, beschränkt sich mal wieder auf das Menschwerdungsmotiv: Gefühlstkalte Logikfrau lernt leben und lieben. Zuletzt gesehen bei Seven oder T'Pol, und auch wenn Burnham mir weniger unsympathisch ist als diese beiden, ich brauche das eigentlich nicht schon wieder. Dass ihre Stimme in der deutschen Synchro, in der ich die letzten drei Folgen zu sehen gezwungen war, der von Seven sehr ähnlich klingt, hilft nicht gerade. Auch die Liebesgeschichte an sich besteht, in bester Star Trek Tradition, aus holprigen Dialogen und kommt vor allem so unmotiviert plötzlich daher, dass einem Seven-Chakotay im Vergleich fast behutsam entwickelt vorkommt. mrgreen.gif Sogar Tucker und T'Pol hatten Zeit, sich in diesen hochnotpeinlichen Dekon-Szenen näherzukommen. Hier ist für gar nichts Zeit, die Liebesgeschichte muss dramaturgisch so plötzlich da sein, dass sich die Autoren nicht entblödet haben, die Protagonistin am Anfang der Folge aus dem Off mehr oder weniger erzählen zu lassen: "ich finde den Typen übrigens, super, aus folgenden Gründen: ...". Wow.

Spannung von Folge zu Folge? Bei mir zumindest nicht, es wird einem ja gar keine Zeit gelassen, Spannung aufzubauen. Siehe oben. Irgendwie muss es halt alles in fünfzehn Episoden durch sein, nicht nur die Hintergrundhandlung, sondern auch noch -- zur Sicherheit? -- ein paar klassisches Star Trek Folgen wie die Mudd-Zeitschleifen-Folge, die ja für sich genommen ganz gut anzusehen war. Der bisher als Bösewicht aufgebaute Kriegsbemalungsklingone, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe und wohl auch nie wieder brauchen werde, ist so plötzlich verschwunden wie er aufgetaucht ist. Ich hatte gar keine Zeit, seine Anwesenheit und sein gekapertes doch offenbar riesiges Totenschiff bedrohlich oder gar spannend zu finden, da ist er auch schon explodiert.

Es gibt ja durchaus ein paar gute Ansätze, auch mir gefällt Lorca ganz gut, aber ich finde Disco will zu viel, in zu wenig Episoden. Wenn man nur fünfzehn Folgen hat, muss man sich halt auch trauen, eine kleinere Geschichte zu erzählen, und im Zweifel ohne noch klassische Trekcharaktere in klassischen Trekfolgen unterbringen zu wollen.


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