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Shinzon Darhel (sd)28.11.12

Die Reise ins Unbekannte

Das Jenseits in "Star Trek"

Der Tod ist für die meisten Menschen etwas Trauriges, vor allem für die Hinterbliebenen. Dennoch glaubt die Mehrheit der Menschen an ein Leben nach dem Tod - sei es das Paradies in den monotheistischen Religionen, die Reinkarnation im Buddhismus und Hinduismus oder höherdimensionale Formen des Seins, mit denen sich sogar die Wissenschaft auseinandersetzt. Wie steht jedoch "Star Trek" zu diesem Thema? Und welche Parallelen gibt es dabei zu wissenschaftlichen Untersuchungen?

Der Tod - erst nur was für Rothemden

Gängiges Schicksal für Rothemden
Die Classic-Serie traute sich noch nicht dorthin, wo schon viele Menschen zuvor hingegangen sind. Der Tod war in erster Linie etwas für Rothemden und wurde allenfalls von Dr. McCoy mit dem Befund "Er ist tot, Jim." kommentiert. Die Episoden aufzuzählen, in denen Crewmitglieder das Zeitliche gesegnet haben, wäre sicherlich müßig, daher soll dieser Artikel der Frage nachgehen, was nach dem Tod geschieht.

Tod und Wiedergeburt in den Filmen

Einen ersten zaghaften Vorstoß wagte Roddenberry in "Star Trek: Der Film", in dem die Deltanerin Ilia in Datenmuster umgewandelt wurde und Captain Decker sich mit V'Ger vereinigte. Zwar bedeutete es in beiden Fällen das Ende der physischen Existenz, doch in gewisser Weise lebten Ilia und Decker als körperloses Bewusstsein weiter. So vermerkte dann auch Admiral Kirk im Logbuch, dass die zwei lediglich als vermisst gelten.

In "Star Trek II: Der Zorn des Khan" opferte sich dann Spock für die Mannschaft der Enterprise und starb einen Heldentod. Seine Seele - vulkanisch "Katra" - konnte er jedoch auf Dr. McCoy übertragen. Als Spocks Körper in "Star Trek III" durch den Genesis-Effekt wiederbelebt wurde, konnte er durch das vulkanische Ritual der Refusion erneut in seinen Körper inkarnieren.

Spock opfert sich. Seine Katra lebt weiter und wird später wieder mit seinem Körper vereint.
Mit der Geschichte um Spocks Tod und Wiedergeburt wurde zum ersten Mal die Unsterblichkeit der Seele in "Star Trek" thematisiert. Allerdings war es Spock verwehrt, das Jenseits zu betreten, denn genau genommen spukte er ja die ganze Zeit über in McCoys Kopf herum. Von daher war auch die Frage nach dem Jenseits, die McCoy Spock in "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" stellte, vollkommen unlogisch.

Unlogisch war jedoch ebenso die Antwort von Spock, der meinte, er könnte nur mit Leuten darüber reden, die ebenfalls schon gestorben seien. Dies widerspricht den zahlreichen Nahtoderfahrungen, von denen schon viele Menschen berichtet haben, die klinisch tot waren und wiederbelebt werden konnten. Zwar halten sich einige mit ihren Erfahrungen zurück, da sie befürchten, ausgelacht zu werden, prinzipiell muss man jedoch nicht erst selbst sterben, um mit einem Rückkehrer über dessen Erlebnisse sprechen zu können.

In der Tat steht die Wissenschaft in Sachen Nahtoderfahrungen vor einem gravierenden Paradigmenwechsel, was damit zusammenhängt, dass Dank der modernen Medizin immer mehr Menschen ins Leben zurückgeholt werden können. Die Zahl der Ärzte und Naturwissenschaftler, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, wächst beständig. Darunter der niederländische Kardiologe Dr. Pim van Lommel, der eine Studie sowie mehrere Bücher über Nahtoderfahrungen verfasste.

In der Realität wird im 23. Jahrhundert wohl kein Arzt mehr vollkommen unbedarft auf diesem Gebiet sein. Man verzeihe jedoch die Unwissenheit eines Dr. McCoy, da zum einen das Drehbuch zu einer Zeit geschrieben wurde, in der Nahtoderfahrungen noch eine Eintrittskarte in die Nervenheilanstalt waren und zum anderen McCoy zuvor noch kein Rothemd aus dem Jenseits zurückholen konnte.

Phasenverschiebungen und ein Engel namens Q in TNG

Im nächsten Jahrhundert war man auf der Enterprise-D schon etwas weiter. Nachdem Picard in "Illusion oder Wirklichkeit" kurz über den Tod philosophieren durfte, wurden zunächst Geordi La Forge und Ro Laren Opfer eines Transporterunfalls und konnten miterleben, wie die Besatzung der Enterprise ihre Trauerfeier plante. Dies erinnert stark an die erste Phase von Nahtoderlebnissen, in denen die Betroffenen ihren Körper verlassen und alles miterleben, was um sie herum geschieht.

Ro Laren und Geordi La Forge scheinen nur tot zu sein. Tatsächlich sind sie phasenverschoben.
Jedoch handelte es sich im Falle von La Forge und Ro nicht wirklich um ein außerkörperliches Erlebnis. Ihre physischen Körper waren lediglich aufgrund einer romulanischen Tarntechnologie phasenverschoben und keineswegs tot. Immerhin wurde in der Episode "So nah und doch so fern" der multidimensionale Aspekt des Universums aufgegriffen. Geordi und Ro waren auf einer Ebene, die man als "feinstoffliche Dimension" bezeichnet.

So richtig erwischte es dann schließlich Captain Picard in "Willkommen im Leben nach dem Tode". Dort wurde Jean-Luc nicht etwa von verstorbenen Verwandten erwartet, sondern von einem multidimensionalen Wesen namens Q. So ganz abwegig ist dies nicht, denn einige Betroffene berichten tatsächlich von höherdimensionalen Wesenheiten, die der Ursprung der Legenden um Engel sein könnten.

Q mag zwar ein fragwürdiger Engel sein, allerdings führte er Picard an die Stelle seines Lebens zurück, die ursächlich für seinen Tod war. Dies könnte man mit dem Lebensfilm vergleichen, von dem viele Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten. Zwar war der Lebensfilm von Picard unvollständig, was aber bei einer Episodenlaufzeit von nur knapp einer Dreiviertelstunde verständlich ist.

Ein engelsgleicher Q
Wirklich interessant an "Willkommen im Leben nach dem Tode" ist Picards Erkenntnis, dass die Fehler, die er im Leben gemacht hat, keineswegs sinnlos waren, sondern ihm dabei geholfen haben, die Person zu werden, die er ist. Dies berichten auch Rückkehrer in der Realität, die das Leben fortan als Lernprozess betrachten. In "The Next Generation" wurde dieser Aspekt noch einmal in der finalen Episode "Gestern, heute, morgen" aufgegriffen, in der Q die Fortschritte von Picard beurteilte.

Ebenso interessant wie Q ist das Kontinuum, dem er entstammt. Bei diesem handelt es sich um eine höhere Daseinsebene, die durchaus mit dem Jenseits vergleichbar ist. Allerdings wird dieses keineswegs als Ort beschrieben wie das Q-Kontinuum in "Star Trek: Voyager".

Der Nexus als Nahtoderfahrung

Eine weitaus zutreffendere Darstellung des Jenseits wurde dem Kinopublikum in "Star Trek: Treffen der Generationen" geboten. Zwar gelang es Kirk und Picard, diesen Nexus physisch zu betreten, doch allein schon die Beschreibungen von Guinan kamen sehr nahe an die Berichte von echten Nahtoderfahrungen heran. "Es ist, als wäre man im Innern des Glücks" ist nahezu identisch mit "Es war ein Ort der vollkommenen Harmonie" oder "Ich spürte nur diese unendliche Liebe".

Mit Sicherheit können viele Menschen mit einer Nahtoderfahrung auch Dr. Sorans Wunsch verstehen, an diesen wunderschönen Ort zurückkehren zu wollen. In der Tat wollen Berichten zufolge die wenigsten Nahtodpatienten ins Leben zurück und beschreiben ihre Erfahrungen als das Schönste, was sie je erlebt haben. Insbesondere bei jungen, ungefestigten Menschen, die vom Tod ins Leben zurückgekehrt sind, kann es in der Folge sogar zu Selbstmordgedanken kommen, weil sie das Jenseits dem Leben vorziehen. Allerdings würde deswegen niemand das Leben anderer gefährden, wie es Dr. Soran in "Star Trek: Treffen der Generationen" tat.

Der Nexus aus "Treffen der Generationen"
Nichtsdestotrotz ist der Nexus der größte Schritt, den "Star Trek" je in Richtung Jenseits gewagt hat. Annähernd vergleichbar wäre sonst nur noch die Dimension der Wurmlochwesen in "Deep Space Nine". Direkt wurden Nahtoderfahrungen in dieser Serie jedoch nicht behandelt, obgleich der Tod in den späteren Folgen kriegsbedingt zu einem ständigen Begleiter von Siskos Mannschaft wurde.

Der einzige Charakter, der in gewisser Weise seinen eigenen Tod überlebte, war der Dax-Symbiont. Als dieser auf Ezri überging, lebten zugleich die Erinnerungen von Jadzia in ihm weiter. Mit dem Jenseits hat diese Form des Weiterlebens jedoch nicht viel zu tun, denn es bleibt immer noch die Frage, was nach dem Tod des Symbionten kommt.

Jenseitsreisen ohne jegliche Spiritualität in "Voyager"

Gehen wir nun zu "Star Trek: Voyager" über - die Serie mit den meisten Episoden zum Thema Jenseitsreisen. Leider ist "Voyager" aber auch die "Star Trek"-Serie, der dabei jegliche Spiritualität abhandenkommt. Als erster bekam dies Harry Kim in "Das Unvorstellbare" zu spüren. Durch einen Transporterunfall geriet er auf einen Planeten einer anderen Dimension, dessen Bewohner ihre Alten sowie Verwandten mit Behinderungen nicht etwa in ein Pflegeheim, sondern gleich ins Jenseits befördern. Kim blieb nichts anderes übrig, als mit einem Todeskandidaten zu tauschen, um wieder zur Voyager zurückzukommen.

Es blieb ihm dabei jedoch nicht nur eine Nahtoderfahrung verwehrt, im Gegenteil klärte er die Vhnori noch darüber auf, dass ihre toten Körper auf der anderen Seite lediglich verrotten. Selbiges musste sich eine Fremde anhören, die auf der Voyager wiederbelebt wurde und schließlich den Freitod wählte. Immerhin entdeckte die Crew der Voyager aber noch ein rätselhaftes Energiefeld um den Friedhofsplaneten, welches die Seelen des fremden Volkes zu repräsentieren schien.

Noch weitaus trostloser gestaltete sich das Nahtoderlebnis von Captain Janeway in der Episode "Der Wille". Zunächst einmal wurde sie von Halluzinationen heimgesucht, was eher in den seltensten Fällen vorkommt. Teile der Schulmedizin versuchen zwar nach wie vor alles mit Sauerstoffmangel und Halluzinationen abzutun, dies kann aber nur funktionieren, wenn das Hirn noch aktiv ist.

Bei Halluzinationen ist eigentlich eine gesteigerte Hirnaktivität zu verzeichnen, womit diese Erklärung bei Fällen von Hirntod ausscheiden muss. Einer der bekanntesten Fälle ist der von Pam Reynolds, die sich einer Gehirnoperation unterziehen musste. Für diese war es notwendig, das Gehirn komplett abzuschalten. Es gab keinerlei messbare neurologische Aktivität mehr. Als sie nach der OP wiederbelebt wurde, beschrieb sie dann Dinge, die sie unmöglich wissen konnte, da sie nicht bei Bewusstsein und klinisch tot war.

Eine feindselige Kreatur erschien Kathryn Janeway in Gestalt ihres Vaters.
In anderen Fällen konnten von Geburt an blinde Personen während einer außerkörperlichen Erfahrung sehen und beschrieben Farben, für die sie im Leben überhaupt keine Definition hatten. Andere Betroffene suchten ihre trauernden Verwandten auf oder verfolgten das Geschehen im Krankenhaus und konfrontierten die beobachteten Leute später mit deren Verhalten, von dem sie eigentlich nichts hätten wissen können.

In der "Voyager"-Folge "Der Wille" wurde allerdings nicht nur das Klischeeargument der Halluzinationen bedient. Aus dem Lichttunnel wurde obendrein eine Energiematrix und Janeways Vater, der ihr den Übergang ins Jenseits erleichtern wollte, entpuppte sich als parasitäre Lebensform, die sich von menschlicher Seelenenergie ernährt. Hier wurde unnötig Angst vor dem Tod geschürt, die in keinem Zusammenhang mit echten Nahtoderlebnissen steht.

Zum einen begegnen die aus dem Leben Getretenen meist erst auf der anderen Seite ihren verstorbenen Verwandten und Freunden. Das heißt, sie sind in diesem Moment längst durch den Lichttunnel durch und beschreiben die andere Seite keineswegs als Falle, in der fiese Parasiten auf sie warten. Zum anderen werden sie von ihren Verwandten auch nicht überredet, den Tod zu akzeptieren und mitzukommen. Oft ist das genaue Gegenteil der Fall und ihnen wird gesagt, dass sie zurück müssen, weil sie ihre Lebensaufgabe noch nicht erfüllt haben. Manche berichten sogar, dass sie in ihren Körper zurückgestoßen wurden.

Der Aspekt des freien Willens scheint bei den realen Nahtoderlebnissen immerhin teilweise gegeben zu sein. Solange der physische Körper noch zu retten ist, kann man noch zurück. Im dargestellten Szenario der "Voyager"-Episode ist dieser Aspekt jedoch völlig fehl am Platz. Würden nach dem Tod tatsächlich Energievampire auf uns warten, würden diese wohl kaum um unsere Zustimmung bitten. Was hat diese Entität also davon abgehalten, sich Janeway einfach zu schnappen?

"Der Wille" ist meiner Ansicht nach ein absoluter Tiefpunkt von "Star Trek". Lediglich der Tunnel aus weißem Licht ist gut umgesetzt und erinnert stark an ein Gemälde von Hieronymus Bosch über den Aufstieg ins Paradies. Dieses Bild, welches stark von den klischeehaften Darstellungen von Himmel und Hölle im Christentum abweicht, gilt als Beleg, dass es Nahtoderfahrungen schon in früheren Jahrhunderten gegeben haben muss. Natürlich waren sie aufgrund der damaligen medizinischen Umstände weitaus seltener, aber ähnliche Beschreibungen gibt es in allen Kulturen rund um den Globus.

Kein "Leben nach dem Tod"

Geht es nach "Voyager", haben sogar die Talaxianer recht ähnliche Vorstellungen vom Tod. Bereits ein Jahr nach "Der Wille" versuchte man sich erneut an dem Thema und schickte diesmal Neelix in den Tod. Nachdem er bei einer Mission in einem Protomaterienebel von einer Energieentladung niedergestreckt wurde, konnte ihn Seven of Nine mit Borgtechnologie ins Leben zurückholen.

Dies wäre eine gute Gelegenheit gewesen, auf die wissenschaftlichen Theorien über Nahtoderlebnisse einzugehen. In der Physik ist es zum Beispiel absolut unstrittig, dass es mehr als die uns bekannten vier Dimensionen der Raumzeit geben muss. Ebenso unstrittig ist, dass Energie nicht verloren geht und Informationen per Wellen übertragen werden können. "Star Trek" hätte hier einmal mehr als gutes Beispiel voranschreiten können. Bisher hatte Roddenberrys Schöpfung immer eine Vorreiterrolle, egal ob es um politische Themen wie Rassismus, technologischen Fortschritt oder wissenschaftliches Neuland wie Mulitdimensionalität, Wurmlöcher und Telepathie ging. Beim Thema Nahtoderfahrungen blieb man jedoch strikt bei den vorgegebenen Dogmen.

Der tote Neelix betrachtet seine Leiche.
Für Neelix bedeutete dies den Zusammenbruch seines Weltbildes. Nach 18 Stunden Tod ohne jeden Kontakt zum Jenseits galt für ihn: Da ist nichts, einfach gar nichts! Meiner Ansicht nach wäre ein Nahtoderlebnis weitaus spannender gewesen und hätte nicht einmal den Handlungsverlauf gestört, da er ja gerade aufgrund einer solchen Erfahrung einen Selbstmordversuch hätte starten können. Wenn nach dem Tod nichts mehr käme, hätte er eigentlich sogar weitaus mehr Gründe, am Leben bleiben zu wollen, da er in diesem Falle ja nur die begrenzte Zeit dieses Lebens zur Verfügung gehabt hätte.

In der Episode "Leben nach dem Tod" wurde unglaublich viel Potential verschenkt. Mehr noch als in "Der Wille". Zudem muss man sich fragen, warum die Folge überhaupt "Leben nach dem Tod" heißt, wenn sie zu dem Schluss kommt, dass es danach kein Leben gibt? Daran änderten auch Chakotays tröstende Worte nichts, dass nach dem Tod vielleicht doch noch etwas kommt. Es bleiben nur hohle Phrasen, die die zerstörten Hoffnungen nicht wirklich zurückbringen können.

Diese Folge war einfach nur deprimierend und dann wurden den Zuschauern noch solche Sätze um die Ohren gehauen wie "Das Leben ist sinnlos!" Früher war "Star Trek" einmal dafür bekannt, dass es den Menschen Hoffnung gab. Mit "Leben nach dem Tod" erreichte das Franchise einen weiteren Tiefpunkt und widersprach sich dabei noch selbst, da bereits mit Spocks Reinkarnation die Unsterblichkeit der Seele und mit dem Nexus eine Art zeitloses Jenseits zum Teil des Trek-Universums gehörten.

Kommen allen Klingonen in die Hölle?

Die vierte "Voyager"-Episode, die sich mit Nahtoderlebnissen beschäftigte, war schließlich "Die Barke der Toten". Während für Menschen und Talaxianer nach dem Tod Sense ist, schien dies auf Klingonen nicht zuzutreffen und so musste B'Elanna einen Abstecher in Gre'thor machen, um ihre Mutter aus der Verdammnis zu retten.

Tor zur Hölle - auf Klingonisch
Negativer ging es nun wirklich nicht! Nachdem den Zuschauern bereits Angst vor Energieparasiten und dem Nichts gemacht wurde, sollte die einzige Alternative nunmehr die Hölle sein. Immerhin blieb man dabei noch relativ nah an realen Schilderungen negativer Nahtoderlebnisse. Blumige Ausschweifungen von Lavaströmen, Feuer, Schwefel und dem Teufel sind nämlich eine Seltenheit. Vielmehr scheinen sich die Menschen ihre Hölle durch negatives Karma selbst zu erschaffen und so landet B'Elanna nach der Überfahrt nicht in den Fängen des Fek'lhr, sondern auf einem Zerrbild der Voyager.

Am Ende wurde natürlich offen gelassen, ob sie wirklich auf der anderen Seite war oder sich den Trip nur eingebildet hat. Eine wirklich brauchbare Auseinandersetzung mit dem Thema bot "Die Barke der Toten" aber ohnehin nicht. Die klingonischen Mythen über das Jenseits sind dabei ein Fall für sich. Nach menschlichen Maßstäben kämen sowohl das Sto'vo'kor als auch das Gre'thor der Hölle gleich. Nun mag es sein, dass Klingonen aufgrund ihres schlechten Karmas nach dem Tod ausschließlich auf den negativen Astralebenen landen, aber an und für sich ist das Jenseits in allen Kulturen gleich.

Die wahre Hölle scheint es eher zu sein, wenn das Leben noch einmal an einem vorbei zieht und man nur Reue für die eigenen Taten empfinden kann. Einige Betroffene berichten dabei, dass sie schlechte Dinge, die sie anderen angetan haben, aus deren Perspektive erleben mussten, was in ihnen ein Umdenken auslöste. Es gibt Fälle von Soldaten, die nie wieder eine Waffe abgefeuert haben, nachdem sie im Feldlazarett das Bewusstsein wiedererlangten.

In einem anderen sehr erstaunlichen Fall wurde aus einem raffgierigen Geldhai ein völlig neuer Mensch, der sich nunmehr für wohltätige Zwecke engagiert. Und dies sind nur einige Beispiele, bei denen Nahtoderfahrungen einen positiven Effekt auf die Betroffenen hatten. Als Schreckgespenst à la "Final Destination" hat der Tod für viele Menschen ausgedient. Er wird viel mehr als Übergang gesehen und nicht als Ende.

Des Weiteren herrscht unter allen Betroffenen die einstimmige Auffassung, dass das Leben dazu da ist, lieben zu lernen und etwas Positives zu bewirken. Man sollte seine Lebenszeit nicht mit Hass, Gewalt und Krieg verschwenden, um im Augenblick des Todes zu begreifen, dass man falsch gelebt hat. Nahtoderfahrungen vermitteln uns eine positive Botschaft der Hoffnung, die eigentlich typisch für "Star Trek" wäre. Es ist schon fast ein Jammer, dass keine der Serien sich richtig damit auseinandergesetzt hat und das Thema in "Voyager" sogar stark negiert wurde. Filme wie Clint Eastwoods "Hereafter" übernehmen hier die Vorreiterrolle, die "Star Trek" schlichtweg verpasst hat.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass viele Menschen, die im realen Leben eine Nahtoderfahrung gemacht oder sich intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, danach zu spirituelleren Menschen gereift sind, die sich mehr darauf konzentrieren, für andere da zu sein und ihrem Leben ein positives Ziel zu geben. Es gibt immer Licht am Ende des Tunnels und in diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein schönes und erfülltes Leben.

Dieser Artikel ist auch zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" in unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" erschienen. Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen.

(sd - 28.11.12)


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