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Melanie Brosowski (mb)12.06.11

"Ein gutes Gefühl, wenn man helfen kann"

Martin Stottmeister über die Umbrella Brothers

"Das Geheimnis der Zylinder" und "Von Gestern nach Heute". Hinter den beiden "Weltenerbe"-Bänden stehen die Umbrella Brothers. Wer ist das eigentlich? Ein Interview mit dem Autoren Martin Stottmeister.

TrekZone Network: Wer sind die Umbrella Brothers?

Martin Stottmeister: Die Umbrella Brothers bestehen aus Peter Johannesberg und mir, Martin Stottmeister.

TZN: Wie habt ihr euch sozusagen gefunden?

Stottmeister: Wir kennen uns seit der achten Klasse, also seit ... ganz schön lange auf jeden Fall. Ist das schon so lange her?

TZN: Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Stottmeister: Vorreiter, das kann man ohne Zweifel sagen, waren die legendären Blues Brothers. Überall schossen damals Namen aus dem Nichts. Wenn man sich zu zweit zusammengefunden hatte, so war man schon eine Gang. Das markanteste Duo an unserer Schule waren wohl damals die Cool Brothers. Die Burschen waren wirklich supercool. Das deutlichste (und einzige) Zeichen dafür waren die Sonnenbrillen. Das Wetter war egal, Hauptsache es sah cool aus. Sogar im Unterricht nahmen sie die Brillen nicht ab. Jedenfalls die ersten 15 Sekunden, bis der Lehrer es bemerkte.

Die Jungs, mit denen ich früher zusammen durch die Straßen zog, waren damals gegen alles. Und wenn wir etwas taten, dann nur, um uns über die anderen lustig zu machen. Als Acid modern war, malten wir uns zum Beispiel T-Shirts mit der Aufschrift Acidbusters (in Anlehnung an Ghostbusters). Einfach nur so. In etwa so wie Junge es heute cool finden, gegen Justin Bieber zu sein.

Aber die Cool Brothers, das war schon etwas. Da hätten wir auch gerne mitgemacht. Die Jungs waren aber schon etwas älter und wollten mit uns Gemüse nichts zu tun haben. Mehr aus verletztem Stolz als aus Trotz, wollten wir auch eine Gruppe erfinden. Es fehlte nur ein richtiger Name. Er sollte ganz bewusst das Gegenteil von den Cool Brothers sein. Aber ein Name wollte uns einfach nicht einfallen. Auch waren unsere Englischkenntnisse damals noch sehr beschränkt. Bis wir das Wort Umbrella lernten. Genau! Peter und ich, wir waren die Umbrella Brothers! Ja, das passte zu uns. Nun, wir sind nicht wirklich Brüder - aber fast.

TZN: Wie entstand die Idee zu eurem ersten gemeinsamen Projekt?

Stottmeister: Ich muss gestehen, dass ich den Namen nun für meine Schreiberei missbrauche. Peter ist zwar immer irgendwie dabei, aber erst, wenn die Zeilen schon auf dem Papier sind.

TZN: Dein neustes Buch ist "Von Gestern nach Heute". Magst du unseren Lesern erzählen, worum es geht?

Stottmeister: Das fällt mir nicht immer leicht, weil das Buch von vorne bis hinten Spannung aufbaut. Wenn man also zu viel erzählt, ist man nicht mehr überrascht. In jedem Fall knüpft es nicht nahtlos an den ersten Band "Das Geheimnis der Zylinder" an. Im Grunde genommen beantwortet es die Vorgeschichte der Zylinder.

TZN: Die Geschichte beinhaltet, dass eine fremde Zivilisation auf der Erde notlanden muss und mit den Menschen zusammenarbeitet, indem sie diese beim Getreideanbau unterstützen und im Gegenzug dafür benötigte Rohstoffe für ihre Maschinen abbauen lassen. Wie stehst du persönlich zu der Theorie, dass es außerirdisches Leben gibt beziehungsweise wir von diesen Lebensformen schon öfter besucht worden sind und eventuell gar von ihnen abstammen?

Stottmeister: Jetzt haben wir ja doch etwas von der Geschichte erzählt... Gut, aber die eigentliche Frage war, ob ich an Aliens glaube. Also ich wäre schon ziemlich überrascht, wenn ich welche sehen würde und ich denke, dass es solange ich lebe, nicht passieren wird. Ich meine, die aktuelle theoretische Zahl der bewohnten Planeten im Universum liegt bei zirka 200. (Bewundernswert, dass es wirklich eine Formel gibt, mit der man so etwas berechnen kann.) Wenn man jetzt noch sieht, wie groß das Universum ist ... Also ich denke, dass es ein paar andere Lebensformen gibt, aber nicht in der Nachbarschaft. Andererseits sind solche Funde, wie die Linien von Nazca und Palpa oder die Bagdad-Batterie schon irgendwie seltsam.

TZN: Jert, Iswo'od, Lo'on, Ti'un ... Wie kommt man auf solche Namen? Gibt es etwas, das du mit den Namen verbindest?

Stottmeister: Ein paar der Namen spiegeln den Charakter wider, wenn man sie richtig liest, bei anderen habe ich einfach mal meine Finger über die Tastatur laufen lassen.

TZN: Ein Sci-Fi-Roman, der teilweise in der Vergangenheit spielt. Ist das nicht eigentlich eine ziemlich seltsame Idee und vom Rechercheaufwand her hoch?

Stottmeister: Ich hoffe, dass es eine seltsame Idee ist, denn ich will die Leser ja nicht langweilen. Und Recherche gehört bei jedem Buch dazu. Dabei ist es aber mehr ein Darf als ein Muss. Das sehen andere Autoren, mit denen ich mich unterhalte, ebenfalls so. Aber bei einem Roman, der in der Vergangenheit spielt, ist es sicherlich einfacher, als wenn ich die medizinischen Begriffe bei einer Nierentransplantation beschreiben müsste (selbst wenn ich mit einer Niere von meinem tollen Vater herumlaufe).

TZN: Teil 3 soll 2012 erscheinen. Magst du uns einen kleinen Ausblick darauf geben?

Stottmeister: Äh ... nein. Okay, das ist gemein. Ich kann so viel sagen, dass ich ein Happy-End-Fan bin. Sie werden also nicht 800 Seiten lesen und dann enttäuscht sein.

TZN: Sci-Fi/Fantasy ist derzeit ein hart umkämpfter Markt. War es schwer, einen Verlag zu finden? Und warum habt ihr euch nicht von dem momentanen Vampir-Hype mitreißen lassen?

Stottmeister: Den Verlag zu finden, war tatsächlich schwer. Auf normalem Weg hat es nicht geklappt. Letztendlich hat es über die Businessplattform XING funktioniert. Mein erstes Buch "Mr Hunt und das Einhorn" habe ich noch quasi selber finanziert, aber bei der Weltenerbe-Trilogie übernimmt der ACABUS Verlag alle Kosten.

Die Frage zum Vampir-Hype würde mir ja unterstellen, dass ich ein Fähnchen im Wind wäre. Dass es sich bei der Weltenerbe-Trilogie nicht um einen kommerziellen Erfolg handeln würde, war mir schon klar. Aber gut sind die Geschichten meiner Meinung nur, wenn man auch dahinter steht und vor allem Spaß an der Sache hat. Vampire sind nun mal gar nicht mein Ding, wohingegen ich "Star Wars" I, IV, V und VI mitsprechen kann (II und III bewusst ausgelassen).

TZN: Deine Bücher kann man auch als E-Books erwerben. Siehst du E-Books als zusätzliches Angebot an die Leser an oder glaubst du, dass Bücher aus Papier eines Tages ganz verschwinden werden?

Stottmeister: Tja, LPs findet man auch nur noch selten. Einer Vereinfachung (Download in fünf Sekunden) kann man sich kaum widersetzen. Schade ist nur, dass wir es nicht verstehen, die gewonnene Zeit zu genießen. Und einige Menschen werden auch leicht ungehalten, wenn man nach einer Lesung auf einem iPad oder Kindle signiert.

TZN: Wie wichtig sind dir bei deiner Arbeit die Neuen Medien, wie zum Beispiel Facebook, XING, YouTube, Twitter und Co.?

Stottmeister: Man kommt nicht mehr umhin dabei zu sein. Dort wird man mich auf jeden Fall finden. Aber Bücher verkaufen kann man über diese Medien kaum. Dafür eignet sich eher der persönliche Kontakt, wie bei einer Lesung, Conventions oder Mund-zu-Mund-Propaganda.

TZN: Einige abschließende Worte?

Stottmeister: Ja, wer Lust hat, kann sich gerne in meiner XING-Gruppe anmelden. Dort werden von meiner Frau und mir Lesungen für andere Autoren (alle Sparten) organisiert. Hier haben unter anderem schon Andreas Dresen und Carsten Steenbergen gelesen. Im Herbst freue ich mich auf Constantin Gilles (zum Beispiel "Die Macht mit uns" oder "Extraleben"). Es gibt keine Gage für die Autoren, aber wir haben immer ein großes Publikum. Diese Gruppe ist für mich aus mehreren Gründen wichtig. Man kann dabei andere Autoren kennen lernen (bislang ausschließlich nette und interessante Menschen) und es gibt ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man anderen helfen kann. Und alles kommt irgendwann zurück.

TZN: Vielen Dank für das Interview!

Dieses Interview ist auch zusammen mit weiteren Texten rund um "Star Trek" und das phantastische Genre in der Juni-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(mb - 12.06.11)

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