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Christian Freitag (cf)27.12.12

Punkt, Punkt, Komma, Strich

Die Geschichte(n) der "Star Trek"-Comics

Die Geschichte(n) der "Star Trek"-Comics - von den Anfängen noch während der 60er-Jahre über Highlights bei DC und Marvel bis hin in die Gegenwart mit den Comics zu J. J. Abrams' neuem Universum bei IDW - aufgeschrieben von Christian Freitag.

Die Gold Key Comics

Am 8. September 1966 flimmerte die erste Episode der "Star Trek"-Reihe über den Bildschirm. Noch während (!) der Ausstrahlung der "Star Trek"-Serie hat der Verlag Gold Key Comics sich auch der Veröffentlichung von "Star Trek"-Comics angenommen. Diese sind Jahre später größtenteils auch auf Deutsch erhältlich und alle Jahre lang versucht ein Verleger Sammelbände aufzulegen - allerdings halten diese Versuche nie bis zum Ende durch. Dabei sind knapp bis zum Erscheinen des ersten Kinofilms 61 Ausgaben veröffentlicht worden, wovon einige nur mit anderem Cover erneut aufgelegt worden sind.

Cover zu einem der frühen Gold-Key-Comichefte
Eine detaillierte Auflistung aller Hefte samt Inhaltsangaben und einer Bewertung zur Qualität der einzelnen Geschichten bietet der begleitende Artikel "Star Trek" im Comic: Die Anfänge.

Mit 61 Ausgaben ist Gold Key zwar nicht der umfangreichste Verleger, aber unumstritten der Comicverlag, der am längsten durchgehalten hat: zwölf Jahre! Das Dumme nur: Hätte Gold Key noch etwas länger durchgehalten, hätte man sich des Erfolges um "Star Trek: Der Film" bedienen können.

Die Geschichten schwankten oft zwischen schlecht und richtig schlecht, aber es waren durchaus annehmbare, auch ausgezeichnete Ausgaben dabei, die man unbedingt gelesen haben sollte. Eine traurige Fügung des Schicksals, dass Gold Key nicht die paar Monate ausgehalten hatte ...

Es gab immer wieder Versuche, die Reihe als Sammelband zu verewigen, zuletzt mit "The Key Collection", aber auch hier vermochte es der Verleger nicht bis zum Ende durchzuhalten. Jüngst ist jetzt entschieden worden, dass die US-Leser gratis die "Star Trek"-Comics als E-Book lesen können.

"The Lost Years"

Leider hat Gold Key nicht noch die 62. Ausgabe "Trial by Fire" gebracht, von der es sogar ein Skript von John Warner gibt und die auch teilweise gezeichnet wurde! Frank Bolle war der geplante Zeichner für den Comic, 19 Seiten wurden gelettert und mit Bleistiftskizzen vorgefertigt. Es wäre Bolles erste Ausgabe gewesen, er hatte zuvor die Cover für die Ausgaben 60 und 61 gefertigt. Erwähnenswert ist, dass die beiden Sicherheitsoffiziere im Comic nach den beiden Kollegen von John Warner benannt worden sind: Dave Cockrum und John Byrne, von dem wir viel später bei IDW noch mehr hören werden. Erschienen ist sie zwar nie, aber das Skript ist im Internet nachzulesen.

In Großbritannien erschienen Trek-Comics im Magazin "Joe 90".
Interessant ist, dass neben den Gold-Key-Comics eine wöchentliche Comic-Strip-Serie von 1969 bis 1973 in Großbritannien etabliert wurde. Veröffentlicht wurden die Seiten in "Joe 90: Top Secret", "TV21" und "Valiant". Sie erschienen als Zwei- und Drei-Seiter. 256 Ausgaben wurden über fünf Jahre veröffentlicht mit zusätzlichen Geschichten, die in einem "Joe 90 Annual", drei "TV21 Annuals", einem "Valiant Super Special", zwei "TV Comic Annuals" und einer Ausgabe des "Radio Times"-Magazins erschienen. Was ich an Zeichnungen gesehen habe, variieren diese ebenso wie bei den Gold-Key-Comics. Zum Beispiel Schalter und Knäufe, alte Mikrofone, eine rote und unförmige Enterprise. Durchweg hatte ich aber das Gefühl, dass man in Großbritannien ordentlicher arbeitete und die Serie ernster nahm.

Häufig gab es Querverweise auf Episoden, die Uniformgebung war manchmal doch recht ordentlich und wie man sieht, sah der Erste Offizier manchmal "spockiger" aus als in so mancher Gold-Key-Ausgabe. Interessant ist auch, dass bei diversen Ausgaben spätere Serienfolgen von TNG, "Voyager" und sogar "Enterprise" auf einige Ideen zurückgegriffen haben. Ob dies Zufall ist oder ob jemand die Comics verfolgt hat, kann leider nicht gesagt werden. Leider ist die Reihe derzeit (?) nicht (komplett?) aufzutreiben, sodass man nur hoffen kann, dass sich wie demnächst in den Staaten jemand erbarmt und die Serie als Sammelband neu veröffentlicht.

Peter Pan Records

Von 1975 bis 1979 veröffentlichten Peter Pan Records (und Power Records) elf Schallplatten. Sechs beinhalteten Comics und einige davon bezogen sich auf Storys aus der Classic-Serie und der Zeichentrickreihe. Insgesamt kam Peter Pan Records durch Wiederaufbereitungen mit anderen Covern auf sage und schreibe 23 Schallplattensets, von denen einige eine einzige Geschichte brachten, andere bis zu sechs auf einer Ausgabe.

Interessant ist hier, dass einer der Autoren für die Geschichten 1 bis 3 und 5 bis 8 Alan Dean Foster war! Die Zeichnungen der Comics variierten auch hier. Während das Triumvirat teilweise ganz gut getroffen wirkte, arbeitete man bei den anderen Charakteren recht schlampig. In den ersten vier Ausgaben war Sulu (!) farbig und trug eine blaue Uniform der Wissenschaftsabteilung, während Uhura als blonde Frau kaukasischer Abstammung gezeichnet wurde. Da Alan Dean Foster die Zeichentrickserie aufs Papier brachte, hatte er auch in diesen Ausgaben Verknüpfungen eingebracht, so zum Beispiel M'Ress, die jedoch als Orionerin dargestellt wurde, und die Edosianer.

Marvel (1. Versuch)

Die ersten Marvel-Comics sind als Sammelband wieder aufgelegt worden.
Mit dem ersten Kinofilm kam Marvels (erste) große Stunde. Der Verlag veröffentlichte die Adaption von "Star Trek: Der Film". Alleine das Cover versprach feinste Comicunterhaltung. Öffnet man jedoch das Heft, sind die Zeichnungen recht einfach gehalten und vielfach eintönig. Das hat aber auch mit den Uniformen zu tun, die im ersten Kinofilm überwiegend recht langweilig waren. Interessant war hier, dass auch wieder Dave Cockrum dabei war, den wir ja schon, wie zuvor erwähnt, als Kollegen aus den Gold-Key-Comics kannten.

Von 1980 bis 1981 erschienen dann mehr schlecht als recht 18 Ausgaben als reguläre Reihe aus der zweiten Fünf-Jahres-Mission nach dem ersten Kinofilm, wovon alleine die ersten drei Ausgaben den Kinofilm erneut enthielten. Zwar hatte man bereits hier Autoren, die dem geübten "Star Trek"-Leser auch sehr bekannt sind, hatte wiederkehrende (Neben-)Rollen und teils Referenzen und man bekam zum ersten (und bislang einzigem) Mal die Republic zu sehen, aber der Ton der Serie wurde nicht getroffen. Zu muskulös waren die Charaktere, zu kindgerecht auf ÄKTSCHN getrimmt, Geister, Dämonen, Kobolde und Monsters in Space rundeten die 18 Teletubbie-Ausgaben ab, die aber dennoch für den Sammler durchaus interessant sind. Vor allem nervte das Gelabere mit Sprechblasen vorne auf den Covern.

Von Mr. Mudd und Scotty bis zu Q

Und es geht nach kurzer Pause weiter mit der Reise in die bunte Welt der "Star Trek"-Comics. Seit Februar 1984 hatte DC das Ruder übernommen. Der DC-Verlag benötigte trotz seiner exzellenten Storys, die häufig den Ton der Serie trafen, zwei Anläufe. Meines Erachtens gehören die DC-Reihe und ihre Ableger zu den Comic-Ereignissen in Sachen "Star Trek".

Erwähnenswert ist, dass in der ersten DC-Reihe, die selbstverständlich nur von der "Star Trek"-Movie-Reihe ab "Star Trek II" handelte, häufig Augenmerk auf die Lower Decks gelegt wurde, die hierfür neu erschaffenen Ensign William Bearclaw, Ensign Nancy Bryce, Dr. Chu-Sa, Lt. Cmdr. Maria Morelli, Ensign Sherwood und erstmalig - lange vor Worf - den Klingonen Konom und Bernie! Außerdem hat man Charaktere wie Arex und M'Ress aus der Zeichentrickserie genommen, und anders als so manch anderer hatte DC sogar versucht, Pocket-Charaktere einzuführen (Ausgaben 24 und 28)!

Die Geschichten waren ausgabenübergreifend. So lernte man bereits in der ersten Ausgabe den friedliebenden Klingonen (!) Konom kennen. Kirk bekam regelmäßig die Auswüchse seiner "Auslegungen" der Ersten Direktive zu spüren, da die Reihe ganz intensiv auf TOS verwiesen und Geschichten weitergeführt hat. So hatten nicht nur Kor und Captain Stiles ("Star Trek III") wiederkehrende Auftritte, sondern auch die Herkunft von Saavik wurde geklärt, die häufig noch das Aussehen aus "Star Trek II" hatte. Besondere Erwähnung sollte der Achtteiler um die Geschichte des Movie-Spiegeluniversums (Ausgaben 9 bis 16) finden, der auch in Deutschland zwei Mal veröffentlicht wurde, einmal als Hardcover-Ausgabe des ersten Teils und dann als Softcover komplett durch den Carlsen-Verlag.

Bei DC fand "Star Trek" nach dem zweiten Kinofilm eine neue Heimat.
Auch wenn die Serie der ersten DC-Reihe interessant und durchaus lesenswert ist, hatte man Probleme, die zeitliche Zuordnung zu schaffen, da die Filme "Star Trek II" bis IV in die Entstehungsgeschichte der Comics fielen und so an die erzählerischen Vorgaben der Filme gebunden war, die teilweise ganz anders abliefen als zunächst gedacht.

So war es nicht anders zu erklären, dass Kirk das Kommando über die Excelsior und Spock das Kommando über die Surak bekam. Sogar Walter Koenig schrieb - selbstverständlich eine Chekov-Story. "Der Wolf im Schafspelz" bekam genauso eine Fortsetzung in den Ausgaben 22 und 23 wie "Morgen ist gestern" (Ausgabe 33). Harry Mudd durfte in den Ausgaben 39 und 40 Unfrieden stiften, und in den Ausgaben 43 bis 45 bekam Kirk für die Episode "Die Stunde der Erkenntnis" eine auf die Mütze. Von Ausgabe 48 bis 55 hatte Peter David das Sagen, dem einfach alles gelungen war, was er in Sachen "Star Trek" anpackte. Mit seinen witzigen, aber auch nachdenklichen Storys hat er auch mit DC Furore gemacht. In Ausgabe 52 erschaffte er eine Hölle, wie sie in "Die göttliche Komödie" dargestellt wurde.

Mit Ausgabe 56 im November 1988 endete der erste DC-Versuch - zu der Zeit, als die Ausgabe erschien, war das aber noch nicht bekannt. Es erschienen drei Annuals, die sowohl den Anfang als auch das Ende der Fünf-Jahres-Mission zeigten sowie in der letzten Ausgabe den Grund, warum Scotty es so schwer mit den Frauen hatte ... Auch hier schlug Peter David zu.

Doch DC hatte glücklicherweise einen zweiten Versuch. Knapp ein Jahr später haute Peter David dem Leser eine witzige und interessante Story um die Ohren, die im berühmten "Trial of Captain Kirk" gipfelte. In den Ausgaben 13 bis 15 hatte er mit Bill Mumy sogar ein "Lost in Space"-Tribut geschrieben. Auch der "Babylon 5"-Erschaffer (!) hat Ausgabe 16 zu "Star Trek" beigetragen. Howard Weinstein, ebenfalls kein Unbekannter in Sachen "Star Trek", lieferte dann in drei Ausgaben Mr. Mudd. In den Ausgaben 53 bis 57 hatte der Wächter der Ewigkeit einen großen Auftritt, da die Romulaner die Zeitlinie veränderten (klingt bekannt?).

Leider flachten die Zeichnungen dann relativ ab und man setzte auf schemenhafte Zeichnungen ohne große Details. Davon wich man kurz vor Einstellung der Serie mit teurerem Papier wieder ab, aber es half alles nichts. Mit Ausgabe 80 endete im Februar 1996 die "Star Trek: TOS"-Reihe. Es ist schade, da kurz vor Einstellung der Reihen noch gemutmaßt wurde, ob DS9 und "Voyager" noch an DC fallen sollten. Vor allem gab es auch ein Crossover mit DS9, der mit Malibu (der Verlag, der letzten Endes den Zuschlag für DS9 erhalten hatte) durchgeführt wurde.

"The Trial of James T. Kirk" zählt bis heute zu den beliebtesten Comicstorys und mehrfach wieder aufgelegt.
DC hat außer den regulären Ausgaben Annuals, Specials und Miniserien veröffentlicht. Darunter eine, die auch heute noch in Deutschland erhältlich ist: die Modala-Reihe, von denen die ersten vier Ausgaben zur TOS-Zeit, die nächsten vier zur TNG-Zeit spielten. Besonders erwähnenswert sind die zwei Graphic Novels "Debt of Honor" und "Ashes of Eden", die auch beide ihren Weg nach Deutschland fanden (Feest bzw. Carlsen). Insbesondere "Ashes of Eden" war ergreifend, war er doch von William Shatner (und den Reeves-Stevens) derart in Szene gesetzt worden, dass er nur zu Zeiten der Post-Movie-Ära spielte. Es gab diverse Sammelbände und zwei Ausgaben des Who's Who in "Star Trek" mit diversen enzyklopädischen Einträgen und Zeichnungen.

Auch TNG fand bei DC Zuflucht. Die sechsteilige Miniserie traf allerdings weder Ton noch Charaktere der Serie. Dies lag daran, dass sie fast zeitgleich zu den ersten Episoden erschienen. Im zweiten Anlauf begann man dann mit der zweiten Staffel von TNG und traf sowohl Charaktere und auch Zeichnungen. Friedman hatte einen interessanten Mehrteiler geschaffen, der auch seinen Weg nach Deutschland fand (Condor-Verlag), allerdings dort, wie so häufig, nicht beendet wurde.

Interessant war insbesondere ein Borg-Mehrteiler. Auch hier ließ in den 60er-Ausgaben die Zeichenqualität nach, um viel stärker auf besserem Papier mit einem Tholianer-Abenteuer wiederzukommen. Es half aber nichts. Die letzten beiden Ausgaben, in denen Q die Crew zu Androiden verdonnerte, war nichts Weiteres als eine bereits zuvor erzählte Geschichte, in der Q die Crew zu Klingonen machte. Februar 1996 fiel die letzte Ausgabe. Auch hier gab es Specials, Annuals und Miniserien. Erwähnenswert war ein Oneshot der Adaption "Gestern, Heute, Morgen". Ferner hatte DC die Adaptionen von "Star Trek" III, IV, V, VI und VII veröffentlicht!

Meines Erachtens ist die Qualität der DC-Comics noch bis heute unerreicht.

Die Zukunft liegt in den Sternen ...

DC glaubte damals, den Zuschlag für DS9 zu erhalten. Überraschenderweise bekam jedoch der unabhängige Verlag Malibu Comics den Zuschlag 1993. Malibu galt als kleinerer Verlag, weil in der Zeit die beiden großen Verlage DC und Marvel in New York City waren. Allerdings wurde dem kleinen Verlag lediglich erlaubt, Geschichten aus dem DS9-Universum und solche Charaktere zu nutzen. DC und Malibu hatten jedoch einerseits ein Crossover, andererseits wurden ab und an doch TNG-Charaktere gezeigt (Locutus zwingenderweise, aber auch Ro Laren in Ausgabe 28). Es erschienen 32 reguläre Ausgaben sowie eine Nullnummer und die Ausgabe 1 in diversen Cover-Variationen. Eine Unsitte, die später auch IDW aufgreifen wird.

Einige der Comics von DS9 schafften es sogar nach Deutschland.
Es erschienen weiterhin ein Annual und diverse Specials und Miniserien. Hervorzuheben sind zwei Ausgaben, die jeweils von einem Schauspieler geschrieben worden sind: Aaron Eisenberg (Nog) und Mark Lenard (Sarek!). Letzterer hat dann auch eine Art Fortsetzung zu "Spock unter Verdacht" geschrieben. Zeichnungen und Art der Geschichten variierten in ihrer Qualität sowohl vom Zeichenstil als auch vom Erzählstil her. Sicherlich kann jedoch gesagt werden, dass Malibu eine ordentliche Arbeit hingelegt hat, da die Geschichten und die Atmosphäre überwiegend düsterer waren und somit zu den Episoden passten. Anfangs waren die Zeichnungen sogar besser als in den DC-Ausgaben.

Erwähnenswert sind die Cover 11, 12, 14 und 15. Die letzteren beiden ergaben ein Bild. Später wurde es etwas verwirrend, als man sich fragte, weshalb die Teile nicht ihr eigenes Heft erhalten haben. Die Ausgaben 29 und 30 haben nämlich jeweils einen halben Teil einer unabhängigen Story erhalten. Man hätte diese auch auf jeweils ein Heft aufteilen können. Ausgabe 31 war dann 48 Seiten stark. Beide spielten kurz vor "Der Weg des Kriegers". Fünf Seiten befassten sich dann mit den Hauptregierungen im "Star Trek"-Universum und die letzte Seite beinhaltete eine klingonische Übersetzung. Auf dem Cover sah Kor übrigens besser als Dax getroffen aus. Das letzte Heft umfasste ebenfalls 48 Seiten und hatte alle erschienenen Cover in einer Galerie aufgeführt.

Man merkte, dass in der Serie viel Liebe zum Detail steckte und mich hätte interessiert, wohin sich die Reihe noch entwickelt hätte. Leider werden wir das nie erfahren. In Großbritannien hat sich kurzweilig Boxtree der Reihe angenommen, hier in Deutschland war die Serie eher kurzlebig und kam auf sage und schreibe vier Hefte und endete mal wieder in einem nie aufgelösten Cliffhanger. Das angekündigte fünfte Heft ist nie erschienen. Später hat der Carlsen Verlag zumindest das Crossover nach Deutschland geholt.

1995, als Malibu glaubte, auch "Voyager" zu veröffentlichen und hier und da schon darauf hinarbeitete und teilweise Kurzgeschichten mit "Voyager"-Charakteren (Ausgabe 18) herausbrachte, machte Paramount den Laden zu. Sprich, ihre Verträge endeten ... nicht nur mit Malibu, sondern auch mit DC, wie weiter oben zu lesen. Aufgrund des Endes - aber auch des Laufens innerhalb einer TV-Serie - gab es in den ersten vier Staffeln, die berücksichtigt werden konnten, einige Widersprüchlichkeiten. Marvel hat daraufhin Malibu geschluckt. Und letzten Endes hat auch Marvel wieder unter dem Label Paramount Comics weiter "Star Trek"-Comics veröffentlicht. Da die Verträge Paramount/DC ausgelaufen waren, konnte man TOS und TNG unter Vertrag nehmen.

Marvel, die Zweite

Innerhalb der ersten Reihe von Marvel fühlte sich überhaupt nichts richtig an, es kam kein Trek-Feeling auf. Der Grund hierfür liegt mal wieder in Restriktionen seitens Paramount. Marvel durfte nach Veröffentlichung der Filmadaption zum ersten Kinofilm lediglich Material und Charaktere nutzen, die auf dem ersten Film basierten und es wurde untersagt, TOS-Charaktere und Elemente in die Handlung einzubringen. Dass dabei dann an Zwergen, Kobolden und Elfen nicht gespart wurde, liegt leider auf der Hand.

Bei Marvel erschienen auch "Voyager"-Comics.
Ab 1996 ging es dann wieder los. Marvel veröffentlichte gleich mehrere reguläre Reihen, was das Herz eines jeden "Star Trek"-Fans erfreute. Allerdings waren die Qualitäten durch die Bank unterschiedlich und je nach Erfolg blieben die Serien mal kürzer, mal länger: "Voyager" (15 Ausgaben und eine Miniserie, meines Erachtens für die ersten Ausgaben ziemlich massentaugliche und lieblose Zeichnungen), DS9 (15 Ausgaben), TOS/TNG als Unlimited (10 Ausgaben). Die "Untold Voyages" kamen sogar nur auf fünf Ausgaben. Jede Ausgabe spielte etwa ein Jahr nach der vorherigen Ausgabe.

Besondere Aufmerksamkeit verlangten jedoch "Early Voyages" (17 Ausgaben mit einem für die Fans brutalen Cliffhanger, sodass sie nie erfahren werden, wie es weitergeht, da es sich um die letzte Ausgabe handelte. Sauerei!) und "Starfleet Academy" (19 Ausgaben), die beides eigenständige Reihen mit eigenständigen Charakteren waren. "Early Voyages" war daher mein persönlicher Favorit, da es erstmalig die Geschichten um Captain Pike nachzeichnete, die sich nicht nur um "The Cage" drehten!

Gleich danach kam zu meiner Überraschung auch die "Starfleet Academy", die ich zunächst nur müde belächelte. Ausgabe 18 war sogar in Englisch und Klingonisch erhältlich! Beide Reihen hatten ein ausgezeichnetes Artwork. Witzigerweise waren beide Reihen auch die langlebigsten. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gab es ein ultimatives Crossover im 24. Jahrhundert, das auch das 23. Jahrhundert mit umspannte: der Telepathiekrieg.

Marvel brachte dann auch einige Bände, mit denen man jetzt nicht so unbedingt gerechnet hatte, u. a. eine Adaption zu "Der erste Kontakt" und zwei Crossover zu "X-Men" (TOS und TNG). Keine der Comicreihen hatte einen deutschen Verlag gefunden. Viele Fans glauben, dass die Flut von Comicheften das Ende einläutete.

Wildstorm - ein kurzes Intermezzo

2000/2001 ging es dann in die nächste Runde. Wildstorm Comics (der Verlag stellte sein Geschäftsleben Ende 2010 ein) als ein Label von DC hatte die Rechte inne. Offenbar wollte man aus Fehlern lernen und keine regulären Reihen mehr fahren. Dieses System wird noch heute beim derzeitigen IDW-Verlag beibehalten. So hielt sich Wildstorm an One Shots (TOS, TNG, DS9, VOY) und Miniserien sowie Graphic Novels, die je nach Ausgabe als Heft, Prestigeformat oder sogar als Hardcover erschienen. Erwähnenswert hieran sind zwei Dinge. Unter dem Dino-Label erschienen alle Ausgaben auf Deutsch! Weiterhin widmete der Verlag als Novum erstmalig einer Romanreihe einen Comic. Es sollte nicht der letzte "New Frontier"-Band werden. Robin Leflers Mutter war hier jedoch nur immer von hinten oder in Ausschnitten zu sehen. Dies konnte dann doch leider nicht das Ende von Wildstorm Comics verhindern. Es war seltsam, weil "Enterprise" gerade zu der Zeit, 2001, erschien.

IDW – die Gegenwart

IDW ist der derzeitige Verlag, der (noch) die Comics produziert. Eine Auswahl hierzu ist auch in Deutschland bei Cross Cult erschienen, die auch die Romane zu den Serien veröffentlichen. Cross Cult musste jedoch schmerzlich feststellen, dass die Comics sich hierzulande nicht so gut verkaufen. Nach anfänglichen Besonderheiten als Softcover und Hardcoverausgaben wurde ein Band, der angekündigt war, überhaupt nicht mehr aufgelegt. Derzeit werden nur die Softcoverversionen der Ongoing Missions aufgelegt. Band 1 ist erschienen, Band 2 in Vorbereitung.

Bei IDW sind vor allem Titel zur Classic-Serie erschienen.
IDW macht es wie der Wildstorm-Verlag. Bis auf die Ongoing Missions, die im Reboot-Universum von Abrams spielen, gibt es keine einzige reguläre Reihe. Dies hat Vor- und Nachteile. Vorteile hat es, weil es Abwechslung bringt. Nachteile, weil man die Übersicht verliert, welche Ausgaben es überhaupt gibt, da alle bis auf die internen Mehrteiler unnummeriert sind! Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es bislang - ohne die beiden aktuellen Reihen - über 120 Ausgaben. Man ist also auf dem guten Weg, den DC-Rekord einzuholen, doch dieser hatte - nehmen wir nur mal die beiden regulären Reihen der 2nd-Reihen - bereits um die 160 Ausgaben - Miniserien und Specials nicht mitgezählt.

Bislang war IDW recht TOS-lastig, bringt aber auch viele TNG-Titel raus. Ein einziger DS9-Beitrag war dabei. "Voyager" ist selbst noch nicht aufgetaucht, hat aber im TNG-Titel "Hive" einen Gastauftritt. Außerdem werden auch Grenzgebiete erforscht, mit verschiedenen Captains oder Aliens, alternativen Realitäten und auch Ausrutscher wie das "Infestation"-Zombietrektakel und die "Legion of Super-Heroes" oder wie jetzt ein "Dr. Who"-Crossover.

Besonderes Augenmerk legte man auf die neue Reboot-Reihe, zu der man aufgrund des Filmerfolges von 2009 nicht nur dessen Adaption auflegte, sondern mangels selbsterklärender Handlung des Films auch die Vor- und Zwischengeschichte des Antagonisten, der im Film ja kaum eine hatte. Erwähnenswert ist, dass IDW es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Filmlücken der Adaptionen zu schließen, da erstmalig die "Star Trek II"-Adaption erschienen war und auch um Khan eine Minireihe erhältlich war. Jüngst wurde angekündigt, dass auch der neue Kinofilm eine Vorgeschichte erhält.

Mit "Countdown" erhielt der elfte Kinofilm eine Vorgeschichte im Comicformat.
Außerdem veröffentlicht der Verlag hin und wieder Sonder- und Sammelbände, die nicht nur eigene, sondern auch Fremdpublikationen in Sachen Trek umfassen, so ist die "Early Voyages" in einem Band vertreten und auch die erste Marvel-Reihe kann man über den Omnibus komplett beziehen.

Es ist leider auch so, dass bis heute, obwohl "Enterprise" letztes Jahr sein zehnjähriges Jubiläum hatte(!), kein einziges Heft zur Reihe erschienen ist. Ab und an kann man bei IDW in Rückblenden hier und da ein NX-Schiff sehen. Das wars dann aber auch. Ich hoffe ja immer noch - als Werbeaktion vielleicht, da nächstes Jahr die "Enterprise"-Blu-rays aufgelegt werden -, dass sich IDW um einen Comic erbarmt, der Captain Archer und Co. gewidmet ist.

Was auch immer die Zukunft für das Franchise noch in petto hat - seitdem es besteht, gibt es mal kürzere, mal längere comiclose Zeiten. Und sicherlich wird IDW auch nicht der letzte Verlag bleiben, der die Hefte irgendwann wieder einstellt und es wird dann wieder einen geben, der auf die ein oder andere Art weitermacht. Die Zukunft liegt in den Sternen ...

Dieser Artikel ist zuvor in mehreren Teilen zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" in unserem monatlichen Magazin "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(cf - 27.12.12)

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