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Henning Koonert (hk), Ute Kreibaum (uk)10.02.13

Besser leben mit Jim Kirk

Im Gespräch mit den Autoren von "Sorge dich nicht, beame!"

"Warum Ihr Geld an selbsternannte Gurus verschwenden, wenn Sie Yoda haben können und Spock, Kirk und Pille Sie alles lehren, was Sie sonst noch brauchen? Der etwas andere Ratgeber beantwortet dem modernen Geek sämtliche wirklich wichtigen Fragen an das Leben, das Universum und den ganzen Rest auf augenzwinkernde und dennoch fundierte Weise." - So steht es auf dem Umschlag des neuen Buches von Andrea Bottlinger und Christian Humberg. Wir haben die Autoren gefragt, wie das Buch entstanden ist, für wen sie es geschrieben haben und welche Antworten sie selbst auf die im Ratgeber aufgeworfenen Fragen geben.

TrekZone Network: Ihr Buch wird als ein nicht ganz ernst gemeinter Ratgeber beworben. Wenn ich mir normalerweise nichts aus Ratgeber- und Selbsthilfebüchern mache, ist "Sorge dich nicht, beame!" dann trotzdem was für mich?

"Sorge dich nicht, beame!" ist im Dezember 2012 im Cross Cult Verlag erschienen.
Andrea Bottlinger: Natürlich. Was wir machen, ist zu schauen, wie sich unser aller Bildschirmhelden in Alltagssituationen verhalten würden. Wer möchte, kann etwas daraus für sein eigenes Leben mitnehmen. Wer das nicht möchte, kann das Buch als einen neuen Blickwinkel auf seine geliebten Star-Franchises lesen.

Christian Humberg: "Sorge dich nicht, beame!" ist in erster Linie ein Buch zum Schmunzeln. Eine Ansammlung durchaus nicht ganz unabsurder Ideen und Beobachtungen, zusammengetragen und aufbereitet von zwei auch nicht immer ganz unabsurden Freunden der gepflegten Phantastik und des Geektums. Wir wollen nicht mit Dale Carnegie & Co. konkurrieren - ganz im Gegenteil verstehen wir uns als amüsanten Gegenentwurf zu derartiger Motivations- und Durchhalteliteratur. Von daher kann die Antwort auf diese Frage nur ein klares Ja sein.

TZN: An welches Publikum richtet sich Ihr Buch und welche Vorkenntnisse sollten die Leser mitbringen?

Andrea Bottlinger: Das Buch richtet sich an Leute, die sich zumindest ein bisschen mit "Star Wars" und "Star Trek" auskennen - und zumindest eines von beidem mögen. Wobei wir uns bemüht haben, immer zu erklären, worauf wir uns beziehen, so dass man weder alle Folgen "Star Trek" gesehen haben muss noch die "Star Wars"-Filme auswendig kennen muss, um zu verstehen, wovon wir reden.

Christian Humberg: Genau. Jeder ist willkommen, der Spaß versteht und zumindest ein rudimentäres Faible für Weltraumhelden und deren Schicksale hat.

TZN: Wie lief der Schreibprozess ab? Haben Sie die einzelnen Kapitel untereinander aufgeteilt oder hat sich die eine einem bestimmten Fandom stärker gewidmet als der andere?

Andrea Bottlinger: Ich war für "Star Wars" zuständig, Christian für "Star Trek". Wir haben die Kapitel danach untereinander aufgeteilt.

Christian Humberg: Wann immer ich Bücher mit geschätzten Kollegen wie Andrea schreibe, läuft die Arbeit eigentlich recht ähnlich ab. Schritt eins: Man erarbeitet sich gemeinsam ein detailliertes Kapitelexposé. Das erfährt während des Schreibprozesses zwar durchaus noch Änderungen, bietet uns Autoren aber das notwendige Rüstzeug, uns beim Ausformulieren der einzelnen Buchpassagen nicht zu verlieren. Schritt zwei: Man teilt die einzelnen Segmente geschwisterlich auf - in diesem Fall wie von Andrea beschrieben - und schreibt parallel an den Texten. Wichtig ist dabei, sich auch während des Schreibens immer wieder auszutauschen, um den gemeinsamen Tonfall und die Richtung nicht zu vergessen. Ist eine Passage fertig, bekommt sie der jeweils andere zur Überarbeitung. In diesem dritten Schritt besprechen wir etwaige Anschlussfehler, neue Ideen und neu aufgetretene Fragen. Indem jeder die Arbeit des Gegenübers frei kritisieren und verbessern darf, garantieren wir, dass das fertige Manuskript letzten Endes sprachlich und stilistisch aus einem Guss ist. Stimmig, eben.

"Ich hätte mir wahrscheinlich Captain Janeway aufgehängt, weil ich es cool fand, dass eine Frau ein Raumschiff kommandiert."

TZN: In Ihrer Bedienungsanleitung zum Buch erläutern Sie, wie es zu der Idee kam, eben dieses zu schreiben und dass früher Charaktere aus Serien und Filme als Poster in Ihren Zimmern hingen und nicht sogenannte Stars und Sternchen. Welche waren es bei Ihnen und wieso gerade diese?

Christian Humberg: Captain James T. Kirk hing dort tatsächlich, allerdings auch eine großformatige und mehrfarbige Risszeichnung der Enterprise-D.

Andrea Bottlinger: Also, in meinem Zimmer hing, nachdem "Episode I" in die Kinos gekommen war (da war ich gerade 15, wenn ich mich nicht verrechnet habe), ein generelles "Star Wars"-Poster, das ich irgendwann mal aus der "Bravo" gefischt hatte (die natürlich nur meine Schwester immer gekauft hat ... ähem ...). Da waren viele verschiedene Leute drauf. Wenn ich je ein "Star Trek"-Poster gefunden hätte, hätte ich mir wahrscheinlich Captain Janeway aufgehängt, weil ich es cool fand, dass eine Frau ein Raumschiff kommandiert. Ansonsten hing bei mir noch ein großes "Herr der Ringe"-Poster mit den Nazgul darauf.

TZN: Wer wären Ihre Vorbilder bei der Suche nach einem Partner/einer Partnerin? Einer der beschriebenen Charaktere oder doch noch jemand Anderes?

Andrea Bottlinger: Ich finde Leia eigentlich nicht schlecht. Einfach sein eigenes Ding durchziehen, und wenn einem dabei zufällig ein interessanter Mann über den Weg läuft, dann ist das schön - und wenn nicht, dann halt nicht.

Christian Humberg: Die Männer, die wir in dem entsprechenden Kapitel analysieren, sind meines Erachtens nicht gerade Vorbilder. Ein Han Solo, der auf ein "Ich liebe dich" ein lässiges "Ich weiß" erwidert? Ein Kirk, der zwar in jedem Raumhafen eine andere rumkriegt, unterm Strich aber nur einer Dame - seinem Schiff - wirklich treu ergeben sein kann? Ich weiß ja nicht ... Helden der Trivialunterhaltung müssen einsame Streiter sein, das liegt in der Natur der Sache. Sie sind Identifikationsfläche und Geschichten über zutiefst glückliche Personen meist eher langweilig. Auch das erklären wir im Buch genauer.

TZN: Wie würden Sie im Vergleich Amidala & Anakin sowie Miles & Keiko, so Paare wie Picard & Crusher, Troi & Riker oder Worf & Jadzia beschreiben in Ihrem Buch?

Andrea Bottlinger: Worf und Jadzia sind toll. Ich habe mir im Nachhinein gedacht, dass man sie noch besser als Beispiel für eine glückliche Beziehung hätte nehmen können als Miles und Keiko. Aber manche Ideen kommen einem einfach zu spät. Worf und Jadzia sind füreinander da, lassen einander aber auch genügend Freiraum. Sie haben natürlich ihre Probleme, aber sie finden Lösungen dafür - zumindest bis Jadzia stirbt. Das lässt sich dann natürlich nicht mehr lösen.

Christian Humberg: Na ja, Worf verschafft ihr posthum noch einen Platz im Klingonen-Wallhalla. Das kommt mir einer Problemlösung doch recht nah, wenigstens nach dem Maßstab dieser kriegerischen Typen mit den Höckern auf der Stirn. Troi und Riker suggerieren zumindest, dass selbst jahrelanger Entwicklungsstillstand noch in einem Happy End münden kann. Aber um oben erwähnte These der Helden als einsame Streiter zu untermauern: Überrascht es wirklich noch, dass die TNG-Spielfilme mit der Hochzeit der Rikers enden? Glückliche Leute erzählen meist keine spannenden Geschichten mehr ...

"Zwecks Urlaubs zöge ich Trills gemäßigtes Klima den Wüsteneien Vulkans und dem stinkend-schmutzigen Qo'noS jederzeit vor. Ich will mich entspannen, nicht quälen."

TZN: Welche Frau (Hauptrolle) ist für Sie die klassischste in der SF, welche die unklassischste?

Christian Humberg: Was ist eine klassische Frauenrolle? Dale Arden, die ewige Jungfer in Nöten, die in Mings Verließ auf die Rettung durch den wackeren Flash Gordon warten muss? Ich glaube nicht. Was wir nicht zuletzt auch in der Phantastik aber seit einiger Zeit erleben, ist ein gesunder Schwung starker Frontfrauen. Die weibliche Hauptrolle emanzipiert sich vom zuvor meist männlichen Zentrum der Abenteuer und erlebt eigene. Buffy Summers hätte es vor ein paar Jahrzehnten so noch nicht gegeben: eine Heldin, die die Vampire selbst pfählt und nicht maximal dem Protagonisten die angespitzten Holzstöcke reichen darf. Wäre Joss Whedons wohl prägendste Serie eine Generation früher entstanden, wäre Giles der Jäger gewesen und Buffy nebst ihrem gleichaltrigem Gefolge nur seine schönen Stichwortgeber. Gut, dass das auch in der Phantastik inzwischen differenzierter geht! (Wenngleich sich Whedon mit "Dollhouse" Jahre später auch nicht gerade als Ober-Emanzipator präsentierte und gewissermaßen den eigenen Durchbruch zu untergraben versuchte.)

TZN: Welcher Karrieretyp sind Sie eher und haben auch Sie schon einen Haisprung hinter sich gebracht?

Andrea Bottlinger: Ich bin eher Riker. Das Universum zu regieren wäre mir viel zu anstrengend. Ich hätte nichts dagegen, noch ein bisschen höher hinauszukommen, aber solange ich machen kann, was ich gerne mache, bin ich zufrieden. Und ich hoffe sehr, nie einen Haisprung zu machen.

Christian Humberg: Dem kann ich nur zustimmen. Nichts gegen Allmachtsphantasien à la Palpatine und Darth Vader, aber ein guter Unternehmer muss realistische von unrealistischen Zielen unterscheiden können. (Hey, klang das nicht wie eine Erwerbsregel der Ferengi. Schnell, ruft den Großen Nagus und fragt ihn, was er für sie zahlt!)

TZN: Wie würden Sie Ihren Freundeskreis bezeichnen und finden Sie ihn in einem der beiden Universen oder eher in einem anderen SF- oder gar anderen Genre-Universum wieder?

Andrea Bottlinger: Ich kenne größtenteils Leute aus der Verlagsbranche. Das könnte man wohl als "Star Trek"-Freundeskreis bezeichnen.

Christian Humberg: Mein Freundeskreis ist sehr bunt gemischt und umfasst Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Ich finde es spannend, auf diese Weise auch in andere Lebensmodelle blicken zu dürfen. Falls das nach "Star Wars" klingt, bin ich wohl eher der Typ.

TZN: Haben Sie Ihren Robin gefunden?

Andrea Bottlinger: Das Problem dabei ist, dass sich alle Leute immer für den Batman ihrer eigenen Show halten.

Christian Humberg: Besser kann man das nicht sagen.

"Wieso Gott ein Raumschiff braucht? Ich würde mal bei den Goa'uld nachfragen. Die sollten sich mit der Thematik auskennen."

TZN: Wie Sie selbst sagten, ist Politik kein sonderlich beliebtes Thema, wobei Ihnen sicher eine Vielzahl der Menschen zustimmen würden. Wie wichtig ist dieses Thema Ihnen und wie stehen Sie zu den aktuellen Ereignissen in den nationalen aber auch internationalen Theatern des politischen Geschehens (Beispiel Eurokrise, anstehender Bundeswahlkampf etc.)? Wie würden Sie diese in Ihrem Buch beschreiben, wenn Sie "müssten"?

Andrea Bottlinger: Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, weil mir Politik nicht so wichtig ist, wie sie es wahrscheinlich sein sollte. Ich müsste daher erst mal eine Weile recherchieren, bevor ich das aktuelle politische Geschehen beschreiben könnte. Für den Erstwählercheck habe ich eine ganze Menge Parteiprogramme gelesen und tatsächlich mal Nachrichten geschaut.

Christian Humberg: Ich bin da das genaue Gegenteil. Mein politisches Interesse ist groß, aber es widerstrebt mir gewaltig, öffentlich politische Meinungen zu äußern. Was in Wahlkabinen passiert, geht nur den Einzelnen etwas an, und wer keine eigene Meinung hat, dem ist auch nicht damit geholfen, sich an der anderer Personen, etwa der meinen, zu orientieren. Bildung - auch die Meinungsbildung - geht nur durch eigenen Einsatz. Und der ist unverzichtbar.

TZN: Haben Sie Ihren Erstwählercheck selbst ausprobiert? Was kam bei raus?

Andrea Bottlinger: Ich schaffe es nie, bei den Antworten ernst zu bleiben, und dann kommt die CDU dabei raus, oder so was.

Christian Humberg: Ich fürchte, die Partei suraktreuer Spitzohren scheitert in diesem Jahr an der Fünfprozenthürde. Und der Kanzlerkandidat der Klingonen taugt meines Erachtens nur als Kinderschreck. Aber wer fragt mich schon?

TZN: Haben Sie für sich selber bereits den Sinn erkannt?

Andrea Bottlinger: 42 natürlich.

Christian Humberg: Zumindest nicht den dieser Frage. Was den Sinn des Lebens angeht, hat Andrea schon alles gesagt. Und der Rest steht in unserem Buch.

TZN: Wenn Sie wählen könnten, welcher Lifestyle wäre eher der Ihre?

Christian Humberg: Wäre? Könnte? Wenn? Selbstverständlich kann ich über meinen Lifestyle, um das Wort beizubehalten, selbst entscheiden. Nichts anderes tun wir alle jeden Tag aufs Neue, oder?

Andrea Bottlinger: Ich bevorzuge Dinge, die man nicht erst treten muss, bevor sie funktionieren, aber "Star Trek" wäre mir ein bisschen zu uniform.

TZN: Haben Sie eine Theorie dazu, wieso Gott ein Raumschiff brauchen könnte?

Andrea Bottlinger: Nein, aber ich würde mal bei den Goa'uld nachfragen. Die sollten sich mit der Thematik auskennen.

Christian Humberg: Weil der Glaube nur Berge versetzen kann und keine Galaxien?

TZN: Welcher Entspannungstyp sind Sie eher?

Andrea Bottlinger: Ich hätte ja gerne ein Holodeck. Aber bis das erfunden wird, werde ich wohl mit DVDs, Büchern und Computerspielen Vorlieb nehmen müssen.

Christian Humberg: Holodeck ist super. Ich hätte nichts dagegen, mal ein paar Stunden Dixon Hill zu sein. Zwecks Urlaubs zöge ich Trills gemäßigtes Klima den Wüsteneien Vulkans und dem stinkend-schmutzigen Qo'noS jederzeit vor. Ich will mich entspannen, nicht quälen.

"Ich fürchte, die Partei suraktreuer Spitzohren scheitert in diesem Jahr an der Fünfprozenthürde. Und der Kanzlerkandidat der Klingonen taugt meines Erachtens nur als Kinderschreck."

TZN: Welches Modell ist Ihr bevorzugtes gegen Stress?

Andrea Bottlinger: Die Chewbacca-Methode kann manchmal Wunder wirken. Aber häufiger verwende ich die leider nicht sehr empfehlenswerte und daher nicht im Buch erwähnte Schokoladenmethode ...

Christian Humberg: Durchatmen. Hilft immer. Und dann die Chuzpe haben, das Klingeln eines Telefons eher als freundlichen Vorschlag denn als Befehl zu verstehen.

TZN: Und ganz zum Schluss: Wie viele Justin-Bieber-Frisuren sind Ihnen geschätzt seit dem Abend noch über den Weg gelaufen ...?

Andrea Bottlinger: Ohne einen Thomas, der mich darauf aufmerksam macht, sehe ich die meistens nicht. Ich laufe normalerweise komplett blind durch die Welt, was das Aussehen anderer Leute angeht.

Dieses Interview ist auch zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" in der Februar-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(hk, uk - 10.02.13)

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