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Manuel A. Friedemann (maf)29.04.12

Mehr Schwule in "Star Trek"!

Ist die Zeit ist reif für Homosexualität in "Star Trek XII"?

Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen - ein Baustein von "Star Trek". So unendlich vielfältig war das Geschehen auf dem Bildschirm, wenn es um Sex und Liebe ging, aber nie. Die Zeit ist reif für Homosexualität in "Star Trek XII". Ein Kommentar von Manuel A. Friedemann.

Der berühmte Kuss zwischen Jadzia Dax und Lenara Kahn in der DS9-Episode "Star Trek: DS9 4.6 - Wiedervereinigt" - das war es schon? Ja, das war sie schon. Die einzige Thematisierung von Homosexualität in der "Star Trek"-Geschichte, welche mir spontan eingefallen ist. Und das auch nur unter ganz bestimmten, für den amerikanischen Mainstream der 90er-Jahre tauglichen Umständen.

Der Kuss
Ganz einfach, ein ehemaliger Wirt des Dax-Symbionten war mit einer ehemaligen Wirtin des Kahn-Symbionten verheiratet. Die neuen Wirte der beiden, diesmal beide weiblich, treffen sich wieder und alte Gefühle keimen wieder auf, was schließlich zu einem recht intensiven Kuss führt. Einige lesbische Szenarien im "bösen" Spiegeluniversum sind vielleicht noch zu nennen. Aber warum benötigt es denn solch ganz spezieller Umstände, um aufzuzeigen, dass es auch in der Zukunft noch Lesben und Schwule geben wird?

Schon oft wurde über homosexuelle Szenen im nächsten Film oder in der nächsten Staffel verschiedener Serien spekuliert, darauf folgten fast ausnahmslos enttäuschende Versuche, peinliche Umstandsszenarien oder eben gar nichts. Was hat "Star Trek" nur für ein Problem mit diesem Thema, da die Macher doch ansonsten auf so vielen Gebieten eine wegweisende Weitsicht bewiesen haben?! Gerüchten zufolge beabsichtigte Roddenberry George Takeis Rolle (Hikaru Sulu) als schwul auszulegen. Ob sich Roddenberry schon damals bewusst war, dass Takei tatsächlich homosexuell ist, weiß ich nicht, aber die Absicht war Takei zufolge da.

Nun ist es natürlich gut nachvollziehbar, dass es dem amerikanischen Publikum der 60er-Jahre definitiv zu weit gegangen wäre, man musste ja erst einmal den weiblichen und zudem schwarzen Kommunikationsoffizier verdauen, mehr wäre weder den Senderverantwortlichen noch dem Publikum in dieser Zeit zuzumuten gewesen. Auch in den 90er-Jahren, der Blütezeit dreier "Star Trek"-Serien, hätte die Einführung eines homosexuellen Kommandooffiziers sicher für einiges Aufsehen gesorgt, aber wäre es undurchführbar gewesen? Ich bin der festen Überzeugung, dass dem nicht so gewesen wäre!

Weitere Spekulationen um die Absichten der verantwortlichen Produzenten und Senderverantwortlichen sind meines Erachtens wenig sinnvoll. Es ist nur Fakt, dass es in der "Star Trek"-Belletristik sehr wohl funktioniert. Hier ist insbesondere ein schwuler Offizier der U.S.S. Titan aus der gleichnamigen Romanserie namens Ranul Keru zu nennen. Eine einfache Innovation, welche vielen homosexuellen Trekkies Freude gemacht hat. Warum also nicht einfach im nächsten Film adaptieren? Oder in einer möglichen neuen Serie?

Mein Aufruf an das Team von "Star Trek XII"

Besinnen Sie sich auf die Ideale von "Star Trek", die Ideale, die Roddenberrys Idee von anderen Science-Fiction-Phänomenen abhebt, die Botschaft, die hinter der Action von Weltraumkämpfen und Phaser-Gefechten steht.

Ranul Keru (Zeichnung von Geoffrey Thorne)
Der elfte Kinofilm war zweifellos ein Meisterwerk der Special Effects mit sensationellen Masken und Requisiten. Eine klare Botschaft ließ er aber gänzlich vermissen. Weder mutige moralische Vorstöße noch eine klar definierte zugrunde liegende Botschaft. Der großen Menge der Kinobesucher mag dieses Konzept der Abrams'chen Actionhighlights zwar gefallen, die wahren Trekkies werden von diesem Konzept aber früher oder später Abstand nehmen.

Wenn Sie, liebe J. J., Alex Kurtzman, Roberto Orci & Co. das nicht bald verstehen, wird Ihr Projekt spätestens nach dem dritten Film scheitern. Trekkies sind nun einmal mehr gewohnt und haben eine größere Botschaft verdient als nur das typische Szenario, in dem sich die Menschheit in der Erwartung ihres drohenden Untergangs auf ihre Stärken besinnt, um die Rettung schließlich mit Waffengewalt zu realisieren, ganz gemäß des amerikanischen "Independence-Day-Prinzips" (von mir so genannt).

Der nächste notwendige Schritt wäre aufzuzeigen, dass es sich lohnt, die moralischen Werte der westlichen Gesellschaft um die Akzeptanz und Förderung der Anliegen Homosexueller zu erweitern, zu zeigen, dass es in der "Star Trek"-Zukunft wirklich völlig akzeptiert ist, schwul, lesbisch oder bisexuell zu sein. Vielleicht könnten Sie sogar so weit gehen, diese Dinge so beiläufig und selbstverständlich in das Drehbuch einzuflechten, dass klar wird, dass Homosexualität in "Star Trek" endlich den Status erlangt hat, den es verdient hat. So viel Normalität, dass keine Rechtfertigungen oder Erklärungen notwendig sind, um den homosexuellen Offizier zu erklären. Lassen Sie es einfach so sein! Die Zeit ist mehr als reif für die nächste große Message. "Star Trek" hat die Macht, Sie müssen nur wollen, und wenn man diese Gelegenheit verpasst, wird es zu spät sein! "Star Trek" hätte eine große Möglichkeit endgültig verpasst.

Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen - und denken Sie mal darüber nach ...

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Dieser Artikel ist auch zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" in unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" erschienen. Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen.

(maf - 29.04.12)


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