|
Seitenoptionen
|





|
|
Christopher Kurtz (ck) Probespielen "Star Trek Infinite Space" Eindrücke zum kommenden "Star Trek"-Browserspiel Auf der FedCon XX in Düsseldorf bekam das TZN am Stand von Gameforge einen ersten Eindruck zum Browserspiel "Star Trek: Infinite Space". Christopher Kurtz spielte eine frühe Version des Games an und sprach mit den Producern. Der Stand von "Star Trek: Infinite Space" (STIS) ist gut besucht. An zwei Rechnern kann man das neue Browserspiel von Publisher Gameforge und Entwickler keen games ausprobieren. Die beiden Community-Manager erklären den internationalen Gästen die einfache Steuerung: W/S zum Beschleunigen und abbremsen, A und D zum Ändern der Flugrichtung. Die dritte Dimension wurde eingespart, das soll die Lernkurve flach halten. Schließlich reden wir hier von einem kostenlosen Browserspiel, das sich über einen angeschlossenen Spiel-Shop mit kostenpflichtigen Upgrades finanzieren soll. Da käme es nicht gut, wenn neue Spieler wegen einer komplizierten Steuerung zu schnell das Handtuch werfen.
Die Grafik ist durchaus nett, aber nicht überragend. Besonders den direkten Vergleich mit "Star Trek Online" (STO) kann das Free-to-Play-Spiel (F2P) nicht bestehen. Dafür läuft es erfreulich flüssig. Ob das immer noch so sein wird, wenn sich tausende Spieler auf den Servern austoben, lässt sich natürlich nicht abschätzen. Pro Instanz lässt keen games bis zu fünf Spieler kooperativ antreten, bei Spieler-gegen-Spieler-Gefechten soll die Grenze höher liegen, die ist aber noch nicht spruchreif. Ich beginne meine Probemission in einer an Zehn-Vorne erinnernden Lounge. Hier könnte ich mit anderen Spielern chatten und die Ausrüstung meines Raumschiffs ändern. Aber noch erlaubt das LCARS-Menü, mit dem der Spieler das alles steuern kann, nur Hemd und Hose meines neuen Helden zu ändern. Dennoch kann ich schon einen Blick auf meine Crew werfen. Oder besser gesagt, die schlichte Tabelle, die angibt, welche Spezialisierungsrichtung (Taktik, Medizin, etc.) wie stark ausgeprägt ist. Die Fähigkeiten der Crew entsprechen den Charakterattributen in anderen Online-Rollenspielen. In einem anderen Menü begegne ich "Artefakten". Diese seltenen Gegenstände können im Spiel gesammelt werden und geben passive Boni. Wie genau die Artefakte ins Spiel eingewoben werden, ist aber auch noch nicht endgültig entschieden.
Zunächst geht es auf, um einer Sternenbasis in Bedrängnis zu helfen. Ein regelrechtes Rudel von klingonischen Toron-Shuttles wartet dort auf mich. Angenehme Überraschung: Mein Wissenschaftsoffizier kann versuchen, den feindlichen Funkverkehr abzuhören. Der Erfolg hängt von dem Level der entsprechenden Spezialisierungsrichtung ab. Hier habe ich nun aufgrund des Wissenschaftslevels eine 56-Prozent-Chance, die Kommunikation der Klingonen anzuzapfen. Immer wieder begegne ich solchen optionalen Auswahlmöglichkeiten. Diesmal bekomme ich nur einen zusätzlichen Schnipsel Hintergrundstory, später werde ich auf die gleiche Weise ein Außenteam herumkommandieren. Schließlich nimmt ein Zusammentreffen mit einem klingonischen Schlachtschiff einen anderen Lauf, abhängig davon, welche Dialogoptionen ich wähle und wie die Würfel für die zugehörigen Spezialisierungsrichtungen fallen. Ein Bug im Testsystem sorgt allerdings noch dafür, dass man bei solchen Checks nicht versagen kann.
Im Anschluss habe ich noch Zeit für einen kurzen Plausch mit Saman Pakzad, seines Zeichens Producer des Spiels. Er verrät mir, dass STIS erst seit zehn Monaten in Produktion sei, erstaunlich für eine so ambitionierte Produktion. Trotzdem ist der Sommer für den Release auserkoren. Man wolle das Spiel so schnell wie möglich herausbringen, sagt Pakzad. Später wird Excecutive Producer Holger Zimmermann hinzufügen, die Sonne scheine ja noch ein bisschen länger. Sprich: Es ist noch kein Datum in Stein gemeißelt.
Da ich mit meiner Mission nur einen kleinen Ausschnitt gesehen habe, möchte ich wissen, wie das Spiel die Missionen organisiert, und wie der Spieler Einfluss auf die Spielwelt nehmen kann. Soviel kann Pakzad verraten: Es wird zum Launch kein persistentes Meta-Spiel geben, wo die erfolgreiche Sicherung eines Sonnensystems dauerhafte Auswirkungen auf die Spielwelt haben wird. Auch Territorial-PvP ist nicht geplant. Stattdessen kann der Spieler eine vorgegebene Serie von zahlreichen Missionen absolvieren und damit grob der Handlung von "Star Trek: Deep Space Nine" ab der dritten Staffel folgen. Aber auch zahlreiche Nebenaufträge und freie Exploration sollen auf den Spieler warten. Pakzad verspricht, man habe viele Geschichten in petto, von denen der Zuschauer in DS9 nur am Rande erfahre, und die man nun in STIS als Missionen nachspielen könne. Angesprochen auf die alternativen Handlungsmöglichkeiten in der Demo-Mission, bestätigt Pakzad, dass der Spieler tatsächlich viele Möglichkeiten haben soll, Gefechten aus dem Weg zu gehen. Er erklärt auch, dass er Diplomatie nicht als zweitrangige Spielkomponente verstehe. So könne man mit Dialogoptionen den Gegner auch einschüchtern oder bluffen. Pakzad kann es sich nicht verkneifen, auf STO zu verweisen, das beim Erscheinen praktisch nur aus Kampfmissionen bestand. Hier will man wohl nicht die Fehler der Konkurrenz wiederholen.
Gameforge hat die Lizenz für das ganze "Star Trek"-TV-Universum erstanden. Das heißt keen games könnte sich jederzeit an Elementen aus der Classic-Serie, "The Next Generation", "Voyager" oder "Enterprise" bedienen. Zu Ausflügen in diese Serien hält man sich aber bei keen games bedeckt. Obwohl man zwar ein paar Schauspieler danach fragen will, ob sie Ihr Gesicht für das Spiel zu Verfügung stellen werden, ist außer Avery Brooks als Captain Sisko noch niemand bestätigt. Auch zu einer möglichen Sprachausgabe scheint es keine belastbaren Informationen zu geben. Allerdings ist jetzt schon klar, dass hier kein "Knights of the Old Republic" mit Vollvertonung entsteht. Weil ich in der Demo so rein gar nichts darüber erfahren habe, wie man das eigene Raumschiff aus- und aufrüsten kann, frage ich Pakzad, wie man sich diesen Teil des Spiels vorstellen muss. Jedes Schiff verfüge über eine unterschiedliche Anzahl an System-Slots. Dabei gebe es verschiedene Kategorien an Schiffsystemen, die der Spieler einsetzen könne, etwa offensive, defensive oder unterstützende. Jedes dieser Systeme lasse sich dann noch zusätzlich verbessern, indem man die verschiedenen Kristalle und Ressourcen, die man in den Missionen einsammeln könne, nutze, um beispielsweise die Energieeffizienz des Shield-Boosts zu erhöhen.
Fazit: "Star Trek: Infinite Space" macht einen soliden, wenn auch nicht überragenden Eindruck. Das Spiel ist ein extrem simplifiziertes "Star Trek: Starfleet Command" für Zwischendurch. Gameforge und keen games machen auch keinen Hehl aus der Tatsache, dass sie voll auf den Gelegenheitsspieler setzen. Deswegen legt das Team wohl viel Wert auf eine ansehnliche Grafik und simple Steuerung. Auch wenn der Abstand zu altbackenen Browsergames mit der Anmut einer Excel-Tabelle gewaltig ist, so kann das mir gezeigte natürlich nicht mit Vollpreistiteln für Konsole und PC mithalten. Wer schon einmal "Star Trek Online" in vollen Details gesehen hat, wird in der STIS-Grafik keine neue Referenz erkennen. Das Missionsdesign und die optionalen Handlungsmöglichkeiten, die sich an den Attributen der Besatzung orientieren, machen Lust auf mehr. Auch, dass manche dieser Entscheidungen Auswirkungen auf den späteren Missionsverlauf haben können, ist vielversprechend. Hier musste "Star Trek Online" im letzten Jahr viel Fleißarbeit leisten, um ein entsprechendes System nachzureichen, das immer noch nicht vollständig ist. Jetzt heißt es, dem Team die Daumen zu drücken, damit der ambitionierte Zeitplan nicht erneut dazu führt, dass ein "Star Trek"-Spiel im halbfertigen und unausgereiften Zustand auf den Markt geworfen wird. Wenn Gameforge genug Geduld mitbringt, die Veröffentlichung im Zweifelsfall auch noch ins nächste Jahr zu verschieben, dann steht uns ein flottes, unkompliziertes F2P-Browserspiel mit netter Grafik ins Haus. Bilder: Gameforge. Zum Vergrößern aufs Bild klicken. (ck - 04.05.11) Weiterführende Links
|
|
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter. |
|
© TrekZone Network, 1999-2012 |
|

