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Konzeptzeichnungen, Screenshots und Trailer können Sie in unserer Galerie bestaunen.
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Markus Kettner (mk), Uwe Webel (uw), Marvin Luchs (ml)24.02.06

Das erste richtige Online-Rollenspiel im "Star Trek"-Universum hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Entwickelt von zwei Studios in einem Zeitraum von sechs Jahren steht es seit Anfang Februar in den Händlerregalen. In unserem Test prüfen wir das fertige Spiel auf Herz und Nieren.

Im Intro klärt Sie Leonard Nimoy über die Ereignisse zwischen Nemesis und STO auf.

Die Geschichte von "Star Trek Online" beginnt im Jahr 2004 mit dem Erwerb der Lizenz durch das neu gegründete Entwicklerstudio Perpetual Entertainment. Vier Jahre entwickeln die Kalifornier an STO sowie einem weiteren Online-Rollenspiel, "Gods & Heroes", bis sie schließlich Anfang 2008 die Tore schließen müssen – ohne jemals einen Titel zu veröffentlichen. Schnell erkannte jedoch das ebenfalls in der San Francisco Bay Area beheimatete Entwicklerstudio Cryptic, welche Gelegenheit sich ihm bot und erwarb die Lizenz mitsamt den von Perpetual erstellten Artworks. Keine zwei Jahre später steht das fertige Spiel in den Läden. Wir klären in unserem Langzeittest, ob zwei Jahre genug Zeit waren, um ein gutes Spiel zu entwickeln.

Die TOS-Enterprise als Bonus ist leider nur in den USA erhältlich.

In "Star Trek Online" wählen Sie zu Beginn Ihre Laufbahn (Wissenschaftsoffizier, Ingenieur oder Taktischer Offizier) und Ihre Spezies. Dabei haben Sie die Wahl aus einer Vielzahl von bekannten "Star Trek"-Völkern oder können sich in einem Baukasten Ihr ganz persönliches Volk zusammenstellen. Jedes Volk hat unterschiedliche Attribute, welche sich dann auf Ihre Fähigkeiten im Spiel auswirken. Gleich zu Beginn des Spiels macht man Sie zum Captain eines Raumschiffs. Sie erhalten ein kleines Schiff, stellen Ihre computergesteuerte Crew zusammen und bestehen dann Missionen im All und auf Planeten. Für abgeschlossene Missionen erhalten Sie Erfahrungspunkte und Geld, mit denen Sie die Fähigkeiten ihres Charakters und Ihrer Offiziere verbessern und neue Ausrüstung für Ihr Schiff und Ihr Team kaufen können. Außerdem steigen Sie dank der erhaltenen Erfahrungspunkte langsam vom Ensign bis zum Rear Admiral auf, wobei Sie bei jedem Rangaufstieg aus besseren Schiffen auswählen können. Sowohl bei der Charaktererstellung als auch beim eigenen Schiff glänzt "Star Trek Online" mit vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten. Neben typischen Möglichkeiten wie Haar- und Augenfarbe kann man Körper und Gesicht des eigenen Charakters und der Brückencrew feinstufig anpassen. Beim eigenen Schiff erlaubt einem das Spiel bei jeder Klasse die Auswahl aus Teilen von jeweils drei Schiffen sowie die Anpassung der Schiffslackierung.

Risa sieht zwar traumhaft aus, bietet aber keine Missionen.

Unverständlicherweise gestaltet Cryptic den Einstieg ins Spiel unnötig schwer. Wenn es nämlich ans Verbessern des eigenen Charakters bzw. ans Kaufen der richtigen Ausrüstung geht, wird oftmals nicht deutlich, welche Eigenschaften und Attribute welche Fähigkeiten beeinflussen. Falsch investierte Erfahrungspunkte können schließlich auf höheren Levels dazu führen, dass das Spiel unnötig schwer wird. Hier hilft meist nur ein Blick ins Forum oder ins Wiki, wo Fans Übersichten zusammengestellt haben.

Auch das Kloster auf P'Jem ist immer eine Reise wert...

Beim eigentlichen Spiel legt "Star Trek Online" den Schwerpunkt auf Kämpfe gegen KI-Gegner. Egal ob im All oder auf festem Boden – meist müssen Sie irgendjemanden ausschalten. Das ist trotz der eher friedvollen Vision von "Star Trek" auch gut so – lassen sich Kämpfe doch am ehesten in Herausforderungen und somit ein Spiel umsetzen. Die Kämpfe im Weltraum spielen sich außerdem angenehm actionreich und erfordern zumindest in höheren Levels den einigermaßen sinnvollen Einsatz der Fähigkeiten der Crew. Übermäßig schwer werden die Weltraum-Schlachten in "Star Trek Online" aber bis auf wenige Ausnahmen nicht.

...zumal P'Jem zu den schönsten Planeten im Spiel gehört.

Deutlich langatmiger und abwechslungsärmer spielen sich die Außenmissionen auf Planeten. Nachdem sich das Außenteam auf dem Planeten materialisiert hat, rückt man zum ersten Missionsziel vor, bei dem sich garantiert auch eine Gruppe Gegner aufhält. Sobald man in Waffenreichweite ist, betätigt man unentwegt die Tasten für Angriff und Spezialangriff, bis alle Gegner ausgeschaltet wurden. Wenn man sein Team gut ausgerüstet hat, kann man ihm auch die gesamte Arbeit überlassen und sich in der Zwischenzeit einen Kaffee holen. In den meisten Fällen sind die Kämpfe leicht genug, dass ihr Team diese ohne ihre Hilfe gewinnt und etwas Aufregendes verpassen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht. Sobald alle Gegner ausgeschaltet wurden, müssen Sie meist eine Konsole betätigen oder etwas scannen und dann zum nächsten Ziel laufen, wo das Prozedere von vorn beginnt.

Selten spielen sich auf Planeten größere Gefechte ab, wie in dieser Fleet Action.

Die Bodenmissionen speziell in Gebäuden werden auch noch von weiteren Problemen geplagt. Zum einen ist die Wegfindung ihres Außenteams eine Katastrophe, sodass ihr NPC-Team häufig an Ecken hängen bleibt. Unter Umständen bemerken Sie das erst, wenn Sie in ein Gefecht geraten und Sie keine Unterstützung erhalten, weil Ihr Team zwei Räume vorher feststeckt. Das andere große Problem ist die Performance in Innenräumen, die spürbar abnimmt. Nutzer der 64-Bit-Versionen von Windows Vista und Windows 7 in Kombination mit einer ATI-Grafikkarte berichten im Forum von regelmäßigen Abstürzen, welche auch wir auf einem Testsystem unter den genannten Bedingungen regelmäßig nachvollziehen konnten.

Dafür präsentiert einem das Spiel immer wieder beeindruckende Landschaften...

Aber auch die Bodenmissionen im Freien sind nicht vor Bugs sicher. Hier passiert es unter Umständen, dass zu scannende Objekte in den Boden "versunken" sind, sodass die Mission nicht abgeschlossen werden kann. Auch konnten wir in einer Mission beobachten, dass sogar unser NPC-Außenteam im Boden versank und wir die Mission so allein bestreiten mussten.

...oder Planetensysteme.

Wie bei Rollenspielen üblich, kann man die Missionen bei "Star Trek Online" in zwei Kategorien einteilen. Auf der einen Seite gibt es die generischen und immer gleichen Missionen der Marke "Scanne fünf Gegenstände", "Eliminiere fünf Gegnergruppen" oder "Aktiviere fünf Konsolen". Zwar wird jede dieser generischen Missionen von ein paar Zeilen Story zusammengehalten, diese ist jedoch im Kern jedes Mal gleich und nur minimal variiert. Im Laufe des Spiels wechseln bei diesen Missionen nur die Gegner und als Gipfel der Abwechslung muss man die Tatsache werten, dass das Schema auf höheren Levels meist lautet: "Scanne 5 Gegenstände und treffe dabei auf 5 Gegnergruppen, die du wohl oder über eliminieren musst."

Eines schöner...

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die besonderen, einzigartigen Missionen, welche dann auch eine richtige Geschichte erzählen. Meist bilden sogar alle Storymissionen in einer Sektorengruppe einen zusammenhängenden Handlungsstrang. In den Storymissionen nutzt Cryptic auch immer wieder aus den Serien bekannte Schauplätze. Ein Iconianisches Gateway taucht genauso auf wie der Wächter der Ewigkeit. Zwar geht es auch hier im Kern immer um das Gleiche (Gegner eliminieren, Konsolen benutzen, Gegenstände scannen), aber die Storymissionen sind zumindest immer abwechslungsreich verpackt.

...als das andere.

Sehr schade ist speziell bei den Storymissionen, dass "Star Trek Online" beim eigentlichen Erzählen der Geschichte fast vollkommen versagt. Dazu kennt STO genau eine Methode: Ein Kasten öffnet sich, welcher auf der linken Seite das statische Bild des Sprechers enthält und auf der rechten Seite den Text, welchen dieser Ihnen vermitteln möchte. Abgesehen von einigen von Zachary Quinto gesprochenen Sätzen im Tutorial und ein paar einleitenden Sätzen von Leonard Nimoy beim Betreten eines neuen Sektorenblocks, kommt das Spiel fast ohne Vertonung aus. Wo die aufwändige Vertonung eines Spiels noch ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor ist, ist der vollkommene Verzicht auf Cutscenes nicht nachvollziehbar. In einer Mission müssen Sie zum Beispiel einen Asteroiden zerstören, welcher einen Planeten zu verwüsten droht. Sie entfesseln also die Macht ihrer Phaser und Torpedos auf den Feuerball und was passiert? Von einer Sekunde auf die andere verschwindet dieser einfach. Was hätte man solche Momente durch eine Cutscene mit dem spektakulären Zerbrechen des Asteroiden verbessern können.

Bloom-Effekte setzt das Spiel geradezu verschwenderisch ein.

Spektakulär aussehen kann "Star Trek Online" nämlich. Auf den höchsten Grafikeinstellungen zaubert Ihnen das Spiel wunderschöne Sternensysteme mit detaillierten Raumschiffen und High-Dynamic-Range-Effekten auf den Bildschirm, die nur durch etwas zu niedrig aufgelöste Texturen getrübt werden. Einige der Planetenoberflächen muss man sogar schlicht als atemberaubend beschreiben. Einziger Wermutstropfen ist hier, dass die Planeten vollkommen leblos sind. Es gibt weder Tiere noch Personen, die nicht zur jeweiligen Aufgabe gehören. Dennoch trösten solche Umgebungen dann auch tatsächlich über so manche eintönige Mission hinweg.

In manchen Systemen entdeckt man mysteriöse Anomalien...

Ein weiteres Problem von "Star Trek Online" ist das Online-Erlebnis. STO arbeitet in extremem Maße mit Instanzen. Das bedeutet, dass sich in der Karte, wo Sie sich befinden, nie mehr als etwa 20 Spieler aufhalten. Für Orte, an denen sich üblicherweise viele Spieler befinden (z.B. der Sternenbasis im Erdorbit) erstellt das Spiel dann dutzende Kopien der jeweiligen Karte (die sog. Instanzen) und teilt verteilt die Spieler dann auf die Kopien. So verdient das Spiel aber die Bezeichnung "Massively Multiplayer Online Game" nicht – massively ist da einfach nichts. Das eindeutigste Zeichen, dass STO ein Online-Rollenspiel ist, ist meistens die Chatbox.

...in anderen gigantische Kraftfelder.

Immerhin können Sie sämtliche Missionen in einem Team mit bis zu vier weiteren Spielern erleben. Während das Spiel Sie in den zahlreichen Patrouillenmissionen noch automatisch in ein Team steckt (es sei denn, Sie stellen diese Option aus), müssen Sie bei Storymissionen sich das Team vorher selbst zusammenstellen. Ansonsten spielen Sie die Storymissionen grundsätzlich allein, wodurch STO vollkommen wie ein Offline-Rollenspiel wirkt. Ein Highlight sind dafür die sogenannten "Fleet Actions". Hier spielen bis zu 20 Spieler auf einer Karte zusammen, um bestimmte Missionsziele zu erreichen. Problematisch an diesen Missionen ist aber, dass das Spiel Teamplay meist weder fordert noch fördert. In fast allen "Fleet Actions" reicht es vollkommen aus, als einsamer Wolf zu spielen und einfach auf alles, was rot markiert ist, zu feuern. Wenn die anderen Mitspieler das Gleiche tun, kommt man mit ziemlicher Sicherheit ans Ziel. Und wenn das Spiel den Spielern dann tatsächlich ein einziges Mal eine komplexere Mission vorsetzt, bei der Teamwork unabdingbar ist, scheitert die Spielerschaft kolossal, da ein unaufmerksamer Spieler die Arbeit von 19 anderen Spielern ruinieren kann.

Die Memory Alpha sieht zwar beeindruckend aus, das Crafting ist aber eher enttäuschend.

Enttäuschend ist auch der Einbau des Crafting-Systems in "Star Trek Online". Während es in anderen MMOs Berufe gibt, welche Gegenstände herstellen können und man die benötigten Ressourcen gezielt abbauen kann, ist das Crafting-System in STO deutlich weniger komplex. Im All und auf Planeten trifft man immer wieder auf Anomalien. Scannt man diese, erhält man zufällig bis zu drei Rohstoffe. Eine bestimmte Menge bestimmter Rohstoffe, plus einen gewöhnlichen Gegenstand, kann man dann bei Craftern in der Memory Alpha gegen den gleichen Gegenstand mit leicht verbesserten Attributen eintauschen. Das Craftingmenü ist dabei identisch mit dem Handelsmenü – eine Animation des Craftens gibt es nicht. Auch rechtfertigen die erstellten Gegenstände besonders in höheren Levels den benötigten Aufwand nicht.

Immer wieder spektakulär sind die zerbrochenen Planeten.

Um die Frage vom Beginn wieder aufzugreifen: Nein, zwei Jahre Entwicklungszeit waren eindeutig zu wenig für "Star Trek Online". Das Spiel ist schlicht unfertig und von kleineren und größeren Bugs geplagt. Ein halbes oder besser ein ganzes Jahr mehr Entwicklungszeit hätten das Spiel zur Veröffentlichung in einem vollkommen anderen Licht erstrahlen lassen. So zeigt "Star Trek Online" leider mehr Schatten als Licht. Trek-Fans freuen sich über dutzende detailgetreu umgesetzte "Star Trek"-Völker und bekannte Schiffe und Schauplätze aus den Serien und Filmen. Wie sehr die Entwickler sich mit "Star Trek" auskennen und es lieben, zeigen Details wie eine Art Tribble-Zucht-Minispiel. Auch das Hocharbeiten zum nächstbesten Schiff motiviert ungemein: "Noch zwei Level, dann bekomme ich meine Prometheus-Klasse". Sobald man aber die beste Schiffsklasse erhalten hat, sackt die Motivation deutlich ab. Dies passiert bereits nach etwa 50-100 Spielstunden. Fortan erledigt man im Moment nur noch ein paar tägliche Missionen, für die man besondere Abzeichen erhält, welche man wiederum gegen High-End-Ausrüstung tauschen kann. Diese Missionen kann man aber in gut einer Stunde täglich erledigen. Zum erneuten Durchspielen mit einem neuen Charakter muss man sich schon gehörig motivieren – gingen einem doch schon beim ersten Durchspielen gegen Ende die zufallsgenerierten Missionen meist auf die Nerven.

In den Missionen trifft man auf den Wächter der Ewigkeit...

Die einzige Möglichkeit auch nach Erreichen der Levelgrenze noch neue Herausforderungen zu finden, bietet im Moment PvP, also der Kampf Spieler-gegen-Spieler. Aber auch das PvP-System ist in "Star Trek Online" noch nicht ausgereift. Eigentlich sollen in den PvP-Kämpfen immer Teams der beiden Fraktionen gegeneinander antreten: Klingonen gegen die Föderation. Das Problem dabei ist, dass viel zu viele hochrangige Föderationsspieler spielen wollen und es auf der anderen Seite viel zu wenige ebenbürtige Klingonen gibt. Die Folge sind Warteschlangen, bei denen man als Föderationsspieler durchaus mehrere Stunden auf einen freien Platz warten muss. Die Ursache für die geringe Klingonenanzahl ist auch schnell ausgemacht. Im Moment sind die Klingoneninhalte zu fast 100 Prozent PvP. Was hier wieder zur Folge hat, dass es viele niederrangige Klingonenspieler gibt, die ewig in Warteschlangen warten müssen. In den unteren Levels ist anscheinend bei den Föderationsspielern das Interesse an PvP eher gering. Und wenn man als Klingonenspieler keine Missionen spielen kann, erreicht man auch die höheren Ränge nur schwer. Was wieder zum Ausgangsproblem führt. Hier wäre wünschenswert, dass Cryptic vielleicht eine Art Holomatch einführt, in dem Klingonen oder Föderationsspieler untereinander kämpfen könnten. Die Resultate aus den normalen PvP-Gefechten haben eh keinerlei Einfluss auf den Kriegsverlauf oder eine virtuelle Front, also würden Holomatches auch keinerlei Nachteil mit sich bringen. Die Warteschlangen könnte eine solche Lösung aber sicherlich auf ein Minimum reduzieren.

...besucht Deep Space 9...

Die deutsche Übersetzung von "Star Trek Online" war zum Verkaufsstart zu großen Teilen ein Flickwerk aus deutschen und englischen Fetzen. Zum Test haben wir uns als Konsequenz entschieden auf die englische Sprachversion umzustellen, was problemlos im Launcher möglich ist. Mit zahlreichen Patches wurde die Übersetzung zwar inzwischen nachgebessert - perfekt ist sie aber bei weitem noch nicht. Auch in der deutschen Version hören Sie übrigens die englischen Stimmen von Zachary Quinto und Leonard Nimoy.

...und die bajoranischen Feuerhöhlen.

Unterm Strich ist "Star Trek Online" ein kurzweiliges, langfristig aber abwechslungsarmes Rollenspiel, welches von Online- und Offline-Rollenspielen mehrheitlich die schlechten Elemente übernimmt. Gelegenheitsspieler und "Star Trek"-Fans könnten aber dennoch einige Stunden Spaß mit dem Titel haben. Als Einmalkauf für 45€ würden wir eine Empfehlung aussprechen, im Moment sind die monatlichen Gebühren von 15€ aber schlicht nicht gerechtfertigt – dafür ist das Online-Erlebnis schlicht zu dürftig.

Auch ein Planet voller Tribbles darf nicht fehlen.

Wie bei Online-Rollenspielen üblich wird "Star Trek Online" aber kontinuierlich verbessert und erweitert. In einem halben oder einem ganzen Jahr könnte STO schließlich das Spiel sein, was es von Anfang an hätte sein sollen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten und Ihnen sagen, wann sich ein (Wieder-)Einstieg lohnt.

Zweitmeinung: Uwe Webel

Ein Besuch von Empok Nor steht ebenfalls auf der Liste.

Ich spiele seit zehn Jahren Online-Rollenspiele und war am Anfang von den ganzen Skills und deren Beschreibungen absolut erschlagen und überfordert. Bei "Star Trek Online" gibt es kein langsames Warm- und Herangeführtwerden an die verschiedenen Fertigkeiten, wie bei den Fantasy-MMORPGs, die ich bislang gespielt habe. Hier wird der Spieler mit Infos druckbetankt.

Was verbirgt sich hinter diesen mysteriösen Anomalien?

Die Raumkämpfe sind unfassbar schwerfällig und langatmig. Selbst mit den kleineren und wendigeren Raumern kommt bei mir kein Weltraum-Action-Shooter-Feeling auf. Ich bekomme eher Schwielen an den Fingern, weil ich ständig auf die Richtungstasten drücke, damit mein Schiff sich endlich in die gewünschte Richtung dreht. Das Ganze geht auch per Maus, aber der Frust ist der Gleiche.

Als Rear Admiral verschlägt es einen in den Borgraum...

Der Bodenkampf ist ein Witz. Zum Einen ist die KI der Gegner selten bis gar nicht vorhanden, denn wie sonst ist es zu erklären, dass Gegner mit Strahlenwaffen in der Hand in meine Gruppe rennen, um dann stehend auf meinen Charakter und meine Crew zu schießen. Zum Anderen ist die Steuerung des eigenen Charakters bestenfalls als hölzern zu bezeichnen. Weglaufen geht übrigens nicht, wenn man angegriffen wird, stattdessen kann man sich nur rückwärts schleichend bewegen (um dem Gegner möglichst lange ein leichtes Ziel zu bieten?). Die Crew-Mitglieder bleiben ständig an irgendwelchen Objekten hängen und passen ihre KI der der Gegner an. Bei Raum- und Bodenkampf dreht sich die Kamera ständig in Richtungen, in denen man sie nicht braucht oder zoomt rein und raus, wenn der Charakter mal wieder rückwärts gegen eine Wand geschlichen ist.

...wo man auf assimilierte Planeten trifft...

Die Missionen, die man zum Aufsteigen im Rang spielen kann, sind austauschbar und wiederholen sich ständig. In der Regel unterscheiden sie sich nur in der Anzahl der dabei auszulöschenden Gegner im Raum und der zwischendurch auf Stationen oder Planetenoberflächen zu scannenden Objekten. Interessanterweise unterscheiden sich die Missionen wenig bis gar nicht von den Erkundungsaufträgen, durch die man auch aufsteigen kann. Dies wurde im Vorfeld so verkauft, dass man durch Missionen, Erkundungen oder PvP aufsteigen kann.

...welche aber auch gelegentlich von Spezies 8472 angegriffen werden.

Als ein echtes Armutszeugnis erachte ich, dass Cryptic jetzt zugegeben hat, dass die Klingonen-Seite nur als Zusatz gedacht war und gar nicht als vollwertig spielbare Alternative zur Föderation. Offenbar war der Hersteller völlig davon überrascht, dass die Spieler auch „böse“ Rassen spielen wollen. Genauso verwundert war Cryptic ja auch, als sie herausfinden mussten, dass die Spieler gern auf ihrem eigenen Schiff herumlaufen wollen und haben im Schnellschuss eine „begehbare Brücke“ ins Spiel eingebaut. Eine Mini-Instanz aus einem Raum bestehend.

Neue Welten...

Gruppenspiel wird bei „Star Trek Online“ nicht gefordert oder gefördert. Man kann jeden Einsatz prima allein erledigen. Wenn man sich aber per Zufall mit anderen Spielen in eine Gruppe stecken lässt, um nicht ganz im Spiel zu vereinsamen und um eine Mission in Gesellschaft zu spielen, endet das oftmals damit, dass mindestens Einer ausschließlich die Anomalien scannt und einsammelt, die es in diesem Sektor gibt und die Anderen die eigentliche Aufgabe (Gegner auslöschen) erledigen. Natürlich bekommt der Anomalien-Einsammler den Missionsfortschritt der anderen komplett gutgeschrieben, auch wenn er die Mitspieler während der gesamten Mission nicht einmal zu Gesicht bekommt.

...von exotischer Schönheit

Für Casual Gamer, also Spieler, die einfach nur mal ins Spiel gehen und die eine oder andere Mission spielen wollen, ohne sich dafür eine Gruppe suchen zu müssen, ist das Spiel perfekt. Es spielt sich komplett wie ein Offline-Spiel. Wenn man nicht wüsste, dass die Raumschiffe, die man in den Sektoren und die Charaktere, die man auf den Stationen sieht, andere Spieler sind, würde das nicht auffallen. Denn alles ist instanziert. Jeder Besuch einer Station ist durch eine maximale Anzahl an Spielern in einer Instanz limitiert und jede Mission, jede Erkundungstour und jeder Besuch eines Planeten ist eine weitere Instanz. Auf der einen Seite schont das die Server-Ressourcen und macht das Ganze für den Hersteller sehr übersichtlich und einfach zu überwachen, auf der anderen Seite hingegen trägt das zum extremen Offline-Feeling bei, das bei „Star Trek Online“ allgegenwärtig ist. Allerdings ruckelt es dadurch auch weniger, als bei anderen Spielen.

Die Grafik ist zeitgemäß und entspricht dem aktuellen allgemeinen MMORPG-Standard. Die Planeten im Raum sehen wirklich toll aus und auch die Planetenoberflächen sind nett gestaltet.

Gelegentlich kommt es in den Missionen zu größeren Gefechten

Da bereits wenige Tage nach dem offziellen Spielstart, die ersten Hardcore-Spieler den höchsten Rang im Spiel erreicht hatten, gehe ich davon aus, dass die Motivation der Vielspieler vom Hersteller nicht lange genährt werden kann, auch wenn gerade erst mit einem Patch neue Inhalte ins Spiel eingefügt wurden und weitere Patches angekündigt sind.

Wie die Langzeitmotivation der Casual Gamer und von denen, die am liebsten in Gruppen unterwegs sind, verläuft, bleibt abzuwarten.

Drittmeinung: Marvin Luchs

In einigen Systemen unterhält die Sternenflotte Sternenbasen.

Eins vorweg: Ich bin ein sehr unregelmäßiger Nutzer von Videospielen - meist packt mich nur alle paar Monate die Lust auf ein Videospiel. Wenn ein "Star Trek"-Spiel auf den Markt kommt, dann interessiert es mich vor allem, da ich ein Fan der Serie bin und das Spiel mir die Möglichkeit gibt, aktiv in das Trek-Universum einzutauchen statt nur passiv daran teilzunehmen. Dementsprechend groß war auch mein Interesse an "Star Trek Online" - vereint es doch sowohl die Aussicht auf spannende Weltraumkämpfe als auch das Abenteuer einer Außenmission auf unerforschten Planeten.

Ein Föderationsschiff wurde von Klingonen geentert...

Leider stellte sich zumindest die Open Beta für mich als herbe Enttäuschung heraus - nach gerade einmal einer Stunde hatte ich die Lust schon verloren, mich weiter damit zu beschäftigen. Bei regulären First- oder Third-Person-Shootern habe ich kein Problem damit, wenn ein Level nur daraus besteht, von A nach B zu kommen, Knöpfe zu drücken und Gegner umzunieten - doch bei diesem Spiel habe ich aufgrund der hakeligen Steuerung die meiste Zeit damit verbracht, gegen Wände zu laufen und mich in Gegenständen zu verheddern, während meine Gegner mir Lebenspunkt um Lebenspunkt nehmen. Richtiges Action-Feeling kommt dabei nicht auf, was aber auch daran liegt, dass die Point-and-Click-Steuerung der Waffen ungefähr so aufregend ist, wie eine Runde Solitär.

...auf einem anderen gehen seltsamere Dinge vor.

Im Weltraumkampf (der im Übrigen vergleichsweise gelungen ist, insbesondere visuell) ist das auch völlig okay, nur im Kampfe von Angesicht zu Angesicht wünscht man sich dann doch etwas direktere Mittel. Letztendlich könnte ich über viele fachliche Mängel hinwegsehen, wenn denn das "Star Trek"-Feeling stimmen würde, doch auch hier konnte mich das Spiel wenig überzeugen. Visuell hat man sich für meinen Geschmack zu weit vom Stil der Serien entfernt und extrem negativ sind mir die irrwitzig großen Kulissen aufgefallen - welches Raumschiff hat den Platz für (gefühlt) drei Meter hohe Korridordecken?!

Eine Welt aus Kristall.

Fazit: Wie MMORPG-Fans das Spiel gefallen wird, vermag ich nicht zu beurteilen, aber wer mal wieder durch die Gänge eines Föderationsschiffes streifen möchte, der ist mit einer Runde "Elite Force" besser dran. Und wer DS9 mal wieder einen Besuch abstatten möchte, dem sei "The Fallen" ans Herz gelegt. Beide haben zwar ihre Jahre auf dem Buckel, bieten aber mehr Atmosphäre und "Star Trek"-Feeling.

Pro:

  • umfangreiche Nutzung der "Star Trek"-Lizenz inklusive Charakteren, Schiffen, Völkern und Schauplätzen
  • vielfältige Anpassungsmöglichkeiten von Charakteren und Schiffen
  • kurzweilige, actionreiche Weltraumkämpfe
  • auf den höchsten Einstellungen sehr hübsche Grafik
  • bis zum Erreichen der Levelgrenze sehr motivierend durch Beförderungen und neue Schiffe

Contra:

  • immer wieder nach dem gleichen Muster aufgebaute Missionen
  • Bodengefechte sehr eintönig
  • schlechte Beschreibungen der Fähigkeiten
  • teilweise falsche Questbeschreibungen
  • Bugs machen manche Missionen unlösbar
  • Performanceprobleme bei Bodenmissionen
  • regelmäßige Abstürze bei bestimmten Hard- und Softwarekombinationen
  • insgesamt zu schwaches Online-Erlebnis
  • viele Elemente nur mittelmäßig eingebaut

Weitere Infos


Titel "Star Trek Online"

Genre Massively Multiplayer Online Role Playing Game (MMO)

Publisher Atari

Entwickler Cryptic Studios

USK-Einstufung ab 12

Erscheinungstermin 5. Februar 2010

Ausstattung Spiel erhältlich als Standard-Edition, Silber Edition, Gold Edition, Collectors Edition und Digital Deluxe Version

(mk, uw, ml - 12.03.10)

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