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Stephan Mark (sm), Peter Tigmann (pt)26.05.01

Diane Carey brach alle Regeln

Die Autorin über ihre "Star Trek"-Romane

Jim McCain von PsiPhi-Books hat die umstrittene "Star Trek"-Autorin Diane Carey ("Das große Raumschiff-Rennen", "Invasion 1: Der Erstschlag", "Neuen Ärger mit den Tribbles" u.a.) interviewt. Sie spricht über die "New Earth"- und "The Challenger"-Reihen sowie die Piper-Bücher "Das Schlachtschiff" und "Der Verräter", über "Red Sector" sowie auch noch diverse andere Trek-Bücher.

In den ersten Trek-Bücher-Foren im Internet bis zu den heutigen ist Diane Carey mit ihren Romanen stets das Subjekt vieler Diskussionen gewesen. Ob man ihren Stil liebt oder hasst, sie ist eine der berühmtesten "Star Trek"-Autoren. Man braucht nur in irgendeinem Forum einen Kommentar über eines ihrer Bücher zu schreiben und man kann sich darauf verlassen, dass man eine Vielzahl an interessanten Antworten erhält.

Frage: Die Buchreihe "New Earth" [Anmerkung des Übersetzers: In diesen TOS-Büchern geht es um Siedler, die auf einer weitentfernten, unwirtlichen Welt versuchen, eine "neue Erde" zu erschaffen] scheint eine liberale Philosophie zu unterstützen, nämlich eine, die besagt, dass die Freiheit des Individuums das Wichtigste ist, mit dem sich eine Gesellschaft beschäftigen sollte. Gleichzeitig zeigt sie, dass die Gründung eines gemeinschaftlichen Gebildes der beste Weg ist, um eine soziale Harmonie zu erhalten. Ist das nicht ein totaler Widerspruch der politischen Philosophie?

Diane Carey: Soziale Harmonie ist kein gutes Ziel. Es gibt auch genug soziale Harmonie in einem Gefängnis. Das Individuum ist die kleinste und die am meisten unterdrückte Minderheit. Wir müssen um unser Recht kämpfen, damit wir um uns Selbst besorgt sein dürfen. Eine Gesellschaft als Ganzes gesehen hat es immer viel einfacher, wenn Millionen von intelligenten Individuen sich in die erste Reihe stellen und das Beste für sich und ihre Familien tun, gestützt von anderen, die genau denselben Standard haben und unbeugsam dagegenhalten, wenn versucht wird, dass andere mitziehen müssen, die sich gar nicht beteiligen wollen. Das ist das Allerbeste für alle. Wir brauchen uns gegenseitig, aber wir müssen uns auch jederzeit respektieren. [A.d.Ü: Niemand wird sich wundern, wenn McCain jetzt das Thema wechselt...]

"Das Schlachtschiff" von Diane Carey
Frage: Wie ist es zu "Challenger" gekommen? [A.d.Ü: In diesen zur TOS-Zeit spielenden Büchern geht es um Captain Morgan Bateson und seine Crew] War Piper jemals als Kandidat für die Bücher in Frage gekommen? [A.d.Ü: Piper ist der Held der umstrittenen "Ich-Perspektive-Bücher" wie "Das Schlachtschiff"]

Carey: John Ordover ("Star Trek"-Herausgeber beim US-Verlag Pocket Books) wollte, dass ich wieder eine Buchserie schreibe, und er wollte auch, dass wir wieder zum klassischen Abenteuerkonzept zurückkehren in der Art von: Wir sind hier draußen, wir mögen es so, wir haben eine Aufgabe und wir sind auf uns allein gestellt. Das Verlagsteam und ich entwarfen den Plot um eine Mission weit draußen im All, welche die Isolation und Anstrengung widerspiegelt, die wir von der Besiedelung des alten Wilden Westens kennen. Das Militär geht voran, errichtet Stützpunkte und dann kommen die Pioniere. Dieser Weg ist voll von Opfern und Gräbern. Diese Schwierigkeiten sind sicher einen Blick wert. Piper war nie vorgesehen. Morgan Bateson hatte einen Gastauftritt in "Next Generation" (gespielt von Kelsey Grammer), und die Fans mochten den Charakter. Darum bat mich der Verlag, ihn in die Geschichte einzubauen.

Frage: In welche Richtung sollte "Challenger" gehen?

Carey: "Challenger" geht weiter in Richtung klassisches "Star Trek". Der Grund, warum TOS so gut funktioniert, war, dass das Schiff wirklich irgendwo allein da draußen war und die Crew sich um sich selbst kümmern und riskante und schnelle Entscheide fällen musste, ohne Hilfe und Unterstützung. Wenn man den Atem der Sternenflotte immer über seiner Schulter fühlt, dann ist das Dramatische weg. Jemand anderes fällt die Entscheidungen. Darum geht es in "Challenger": Sie sind so weit weg von der Sternenflotte, dass sie wochenlang nicht mal kommunizieren können, wenn es zu Krisen kommt. Sie sind eine isolierte Festung da draußen an der unerforschten Grenze. Das ist der Drehpunkt für gute Abenteuer.

Frage: Die beiden Piper-Romane sind sehr kontrovers bei den Fans aufgenommen worden. Manche mögen sie, weil sie dank Pipers Charakter [A.d.Ü: in der Ich-Perspektive erzählt] so einzigartig im Trek-Universum sind, andere hassen sie genau darum. Wie ist der Charakter von Piper entstanden? Hast du die Kontroverse erwartet?

Carey: Zur Zeit der Piper-Romane waren die Trek-Bücher daran, dem ewig gleichen Klischee zu folgen. Kirk wurde immer mehr zu einem Comic-Helden anstatt zu einem dramatischen. Meine Vorschläge waren alle ungewöhnlich, und damit Piper möglichst kein Kirk wird, gab es nur eines: Ich machte Piper zu einer Frau.

Alle Abenteuer von Kirk & Co. wurden nie aus der Sicht einer anderen Figur erzählt. Keine Bücher waren in der Ich-Perspektive verfasst worden. Ich habe nie davon geträumt, meine Persönlichkeit selbst in "Star Trek" einzuführen, bis es diese Möglichkeit erforderlich gemacht hat. Ich wollte auf bestmögliche, einzigartige Weise die Geschichte erzählen - und das war durch Piper.

Dass einige Fans es so lieben, andere so hassen, ist eine gewaltige Reaktion. Beide Bücher kamen sofort auf die "New York Times"-Bestseller-Liste, also haben wir wohl etwas richtig gemacht. Ich bin eigentlich erfreut darüber, dass einige meine Bücher so lieben und andere sie so hassen.

Frage: Deine Bücher waren bahnbrechend in der "Star Trek"-Literatur, als sie veröffentlicht wurden. War es nötig, um diese erzählerischen Mittel zu kämpfen, um Piper als zentrale Figur zu haben und die Geschehnisse aus ihrer Sicht zu erzählen, wenn du damit gegen den Stroms schwimmen musstest? War es nicht gewagt, für eine unbekannte und unverbrauchte Autorin, so etwas zu tun?

Carey: Ja, die damaligen Trek-Regeln widersprachen fast allem, was ich in meinen Büchern tat. Aber ich habe das damals gar nicht gewusst. Ich wollte nur eine "Star Trek"-Geschichte auf neue, frische Weise erzählen. Ich hörte zum ersten Mal von diesen sogenannten Regeln, als ich einen Brief vom Verlag erhielt: "Sie haben alle Regeln gebrochen, die wir haben, und wir lieben es!"

"Gespensterschiff" von Diane Carey
Frage: Wie sehen Sie Spock als Charakter? In "Red Sector" wird er ziemlich kühl dargestellt.

Carey: Kühl? Der Spock in "Red Sector" war sehr empfindlich. Er war von seiner Steifheit eher etwas entfernt und auch besorgt darüber, dass er von Emotionen isoliert ist. Er sprach mit Respekt und Nostalgie über Kirk, machte Witze, genoss McCoys Gesellschaft... Kalt? Lesen Sie es noch mal.

Frage: Was war die Absicht hinter dem Charakter John Eric Stiles? Sollte der Roman sein Zeitalter repräsentieren? Sollten wir Stiles mögen oder nicht mögen?

Carey: Natürlich bewegt man sich hier auf einem schmalen Grad. Man kann beides - ihn hassen oder mögen.

Frage: "Gespensterschiff" war der erste originäre "Next Generation"-Roman. Gab es beim Schreiben des Romans Schwierigkeiten, die sie später nicht mehr hatten? Schließlich waren damals die Charaktere noch eher unbekannt, so dass sie nur von der Serienbibel und einer sehr geringen Episodenanzahl als Quelle Informationen beziehen konnten. Ist ein Beispiel hierfür vielleicht, dass Riker "Bill" genannt wird?

Carey: Den Roman habe ich geschrieben, bevor auch nur irgendeine Episode ausgestrahlt wurde. Er wurde aber erst publiziert, nachdem einige Episoden gelaufen waren. Ich hatte nichts außer einer kleinen Menge von Fotos und der Bibel, an dem ich mich orientieren konnte. Sie waren in der Bibel nicht sicher, wie man Riker nennen sollte. Manchmal war er Bill, ein anderes Mal Will, immer gerade, wie es das Drehbuch wollte. Datas Aussehen hatte sich ebenfalls noch geändert. Die eher milden Einstellungen der Crew hatten uns nicht genug Konfliktpotential gegeben, deshalb erfanden wir unsere eigenen Konflikte, so zum Beispiel, dass die Crew nicht gut mit Deanna Troi klarkommt - wären Sie nervös, wenn jemand Ihre Gedanken lesen könnte? Dann haben wir das aber auch verworfen, weil es kein guter dramatischer Trick war. Sie konnte ja schließlich nicht die Gedanken der Leute vom Fernseher lesen. Wie auch immer, wir haben es fallen gelassen. Man kann sagen, dass wir dieses Buch geschrieben haben, ohne die Charaktere zu kennen oder aber zu wissen, was man noch mit ihnen vorhatte.

Frage: "Gespensterschiff" ist dem United States Marine Corps gewidmet. Warum?

Carey: Mein Vater, Frank Carey, war Captain bei den Marines. Ich mag das US-Militär. Die Original-Widmung lautete: "Frank R. Carey, United State Marine Corps, Inactive Reserve". Man hat uns dann aber gesagt, dass wir das ganze auf "U.S.M.C., I.R." wechseln sollen, weil man nichts Nettes über das Militär einbringen wollte. Die Dinge haben sich in den letzten Jahren zum Besseren geändert.

Frage: Haben Sie Pläne für einen weiteren Jung-James-Kirk-Roman?

Carey: Die George-Kirk-und Jung-Kirk Storys habe ich geschrieben, nachdem Pocket danach gefragt hatten. Wenn sie das wieder tun, werde ich wieder so etwas schreiben.

Frage: George Kirks Schicksal in "Die letzte Grenze" ist offen geblieben. Werden wir irgendwann sehen, wie es weitergeht?

Carey: Ja, aber der Plot wurde noch nicht von Paramount bestätigt. Wir warten noch.

"Das große Raumschiffrennen von Diane Carey"
Frage: Werden Sie die Umsetzung der letzten "Voyager"-Episode und der Pilotfolge der neuen Serie schreiben?

Carey: Ja, ich habe gerade den "Voyager"-Roman fertig geschrieben. Eine meiner Kolleginnen, Christie Golden, wird auch zu dem Buch beitragen.

Frage: Was können Sie uns über die kommenden Classic-Romane erzählen, arbeiten sie daran? Bitte sagen Sie nicht "Wir dürfen noch nicht darüber reden".

Carey: Wir dürfen noch nichts sagen. Ich wäre wirklich froh, wenn ich es könnte, aber wir werden keine Informationen in Umlauf bringen, bis Paramount uns das sagt.

Frage: Welcher Roman war für Sie am leichtesten zu schreiben und welcher der schwierigste?

Carey: "Die letzte Grenze" war schrecklich, ganz einfach deshalb, weil die Nachforschungen und Recherchen über Jim Kirkland sehr schwer waren, außerdem war der Plot sehr verstrickt und komplex. Um alles in ein Buch zu bringen, hätten wir eigentlich 600 Seiten gebraucht, wir haben dann noch 200 rausgeschnitten, das ist fast ein ganzes Buch.

Der leichteste - das ist schwer zu sagen. Es gibt da einige Variationen: Der schnellste, der am meisten befriedigende oder aber der herausforderndste Roman. Ich habe es genossen, "Linienschiff", "First Ship" und "Red Sector" zu schreiben. "Das große Raumschiffrennen" war ein sehr befriedigender Roman, aber er war einer, der am schwersten zu schreiben war, da ich ihn fast komplett neu verfassen musste, was mir nur sehr selten passiert. "Die letzte Grenze" war sehr trickreich, ein Kampf und ein großer Gewinn. "Challenger" - ich habe es wirklich genossen, aus der Perspektive von neuen Charakteren zu schreiben und ich war sehr erfreut, dass Pocket mir meine eigene Serie gegeben hat, so hatte ich mit dieser Serie großen Spaß.

(sm, pt - 08.06.09 - Quelle: PsiPhi.org)


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