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Christoph Hühn (ch)09.03.08

"S.C.E. - Starfleet Corps of Engineers"

Starfleet-Ingenieure: Wunderknaben an die Macht

Dass "Star Trek" mittlerweile mehr als Kirk, Picard und Co ist, weiß man spätestens seit der "Neuen Grenze". Aber es gibt noch mehr Abenteuer da draußen. Gehen Sie auf einen Trip mit den Ingenieuren der Sternenflotte und erleben Sie ein Wunder - oder zwei, oder drei...

Am Anfang war das eBook

Nachdem Pocket Books 1997 den ersten großen Schritt gewagt hatte und mit "Die Neue Grenze" das erste Mal eine eigenständige, nicht auf einer der Fernsehserien basierende Roman-Reihe gestartet hatte, sollte es noch einmal drei Jahre dauern, bis das nächste Book-only-Kind das Licht der Welt erblickte.

Ende der 90er Jahre begann John J. Ordover, seinerzeit Herausgeber der "Star Trek"-Romane bei Pocket Books, mit ersten Überlegungen, ob und wie das neue Medium des eBooks sinnvoll in das Verlagsprogramm integriert werden könnte. Ordover bezog Anfang 2000 Keith R.A. DeCandido in diesen Prozess mit ein, der im Jahr zuvor mit dem "The Next Generation"-Comic "Perchance to Dream" bei Wildstorm ein vielbeachtetes Debüt als Autor gegeben hatte. Neuen Schwung bekam das Projekt dann im Sommer 2000, als Microsoft mit einer eBook-Software auf den Markt kam und dringend nach etwas suchte, um den Verkauf anzukurbeln. Innerhalb eines Wochenendes hatten Ordover und DeCandido ein Konzept für ein neues "Star Trek"-Spin-off zusammen: Was würde besser zum neuen Medium des eBooks passen, als eine Serie über die Techniker der Sternenflotte, das "Corps of Engineers"?

Alte Bekannte...

Nun standen die beiden vor der monumentalen Aufgabe, diese Idee mit Leben, sprich mit interessanten Figuren, zu füllen. Erschwerend kam hinzu, dass die neue Serie sich vom Konzept her völlig von den bisherigen "Star Trek"-Ablegern unterschied, schließlich war ja kein herkömmliches Sternenflotten-Schiff geplant. Der klassische Crew-Mix konnte also nicht funktionieren, das Ganze durfte aber auch nicht zu fremdartig werden und die Leser ins kalte Wasser werfen.

Mit an Bord: Sonya Gomez
Erste Anlaufstelle waren daher die zahllosen Ingenieure, die im Laufe der Zeit ihren Auftritt in "Star Trek" hatten und dann schnell wieder von der Bildfläche verschwunden waren. Den Plan, Reginald Barclay als regulären Charakter in die Serie einzubeziehen, mussten DeCandido und Ordover schnell wieder fallen lassen, nachdem der Charakter einen festen Platz in "Voyager" bekam. Schnell stolperten die beiden allerdings über ihren zukünftigen Hauptprotagonisten: Sonya Gomez, die zwei kurze Auftritte (TNG, 2.16 "Zeitsprung mit Q" und TNG, 2.17 "Das Herz eines Captains") als junge Ingenieurin an Bord der Enterprise hatte, dann nicht wieder aufgetaucht war und im Wesentlichen durch einen auf Picard verteilten Becher heißer Schokolade in Erinnerung geblieben war.

In "Corps of Engineers" bekleidet sie den Posten des Ersten Offiziers und Chefin des Ingenieursteams. Ihr zur Seite gestellt (sowohl beruflich als auch privat) wurde ein weiterer kurzlebiger "The Next Generation"-Charakter namens Kieran Duffy, der ebenfalls kurz als Ingenieur auf der Enterprise in Erscheinung getreten war (TNG, 3.21 "Der schüchterne Reginald", gleichzeitig auch der erste Auftritt von Reginald Barclay).

In "Deep Space Nine" wurden die beiden ebenfalls fündig, nämlich in Form von Fabian Stevens, ehemals Ingenieur auf der U.S.S. Defiant (DS9, 4.07 "Das Wagnis").

Ebenfalls ursprünglich aus DS9 stammt Dr. Elizabeth Lense, eine Bekannte Bashirs aus gemeinsamen Studienzeiten (DS9, 3.22 "Die Erforscher"), die Chefärztin des neuen Schiffes.

Beim Thema Ingenieure drängt sich natürlich eine Frage recht schnell auf: Was macht eigentlich Scotty? Nun, der erfreut sich dank des kleinen Zwischenstopps im Transporter-Buffer der Jenolen trotz seiner 153 Jahre bester Gesundheit und leitet das Corps of Engineers vom Hauptquartier auf der Erde aus.

...und neue Gesichter

Doch komplett war die Crew damit natürlich noch nicht, zumal eine neue Serie ja schwerlich nur von Gastcharakteren der Vorgänger leben kann. Zuallererst drängte sich natürlich die Frage nach einem Captain auf. Die Antwort auf diese Frage heißt Captain David Gold, ein Veteran mit 50 Dienstjahren in der Flotte und nebenbei der erste jüdische Hauptcharakter in einer "Star Trek"-Serie überhaupt (ein Fakt, der im Laufe der Zeit für zahlreiche amüsante Momente sorgt und uns unter anderem die erste klingonisch-jüdische Hochzeit beschert). Die Frau fürs Grobe ist Commander Domenica Corsi, die Sicherheitschefin (aufgrund ihres Temperaments trägt sie den Spitznamen "Core Breach"). Den Konterpart dazu stellt Carol Abramowitz dar, die Kommunikations- und Kultur-Spezialistin der Crew. Eng mit ihr arbeitet der Bordlinguist Bart Faulwell zusammen. Für etwas Exotik in der Crew sorgen die Struktur- und Materialspezialistin P8 Blue, meistens Pattie genannt, ein Mitglied der insektoiden Nasat (die Spezies hatte ihren einzigen Fernsehauftritt in der TAS-Episode "Das gestohlene Gehirnwellenmuster") und Soloman, ehemals 110, ein Computerspezialist aus der aus "The Next Generation"" (1.15 "11001001") bekannten Spezies der Binären.

Mehr zu den Charakteren kann man auf der Homepage Memory Beta, der Wiki zu den Star Trek Romanen, nachlesen, die Corps-of-Engineers-Sektion dort liefert ausführliche Pofile aller Charaktere, die allerdings stellenweise heftige Spoiler für die Handlung enthalten.

Tapferes kleines Schiff

Nachdem die Crew in groben Zügen feststand, musste nun noch das passende Gefährt her. Die Wahl fiel auf eine der weniger oft beachteten Schiffsklassen, die verhältnismäßig kleine Saber-Klasse. Getauft wurde das Schiff auf den Namen U.S.S. daVinci. Das Schiff mit seinen 42 Mann Besatzung ist einer der vielen unauffälligen Helfer im Hintergrund, die immer überall dort die Stellung halten, wo es keinen Sinn macht, die großen Forschungsschiffe der Sovereign- oder Galaxy-Klasse einzusetzen. Mit der Wahl des Schiffes hob sich "Corps of Engineers" damit einmal mehr deutlich von den bis dahin bekannten "Star Trek"-Serien ab, zeigte es auf diese Weise doch endlich einmal den Alltag der Sternenflotte und nicht nur die Sichtweise des Flaggschiffes und anderer Einrichtungen von überragender Bedeutung.

These are the Voyages

Ebenfalls komplett neu in "Corps of Engineers" war das Format der Geschichten: Um einen möglichst episodenartigen Aufbau der Geschichten zu ermöglichen, wurden die Geschichten als Novellen mit etwa 80 bis 120 Seiten konzipiert.

Die U.S.S. daVinci ist ein Schiff der Saber-Klasse
Im August 2000 war es nun schließlich so weit: "Star Trek"-Routinier Dean Wesley Smith hatte die Ehre, die neue Serie, noch unter dem Titel "Starfleet: Corps of Engineers", mit "The Belly of the Beast" zu eröffnen. Ihm folgten im September und Oktober Keith R.A. DeCandido mit "Fatal Error" und Christie Golden mit "Hard Crash". Die anfängliche Skepsis, die der Serie entgegengebracht wurde, erwies sich schnell als unbegründet, und der Start wurde ein finanzieller Erfolg.

Ab Februar 2001 schließlich brachen die U.S.S. daVinci und ihre Crew von Spezialisten monatlich zu neuen Abenteuern auf, immer getreu dem Motto "Sechs Unmöglichkeiten erledigen wir bis zum Frühstück, Wunder dauern etwas länger". Von Anfang an wurde bei der Konzeptionierung der Serie darauf geachtet, dass möglichst viele verschiedene Autoren an ihr mitwirken, darunter auch oft Neulinge, die vorher nie eine professionelle Veröffentlichung hatten.

Dementsprechend vielfältig und schwer auf einen Nenner zu bringen, sind daher die Geschichten. Oberflächlich betrachtet geht es natürlich immer darum, dass die Sternenflotte ein technisches Problem gelöst haben möchte und daher das Ingenieurs-Corps schickt. Aber das Ausschmücken der Grundidee ergibt so vielfältige Geschichten, wie die Autoren und Charaktere vielfältig sind. Von episch bis kurzweilig und von humorvoll bis tragisch ist alles vertreten.

Aus der Masse stechen oft die Geschichten hervor, die Verknüpfungen mit anderen Serien, sei es in Buchform oder aus den Fernsehen, aufweisen. So leisten beispielsweise die Enterprise und ihr Chefingenieur Geordi LaForge den neuen Kollegen in den ersten Bänden noch etwas Schützenhilfe. Später wird die daVinci mit der Bergung der alten U.S.S. Defiant (TOS-Episode 64 "Das Spinnennetz") betraut (eBook: "Interphase", Band 1 und 2 von Dayton Ward und Kevin Dilmore), beteiligt sich an dem Einbau eines neuen Reaktors auf DS9 kurz nach Ende des Krieges ("Cold Fusion" von Keith R.A. de Candido, Crossover mit dem DS9-Relaunch-Band "Avatar"), kämpft mit den Auswirkungen der Gateways-Krise ("Here There Be Monsteres" von Keith R.A. deCandido, Abschluss-Geschichte der "Gateways"-Crossover-Reihe) oder muss den aus "Star Trek: Der Aufstand" bekannten Evora bei den Folgen ihres überstürzten Kontaktes mit der Föderation helfen ("Past Life" von Robert Greenberger).

Doch auch die eigenständigen Geschichten ohne Bezug zu den anderen Serien haben im Laufe der Zeit immer mehr an Profil und Qualität gewonnen. Eine Gruppe von Geschichten, die hier besonders ins Auge fällt, sind die Rückblicke auf die Geschichte des Corps of Engineers ("Foundations, Band 1 bis 3 von Dayton Ward und Kevin Dilmore) oder auch die der daVinci und ihrer Crew vor Beginn der Serie ("War Stories", Band 1 und 2 von Keith R.A. DeCandido).

Dadurch, dass "Corps of Engineers" nicht an die strikten Reglements der eigentlichen Fernsehserien gebunden ist, können viele Experimente mit den Charakteren gemacht werden, und den Autoren steht es frei, bei den Geschichts- und Persönlichkeitsentwicklungen neue Wege zu gehen. In oftmals recht drastischen Geschichten werden die Charaktere mit persönlichen Problemen konfrontiert, müssen mit Rassismus und Gewalt umgehen, gegen gesellschaftliche Vorurteile ankämpfen, Karriere und Privates miteinander vereinen, erleben Höhepunkte und Tragödien und oft genug stellt sich für den ein oder anderen die Frage, ob er bereit ist, das ultimative Opfer für seinen Dienst an der Föderation zu bringen.

Ihren vorläufigen Höhepunkt erlebte die Serie im Zweiteiler "Wildfire" von David Mack, einer der atemberaubendsten und spannendsten Geschichten, die ein Trek-Autor jemals zu Papier gebracht hat und deren Ende die Überlebenden des Wracks daVinci um mehr als nur ein paar gute Freunde trauern.

Seit 2001 werden die Abenteuer der daVinci nicht mehr nur noch als eBook vermarktet, sondern sind auch, wenn auch mit Wartezeit gegenüber den eBooks, in gedruckter Form erhältlich. In bisher insgesamt zehn Bänden können so auch eBook-Muffel die ersten 49 Geschichten nachlesen. Ein weiterer, elfter Band kommt im Oktober 2008.

Ein neues Label und Ausblicke

Nach insgesamt 66 (durchnummerierten) Bänden entschieden die Verantwortlichen 2006, dass eine Umstrukturierung der eBook-Sparte von Pocket Books fällig wäre. Neben "Corps of Engineers" sollten auch andere Serien die Möglichkeit erhalten, mit dem neuen Medium eBook zu experimentieren. Auch um neu dazukommende Leser nicht durch zu hohe laufende Nummern abzuschrecken, wurde daher die Nummerierung aufgegeben und die Serie von "Starfleet Corps of Engineers" (S.C.E.) zu "Star Trek: Corps of Engineers" (CoE) umbenannt, einhergehend mit einer Reduzierung von zwölf auf sechs Bände pro Jahr.

Montgomery Scott leitet das S.C.E.
Die gedruckten Auflagen wurden vom Taschenbuchformat mit jeweils vier Geschichten pro Band auf seltener erscheinende Trade-Paperbacks mit jeweils fünf bis sieben Geschichten gestreckt. Die frei werdenden Programmplätze für eBooks wurden 2006 und 2007 an TOS abgegeben ("Mere Anarchy"-Sechsteiler), aktuell erscheint im Rahmen des 20-jährigen "The Next Generation"-Jubiläums die Reihe "Slings and Arrows". Die aktuell letzten Geschichten von "Corps of Engineers", der Zweiteiler "Remembrance of Things Past" von Terri Osborne, sind im August und September 2007 erschienen.

Ob, wie und in welchem Umfang es mit "Corps of Engineers" und den eBooks allgemein bei "Star Trek" weitergehen wird, soll im Laufe des März bekannt gegeben werden - das TrekZone Network wird sie selbstverständlich auf dem Laufenden halten.

Für alle, die neugierig geworden sind, hält Pocket Books auf seiner Homepage Leseproben zu zahlreichen CoE-Bänden bereit. Hier kommen Sie zu der Übersicht.

Eine komplette Übersicht aller Bände, sowohl der eBooks als auch der Printausgaben, findet sich auf Memory Beta.

Die Printausgaben sind bei Amazon.de bestellbar:

1. "Have Tech, Will Travel" - eBooks 1-4
2. "Miracle Workers" - eBooks 5-8
3. "Some Assembly Required" - eBooks 9-12
4. "No Surrender - eBooks 13-16
5. "Foundations - eBooks 17-19
6. "Wildfire - eBooks 20-24
7. "Breakdowns - eBooks 25-28
8. "Aftermath - eBooks 29-36
9. "Grand Designs - eBooks 37-42
10. "Creative Couplings - eBooks 43-49
11."Wounds - eBooks 50-56 (geplant Oktober 2008)

Plötzlich ein Rückschlag

Wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde, hat Pocket Books die Entscheidung gefällt, bis auf Weiteres der "Star Trek"-eBook-Schiene ab April eine unbegrenzte Pause zu gönnen. Dass das ein weniger gutes Zeichen ist, ist offensichtlich.

Die bis dato veröffentlichten CoE-eBooks werden aller Voraussicht nach in den Sammelbänden erscheinen.

(ch - 29.12.09)

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