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Jörn Podehl (jp)09.09.07

Zehn Jahre "Die Neue Grenze"

Zehn Jahre Science- und Social-Fiction

Captain Gold und seine Ingenieure der U.S.S. da Vinci lösen Monat für Monat unlösbare Probleme; Captain Klag der I.K.S. Gorkon treibt sein Schiff und seine Mannschaft durch den Kosmos; Will Riker und die Crew der Titan durchforsten den Orion-Arm der Milchstraße; in der Taurus-Ausdehnung lauert ein dunkles Geheimnis, dem Commodore Reyes auf den Grund gehen will; Captain Sisko kehrt aus dem Reich der Propheten zurück und begrüßt Bajor in der Föderation; Picard sucht einen neuen Ersten Offizier und eine neue Crew; Captain Chakotay fliegt mit der Voyager durch die Gegend und Trip Tucker ist doch eigentlich gar nicht tot, oder?

Aber halt, bevor Sie gleich sagen "Das weiß ich doch schon, Mann!", eine kleine Frage: War dem denn immer so? Wurden die "Star Trek"-Fans schon immer so verwöhnt mit verquirlten Abenteuern, die der Phantasie keine Grenzen setzen oder mit Geschichten aus Tausend und einem Sternenimperium? Wirklich?

Die Antwort lautet: nein. Hätte es eine ganz bestimmte Romanserie nicht gegeben, würde man vermutlich weiterhin begleitende Abenteuer zu den TV-Serien lesen können: Die Voyager ist mit schrumpfendem Kaffeevorrat auf dem Weg nach Hause; Captain Sisko jagt irgendwelche Piraten durch die Quadranten; Picards Enterprise wird während einer Routinemission mit einem unbekannten Volk konfrontiert und Captain Archer steuert die Enterprise NX-01 einfach nur geradeaus. Alte Gesichter bleiben alte Gesichter, neue Gesichter gehen spätestens am Ende der Geschichte zur Hölle.

Aber welche Serie ist denn das und wie fing alles an? Welchen Einfluss hatte sie denn auf das Buchgenre? Der Titel der Serie sagt eigentlich schon alles, räumt mit dem "Star Trek'schen" Final Frontier endgültig auf und ebnet so den Weg zu einer komplett anderen, ganz Neuen Grenze...

Der Anfang

Der Stapel "Star Trek"-Romane wurde Ende der 90er Jahre größer und größer, ohne dass es viele Abenteuer gab, die mehr boten als das TV-Programm. Damals war John Ordover Romaneditor bei Pocket Books und brachte es auf den Punkt: Eins der größten Probleme dieser Zeit war, dass man mit den Helden der Romane keine signifikanten Veränderungen vornehmen konnte, die Hauptcharaktere mussten immer dieselben sein und bleiben; sie durften nicht sterben, nicht verändert werden, nicht weggehen. Dass eine derartige Einschränkung Roman-Franchises nicht groß vorantreiben kann, ist selbstverständlich und für jeden, der bei Pocket Books etwas mit den Geschichten zu tun hatte, ermüdend und frustrierend.

Der erste "Neue Grenze"-Roman "Captain Calhoun"
Not macht bekanntlich erfinderisch, und so kam Ordover folgende Idee: Was wäre, wenn man sein eigenes Schiff und seine eigene Crew haben und man Geschichten erzählen könnte, die von Roman zu Roman gehen, ohne auf die vorgeschriebene Kontinuität von Paramount achten zu müssen? Charaktere könnten kommen, gehen, verändert werden oder sterben, man hätte jede Freiheit. Mit den eigenen Protagonisten in einem "abgetrennten" Bereich des Paramount-Universums würden auf einen Schlag alle Probleme beseitigt worden sein, die man sonst unter der harschen Führung der Kontinuität hätte.

Paramount, oder viel mehr Paula M. Block, die damals das Sagen in Sachen "Star Trek"-Lizenzen hatte, fand diesen Gedanken interessant und ließ sich von Ordover ein Konzept zukommen. Im Mittelpunkt der neuen Buchserie stand ein Raumschiff namens Excalibur. Es agierte in einem Gebiet entfernt der uns bekannten Föderation, dem Sektor 221G, und leistete humanitäre Hilfe, wo sie benötigt wurde, denn ein riesiger Planetenverbund war dort auseinandergebrochen und lag in Trümmern. Jeder kämpfte gegen jeden, niemand hatte viele Freunde (im Hinterkopf hatte Ordover dabei das Bild der Sowjetunion).

Gleichzeitig wollte sich Ordover mit der neuen Idee wieder der originalen Serie annähern, während DS9 und "Voyager" ein anderes Kernthema hatten. Man erinnerte sich, dass TOS von einer Mission zur nächsten dachte und das Raumschiff im Grunde genommen auf sich allein gestellt war. Allerdings sollte der Sprung in die "guten alten Zeiten" mehr Würze haben. Im Mittelpunkt standen Humor, verschrobene Charaktere und mehr Sex. Doch wer sollte der Captain beziehungsweise die Hauptfigur einer derart ungewöhnlichen Serie werden?

Der "New York Times"-Bestseller-Autor Peter David war Ordovers erste Wahl für die neue Serie. Er erfand auch die Romanfigur MacKenzie Calhoun und gestaltete sie der Serie gemäß ziemlich ungewöhnlich. Und wenn sich der Leser bei Captain Calhoun an Mel Gibson erinnert fühlt, der wild um sich prügelnd das letzte aus sich und seinen Gegnern herausholt, liegt er genau richtig. Calhouns Charakter ist nämlich sehr stark an den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace angelehnt, der wie Calhoun ein Haudegen war. Dieser wiederum wurde in dem Film "Braveheart" von Mel Gibson verkörpert...

Aber damit nicht genug; Paramount räumte der Bücherserie keinen großen Erfolg ein, wenn sie nur aus Romanfiguren bestünde, die keinen Bezug zur TV-Serie hatten. So schlug Paramount vor, bekannte Gesichter mit in die Geschichten einzubinden. Ordover entschied sich für Shelby und Dr. Selar, David dachte an Robin Lefler. Sie alle hatten einen Hintergrund und waren bei Fans beliebt. Um eine vorher nicht gekannte Buchkontinuität zu erzeugen, folgten aus anderen David'schen Büchern, zum Beispiel der "Starfleet Academy"-Romanserie, Lieutenant Soleta, Mark McHenry, Kebron und Tania Tobias (sie tauchte erst in den späteren "Neue Grenze"-Büchern auf).

Peter David sagte in einem Interview dazu: "John Ordover nannte mir die Charaktere, die in die Geschichte kommen sollten und ich konnte loslegen. Ich mochte die Idee einer Serie, in der wir die Charaktere am Ende nicht immer wieder so darstellen mussten wie auf der ersten Seite des Buchs. Wir konnten wirklich Sachen ändern, anstatt die Illusion einer Veränderung zu zeigen".

Im Juli 1997 war der große Moment gekommen: Der erste Teil der Serie "Die Neue Grenze" ("New Frontier") sollte veröffentlicht werden. Da man sich unsicher war, wie die Fans darauf reagieren würden, wurde Band eins als Kapitelroman angeboten; das erste Abenteuer wurde also in vier großen Kapiteln verkauft: "House of Cards", "Into the Void", "The Two-Front War" und "End Game". Weder Ordover noch David hätten sich träumen lassen, dass die Geschichten in den "New York Times"-Bestsellerlisten auftauchen würden.

Damit war sie geboren, die wahrscheinlich ungewöhnlichste "Star Trek"-Serie der Welt - oder des Universums? Nach Deutschland kam die Serie im Jahr 2000, das erste Abenteuer wurde hier nicht in vier, sondern in zwei Teilen bei Heyne veröffentlicht: "Captain Calhoun" und "U.S.S. Excalibur".

Eine Reise, die länger andauert als erwartet

Mit jedem gebrochenen Kiefer, jedem flapsigen Spruch, der über Calhouns Lippen rollte und mit jedem Streit zwischen Calhoun und seinem Ersten Offizier Shelby stieg die Beliebtheit der Romanserie und hält bist heute an. Wo sonst hat man einen Captain, der auf jede diplomatische Floskel pfeift und lieber mit einem Schwert Schädel spaltet anstatt einmal nachzugeben?

Die Figuren, ob bekannt aus dem Fernsehen oder nicht, entwickelten in den Romanen eine unglaubliche Eigendynamik und wurden immer interessanter und verdrehter. Wie heutzutage in den TV-Serien "Lost" oder "Battlestar Galactica" kamen von Mal zu Mal neue Geheimnisse und dunkle Seiten der Charaktere hoch und stellten sie in ganz neuen Schein. Gäste aus den TV-Serien wie Picard, Spock oder Scotty sollten die "Neuen Grenze" noch etwas interessanter für zögernde Neueinsteiger machen - und das hat natürlich auch funktioniert.

Um für noch mehr Zündstoff zu sorgen, sollte das "neue" Schiff alles andere als neu sein: kein Kahn der Sovereign-Klasse, der die Borg das Fürchten lehrt, keine Galaxy-Klasse, die Platz für Hunderte Familien bot und erst recht nicht irgendein geheimer Kreuzer, der sich unsichtbar oder anderswie beweisen konnte. Dafür war die alte Ambassador-Klasse (wie die Enterprise-C) geradezu prädestiniert. Also, ab mit dem lütten Schiff in den Sektor 221G und weit, weit weg von Admiral Jellico (anscheinend Lieblingsopfer und -figur von Peter David, kein anderer hochrangiger Offizier muss so viel einstecken wie unser Edward). Zwar bot die Excalibur nur Platz für einige Hundert Crewleute, hatte dafür aber genug Raum für Gerüchte, wilde Geschichten, Irrungen und Wirrungen - wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten", nur mit guten Ideen.

Dass Captain Calhoun für die Excalibur-Mission von Picard vorgeschlagen wurde, war kein Wunder, denn Calhouns Heimatplanet Xenex liegt inmitten des Sektors 221G, niemand sonst war so gut mit der Umgebung und der momentanen Situation vertraut wie er.

Der bisher letzte auf Deutsch erschienene Roman "Dunkle Verbündete"
Und so dümpelte die Excalibur mit ihrer neuen Crew durch den Sektor. Neben dem ziemlich frei-nach-Schnauze handelnden Captain Calhoun warf Commander Shelby (unsere Lieblings-Borg-Spezialistin aus den "The Next Generation"-Episoden "In den Händen der Borg"/"Angriffsziel: Erde") ein Auge auf ihn. Man muss bedenken, dass beide während ihrer Akademiezeit eine heftige Beziehung führten.

Der Hermant Burgoyne 172, halb männlich halb weiblich, ist bestimmt der ungewöhnlichste Chefingenieur in "Star Trek". Er hat nicht nur eine ähnlich ungezügelte Art wie Calhoun an sich, nein er ist auch aufgrund seiner Physiologie extrem gelenkig und eine Kämpfernatur.

In ihren ersten Missionen passierte einiges: Man plagte sich mit Relikten des einst stolzen Thallonianischen Imperiums herum und musste - mehr oder weniger erfreut - zur Kenntnis nehmen, dass ein ehemaliger Lord des Imperiums namens Si Cwan als blinder Passagier an Bord war. Er war auf der Suche nach seiner entführten Schwester Kallinda und gleichzeitig ein Dorn im Auge vom brikanischen Sicherheitschef Zak Kebron, der mit seinen enormen Ausmaßen und riesigen Kraft jeden Gegner in die Flucht schlug. Notgedrungen ließ man Si Cwan als Botschafter des Reiches an Bord leben, was natürlich auch ein leserliches Streichholz vor dem Pulverfass war.

Es gab auch eine Begegnung mit Robin Leflers Mutter, die schließlich bis zum Schluss an Bord bleibt. Kallinda wird gefunden, Calhouns Sohn Xyon taucht auf und geht scheinbar bei der Vernichtung der so genannten Schwarzen Masse drauf. Hunde des Krieges sorgen für Ärger wie die Sekte der Erlöser (englisch Redeemer). Es wird das erste Kind von Selar und Burgoyne auf der Excalibur geboren, wodurch ein Kampf um das Sorgerecht entbrennt. Wie man liest, der normale Sternenflotten-Alltag...

Tiefer Einbruch und enorme Charakterveränderungen

Doch wer meint, dass es nicht verrückter und verdrehter mit den familiären Geschichten und den Querelen im Sektor 221G zugehen kann, der wird die letzten Zeilen des Buches "Dunkle Verbündete" mit großen Augen gelesen haben: "[...] fünf Minuten bevor die Excalibur explodierte...". Das Schiff ist einfach so in die Luft geflogen. Wie jetzt? Aber... Und damit begann eine Periode in "Die Neue Grenze", die sehr außergewöhnlich war.

Leider haben die deutschen Fans nach "Dunkle Verbündete" nichts mehr von "Die Neue Grenze" gehört, weil Heyne die Veröffentlichung eingestellt hat. In Amerika aber entwickelte sich die Serie weiter: Die Bücher "Requiem", "Renaissance" und "Restoration" bilden die sogenannte "Excalibur-Trilogie" mit dem Fokus auf den Charakteren und Missionen nach der Explosion des Schiffes. Captain Calhoun gilt als tot, Shelby hat große Probleme mit ihrem eigenen Kommando, McHenry und Kebron sind auf einer Undercovermission, Selar und Burgoyne kämpfen (im wahrsten Sinne des Wortes) um das Sorgerecht ihres Sohnes Xyon (er heißt zu Ehren des totgeglaubten Sohnes von Captain Calhoun auch Xyon). Soleta, von der nur einige wenige Leute wissen, dass sie Halbromulanerin ist, trifft auf ihren romulanischen Vater - und dieses Treffen endet mit einem großen Knall.

Wie dem Leser natürlich klar ist, kann Calhoun gar nicht tot sein. Er entkam der Excalibur-Explosion in der letzten Rettungskapsel, nachdem er zusammen mit Shelby (und fremder Hilfe von ganz oben) die Crew selbst in Rettungskapseln gescheucht hatte. Der Captain stürzte auf einen einsamen Planeten ab und ... tja, und traf dort auf eine merkwürdige Westernstadt, in der Billy the Kid hätte heimisch sein können. Zusammen mit dem Jungen namens Moke, den Calhoun später adoptiert, flüchtet er vom Planeten und kommt so schließlich wieder zurück in das Föderationsgebiet.

Erst am Ende von "Restoration" wird aufgedeckt, dass der Grund für die Vernichtung der Excalibur ein romulanisches Computervirus war. Moment! Was? Aber es gab doch gar keine Begegnung mit den Romulanern. Wie soll denn ein romulanisches Computervirus dafür verantwortlich sein? "Sehl gut, haben Sie lischtig geflagt", hätte mein ehemaliger chinesischer Professor jetzt geantwortet. Es gab nämlich gar keine Begegnung mit den Romulanern ... in den deutschen Übersetzungen. Heyne hat nicht nur nach "Dunkle Verbündete" die Übersetzung eingestellt, nein, Heyne hat sogar ein Buch nicht übersetzt, das chronologisch vor eben diesem spielte, und genau in diesem Buch mit dem Titel "Double or Nothing" kam es zu einer Begegnung mit den Romulanern.

Es wurde nicht übersetzt, weil es selbst Teil einer Miniromanserie mit dem Titel "Double Helix" war und sich um die Suche nach einem gefährlichen Genetik-Genie drehte. Wäre "Double or Nothing" übersetzt worden, hätten die anderen Bände der "Double Helix"-Serie ebenfalls übersetzt werden müssen, da man sonst dieses Buch nicht verstehen würde...

Gateways...

Romaneditor John Ordover hatte ein Faible für Miniserien. Neben "Double Helix" entwickelte er Konzepte für die Romanminiserie "Gateways" und "Captain's Table". Innerhalb dieser Miniserien sollten alle TV- und Romanserien eine Episode erzählen, die einem roten Faden folgten. Bei der Geschichte in "Captain's Table" zum Beispiel erzählt Captain Calhoun aus der Ich-Perspektive über seinen ersten getöteten Feind auf Xenex oder über seine Zeit als Erster Offizier auf der U.S.S. Grissom.

Interessanter für "Die Neue Grenze" ist aber der "Gateways"-Zyklus und damit die Geschichte "Cold Wars". Hier wurde der Weg für die Zukunft geebnet: Calhoun kehrt mit der U.S.S. Excalibur-A zurück in den Sektor 221G (man hat Calhoun ein neues Schiff anvertraut, sogar einen Kreuzer der Galaxy-Klasse). Begleitet wird er von Captain Shelby und ihrem Schiff, der Trident. Vieles hatte sich verändert, die Crews wurden anders, ja auch die Beziehung zwischen Calhoun und Shelby. Aber mit etwas hatte niemand gerechnet, nämlich mit der Rückkehr alter Bekannten.

... Götter...

Jedes Abenteuer der "Neuen Grenze" hatte irgendeinen Charakter als Dreh- und Angelpunkt. Nun stand Mark McHenry im Hauptgeschehen, Calhoun und Shelby wichen etwas in den Hintergrund: Nach dem "Gateways"-Abenteuer stellte sich in "Being Human" und "Gods Above" heraus, dass McHenry ein Halbgott war, was in den Bücher davor durch Anspielungen mehr oder weniger angekündigt wurde. Er war mit dem in der TOS-Episode "Der Tempel des Apoll" vorkommenden Pseudogott Apollo verwandt und zog das Interesse von dessen Geschwistern Artemis und Anubis auf sich, die mithilfe eines Gateways aus ihrer Verbannung entkommen konnten..

Eine Schlacht hier, ein Kampf dort, letzten Endes taucht Göttervater Zeus auf und unterstützt die Excalibur und vor allem McHenry im Kampf gegen die Götter, die die gesamte Föderation bedrohen. Und so konnten sie zurückgeschlagen werden. Doch einen Preis hatte das Ganze: Abgesehen davon, dass Morgan Lefler bei dem Angriff der Götter mit dem Computer verschmolz, ihr Körper starb und sie jetzt zum Hauptcomputer wurde, verließ McHenry die Excalibur, um über die verbannten Götter zu wachen und um zu verhindern, dass sie wieder dem uns bekannten Universum schaden können.

Kaum war die Gottproblematik gelöst, kam auch schon das nächste Problem in dem Buch "Stone and Anvil" auf die Excalibur zu. Denn auf der U.S.S. Trident wird die Leiche eines Crewman aufgefunden, der von Ensign Janos (einem genetisch veränderten Mugato) getötet wurde. Am Ende war die Geschichte geschmückt mit Rückblicken in die Akademie-Vergangenheit von Calhoun und Shelby, der Lösung des Mordes und einem Konflikt mit den Tholianern und den Selelvianern, zu dessen Volk der tote Crewman gehörte.

...und die Gegenwart

In einem Vorwort zu dem "Neue Grenze"-Buch "After the Fall" schrieb das Pocket-Books-Management: "Alles muss voranschreiten. Ohne Fortschritt entsteht Langeweile und sogar Rückschritt. Die 'Neue Grenze' ist da keine Ausnahme." Und so sollte es sein: Peter David ließ in "After the Fall" und dem bis dato aktuellen Buch "Missing in Action" drei Jahre verstreichen und schloss damit zu "Star Trek: Nemesis" auf. Viel hat sich in diesen drei Jahren getan: Soleta ist, nachdem die Sternenflotte herausfand, dass sie, was ihre Herkunft angeht, gelogen hat, nach Romulus gegangen. Das Thallonianische Imperium wuchs unter den Bemühungen von Premierminister Si Cwan und seiner Frau Robin Lefler wieder zögerlich zusammen. Als dann Si Cwans Schwester Kallinda in ihrer Hochzeitsnacht von dem totgeglaubten Xyon entführt wurde, kommt eins zum anderen und alles endet in der Bedrohung des Friedens in neuen Thallonianischen Reichs. Captain Calhoun und Admiral Shelby konnten zwar das Schlimmste verhindern, aber es kam schließlich auch zu einer Tragödie im Hause Cwan.

Nicht ohne Grund umstritten

Im Laufe der Zeit hat "Die Neue Grenze" viele Fans gewonnen, aber auch viele Kritiker. Zu abgedreht soll die Serie geworden sein, zu viel Klamauk, überzogen und im Stil einer Seifenoper jegliche vernünftigen Geschichten kaputt machen. Trotz der Originalität, die "Die Neue Grenze" ausmachte, muss man eingestehen, dass Ideen wie die Excalibur-Trilogie mit dem Fokus auf die einzelnen Charaktere das bekannte Familiengefühl der Serie vertrieb und die Götter in "Being Human" und "Gods Above" an sehr vielen Stellen an Glaubwürdigkeit mangeln ließen. Nach "Dunkle Verbündete" bis zu "Gods Above" nahm der große Schwung der Serie ab.

Aber mit "Stone and Anvil", "After the Fall" und "Missing in Action" kehrte der Schwung auf einmal zurück und zeigte, was "Die Neue Grenze" draufhatte, allein schon dadurch, dass sie zum aktuellen "Star Trek"-Geschehen aufschloss.

Egal was Kritiker sagen oder wie sehr manche Leute die "Neue Grenze" verteufeln, eins ist klar: Ohne das erfolgreiche Experiment "Die Neue Grenze" hätte John Ordover mit "S.C.E." keine weitere Romanserie geschaffen, gewagte Ideen wie die Klingonen-Serie "I.K.S. Gorkon" wären vermutlich gar nicht erst versucht worden, auf die Idee mit Relaunches wäre wohl auch niemand gekommen und über die Titan würde der Leser nicht mehr erfahren, als dass der Captain Riker ist.

Bleiben wir gespannt, was uns Band Nummer 18 im Mai bringen wird. Bis dahin bleibt mir noch eins zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, "Neue Grenze" - auf die nächsten zehn Jahre!

(jp - 29.12.09)

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