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Henning Koonert (hk)22.04.13

Pinky-Haut auf Blauling - Review

"Enterprise" auf Blu-ray: Review Staffel 1

Nach den aufwändigen HD-Veröffentlichungen von zunächst der Classic-Serie und aktuell "The Next Generation" startete Ende März die jüngste "Star Trek"-Serie ihre Reise ins HD-Zeitalter. Anders als bei den älteren Serien war die Vorarbeit, die hierzu geleistet werden musste, weitaus geringer. Dennoch kommt das Produkt zu einem ähnlichen Preis auf dem Markt. Kann es auch in Sachen Qualität mithalten?

"Enterprise" ist die dritte "Star Trek"-Serie, die auf Blu-ray erscheint. (Bild: CBS/Paramount)
Als erste "Star Trek"-Serie war "Enterprise" bereits in HD gedreht worden, sodass man für die Blu-ray-Veröffentlichung im Gegensatz zu TOS und TNG das Ursprungsmaterial nicht aufwändig nachbearbeitet oder ganz neu erstellt hat. Zum einen lag die Qualität des Originals deutlich über dem von TOS und TNG, zum andern wäre ein Remastering wegen der kleineren Fanbasis für diese Serie schlicht unrentabel gewesen.

So hat man für die Blu-ray-Veröffentlichung die computeranimierten und die vorm Bluescreen gedrehten Szenen auf 1080p hochskaliert. Ursprünglich lagen diese in 720p - die Special Effects teils nur in 480p - vor. Das lässt erstaunlicherweise die junge Serie manchmal älter aussehen als die Staffeln, die vor über 45 und 25 Jahren gedreht wurden. Trotzdem ist bei den ersten "Enterprise"-Blu-rays ohne Zweifel das Bild immer noch besser als auf der DVD-Veröffentlichung aus dem Jahr 2005.

Bonusmaterial

Für den Kauf dieser Staffelbox sprechen die neu produzierten oder bisher unveröffentlichten Extras. Das Engagement des hier federführenden Produzenten Roger Lay jr. ist lobenswert, wollte CBS doch zunächst "Enterprise" gänzlich ohne neues Bonusmaterial auf die Blaulinge pressen und dafür einfach die Inhalte der DVDs eins zu eins übernehmen. Die Extras von den DVDs sind nun auch auf den Blu-rays enthalten, allerdings wurden sie mit neuen Features ergänzt. Gut, dass man es sich anders überlegt hat, sonst wäre dies eine Veröffentlichung geworden, die nur Fans angesprochen hätte, die sich "Enterprise" bisher noch nicht fürs Heimkino zugelegt hatten.

Jetzt gibt es einen schönen Mix aus neuen Audiokommentaren und einer Dokumentation, die die Entstehung der Serie und ihr erstes Produktionsjahr beleuchtet. Schade ist, dass für die erste Staffel noch nicht alle Hauptdarsteller für Interviews gewonnen werden konnten. Bei den abgegebenen Wortmeldungen macht sich der Abstand zur Produktion - ähnlich wie bei den TNG-Blu-rays - größtenteils positiv bemerkbar, weil entweder die Interviewten selbst oder die nachfolgenden Zensoren weit weniger darauf bedacht sind, in erster Linie das Produkt über den grünen Klee loben zu müssen. Bei manchen Audiokommentaren fällt allerdings auf, dass ein paar der Sprecher wahrscheinlich ähnlich wie der Zuschauer die Folge, über die sie nun reden sollen, seit Jahren nicht gesehen haben und dementsprechend unvorbereitet erschienen sind.

Szenenbild aus "Vox Sola" (Bild: CBS/Paramount)
Zwei Features sind besonders interessant für diejenigen, die gern einen Blick hinter die Kulissen erhaschen. Die Doku "Am Set" zeigt die Entstehung der Folge "Vox Sola" von den Story-Besprechungen bis hin zur Nachbearbeitung mit CG-Effekten und Musikaufnahmen. Dabei erfährt man, vor welche Herausforderungen die Realisierung einer Episode selbst eine "Star Trek"-Veteranin wie Roxann Dawson stellt. So kann man der ehemaligen B'Elanna-Torres-Darstellerin und Regisseurin der Folge dabei zuschauen, wie sie sich bemüht, eine Idee spannend umzusetzen, wenn es sich beim gewöhnungsbedürftigen Feind der Crew - in ihren eigenen Worten - um außerirdische Nudeln handelt.

Überraschenderweise ist es gelungen, den beiden "Enterprise"-Schöpfern Rick Berman und Brannon Braga in dem eine Stunde langen Feature "Im Gespräch" und den anderen neuen Features auch selbstkritische Worte zu entlocken, hatten sie doch bisher vor allem eine ominöse "Franchise-Müdigkeit" diagnostiziert, wenn es um den Abgesang der TV-Ausstrahlung ging. Braga etwa gibt nun zu, dass er sich bereits in der ersten Staffel von "Enterprise" ausgelaugt fühlte und schlägt sich auf die Seite derjenigen Fans, die dem schmalzrockigen Titelsong nie etwas abgewinnen konnten. Auch Berman lässt anklingen, dass er der Fanbasis nicht immer die Wertschätzung erbrachte, die sie vielleicht verdient hätte. Man erfährt außerdem, dass ein Auftritt von William Shatner in "Enterprise" an dessen "obszöner" Gagenforderung scheiterte und dass Brent Spiner sich weigerte für "Nemesis" zu unterschreiben, sollte Data im Film nicht sterben.

Rick Berman und Brannon Braga (Bild: CBS/Paramount)
Allerdings arbeiten die beiden auch sehr schön heraus, dass es falsch wäre, das Ende der langjährigen "Star Trek"-Ära im TV allein ihnen anzukreiden. Eine nicht unwesentliche Rolle schreiben die beiden Produzenten dem Sendermanagement zu, das abwechselnd kreative Ideen verhinderte und durch völlige Ignoranz des Serienkonzepts auffiel. So lehnte der Sender zum Beispiel ab, dass die erste Staffel der Serie komplett auf der Erde spielen und die Sternenflotte zeigen sollte, wie sie vor dem Hintergrund einer verängstigt-skeptischen Menschheit mit dem Bau der NX-01 den Aufbruch ins All wagt. Kopfschüttelnd verfolgt der Zuschauer auch die Schilderung, wie ein Sendermanager von Berman verlangte, jede Woche eine gerade in den USA hippe Band im Speiseraum der NX-01 auftreten zu lassen, um die Quoten zu stärken und CD-Verkäufe zu pushen.

Käufer in Deutschland haben das Glück, dass allen Boxen ein Flyer mit einem Download-Code für ein weiteres Extra beliegt: Ein Making-of zur Folge "Allein" kann man sich damit über StarTrek.de herunterladen. Dieses Extra weist zwar nicht die gleiche Qualität auf wie die übrigen neu erstellten, aber es ist lobenswert, dass es für alle Käufer der deutschen Blu-ray-Versionen zugänglich ist. In den USA bekommt nur Zugang, wer die Staffelbox bei einem bestimmten Händler kauft.

Bild & Ton

Wie eingangs erwähnt, hatte ich mir Besseres erhofft. Dabei ist es vielleicht etwas unfair, "Enterprise" mit den hervorragend aufbereiteten Folgen von TNG (vor allem bisher in Staffel 1) und den liebevoll hergestellten Remastered-Folgen der Classic-Serie zu vergleichen. Zum einen ist die ursprüngliche Fassung von "Enterprise" natürlich von viel höherer Qualität als bei den übrigen Serien - daher ist der mögliche Qualitätssprung zwischen Original und Blu-ray-Veröffentlichung schlicht kleiner, was auch den Wow-Faktor reduziert. Zum anderen wurde "Enterprise" nicht remastered, sondern hochskaliert.

Kloster P'Jem (Bild: CBS/Paramount)
Dass die Spezialeffekte nicht in 1080p vorliegen, fällt an der einen oder anderen Stelle auf - vor allem wenn Raumschiffe durchs Bild fliegen, kommt es schon mal zu Artefakten. Andererseits bestehen einige der digitalen Matte Paintings, wie zum Beispiel das Sternenflottenhauptquartier aus "Im Schatten von P'Jem" oder die Stadtansicht in "Lieber Doktor" die Blu-ray-Probe vollkommen.

Obwohl das Bild in Schärfe und Klarheit den anderen "Star Trek"-Serien auf Blu-ray unterlegen ist, bleibt es dennoch deutlich besser als auf den DVDs, der Detailreichtum vieler Sets und Kostüme erschließt sich dem Zuschauer erst hier. Auffällig ist die vorgenommene Farbkorrektur: Hier hat man die Rottöne stärker hervorgehoben, was manchen überwiegend grünen Planetenansichten ihren Glanz nimmt.

Am Ton gibt es nichts zu meckern, die englische Spur liegt als 5.1 DTS-HD Master vor, auf Deutsch gibt es den Raumklang in 5.1 Dolby Digital.

Menüführung & Verpackung

"Enterprise" weist die am liebevollsten gestaltete Menüführung seit den für die TNG-DVDs erstellten Menüs und Hintergründen auf. Die Navigation kommt wie bei den "Enterprise"-DVDs im Design der NX-01-Benutzeroberfläche daher. Unterlegt ist das Menü mit einem Hintergrund aus Bewegtbildern, in dem Bilder aus den Folgen in der Optik von Crewman Daniels' Zeitstrom-Anzeige ablaufen. Dazu läuft eine actionreiche Musik.

Das Menü lehnt sich an die Optik des Zeitstroms von Crewman Daniels an. (Bild: CBS/Paramount)
Die Blaulinge selbst sind schlicht gehalten. Auf hellblauem Untergrund prangen Name der Serie, Staffel- und Discnummer. Die sechs Scheiben sind in einer Standard-Blu-ray-Hülle untergebracht. Ein Heftchen mit dem Inhalt gibt es wie bei TNG auch hier nicht; um zu sehen, was auf welcher Disc enthalten ist, muss man entweder zwei Scheiben oder das Titelblatt selbst aus der Hülle nehmen.

Das Blu-ray-Case steckt in einem Pappschuber, dessen Vorderseite die Enterprisebesatzung in ihren EV-Anzügen zeigt, auf der Rückseite gibt es eine kurze Inhaltsangabe, Bilder aus einzelnen Folgen und eine Abbildung der NX-01. Ein gelungenes Design, wäre da nicht die Posse um die verfehlte Miteinbeziehung der Kunden bei der Coverwahl. Die hatten nämlich ein ganz anderes Motiv auf Platz 1 gewählt.

Die Folgen

Die Folgen selbst sind den Allermeisten wohl bekannt. Insgesamt ist die erste Staffel ordentlich, sicher wenn man sie mit dem Beginn der übrigen Serien vergleicht. Vom Produktionsstandpunkt her ist die Qualität hoch, vielfach hatten die Zuschauer dennoch das Gefühl, so einiges schon mal gesehen zu haben. Der Pilotfilm "Aufbruch ins Unbekannte" ist der wahrscheinlich beste unter den "Star Trek"-Serien, weitere Höhepunkte sind etwa "Im Schatten von P'Jem" und "Lieber Doktor". Dem gegenüber stehen bleibende Stinker wie "Terra Nova" oder "Raumpiraten". Umfassende Besprechungen zu den einzelnen Folgen gibt es in unserem Episodenguide.

Fazit

Ein Kaufargument für diese Staffelbox ist in erster Linie das Bonusmaterial. Der Unterschied in Bild und Ton zu den DVD-Boxen ist vorhanden, aber weniger groß als bei den Blu-rays von TNG und der Classic-Serie. Obwohl für "Enterprise" nicht aufwändig remastered wurde, kommt die Staffelbox zu einem ähnlichen Preis wie die TNG-Staffeln in den Handel. Glühende Anhänger von "Enterprise" schlagen jetzt zu, wer die eigene DVD-Sammlung gewohnheitsmäßig durch Blu-rays ersetzt, wartet vielleicht eher, bis die Scheiben zu einem günstigeren Preis im Angebot sind.

Die 1. Staffel von "Enterprise" auf Blu-ray ist bereits im Handel und kann unter anderem bei Amazon.de zum Preis von derzeit 62,99 Euro bestellt werden. Exklusiv bei Amazon ist auch die Collector's Edition der 1. Staffel auf Blu-ray erhältlich. Zum Preis von derzeit 69,99 Euro gibt es hier drei Sammelpostkarten dazu, und wer alle vier Staffeln in der Collector's Edition erwirbt, erhält eine personalisierte Widmungsplakette der NX-01 aus Aluminium.

Technische Daten


Produktionsjahr Staffel 1 2001

Erscheinungstermin auf Blu-ray März 2013

Sprache Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DTS-HD 5.1), Italienisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel Deutsch, Dänisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Spanisch, Japanisch

Bildformat 1080p High Definition 16:9 - 1.77:1

Altersfreigabe (FSK) Freigegeben ab 12 Jahren

Spieldauer 1151 Minuten

(hk - 02.05.13)

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