Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Julian Wangler (jw)24.06.12

2371/72: Demokratie auf Cardassia

Politik, Kultur und Geschichte in den Trek-Books

Aufstieg und Fall der ersten wirklich demokratischen cardassianischen Regierung beschreibt Julian Wangler für die Artikelserie "Space Politics".

In den Jahren 2371/72 erlangt der so genannte Detapa-Rat auf Cardassia Prime die Regierungsmacht. Es ist das einzige politische Ereignis in der jüngeren Geschichte der Cardassianischen Union, im Zuge dessen sich demokratische Kräfte durchsetzen.

Ursachen

Bereits im 19. Jahrhundert irdischer Zeitrechnung wurde der Detapa-Rat als Teil des cardassianischen Regierungssystems gegründet. Obwohl ihm die Unionsverfassung technisch gesehen die Rolle des Parlaments und damit des einzigen demokratisch legitimierten Verfassungsorgans zuschrieb, übernahm er in der Praxis nur anfänglich die Kontrolle über die Regierungsgeschäfte. Schon bald hatten die beiden anderen gesellschaftlichen Kräftefelder auf Cardassia - das Zentralkommando und der Obsidianische Orden - hinter den Kulissen eine Konstruktion erarbeitet, die faktischen Administrativvollmachten des Detapa-Rats zu beschneiden. Die Militärregierung, die somit zustande kam, erhielt den Anschein aufrecht, der Detapa-Rat sei nach wie vor maßgeblich für die Gesetzgebung in der Union zuständig. Dabei hatte er unlängst nur noch beratende Funktion.

Formal regierte über Cardassia der Detapa-Rat, die wirkliche Macht lag jedoch lange an anderer Stelle.
Zentralkommando und Obsidianischer Orden waren niemals so weit gegangen, die Mitglieder des Rats zu inhaftieren oder auszuwechseln, weil so ihre politische Farce aufgeflogen wäre. Aus diesem Grund konnte das Gremium über die Dekaden hinweg zu einem Sammelbecken für regimekritische Parlamentarier und zur Keimzelle eines demokratischen Cardassia werden. Trotz vielfältiger Bemühungen gelang es diesen Personen jedoch nicht, dem Rat zu seiner ursprünglich angedachten Funktion zurückzuverhelfen.

Erst das Jahr 2371 brachte die entscheidende Wende. Als der Obsidianische Orden im Rahmen einer groß angelegten Joint-Venture-Operation mit dem Tal'Shiar in den Gamma-Quadranten aufbrach, um die Heimatwelt der Gründer ausfindig zu machen und in einem Präventivschlag zu zerstören, erlitt er eine nie da gewesene Niederlage. In der Heimat begannen die Säulen seiner Macht in sich zusammenzustürzen, weil er sich über Gebühr belastet hatte. Zudem tat sich kund, dass der Orden eine eigene Flotte unterhalten hatte, was ihm rechtlich gesehen jedoch nicht zustand.

Der Wegfall des Ordens als die Militärregierung stabilisierende Instanz führte zu einer Schwächung des Regimes insgesamt. Ranghohe Militärs konnten sich einer vom Detapa-Rat ausgehenden Debatte nicht entziehen, die öffentlich geführt wurde und die Abschaffung des Ordens betraf. Um ihre Gesichter zu wahren, kehrten militärische Oberbefehlshaber wie Gul Dukat ihren langjährigen Verbündeten den Rücken und schlugen sich kurzerhand auf die Seite der Wortführer des Rats. Doch der allgemeine Druck war bereits zu stark geworden. Öffentlich forderte man, dass die Militärregierung abdanken sollte. Nach mehr als einem Jahrhundert der Diktatur übernahm der Detapa-Rat wieder die Kontrolle des cardassianischen Gemeinwesens.

Verlauf und Ende

Der demokratische Aufbruch Cardassias fiel in eine Zeit extremer Herausforderungen. Hungersnöte infolge ökologischer Katastrophen und Hitzewellen brachen in zahlreichen Landstrichen der Zentralwelt aus und führten frühzeitig dazu, dass schnell auf die Unterstützung des ungeliebten Militärs zurückgegriffen werden musste. Auch hatten viele Ratsmitglieder kaum Erfahrung beim Führen der Regierungsgeschäfte, weil die Militärregierung das Parlament lange Zeit zu einer Weltanschauungskirche degradiert hatte. Durch derlei Umstände machte Gul Dukat rasch Karriere in der neuen politischen Realität Cardassias.

Dukat trug maßgeblich zur Absetzung des Rats bei.
Der gravierendste Rückschlag für die Festigung der demokratischen Administration ergab sich im Frühjahr 2372. Weil der klingonische Hohe Rat davon ausging, die cardassianische Union sei von Wechselbälgern des Dominion infiltriert worden, veranlasste er eine immense Mobilmachung. Eine Angriffsflotte wurde in cardassianisches Territorium entsandt, woraufhin es zu Kriegshandlungen kam.

Zwar stand die Föderation den Cardassianern bei und verhinderte dadurch einen weiteren Vormarsch der klingonischen Verbände, doch der nun ausgebrochene Krieg führte dazu, dass die öffentliche Ordnung außer Kraft gesetzt werden musste. Die Verheißungen vom demokratischen Cardassia waren schon Makulatur. Das Kriegsrecht wurde ausgerufen und die Vollmachten in die Hände des Militärs gelegt. Dies war der ersehnte Anlass für Dukat und seinesgleichen, wieder die Oberhand zu gewinnen. Die Militärregierung wurde reinstalliert und der Detapa-Rat verlor nach nicht einmal einem Jahr wieder seine federführende Rolle.

Mit dem Beitritt der Union ins Dominion im Spätsommer 2373 begann eine beispiellose politische Säuberungswelle, die auch vor den Mitgliedern des Rats keinen Halt machte. Reste demokratischer Institutionen wurden vollständig zerschlagen und ihre Akteure getötet oder inhaftiert. Erst das Ende des Dominion-Kriegs brachte über zwei Jahre später die Hoffnung auf ein demokratisches Cardassia zurück. Doch der Weg bis dorthin würde lang werden. Die Zentralwelt lag in Trümmern, die meisten Parlamentarier lebten nicht mehr und die Union wurde, geschmäht als einer der größten Kriegsbrandstifter in der Geschichte der Galaxis, bis auf Weiteres zum Protektorat von Föderation, Klingonen und Romulanern.

(jw - 23.07.12)

Weiterführende Links


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017