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Julian Wangler (jw)09.12.07

2026 bis 2053: Dritter Weltkrieg

Politik, Kultur und Geschichte in den Trek-Books

Der Dritte Weltkrieg in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts war der bislang größte Konflikt auf der Erde mit den verheerendsten Folgen für die Menschheit. Er steht deshalb mit seiner Bezeichnung in einer Reihe mit den beiden vorangegangenen Weltkriegen; nicht zuletzt, weil er in einem größeren Kontext ein neues Mentalitätsparadigma in der Menschheit anbrechen ließ.

Ursachen

Als 2026 der Dritte Weltkrieg ausbrach, war dies eine längerfristige Konsequenz aus den Eugenischen Kriegen Ende der 1990er-Jahre. Denn obwohl die Augments vollständig entmachtet und verbannt worden waren, lebte ihre (nationalsozialistischen Lebensraumvorstellungen nicht unähnliche) biologische Utopie in den Köpfen vieler 'normaler' Menschen weiter. Zwar waren diese nicht mehr von der Vision beseelt, über genetische Manipulation den "Rassewert" der Menschheit zu steigern, allerdings setzte sich, auch unter dem Druck enormer Umweltkatastrophen und Rohstoffknappheit auf der Erde, in vielen politischen Institutionen und Organisationen die Vorstellung vom Imperativ einer von Behinderungen und Geburtskrankheiten befreiten Menschheit durch. Damit erhielt die Zielsetzung der Augments einen neuen Anstrich.

Wichtige Figur im Dritten Weltkrieg: Colonel Phillip Green
Im Rahmen der globalisierten Welt wurden transnationale Organisationen neben Global-Player-Konzernen und den traditionellen Staaten zu einer zentralen Größe. In diesem Zusammenhang ist die Erstarkung der Militärgruppe um Colonel Phillip Green zu sehen, die sich in vielen Staaten – vor allem der krisengebeutelten Zweiten und Dritten Welt – Unterstützung sicherte. Doch anders als von Green versprochen, war nicht die Schaffung neuen Wohlstands sein Ziel, sondern die möglichst taktisch klug lancierte Aufeinanderhetzung der Erdnationen. Greens Vision um Reinigung und Ausleseprozess im Rahmen eines schöpferischen Krieges suchte sein Vorbild vor allem bei Hitler und Khan Noonien Singh.

Das Entstehen internationaler Gegenfraktionen nutzte Green geschickt, um die Konflikte im internationalen politischen System weiter anzufachen. Zusätzlich war er durch Anschläge gegen die Vereinten Nationen und die Eroberung einer Lunastation (der Mond wurde zu einem Sammelbecken seiner Gruppierung) an terroristischen Anschlägen beteiligt, die er geschickt auf dritte Akteure abzuwälzen suchte. Mit dieser Motivation zerstörte er auch das erste fusionsbetriebene Raumschiff, ein Gemeinschaftsprojekt zahlreicher Erdnationen. Seine Bewegung, die so genannte Optimum-Gruppierung (so hieß sie zumindest bis Kriegsbeginn), schaffte es sogar, ganze Staatengebilde zu infiltrieren und zu transformieren, so auch im Falle Großbritanniens. Mit dem Ausscheren der stabilsten Demokratie aus dem alliierten Bündnis erfuhr der Westen eine beträchtliche Schwächung.

Die gewalttätigen Aktionen von Green und seinen Ökoterroristen, vor allem aus der Dritten Welt stammend und nicht selten mit Drogen bei Disziplin gehalten, führten noch vor dem offiziellen Ausbruch des Dritten Weltkriegs Mitte 2026 zu über dreißig Millionen Toten.

Verlauf

Der Dritte Weltkrieg fand in einem durch diverse vorangegangene Krisen ökonomischer und ökologischer Art prinzipiell völlig anarchischen wie chaotischen internationalen System seinen Ausgangspunkt. Internationale Regulierinstanzen wie die UNO waren längst entwertet, als es zu ersten Kampfhandlungen kam. Anders, als noch im Ersten oder Zweiten Weltkrieg, wo sich die Kräfteachsen um einen Fünf- bzw. Dreiklang von Supermächten bewegten, herrschte in diesem Krieg von vorneherein eine beträchtliche Multipolarität vor, in der viele an den Rande der Existenz gedrängte Staaten kurzfristige Bündnisse eingingen, um ihr Überleben beziehungsweise Vorteile zu gewährleisten. Damit spielte von Anfang an neben einer ideologischen Komponente auch die realpolitische eine nach wie vor bedeutsame Rolle.

Geführt wurde der Krieg hauptsächlich mit nuklearen Vernichtungswaffen, die unangekündigt und mit perfiden Tarnsystemen ausgestattet über dem ganzen Globus abgeschossen und zum Einschlag gebracht wurden. Rekonstruktionen der radioaktiven Verseuchung legen nahe, dass zu Beginn der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts mindestens ein Viertel der Erde so gut wie unbewohnbar geworden sein muss. Noch intakte Regionen wie der Norden der USA litten verstärkt unter unberechenbaren Klimakatastrophen und saurem Regen.

Bereits während des Kriegs, 2036, wurde ein Versuch unternommen, die zusammengebrochenen Vereinten Nationen neu zu beleben - mit der Gründung der so genannten Neuen Vereinten Nationen (NUNO). Sie sollte unter anderem den Wiederaufbau zerstörter Gesellschaften zur Aufgabe haben. Auch wurde beschlossen, dass kein Erdenbürger für die Verbrechen seiner Vorfahren verantwortlich gemacht werden könne. Anders als erhofft, vermochte der Versuch einer Wiederaufnahme des Völker- und Staatendialogs zu keinem Ende des Kriegs beitragen - er wütete noch fast zwei Jahrzehnte. Die NUNO würde erst mit dem Beginn des 22. Jahrhunderts einen positiven Ansatz finden, gestützt durch die Hilfe der Vulkanier.

Ende und Nachkriegsphase

Insgesamt kostete der Dritte Weltkrieg mehr als 600 Millionen Menschen das Leben. Er vernichtete internationale Strukturen nahezu vollständig und ließ nur wenige intakte Staaten übrig. Ebenso lagen die meisten Hauptstädte in Trümmern, die Atmosphäre war durch radioaktive Isotope verstrahlt. Der Krieg fand 2053 ein ungefähres Ende, als in San Francisco ein wichtiger Teil der verfeindeten Nationen und Bündnisse einen Waffenstillstand ausriefen; allerdings wurde er aufgrund seiner zunehmenden Dezentralität und Asymmetrie fernab staatlicher Steuerung auch einige Jahre auf der Südhalbkugel weitergefochten.

Nach dem Krieg fanden Schausprozesse statt
Nach dem Krieg herrschte - trotz des Erstkontakts mit den Vulkanierin - noch lange Zeit Anarchie und Verheerung. Bis ins Jahr 2079 sprach man von postatomarer Schreckenszeit, in der unter anderem Richter Schauprozesse für das Volk veranstalteten und Soldaten in Strahlenschutzanzügen für Ordnung im Richtersaal sorgten.

Colonel Green und seine dezimierte Gruppierung überlebten den Krieg ebenfalls. Im besessenen Glauben an eine neue, rassisch gereinigte Menschheit begann er, Strahlenopfer des Kriegs zu euthanasieren, um spätere Generationen "vor dem Unreinen zu bewahren". Bevor er weitere Verbrechen begehen konnte, wurde er von einem Einsatzkommando der US-Armee erschossen.

Einordnung

Der Dritte Weltkrieg, bei weitem verheerendster aller Weltkriege auf der Erde, kann als eine Mischung aus Verteilungs- und ideologisch motiviertem Konflikt gesehen werden. Ein Verteilungskrieg war er deshalb, weil lange vor seinem Ausbruch die Lage im internationalen System in eine verhängnisvolle Abwärtsspirale eingetreten war: Überbevölkerung und Rohstoffmangel, in erster Linie auf der Südhalbkugel, erreichten, symptomatisch belegt durch neue Ölkrisen, einen virulentes Moment. Ökologische Katastrophen nie vorher erlebten Ausmaßes erzeugten ein ganzes Milieu von Umweltflüchtlingen, welche die Küsten Europas überschwemmten. Auch trug die Monopolisierung und Rationalisierung der Weltwirtschaft zu einer unverhältnismäßigen Massenarbeitslosigkeit bei und schuf zudem eine regelrecht deregulierte, unzufriedene Arbeitnehmerschicht. Die Westmächte wurden von den wirtschaftlichen Verwerfungen – auch Börseneinbrüche, bedingt durch terroristische Anschläge – schwer angeschlagen und waren nicht imstande, sie auf schnellem Wege zu beseitigen.

Die politstrategische Vorgehensweise Phillip Greens bei der Heraufbeschwörung internationaler Krisen war gewieft. Im Gedächtnis der Geschichte soll es später einmal heißen, er habe seine Partner permanent "übers Ohr gehauen". Ihm gelang es, durch Vermittlung und Vorgeben falscher Motive, viele Staaten der Zweiten und Dritten Welt zu einer Östlichen Koalition zusammenzuschmieden und sie in politische Frontstellung gegen das Westbündnis unter Führung der USA zu bringen. Ideologisch ist der Dritte Weltkrieg deshalb in gleich zweifachem Sinne: in jenem nämlich, den Green den Staaten des Westens und der Östlichen Koalition suggerierte, und in dem vertuschten Primärziel, eine biologische Flurreinigung der Menschheit vorzunehmen.

An dieser Stelle bleibt anzumerken, dass, obwohl Green der Hauptakteur zur Auslösung des Dritten Weltkriegs war, sein Einfluss niemals hätte derart zum Tragen kommen können, wären nicht andere Fraktionen (auf die hier nicht weiter eingegangen wird) gewesen, welche taktische Fehler begingen oder sich von ihm gewinnen ließen, so auch Gruppierungen wie Al-Qaida. Im 22. Jahrhundert sollte Greens Vermächtnis ein Vorbild für John Frederick Paxton, Führer der nach der Xindi-Krise (2153/54) erstarkten Terra-Prime-Bewegung, werden.

(jw - 23.07.12)

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