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Christian Freitag (cf)31.12.14

Eine Frau, für die man ein Universum opfern könnte

IDW's neue Comic-Adaption von "Griff in die Geschichte"

Vor fast 50 Jahren wurde DIE "Star Trek"-Episode schlechthin veröffentlicht: „The City on the Edge of Forever“. Das Screenplay stammte von Harlan Ellison. Na ja, das Grundgerüst davon. Schon in den 80er Jahren hat Ellison seine Urversion in einem eigenen Buch vorgestellt. Nun erschien diese auch als Comic von IDW.

Was war also anders? Ellison ging von einem Drogendealer namens Beckwith aus, der sich irgendwann mal zur Ruhe setzen wollte und das aber nur mit einer Menge Kohle machen konnte. Hierfür hatte er sich zum sogenannten Pusher entwickelt. Das sind Drogendealer, die aktiv neue „Kunden“ anwerben wollen. Schon früh hat Beckwith sich einen Kundenstamm aufgebaut, der in wechselseitiger Beziehung neue Profite für ihn bedeuteten. Eines Tages überwirft er sich jedoch mit einem seiner Junkies. Es kommt wie es kommen muss: Beckwith sieht seine Felle davon schwimmen, beamt sich auf den nahegelegenen Planeten, der die Stadt am Rande der Ewigkeit birgt und springt durch das dortige Zeitportal. Kein McCoy. Drogen an Bord der Enterprise? Kein Wunder, dass da Roddenberry nicht mitgemacht hat. Aber um eine Lanze zu brechen: Roddenberry's Version war ebenfalls nicht immer eitel Sonnenschein. Welche hochentwickelte Zivilisation benötigt denn noch die Todesstrafe? Da muss man nur an Talos IV denken. Ja, die Flotte richtete tatsächlich im Ausnahmefall Personen hin!? Da hätte es auch ein Drogendealer getan. Oder man denke an Harry Mudd. Es war immer nur ein Wort: T-T-T-T-TTot! Das ist ja barbarisch.

Jedenfalls hatte Roddenberry etwas dagegen und in der Tat mutet es etwas seltsam an. Nicht das Thema des Drogendealers an sich. Selbst Mudd war ja einer genaugenommen. Aber die Art der Darstellung. Dass die Mitglieder der Enterprise Besatzung die besten der Besten waren nahm der Zuschauer ob diverser bräsiger Redshirts, die reihenweise wie die Fliegen umkamen eh nicht ab. Aber sollte ein Dealer und diverse Junkies und vor allem nicht deren Taten und Abhängigkeiten auffallen?

Ellison's Drehbuch wurde in einer Minicomicreihe von IDW adaptiert. Ob diese auch bei Cross Cult erscheint ist fraglich. Ich vermute mal nicht. 1. Verkauft sich TOS bei CC nicht besonders gut. 2. Mögen die Verantwortlichen das Artwork nicht. Das hatten sie schon beim Dr. Who Crossover klargestellt. Ich empfinde das persönlich als Fehler, weil das Artwork hervorragend ist. Die Darsteller lassen sich alle wiedererkennen und selten sah Joan Collins so schön aus wie hier.

Die Folge barg viele Charaktermomente, von der sich so manche Episode eine Scheibe abschneiden konnte. Nie im Leben – NIE – hatte sich James T. Kirk so innig in eine Frau verliebt wie in dieser Folge. Klar, gab es die eine oder andere Liaison. Und seine Liebschaft zu einer Roboterdame zähle ich jetzt mal nicht, da es kein Lebewesen aus Fleisch und Blut war. Doch Edith Keeler hatte auf Jim Kirk eine einschneidende Wirkung. Es schien als habe er sich vorher und hinterher auf keine andere Frau mehr so intensiv eingelassen. Man sah wie schwer es ihm fiel, die Wahrheit zu ertragen und Edith dem sicheren Tod zu überlassen. Der Comic hat dahingehend sogar noch eine tiefere Wirkung. Hier wird eindeutig gezeigt, wie schwer es Kirk fällt. Wie verliebt er tatsächlich ist und wie sehr er davor steht, alles das, was er liebt und schätzt, seine Zivilisation, sein Schiff, seine Crew, das Außenteam das er zurückgelassen hat, aufzugeben und für Edith Keeler zu opfern.

Abgesehen von den einseitigen Lobpreisungen und Huldigungen für Ellison in den betreffenden fünf Ausgaben, die passenderweise (aber nicht nach meinen Geschmack) mit Cover von Juan Ortiz versehen sind (die meiner Ansicht nach besseren Cover habe ich nicht) hat Ellisons Skript jedoch auch einige Sachen, die mir nicht so gut gefallen: U. a. wäre da die Person des Beckwith. Der Drogendealer hat einen lichten Moment als er die Frau in Kirks Leben statt McCoy rettet. Apropos McCoy. Der gute Doktor hat hier einen Statistenauftritt als er ein Crewmitglied untersucht. Er spielt überhaupt keine Rolle, dies deshalb, weil Ellison davon ausging, dass ein Schiffsarzt nur dann zum Außenteam gehört, wenn es absolut unumgänglich ist.

Beckwith ist einfach zu durchschaubar. Die Szene um McCoys Einsatz bietet da weitaus mehr Dramatik auch wenn wiederum der heldenhafte Einsatz des Trooper tatsächlich ein tragischer Moment ist. „Du… Du hast mich doch aus Absicht zurückgehalten!!!“ Ein völlig entsetzter McCoy, der absolut seinen Freund nicht verstehen kann, spricht Bände in der Fernsehgeschichte und fehlt eindeutig im Skript. Demgemäß fehlt aber Janice Rand in der TV-Episode, die ihrerseits aufgrund diverser Querelen aus der Serie geworfen wurde.

Was mir in der Adaption des Originalskriptes aber auch aufstößt ist Spock. Der Vulkanier ist schlecht getroffen. Seine Charakterisierung passt fast NULL zu seinem Pendant. Das mag daran liegen, dass das Skript vielleicht noch entstanden war, als Ellison das Endprodukt nicht sehen konnte. Spock ist zu vorschnell mit Vorurteilen und Verallgemeinerungen, widerspricht seinem Captain häufiger und führt auch Alleingänge durch, die er sich bei Gary Mitchell auch nicht so geleistet hatte, auch wenn er dem Captain dort ständig zugeredet hat, so ist die Mitnahme des Phasers der nicht Beckwith galt erschreckend.

Erschreckend ist auch die Szene als Edith die Treppe runterfällt. Während Jim sie in der Serie stützt und von Spock eine Rüge bekommt, lässt er sie hier einfach fallen mit einem Ausdruck auf seinem Gesicht, das von blanken Terror und Entsetzen zeugt. Hier hat der Künstler wahrlich meisterhaftes vollbracht. Nie zuvor war eine Zeitreise tragischer…

Eine Frage beantwortet jedoch auch die Adaption nicht, die von Kirk aber gestellt wird. Warum kann Kirk sie nicht mitnehmen?

(cf - 31.12.14)


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