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Christian Freitag (cf)20.12.12

TNG auf Blu-ray: Review Staffel 2

Eindrücke zur "Next Generation" in High Definition

Im Dezember ist die zweite Staffel von "Star Trek: The Next Generation" auf Blu-ray erschienen. Christian Freitag hat sich die Veröffentlichung angeschaut und beschreibt, was ihm daran gefallen hat und was es zu kritisieren gibt.

Hinweis: Zum Vergrößern auf die einzelnen Bilder klicken.

Inhalt

Die zweite Staffel von "The Next Generation" hatte einige Neuerungen zu bieten. So hob sie sich deutlich von der ersten Staffel ab. La Forge wurde nach den ständig wechselnden Ingenieuren, die mal mehr (Argyle), mal weniger (MacDougal, Leland T. Lynch) sympathische Zeitgenossen waren, endlich zum ständigen Chefingenieur befördert. Das nahm dem Ganzen zwar das besonders Auffällige (Blinder am Steuer eines Raumschiffes), aber La Forge hatte hier ganz andere Möglichkeiten. Desweiteren wurde aus Worf nicht mehr nur der kommissarische, sondern gleich der ständige Sicherheitschef.

Die größte Änderung war jedoch die des Schiffsarztwechsels. Viele Fans haben Zeter und Mordio geschrien, als Dr. Crusher gegen Dr. Katherine Pulaski ausgewechselt wurde. Dabei war Diana Muldaur durchaus keine Unbekannte im "Star Trek"-Universum. Gleich zwei Mal hat sie neben Captain Kirk gestanden, einmal davon sogar unter ihm gedient. Vielen Fans gefiel es nicht, dass sie den geheimen Star der Serie, Data, heruntermachte. Nur: Das hat McCoy mit Spock in der Classic-Serie auch gemacht.

Die Dada, ähm, Data/Pulaski-Streitereien gehörten für mich zu den Höhepunkten von TNG, auch wenn durchaus erkennbar war, dass die grantige Pulaski ein gehöriger McCoy-Verschnitt war. Sie mochte keinen Transporter und hätte beinahe ihr eigenes Shuttle-Schiff bekommen ("Die jungen Greise"). Sie legte sich mit jedem an, egal wie groß (Worf) er war oder welchen Rang (Picard) er bekleidete. Das war wohltuend anders als das niedliche Dr.-ich-steh-in-der-Ecke-rum-und-falle-nicht-groß-auf-Gehabe, was Beverly Crusher in der ersten, von der dritten bis zur siebten Staffel und in allen vier Kinofilmen zu Tage förderte. Allein in der ersten Folge "Das Kind" hatte die neue Bordärztin mehr zu tun und mehr Auftritte als Beverly in einer Staffel!

Pulaski fügte sich schnell und gut ins Team ein. Picard mochte sie nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr und sie war ein heimlicher Fan von ihm, auch wenn sie es nicht oder selten zeigte ("Die jungen Greise"). Nach dem Wiedersehensmarathon aller Folgen kann ich auch nicht sagen, dass dadurch andere Charaktere großartig in den Hintergrund traten. Es gab für jeden was zu tun. Es ist schade, dass Dr. Crusher zurückgekehrt ist, da es für sie keinerlei Charakterentwicklung gab. Die Beziehung Picard/Crusher loderte mal ab und an wieder auf, nur um schließlich ganz in der Versenkung zu verschwinden.

Die zweite Staffel bietet einige sehr gute Episoden. Sie markiert den ersten Auftritt der Borg, bietet einen ausgezeichneten Einblick in die Charaktere, darunter Data insbesondere in der Episode "Wem gehört Data?". Sie bietet Spannung, Action und Humor, aber in der kürzesten aller TNG-Staffeln mit nur 22 Episoden auch ein enttäuschendes Ende mit einer Billigepisode, die wie weiland fast in jeder Serie einen Zusammenschnitt von Folgen bietet.

Auch Staffel 2 bietet kein Begleitheftchen. In einen schmucken Schuber gebettet befinden sich in einer Blu-ray-Box insgesamt fünf Scheiben, die ansonsten recht schmucklos daher kommen. Aber wer benötigt ein Inlay, wenn auf der Rückseite des Covers der Inhalt durchscheint. Diese Art der Inhaltsangabe sieht jedoch recht billig aus.

Discs 1, 3 und 4 beinhalten jeweils 5 Episoden, Disc 2 vier und mehr, und die letzte Disc nur drei Episoden. Dazu kommen diverse Extras.

Bild

Tja. Das ist schwierig. Ich habe die erste Staffel von TNG nicht in HD gesehen, kenne aber einige Screencaps, wonach man Kleinigkeiten noch auf Planeten erkennen konnte. Doch jetzt kommt es: Um die TNG-Serie aufzubereiten, benötigt man Zeit. Und zwar so viel Zeit, dass man die erste und zweite Staffel niemals im jetzt realisierten Zeitabstand hätte veröffentlichen können. Um mehrere Staffeln pro Jahr herausbringen zu können, hat CBS zusätzlich ein anderes Unternehmen beauftragt. Während die erste Staffel von CBS Digital bearbeitet wurde, hat sich nunmehr HTV Illuminate der zweiten Staffel angenommen.

Teilweise war ich von dem kontrastreichen, scharfen Bild wirklich positiv überrascht. Beispielsweise kann man einen abstehenden Faden bei Wesleys Uniform ausmachen und einen lustigen kleinen Knick in einer stabilen (!) Konsole in "Das Kind", der besonders nervt, wenn man ihn entdeckt hat. Man hatte zeitweilig das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein.

Dann wiederum gab es Szenen, wo ich dachte, dass ich was an der Optik hätte. In "Das Kind" gab es teilweise recht scharfe Szenen, sodass man sehen konnte, wie Marina Sirtis alias Counselor Troi geschminkt worden ist und dann, wenn man sich so das Brückenbild ansah, war das Bild grobkörnig, das Schwarz in den Uniformen nicht schwarz sondern am Rieseln. Und was die Effekte anging, war ich von diversen Planeten enttäuscht. Der Planet in "Das Kind" war in einem verwaschenen Blau gehalten. Da konnte man Strukturen nur erahnen, vor allem war es auch deshalb seltsam, weil das Schiff sogar gestochen scharf wirkte. Bei diversen Episoden dachte ich auch, das Licht sei heruntergedreht worden, da die Szenen dunkler wirkten als ich sie in Erinnerung hatte.

Sehr detailreich ist eine äußerst spannende Folge mit einem würdigen Gegenspieler. Noch heute bekomme ich wohligen Schauer über die Darstellung des Professor Moriarty, einer fiktiven Gestalt des 19. Jahrhunderts, die dem 24. Jahrhundert ganz schönen Schrecken einjagen kann. Unvergessen sind hier die Szenen, in der er dem Computer Befehle erteilt oder Data sich weniger fließend bewegt, als er versucht zu begreifen und dabei abgehackte Bewegungen macht, als Moriarty ihm die Enterprise aufzeichnet. Schon vor "Wem gehört Data?" werden hier spannende Fragen aufgeworfen, als es um die bloße Existenz und um Selbstbewusstsein geht. Schon hier fragt Moriarty Picard, ob Data Leben besitzt. Außerordentlich scharf ist dann die Folge "Zeitsprung mit Q", da hat man ordentlich in die Trickkiste gegriffen.

Ton

Zu dem Ton kann ich keine einheitliche Aussage treffen. Ich fand es etwas irritierend, dass ich bei normaler Lautstärkeeinstellung gleich bei der ersten Episode "Das Kind" den Ton mal leiser, mal lauter stellen musste. Gerade bei einigen Dialogen hatte ich das Gefühl, dass die Lautstärke schwankte. Natürlich stört der deutsche Monoton, aber das kann man nicht mehr ändern. Dahingegen ist der originale Ton kräftig und gut zu verstehen.

Mir aber absolut unverständlich ist, dass die erweiterte Episode "Wem gehört Data?" nur im englischen Ton mit teilweise schlecht übersetzten deutschen Untertiteln vorliegt. Selbst wenn man sich auf den Ton konzentrieren möchte, schaut man dann zwangsweise auf die Dialoge. Sowohl bei TOS als auch TNG sind diverse Szenen eingedeutscht worden. Das hätte man hier auch machen können, aber man hat es unterlassen. Das ist überaus enttäuschend.

Extras

Schön, dass es erneut viele, viele Extras gibt. Wobei ich mich immer frage, warum man die nicht schon vorher aus der Versenkung geholt hat und was den Fan bei zukünftigen Veröffentlichungen wohl noch erwartet, was "zufällig" gefunden worden ist. Auf Disc 1 findet sich außer den Vorschauclips für die Episoden mit dem nervigen Sprecher von "Staaar Trek" ein technisches Update. Darin wird unter anderem über die Spezialeffekte geredet. So erfährt der Zuschauer, wie beispielsweise der Effekt entstanden ist, als die Borg ihren Vernichtungsstrahl gegen die Enterprise eingesetzt haben.

Dank LeVar Burton wird auch der Zauber von TNG genommen, weil er den Kiddies in "Reading Rainbow" einen recht ungewöhnlichen und mir so nicht bekannten Blick hinter die Kulissen gibt. So kann man sehen, dass die Brücke nicht unbedingt so aussieht, wie man sich das vorstellt und die Konsolen recht verschiebbar sind. Und es erklärt sich auch, weshalb es manchmal Bilder von der Enterprise kopfüber gibt ...

Lange von den Fans erwartet worden war auf dieser Box endlich eine erweiterte Episode, die nicht mal so eben um eine Szene, nein um sage und schreibe 13 Minuten erweitert wurde. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass diese Folge nicht (teilnach-)synchronisiert vorliegt, sondern nur mit deutschen Untertiteln. Gleich vier Mal (!) ist die Folge "Wem gehört Data?" auf der zweiten Disc enthalten, einmal in normaler Fassung, dann in einer erweiterten Version mit den neuen Szenen, in einer erweiterten Version, aber ohne Spezialeffekte und in einer erweiterten Version mit Audiokommentar von Mike und Denise Okuda und der Autorin und Juristin Melinda Snodgrass, die in den Extras auch noch einmal für die Episode zu Wort kommt.

Es erstaunte mich, wie die neuen Szenen der Schere zum Opfer fallen konnten, da sie nicht überflüssig sind. Die Handlung wirkt durchaus fließender, die Motivation der Charaktere nachvollziehbarer. So erfährt der Zuschauer, dass es eine "alte" Reliant gab (gemeint ist aber wohl ein Nachfolgemodell des Schiffes von "Star Trek II"), während der Admiral zur Brücke geleitet wird. In der normalen Version kommt er einfach nur aus dem Turbolift raus. Es gibt eine nachdenkliche, teils aber witzige Szene, in der Picard und Data versuchen, die Vorbereitung für die Verhandlung auszutüfteln und Data nunmehr weiß, wie Picards Lieblingsautor auf das weltberühmte Zitat kam. Außerdem gibt es eine beeindruckende Fechtszene, in der Picards und Rikers Absichten in den Fokus gerückt werden. Die ganze Handlung wird dadurch viel runder.

Disc 3 wartet mit den sogenannten Gag Reels in HD auf. Dies ist bemerkenswert, weil diese Blooper früher sehr selten und in äußerst miserabler Qualität zu sehen waren. So kann man diverse Versprecher, Grimassen oder andere Faux Pas der technischen Art (nicht öffnende Türen) sehen. Einige Patzer, die nicht enthalten sind, konnte man jedoch auch im ein oder anderen Extra erhaschen, beispielsweise wenn die Klappe auf La Forge fällt (war im "Reading Rainbow"-Segment).

Penny Juday zeigt dann, was mich heute immer noch ärgert. Es ist ähnlich, als wenn man das Ägyptische Museum leerräumt, um den Privatsammlern irgendwelche Sachen loszutreten. Die Aufnahme wurde während "Nemesis" geschossen und so ist das Lager noch gut gefüllt und Miss Juday ist natürlich ganz stolz auf ihre katalogisierten Schätze, Landschaften, Modelle und Props. Teilweise hat mich schon gewundert, dass die Sachen auf dem Bildschirm echter wirkten als jetzt im Lager, wo man schon deutliche Spuren der Beschädigung oder preiswerteren Bauart sehen konnte! Jedenfalls war noch alles da und mir schoss durch den Kopf, dass nachdem "Star Trek" auf dem absteigenden Ast war, man alles an Privatsammler verscherbelt hatte. Welch Sakrileg. Sicherlich werden einige Objekte immer wieder mal ausgestellt, aber das Meiste ist doch weg.

In der ausgewählten Crewanalyse widmen sich die Darsteller ihren Einschätzungen über das bisher Erlebte, insbesondere Patrick Stewart.

Disc 4 hat nicht nur einen Audiokommentar mit Dan Curry, Rob Bowman und den Okudas, sondern wartet auch mit den Missionen des zweiten Jahres von TNG auf.

Auf der letzten Disc wartet ein ganz besonderes Schmankerl. Die Ur-TNG-Crew (ohne Tasha und Pulaski, dafür aber mit Wesley) plaudert nach 25 Jahren aus dem Nähkästchen über allerlei Themen. Dabei erfährt man, dass die Britin Sirtis ziemlich nah am Wasser gebaut ist, Spiner zu allem Mist einen witzigen Kommentar ablassen muss, der Royal-Shakespeare-Company-Darsteller Sir Patrick Stewart ganz schön vergesslich sein kann und Michael Dorn zu den "Klugscheißern" unter den Klingonen zählt, der sich jedes Wort Stewarts merken kann und alles und jeden korrigieren muss, dies aber bei seinem beträchtlichen Wissen über die Serie aber auch darf.

Man erfährt allerhand Witziges, zum Beispiel Stewarts Ausbrüche à la "Galaxy Quest", wofür denn so seine Shakespeare-Karriere gut war, wenn ein romulanisches Schiff angegriffen hat und alle auf ihren Sesseln durch die Gegend wippen ... und man sieht, dass unsere Helden von einst auch ganz schön alt geworden sind ...

Viel Neues erfährt man auch in einem weiteren Special. "Teil 1: Fremde neue Welten" zeigt, dass die erste Staffel weder von den Machern noch von der Crew überaus beliebt gewesen ist. Marina Sirtis glaubt vielmehr, dass sie zu steif spielen würde. Man sieht auch viele Ausschnitte aus "Phase II", der Lost Series, deren Drehbücher unter anderem für "Das Kind" wiederverwertet wurden, als es zum Autorenstreik kam. Was mich wunderte, waren Rick Bermans ernste selbstkritische Worte, mit denen er sich eingesteht, dass es streckenweise ein Fehler war, sich die Fans vom Leib zu halten. Dies habe sich gerächt. "Teil 2: Neues Leben und neue Zivilisationen" stößt dann ins selbe Horn.

Fazit

Mit ihren 22 Episoden ist die zweite Staffelbox die kürzeste aller "Star Trek"-Staffeln. Aufgrund der erweiterten Episode - die hoffentlich nicht die letzte ihrer Art bleibt - und diversen Extras ist der Preis noch okay. Man beachte mal die Preise der damaligen DVD-Boxen für 100 Euro. Auch wenn das Bild besser als das der DVD ist, ist es beschämend, dass es nicht gelungen ist, durchweg die Qualität zu halten. Schließlich sind die grobkörnigen Bilder in den genannten Episoden zwischendurch, insbesondere bei Brückenaufnahmen, auffällig. Hier bleibt zu hoffen, dass CBS und die beauftragten Firmen das nächste Mal einen besseren Job machen.

Die 2. Staffel der "Next Generation" auf Blu-ray ist seit dem 6. Dezember im Handel und kann unter anderem bei Amazon.de zum Preis von 56,99 Euro bestellt werden. Exklusiv bei Amazon ist seit dem 20. Dezember auch die Collector's Edition der 2. Staffel auf Blu-ray erhältlich. Sie erscheint im Steelbook und mit einem Sammelpin und kostet 64,99 Euro.

Technische Daten


Produktionsjahr Staffel 2 1988

Erscheinungstermin auf Blu-ray Dezember 2012

Sprache Deutsch (Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 7.1), Italienisch (Mono), Französisch (Mono), Japanisch (Mono), Spanisch (Mono)

Untertitel Schwedisch, Deutsch, Dänisch, Norwegisch, Spanisch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Finnisch, Französisch

Bildformat 1080p High Definition 4:3

Altersfreigabe (FSK) Freigegeben ab 12 Jahren

Spieldauer 998 Minuten

(cf - 17.01.13)

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