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Tracy Gilliland (gi), Marcus Erbar (me), Peter Glotz (pg)17.08.02

David R. George III und "Mission: Gamma"

Der Romanautor über den Verlauf des DS9-Relaunchs

Fragen zur "Mission: Gamma"-Subserie, zu seinen Büchern und zur Zukunft des Bücher-Franchises beantwortete "Star Trek"-Romanautor David R. George III in einem ausführlichen Interview mit Steve Krutzler, dem Webmaster von TrekWeb.

Noch in diesem Jahr wird der US-Verlag Pocket Books den so genannten Relaunch der DS9-Romanserie mit dem vierbändigen Zyklus "Mission: Gamma" weiterführen. Nach der Ausstrahlung des Serienfinales (1999) wurde die Geschichte der Raumstation Deep Space Nine mit teils neuer Crew in bisher vier Romanen und einer Kurzgeschichte fortgesetzt.

Das erste "Mission: Gamma"-Buch hat David R. George III geschrieben. Bekannt wurde er vor allem durch den ebenfalls im DS9-Universum angesiedelten Roman "The 34th Rule", der von vielen Kritikern zu den besten der letzten Jahre gezählt wird. Doch schon 1995 lieferte er die Story zu einer der ersten "Voyager"-Episoden, "Das oberste Gesetz". Sein nächstes Projekt ist ein Buch der "The Lost Era"-Reihe, die sich den Jahren zwischen "Star Trek VI" und "Star Trek: The Next Generation" widmen wird.

TrekWeb: Erzählen Sie uns etwas über die Story von "Twilight"! Was ist seit dem TV-Serienfinale von DS9 passiert?

"Mission: Gamma - Twilight"
David R. George III: "Twilight" setzt die Geschichte nach dem "Deep Space Nine"-Relaunch fort. Seit der letzten DS9-Episode, "Das, was du zurücklässt", hat Pocket Books vier Romane und eine Kurzgeschichte veröffentlicht - "Avatar, Book 1 & 2", "Der Abgrund", "Demons of Air and Darkness" und "Horn and Ivory" (in "What Lay Beyond"). Kira kommandiert nun die Station, und vier Charaktere wurden eingeführt - ein neuer Erster Offizier, ein neuer Wissenschaftsoffizier, ein neuer Chef der Sicherheit und ein Beobachter des Dominions.

"Twilight" ist ein charakterorientierter Roman, in dem jeder etwas zu tun bekommen wird. Wobei einige Charaktere - vor allem einer von ihnen - größeren Anteil an der Story haben werden als andere. "Twilight" markiert den Auftakt zu einer vierteiligen Subserie namens "Mission: Gamma", die von der dreimonatigen Erforschung des Gamma-Quadranten durch die Defiant-Crew erzählt. Obwohl jedes der vier Bücher - "Twilight", "This Gray Spirit" (Heather Jarman), "Cathedral" (Michael A. Martin & Andy Mangels) und "Lesser Evil" (Robert Simpson) - Teil einer größeren Geschichte ist, haben alle jeweils einen Anfang und ein Ende.

Auf vielerlei Art und Weise enthält jeder "Mission: Gamma"-Roman gleich zwei Bücher, weil sowohl die Ereignisse auf der Defiant als auch die auf DS9 geschildert werden. All das geschieht unter der Regie von Marco Palmieri, einem sehr kreativen und talentierten Herausgeber bei Pocket Books.

TrekWeb: Glauben Sie, dass das Finale von DS9 viel Raum für weitere Geschichten lässt?

George: Das glaube ich absolut. Sehr viele "lose Enden" wurden in der letzten Episode zusammengeknotet, aber meiner Meinung nach ist einer der Hauptaspekte der Serie die Charakterentwicklung gewesen, und das hat die Serie auch so erfolgreich gemacht. Insofern gibt es noch viele Geschichten zu erzählen, zum Beispiel über Kira, Bashir, Ezri, Nog und sogar Quark (vielleicht sogar ganz besonders Quark). Und natürlich gibt es auch neue Figuren, die geradezu danach schreien, ihre eigene Entwicklung zu durchlaufen.

Hinzu kommt noch, dass nicht alle fortlaufenden Geschichten zu Ende erzählt worden sind. Wird Sisko jemals wieder von den Propheten zurückkehren? Wird Kasidy das Baby bekommen, und was bedeutet das für sie und für Bajor? Wird Bajor jemals der Föderation beitreten oder wird es weiterhin allein bleiben? Ich bin nicht sicher, ob die Romane diese Fragen beantworten werden oder überhaupt sollen, aber es gibt sicher noch viele Geschichten im DS9-Universum, die wir erzählen können.

TrekWeb: Die Figuren bei DS9 waren viel detaillierter ausgearbeitet, als das bei den anderen "Star Trek"-Serien der Fall gewesen ist. Die Romane füllen normalerweise diese Lücken. Dementsprechend muss es etwas anders sein, über DS9 zu schreiben, im Gegensatz zu den anderen Serien, bei denen die Figuren etwas weniger eingegrenzt gewesen sind, oder?

George: Ich persönlich weiß nicht, inwiefern das einen Unterschied macht, ob ich einen DS9-Roman schreibe oder, sagen wir mal, einen "Next Generation"-Roman schreiben würde - oder überhaupt einen anderen Roman. Wenn ich mich hinsetze, mir eine Geschichte ausdenke und dann anfange, den Roman zu schreiben, ist mein Ziel immer, einfach nur ein gutes Buch zu schreiben. Dass es nun ein "Star Trek"-Buch ist, macht keinen Unterschied. Ich möchte, dass auch jemand, der keine Ahnung von "Star Trek" hat, Spaß an der Lektüre hat (auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass ein Nicht-Fan einen solchen Roman liest). Ich möchte natürlich auch, dass "Star Trek"-Fans ihren Lesespaß haben.

Quark ist der Liebling von Autor David R. George III
Aber ich verstehe, worauf Sie hinaus möchten, wenn Sie von der besonderen Charakterentwicklung bei DS9 sprechen. Ich habe neulich wieder eine Episode der Serie geguckt - viele Episoden sehe ich dann erst zum zweiten Mal. Ich bin erstaunt darüber, wie gut die Serie ist und wie echt die Figuren in Hinsicht auf ihre Entwicklung sind. Außerdem sind die Episoden so menschlich und deswegen so leicht zugänglich. Also, in der Beziehung denke ich, dass DS9 eine fertige Bühne liefert, auf der man die Figuren noch näher betrachten und weiterentwickeln kann. Ich denke, dass das auch bei den anderen Serien der Fall ist, aber bei denen ist es dann schwieriger.

Das erscheint sicher ziemlich paradox, denn die DS9-Figuren sind schon so gut entwickelt, aber ich denke, dass es gerade deswegen einfacher ist, diese Figuren zu Papier zu bringen. Es ist einfacher, da man weiß, wie sie reagieren, wenn sie mit einer bestimmten Situation fertig werden müssen.

TrekWeb: Über welchen DS9-Charakter schreiben Sie am liebsten?

George: Das ist eine schwierige Frage. Denn wenn man für irgendeinen Charakter die richtige Geschichte findet, dann macht es immer Spaß, sie zu schreiben. Irgendwie habe ich aber eine besondere Leidenschaft für Quark entwickelt. Wahrscheinlich deshalb, weil sein Charakter vom Beginn bis zum Ende der Serie sich am wenigsten verändert hat. Während ich "The 34th Rule" schrieb, mit Sicherheit auch während der Arbeit an "Twilight", entdeckte ich meinen Wunsch nach einem Quark, der nicht menschlicher, sondern ein reiferer Ferengi, eine reifere Person wird. Ich habe versucht, ihn in "Twilight" vorwärts zu bringen. Sobald der Roman im September herauskommt, werden wir alle sehen, wie erfolgreich ich dabei gewesen bin. Ich mag es auch, über Kira zu schreiben. Und ich habe auch an Elias Vaughn, einem der neuen Charaktere, Gefallen gefunden.

TrekWeb: Welches Buch der "Lost Era"-Reihe werden Sie schreiben, und wovon wird es handeln?

George: Ich schreibe den zweiten Roman, und zwar über die Enterprise NCC 1701-B unter dem Kommando von John Harriman. Zurzeit kann ich noch nicht viel über die Story sagen, denn ich habe mich noch nicht endgültig entschieden. Aber ich verspreche, dass wir jede Menge neue Charaktere sehen werden sowie ein paar bekannte Gesichter aus dem "Star Trek"-Universum.

TrekWeb: Werden die "Lost Era"-Bücher mit der Fortführung des Franchises im Fernsehen durch "Enterprise" irgendwelche Verweise auf die neuste Serie und die in der ersten Staffel neu etablierte "Star Trek"-Geschichte enthalten?

George: Da die "Lost Era"-Romane noch gar nicht geschrieben wurden, kann ich das nicht mit Sicherheit sagen. Aber ich schätze, wir werden bestimmt einiges an Kontinuität mit "Enterprise" zu sehen bekommen. Kontinuität hat allerdings immer seine Tücken. Es ist nicht nur viel schwerer zu erreichen, als die meisten Leser und Fans denken (da es so viel Kontinuität, als auch sich widersprechende Fakten gibt), aber ich bin ebenfalls der Überzeugung, dass man es mit der Kontinuität auch leicht übertreiben kann. Natürlich werfe ich auch meine eigenen Anspielungen auf die anderen Serien ein - es gibt eine kleine Anspielung auf "Enterprise" in "Twilight" -, jedoch ziehe ich es vor, dies auf eine subtile Art und Weise zu tun. Es gibt einiges, was nur der eingefleischte Trek-Fan verstehen wird und selbst dann auch nur, wenn ich den Satz so formuliere, dass es bei ihnen "Klick" macht.

"Lost Era: Serpents Among the Ruins" von David R. George III
TrekWeb: Viele, die die Bücher von Pocket Books der letzten Jahre verfolgten, haben die immer größer werdende Anzahl an mehrbändigen Serien, welche substanz- und inhaltslos wirkten, kritisiert, die eigentlich auch in einem einzigen Roman hätten abgehandelt werden können. Was halten Sie davon?

George: Ich habe nicht alle mehrbändigen Serien gelesen (ich vermeide es, Trek-Bücher zu lesen, wenn ich selbst gerade eines schreibe), also kann ich zu dieser Kritik gar nichts sagen. Die einzige Serie, die ich komplett gelesen habe, war "Invasion", bei der, wie ich denke, gute Arbeit geleistet wurde, die verschiedenen TV-Serien zusammenzubringen. Diese vier Romane hätten unmöglich in weniger Büchern zusammengefasst werden können. Die Serie enthielt auch einen meiner liebsten Trek-Romane, "Der Feind der Zeit" von L. A. Graf. Bei der Arbeit mit Marco Palmieri an "Mission: Gamma" gab es gemeinsame Anstrengungen, eine reiche, komplexe Abfolge von Geschichten zu schreiben, welche nicht in einem einzigen Buch, sondern gleich in vier Stücken erzählt werden können. Wenn wir unsere Arbeit gut gemacht haben, wird es für die Leser leicht ersichtlich sein.

TrekWeb: "Mission: Gamma" bestätigt den Trend zu "Star Trek"-Romanserien, deren Bände von verschiedenen Autoren stammen. Wie schwierig ist es, nur einen Teil einer übergreifenden Handlung zu schreiben?

George: Es können Schwierigkeiten auftreten, die bei einem völlig unabhängigen Roman gar kein Thema sind. Im Fall von "Mission: Gamma" mussten die Autoren nicht nur die Kontinuität der gesamten TV-Serie im Hinterkopf behalten, sondern auch die des DS9-Relaunchs und speziell die der anderen "Mission: Gamma"-Bücher. Wir alle arbeiteten zusammen daran, dass alles zueinander passt, unter der Regie von Marco. Hilfreich war meiner Meinung nach, dass jeder Band der "Mission: Gamma"-Reihe eine komplett eigene Geschichte erzählt, während er die Handlungsfäden des Relaunchs weiterspinnt.

TrekWeb: Wer tritt mit dem anfänglichen Konzept an Pocket Books heran? Die Autoren, oder kommen die Herausgeber auf Story-Ideen und versuchen dann, verschiedene Autoren an Bord zu holen?

George: Die Trek-Bücher sind alle auf verschiedene Arten entstanden. Was "Mission: Gamma" angeht, war es Marco, der die ursprüngliche Idee hatte und dann Autoren dafür aussuchte. Die Autoren wiederum erstellten grobe Konzepte für ihre jeweiligen Bücher und Marco arbeitete mit ihnen an den endgültigen Details, vor allem am Relaunch von DS9.

TrekWeb: Wie sehr sind Sie beim Verfassen eines solchen Romans eingeschränkt? Und denken Sie, dass die Unterschiede zwischen Ideen und Schreibstil den Büchern schlussendlich nützen oder schaden?

Einer von Georges Lieblingsromanen: "Feind der Zeit"
George: Ich habe mich beim Schreiben von "Twilight" nicht sonderlich eingeschränkt gefühlt, obwohl es natürlich einige Beschränkungen gab. Es ist in etwa damit vergleichbar, eine bestimmte Art von Gedicht zu verfassen. Wenn ich zum Beispiel ein Sonett schreiben soll, bin ich darauf beschränkt, einen jambischen 14-Zeiler mit einem bestimmten Reimschema zu schreiben. Heißt dies nun, dass ich kein gutes Gedicht schreiben kann oder dass meine Kreativität begrenzt ist? Ich denke nicht. In gewisser Weise fokussiert es die Kreativität.

In "Twilight" hatte ich gewisse Vorgaben - einiges musste auf der Station spielen, und anderes auf Bajor - aber es gab eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie ich diese Dinge geschehen lassen konnte. Ich würde also sagen, dass ich mich nicht eingeschränkt, sondern fokussiert fühlte.

TrekWeb: Wie läuft der kreative Prozess ab, wenn die Arbeit einmal begonnen hat? Wie halten die Autoren die Geschichten untereinander auf einer Linie? Gibt es Treffen der Autoren und wie wird festgelegt, welcher Autor welchen Teil der Serie schreibt?

George: Obwohl wir uns nie als Gruppe getroffen haben, waren die Autoren von "Mission: Gamma" über die ganze Zeit in Kontakt. Bei größeren Sachen haben wir es mit Marco geklärt, kleinere Dinge regelten wir direkt unter uns. So war zum Beispiel die Defiant während "Mission: Gamma" drei Monate lang mit 40 Crewmitgliedern im Gamma-Quadranten. Also mussten wir darauf achten, dass die Crew konsistent bleibt.

TrekWeb: "Star Trek: Nemesis" wird der erste Trek-Film sein, der die Romulaner in den Mittelpunkt stellen und einen großen Teil der bisher unbekannten Geschichte einführen wird. Liegen momentan irgendwelche Romane nach "Nemesis" auf dem Tisch, und wären Sie daran interessiert, die Romulaner oder Remaner in einem Buch zu besuchen?

George: Um ehrlich zu sein, habe ich mit Pocket Books noch nicht über deren Pläne nach "Nemesis" gesprochen, also weiß ich nicht, was kommen wird. Mein Interesse an einer Geschichte über Romulaner oder Remaner hängt allein von der Story ab, und ob ihre Präsenz der Geschichte dienlich ist.

TrekWeb: Einer der letzten Trek-Romane, den ich gelesen habe, war Andy Robinsons "A Stitch In Time". Ich hielt ihn für besonders interessant, da man das Ganze aus der Sicht eines Nicht-Starfleet-Offiziers sah und man ein richtiges Mini-Universum sogar abseits von DS9 präsentiert bekam. Vielleicht ist es an der Zeit für weitere Romane über außerirdische Welten und Völker? Was halten Sie davon, und würden Sie gerne ein solches Buch schreiben?

George: Ich muss sagen, dass ich Andy Robinsons "A Stitch In Time" wunderbar fand. Besonders, weil es sein erster Roman war. Andy stellte einen kraftvollen und unglaublich gut geschriebenen Roman auf die Beine, und es hat mich sehr beeindruckt. Meiner Meinung nach war das Buch nicht deshalb erfolgreich, weil es außerhalb des gewohnten Trek-Universums spielte, sondern wegen Andys exzellenten Schreibkünsten. Was mein Interesse an einem solchen Roman angeht, habe ich in der Tat schon selbst eine Idee für eine ganze Reihe an Romanen dieser Art angebracht, die aber wohl verloren gegangen ist. Ich erwähne es manchmal gegenüber Marco, jedoch sind wir beide sehr beschäftigt mit anderen Dingen, also hat noch nichts Wurzeln geschlagen.

(gi, me, pg - 08.06.09 - Quelle: TrekWeb.com)


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