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Julian Wangler (jw)23.12.08

"Voyager" - Die fremde Heimat

Die Abenteuer des Schiffs nach seiner Rückkehr

"Star Trek: Voyager" konzentrierte sich in sieben Serienjahren auf Forschung, Charaktere und die Reise nach Hause. Ganz unumstritten war die Serie von Anfang an nicht. Umstritten auf jeden Fall ist aber das TV-Ende. Wie geht es nach der letzten TV-Episode "Endspiel" weiter? Hier erfahren Sie es.

I) Voyager und der Fluch der Heimkehr

"Admiral Janeway, wie schön Sie wiederzusehen", sagt Jean-Luc Picard in "Star Trek: Nemesis" und lächelt geschmeidig. Er war schon immer ein guter Diplomat. Aber in seinem tiefsten Innern empfindet er wohl eher Gram, denn an manchem Tage verdrängt er, dass der Alpha-Quadrant langsam zu eng wird für so viele berühmte Sternenflotten-Kommandanten. Vorbei die Zeiten, wo er mit seiner Enterprise konkurrenzlos dorthin gehen konnte, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Janeway wird nach der Rückkehr der Voyager zum Admiral befördert
Und es stimmt: Seit anno 2377 ist die Sternenflotte wieder um einige Paradegäuler reicher. Die Voyager ist nämlich nach siebenjähriger Reise durch den entlegenen Delta-Quadranten - wir erinnern uns: auf nicht unspektakulärem Wege - in heimatliche Gefilde zurückgekehrt. Doch während Picard seine Leinwandabenteuer weiter bestreiten konnte und DS9 eine literarische Fortsetzung spendiert bekam, war der Verbleib der Voyager ungeklärt. Außer der Beförderung zum Admiral, wie uns der zehnte Kinofilm in einer kurzen, aber eindringlichen Sequenz vor Augen führte, ist über Janeway und ihre Crew seither nicht mehr viel gehört worden. Dabei ist die entscheidende Frage durchaus spannend: Wie haben sie sich eingereiht in eine Föderation, die nicht mehr die alte ist; die gerade den größten Krieg aller Zeit hinter sich hat?

Pocket Books kribbelte es natürlich alsbald auch hier in den Fingern. Aber die Gemengelage für "Voyager" nahm sich weit schwieriger aus als für das große Vorbild, den DS9-Relaunch. Das TV-Epos um die ehemalige cardassianische Raumstation bot als Anknüpfungspunkte für eine Weitererzählung viele Themen und Öffnungsklauseln, weil es beileibe nicht mit dem Dominion-Krieg begann, dazu noch eine Vielzahl von Gastcharakteren. Dagegen war die "Voyager"-Story von Anfang an als Odyssee konstruiert worden und mit der Heimkehr mehr oder minder an ihr natürliches Ende gestoßen. Das Serienkonzept ließ ein prinzipielles "Weiter so" also kaum zu, zumal viele Personenkonstellationen an Bord sich gerade durch die Schicksalsgemeinschaft auf dem Weg nach Hause ergeben und entwickelt hatten. Wie also weiter auf einer Schiene, die streng genommen keinen Weg mehr vorzeichnet?

Gedankenspiele kamen ja schon während der TV-Serie dahingehend auf, die Voyager bereits früher zurückzuschicken, damit sie im Dominion-Krieg ihren Anteil leistet. Die Produzenten entschieden sich aber schließlich dagegen, weil es die Serie nicht nur verkompliziert, sondern auch das Serienprofil stark den Vorgaben von DS9 untergeordnet hätte. Für Herausgeber Marco Palmieri und sein Team von Pocket Books waren diese Spekulationen nichtsdestoweniger ein Feigenblatt, um den "Voyager"-Relaunch möglichst authentisch zu planen. Denn wenn es Berman, Piller und Taylor zumindest in Erwägung gezogen hatten, das Schiff wieder in den Sternenflotten-Ablauf zu integrieren und nicht prompt auf eine neue Fernreise zu schicken, so war das auch die Wegmarke für eine literarische achte Staffel.

Das sagte freilich noch nichts über die Zukunft der Crew aus. Dabei sind die Protagonisten gegenüber der flexiblen, immer wechselnden Rahmenhandlung in "Voyager" stets das Wichtigste gewesen - wichtiger noch als bei den Vorgängerserien. Eindrucksvoll demonstriert hatte diese Tatsache gerade die Episode "Endspiel", in der Janeway bereit war, für die "Familie" sprichwörtlich über Leichen zu gehen - während es doch gerade in DS9 noch hieß, eine Crew müsse bereit sein, sich für eine größere Sache zu opfern. "Voyager" vertrat also streng genommen die Antithese dessen, was wir bislang in "Star Trek" in puncto Sternenflotten-Ideale kennengelernt hatten.

Die Voyager fliegt fortan unter neuem Kommando im Alpha-Quadranten
Trotzdem - oder gerade deswegen - rang man sich bei Pocket Books zur Entscheidung durch, die Stammcharaktere nicht mehr als Einheit agieren zu lassen, sondern vielmehr in Grüppchen zu separieren und getrennte Wege gehen zu lassen. Als Erklärung führte Palmieri an, es sei unrealistisch, wenn nach der Rückkehr in den Alpha-Quadranten alles beim Alten bliebe. Bei allen anderen zwangsläufigen Veränderungen, derer ein "Voyager"-Relaunch bedurfte, schien das wohl die gravierendste Abkehr vom gewohnten Serienkonzept zu sein. Palmieri ergänzte, es käme vor allem darauf an, die weiteren Werdegänge der Protagonisten glaubwürdig darzustellen.

So hat der Ex-Maquis Chakotay über seinen zunächst eher unfreiwilligen Dienst auf der Voyager zur Sternenflotte zurückgefunden und ist, nachdem Janeway zum Admiral befördert wurde, bereit, die Voyager zu befehligen. Seine alte Fehde mit Tom Paris gehört längst der Vergangenheit an, und insofern nimmt er sich den einstigen Navigator gleich zum Ersten Offizier. Ansonsten hat sich die Führungsmannschaft ziemlich verändert - alte und neue Gastcharaktere sind in die Riege der Veteranen vorgerückt -, und Paris' Frau B'Elanna fällt erst einmal wegen einem überaus aufregenden Mutterschaftsurlaub aus. Der Doktor und Seven Of Nine schließen sich einer Sternenflotten-Denkfabrik an, während Tuvok und Janeway regelmäßig zusammentreffen, um eine Art diplomatische Feuerwehr für die Föderation zu spielen.

Nun, gibt Palmieri zu, wäre es etwas dröge, permanent nur Grüppchen zu haben. Das Langzeitziel des "Voyager"-Relaunchs ist es daher, die Crew über neue Begebenheiten zusammentreffen und zusammenwirken zu lassen. Aber Vorsicht: Weil sich die Relaunches anderer Serien schneller entwickelten und zudem der "Voyager"-Weitererzählung von zwei Seiten her näherten - ich denke da an DS9 und "The Next Generation" -, wurde das Zeitfenster für dieses Projekt von vorneherein eingeschränkt. So wissen wir beispielsweise, dass Kathryn Janeway anno 2381 bereits den physischen Tod finden wird. Trotzdem sollte man dem vierten "Star Trek"-Spross eine Chance geben, sich neu aufzustellen. Und vielleicht ist die Folge sogar der Beginn einer neuen Reise. Aus Erfahrung wissen wir nicht umsonst, dass die Möglichkeiten eigentlich keine Grenzen kennen.

II) Relaunch-Revue

Was ist bislang alles im "Voyager"-Relaunch passiert? Im Gegensatz zur DS9-Schwester oder mittlerweile auch zur so genannten Second Decade von "The Next Generation" handelt es sich beim "Voyager"-Relaunch um die am stiefmütterlichsten behandelte Serienfortsetzung. Denn seit dem Jahr 2003 erschienen gerade einmal vier Romane zu diesem Thema. Genauer gesagt, zwei Doppelbände. Sie sollen zunächst inhaltlich vorgestellt werden, ehe wir uns dem Ausblick auf eine Weiterführung der "Voyager"-Erzählung zuwenden wollen.

"Homecoming" und "The Farther Shore"

Die spektakuläre Rückkehr der Voyager in das irdische Sonnensystem liegt gerade einmal ein paar Tage zurück. Sieben Jahre haben Janeway und ihre Crew für dieses Ziel gekämpft, und doch sind sie plötzlich ziemlich enttäuscht. Da haben sie ein Abenteuer nach dem anderen erlebt, allerhand fremde Rassen kennengelernt, Sternsysteme en masse kartographiert und manch eine wissenschaftliche Entdeckung gemacht. Und was macht die Sternenflotte? Sie interessiert sich eigentlich nur so recht für die neuen Anti-Borg-Waffen- und Verteidigungssysteme, die das Schiff mitführt. Janeway und ihre Leute müssen erkennen, dass dies nicht mehr ganz die Föderation ist, die sie verließen - ist sie doch noch gezeichnet vom zurückliegenden Dominion-Krieg, der an der Voyager vollends vorbeiging.

Haben die Borg die Voyager als trojanisches Pferd missbraucht?
Die anfängliche Enttäuschung über den gewandelten Sternenflotten-Tenor ist verflogen, als auseinandergerissene Familien und Freunde sich wiedersehen.

Damit leitet sich ein Prozess ein, der scheinbar nicht mehr zu stoppen ist: Die Crewmitglieder gehen unterschiedliche Wege und einigen neuen Aufgaben nach. Während Janeway mit der Aussicht konfrontiert wird, auf absehbare Zeit in die Admiralität zu wechseln, werden Seven und der Doktor in eine Denkfabrik der Sternenflotte aufgenommen, und Tuvok hat Aussichten auf einen Posten als Lehrer an der Akademie.

Schon bald jedoch holt die Crew ihre Vergangenheit ein: Auf einmal taucht auf der Erde ein Nanovirus auf, das Menschen in Borg transformiert. Wurde die Voyager von den Borg möglicherweise als eine Art trojanisches Pferd benutzt, als sie durch den Transwarpkorridor in den Alpha-Quadranten zurückkehrte?

"Homecoming" und "The Farther Shore" sind dahingehend mehr als eine Ausdehnung der letzten TV-Folge zu betrachten. Noch einmal dürfen sie in ihre alten Rollen schlüpfen und den letzten Zipfel der Odyssee beschreiten.

"Old Wounds" und "Enemy of My Enemy"

Eigentlich geht der "Voyager"-Relaunch erst richtig im darauf folgenden "Spirit Walk"-Zweiteiler los. Da übernimmt Chakotay als frisch beförderter Captain den Befehl über die Voyager. Mit ihm von der Partie ist eine neue Mannschaft. Von der Stammcrew ist außer Chakotay nur noch Harry Kim an Bord.

Chakotay wird zum Captain der Voyager ernannt
Dementsprechend gibt es etliche neue Gesichter: den reichlich versnobten Ersten Offizier Andrew Ellis (der mit Chakotays Führungsstil zunächst Probleme hat), die Counselor Astall (eine Huanni, sozusagen das exakte Gegenteil eines Vulkanier) oder auch die bereits aus den Vorgängerromanen bekannten Dr. Kaz (ein Trill, dessen vorheriger Wirt ein Maquis war) als neuer Schiffsarzt oder Lieutenant Tare als neue Pilotin.

Die erste Mission führt die Voyager zur ehemaligen Entmilitarisierten Zone. Chakotays Auftrag ist die Rückführung einiger Kolonisten zu ihrem Heimatplaneten, den sie aufgrund des Vertrags zwischen der Föderation und den Cardassianern damals verlassen mussten. Es kommt nicht von irgendwoher, dass Chakotay dieser Auftrag persönlich nahe geht. Als spirituelle Beraterin für die Kolonisten wird außerdem seine Schwester Sekaya an Bord genommen, die ihrem Bruder ein lang gehütetes Geheimnis darüber enthüllt, wie ihr Vater wirklich gestorben ist.

Während große Studien auf den Chakotay-Charakter verwendet werden, gehen auch die anderen Protagonisten nicht unter. Admiral Janeway und Tuvok begeben sich auf eine diplomatische Mission, um dem Austritt einiger Planeten aus der Föderation entgegenzuwirken. Tom und B'Elanna erforschen auf Boreth die klingonischen Prophezeiungen über ihre Tochter. Und Seven und der Doktor haben in der Denkfabrik der Sternenflotte alle Hände voll zu tun.

III Wie weiter?

Bereits aus den obigen Zusammenfassungen lässt sich herauslesen, dass der "Voyager"-Relaunch bislang noch sehr stark von der Reise im Delta-Quadranten zehrte. Dahingehend bildet auch der "Spirit Walk"-Zweiteiler keine Ausnahme. Obwohl die Verkaufszahlen zumindest für den ersten Doppelband nicht schlecht waren, verblieb diese Serienfortführung im Schatten der anderen "Star Trek"-Sequels. Es mag daran liegen, dass es bislang nicht gelungen ist, den "Voyager"-Kosmos zu öffnen und mit dem größeren "Star Trek"-Universum zu verschmelzen. Diesem Ziel soll nun im Frühjahr 2009 der Fortsetzungsroman "Full Circle" Rechnung tragen.

Doch weil in den zurückliegenden Jahren, wo der "Voyager"-Relaunch auf Eis lag, das literarische "Star Trek"-Universum beachtlich weiter Richtung Zukunft geschritten ist, gibt es Entwicklungen, die auch "Full Circle" wird zu berücksichtigen haben. Die wohl krasseste dieser Entwicklungen besteht im Tod Kathryn Janeways. Sie starb im vierten Buch des TNG-Relaunchs, "Before Dishonor" im Kampf gegen evolutionär fortgeschrittene Borg. Wie dieses und andere Probleme in "Full Circle" angegangen und gelöst werden sollen, darauf wirft möglicherweise das von uns exklusiv geführte Interview mit Autorin Kirsten Beyer ein Schlaglicht...

(jw - 29.12.09)

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