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Julian Wangler (jw), Jörn Podehl (jp)26.12.08

Kirsten Beyers neuer Kurs für "Voyager"

Die "Star Trek"-Autorin im TZN Exklusiv-Interview

Exklusiv für den Literatur-Newsletter "Unendliche Seiten" hat das TrekZone Network mit der "Star Trek"-Romanautorin Kirsten Beyer ein Interview führen dürfen. Dort spricht sie unter anderem über sich und "Star Trek" - und über ihre in Kürze erscheinende Fortsetzung des "Voyager"-Relaunches.

Nun plaudert Kirsten Beyer mit uns aus dem "Space-Kästchen"...

TrekZone Network: Wann haben Sie mit dem Schreiben angefangen und wie lange sind Sie jetzt schon professionelle Autorin?

Kirsten Beyer: Mein erstes kommerzielles Werk war der "Voyager"-Roman "String Theory: Fusion". Ungefähr zur selben Zeit wurde ich gefragt, "Isabo's Shirt" anlässlich des zehnten "Voyager"-Jubiläums zu schreiben, für die "Distant Shores"-Anthology. Insofern werde ich seit etwa fünf Jahren für mein Schreiben bezahlt.

Natürlich schreibe ich schon länger als seit dieser Zeit. So richtig ernsthaft zu schreiben, begann ich vor ungefähr 13 Jahren. Damals dachte ich mir Geschichten zu "Star Trek: Voyager" aus, als es im Fernsehen lief. Ich hatte eine ganze Reihe von Treffen, aber es wurde niemals ein Geschäft daraus. Jenseits von "Star Trek" habe ich ein paar Drehbücher und zwei eigene Romane in meinem Repertoire. Nichts von dem wurde bislang veröffentlicht oder verkauft, aber in einigen Fällen denke ich, das könnte sich in der nächsten Zeit ändern.

TZN: Wer ist Kirsten Beyer: Was können Sie uns über sich selbst, Ihre Interessen und Hobbys erzählen? Was hält Ihre Familie von Ihrer Arbeit - und von "Star Trek"?

Beyer: Ich stand das erste Mal im Alter von zwei Jahren auf der Bühne. Damals wurde ich in klassischem Ballett ausgebildet. Als ich um die 14 war und klarwurde, dass ich niemals Ballerina werden würde, ging ich zum Schauspiel über. Seitdem habe ich Hunderte Stücke gespielt, auf dem College, an der Hochschule - wo ich mit einem Master of Fine Arts abgeschlossen habe - und anschließend in einer Reihe von Produktionen hier, in Los Angeles. Ich war bei einigen Kinofilmen mit dabei, bei Seifenopern und ein paar Werbespots. Letzte Woche habe ich einen neuen Werbespot für Amazon.com aufgenommen, der, wie ich hoffe, im nächsten Jahr ausgestrahlt wird.

Gegen Ende meines Studium wurde mir klar, dass meine Liebe für das Schauspiel im Grunde genommen eine Liebe für das Geschichtenerzählen war. Ich hatte schon einen Abschluss in englischer Literatur und begann, mir meine Freizeit zwischen den Schauspielprojekten so einzuteilen, dass ich das Schreiben erforschen konnte. Ich versuche, eine gesunde Balance bei allen meinen kreativen Beschäftigungen zu finden, und nach einigen Jahren konstanter Produktionsarbeit habe ich mich gerade im letzten Jahr auf mein Schreiben konzentriert.

Ich bin verheiratet mit einem Autorenkollegen und Produzenten, und wir leben in Los Angeles. Meine Familie und meine Freunde sind eine unglaubliche Unterstützung für meine Arbeit. Ich könnte nichts davon ohne sie tun, und ich freue mich bei jeder neuen Publikation darauf, ihre Meinung zu hören. Einige von Ihnen haben "Star Trek" und seine verschiedenen Inkarnationen genau verfolgt. Einige sind sogar Fans geworden, besonders von "Voyager", seit ich für Pocket Books arbeite.

TZN: Welche Bücher lesen Sie gern in Ihrer Freizeit und welche Fernsehserien schauen Sie sich an?

Beyer: Ich lese fast immer, und zwar ein großes Spektrum an Genres. Es gibt viele klassische Werke, die ich liebe und von Zeit zu Zeit immer wieder lese. Austin, Dickens - diese Sachen. Und ich liebe einen guten Geschichtsroman. Kürzlich habe ich einige Sachbücher gelesen, Biographien, aktuelle Ereignisse. Und natürlich habe ich ein Auge auf "Star Trek". Dann gibt es noch das, was ich Kaugummi-Lesestoff oder Flugzeug-Bücher nenne - Thriller oder Mystery-Storys oder aktuelle Bestseller, die sich für lange Trips eignen.

Fernsehen ist so eine Sache, denn ich gucke viel weniger als früher, der Tag hat nun mal nur so und so viele Stunden. Im letzten Jahr war mein Standardkanal CNN. Aktuell sind auf meinem DVD-Rekorder die letzte "Galactica"-Staffel, "Dr. House", "Pushing Daisies" (ich schaue mir alles an, das von Bryan Fuller stammt), "Life", "Heroes"... Allein das Nachdenken darüber, wie viele Fernsehserien ich mir noch angucken muss, ist schon anstrengend.

TZN: Bislang legen Sie Ihren Schwerpunkt als Sci-Fi-Autorin eindeutig auf "Voyager". Warum gerade diese Serie? Was grenzt sie gegenüber den anderen Serien aus Ihrer Sicht ab?

Beyer: Zu "Voyager" habe ich ein besonderes Verhältnis, weil es das Erste war, wofür ich jemals zu schreiben versuchte. Ich kannte ein paar Leute, die an der Show arbeiteten, als sie begann. Ich sandte unaufgefordert einige Vorschläge ein, das war mein Übungsfeld. Zwei Vorschläge für Drehbücher wurden kurzerhand abgelehnt. Dann schrieb ich jedoch Dutzende anderer Storys, die ich den Produzenten vorstellen konnte. Eine dieser Geschichten wurde übrigens einer der zentralen Handlungsbögen in "String Theory: Fusion".

Ich bin bestens vertraut mit TOS, denn als ich aufwuchs, schaute ich es mit meinem älteren Bruder. Es handelte sich um eine der wenigen Serien, die wir ohne Wenn und Aber abends gemeinsam gucken konnten. Ich habe es immer genossen. TNG habe ich deutlich sporadischer geguckt, weil ich zu dieser Zeit zur Schule ging. DS9 ging total an mir vorbei, bis meine gute Freundin Heather Jarman damit anfing, DS9 für Pocket Books zu schreiben. Um ihr bei ihren Manuskripten helfen zu können, hielt ich es für wichtig, Grundkenntnisse über die Serie zu besitzen und sah sie mir komplett auf DVD an. Es war wirklich fabelhaft, und ich bleibe mit den DS9-Romanen eng verbunden, aber nur als Fan.

Aber "Voyager" ist die einzige Serie, die ich während ihrer Produktionsphase Woche für Woche verfolgte, weil ich ja dafür zu schreiben versuchte, aber auch deshalb, weil ich sie sehr mochte. Ich finde, die Serie hatte sehr gute Seiten, aber manchmal war ich über manche Entscheidungen der Produzenten frustriert, die über so tief gehende Charakterarbeit wie in DS9 hinwegsahen. "Voyager" wurde jedenfalls die Serie, die ich in- und auswendig kennenlernte - etwas, das verdammt wichtig ist, wenn man Romane zu einer Fernsehserie schreibt. Und im Übrigen handelte es sich um die Serie, bei der ich das größte Potenzial für Geschichten sah, die über das hinausgingen, was man auf dem Bildschirm sah, und Potenzial für Geschichten, die über das Serienende hinausgehen.

"Voyager" ist also der berühmteste Sandkasten, in dem ich mich ausgetobt habe. Ebenfalls geschrieben habe ich für "Alias" und "Buffy", was ich ebenfalls aus verschiedenen Gründen mag. Als ich diese Arbeit begann, war "Voyager" tatsächlich die Serie, auf die ich am besten vorbereitet war, aber jetzt bin ich allgemein mit "Star Trek" besser vertraut, und würde definitiv über "Voyager" hinausgehen, sollte sich die Gelegenheit irgendwann bieten.

TZN: Folgt man dem Kommentar Ihres Kollegen Keith R.A. DeCandido, wird der nächste "Voyager"-Roman "Full Circle" den Leser dort abholen, wo der bis jetzt letzte "Voyager-Relaunch"-Roman "Enemy of My Enemy" aufgehört hat, um dann bis in die Zeit nach "Destiny" und darüber hinaus zu reisen. Ist da etwas dran? Falls ja, ist das nicht ein sehr anspruchsvolles Ziel?

Beyer: Ja, das ist wahr, und ja: "Full Circle" ist bei weitem der ehrgeizigste Roman zu einer Fernsehserie, den ich bis heute geschrieben habe. Man muss bedenken, dass die beiden "Voyager"-Relaunch-Bücher des "Spirit Walk"-Zweiteilers Mitte 2378 endeten, "Voyager"-Charaktere in der Zwischenzeit in so einigen anderen Büchern Auftritte hatten - TNG, "Titan", "Articles of the Federation" - und wir hatten ja noch einen Janeway-Cameo in "Nemesis". Dann kam "Destiny", welches in den ersten Monaten von 2381 angesiedelt ist. Insofern blicken wir hier auf eine Lücke von fast drei Jahren, die gefüllt werden muss und die sich nichtsdestotrotz an das halten muss, was bereits publiziert wurde und was David Mack in "Destiny" umsetzte. Es gibt eine ganze Reihe von ungelösten Storybögen, die Christie Golden hinterlassen hat, aber vor allem mussten wir es hinbekommen, "Voyager" möglichst effektiv in das weitere "Star Trek"-Universum einzuflechten. Die Serie muss ihr Alleinstellungsmerkmal behalten, eine kreative Richtung, die ihre Geschichten einzigartig macht, und nur das wird den Weg in die Zukunft für sie ebnen.

Wenn ich mir das jetzt so anschaue, kann ich kaum glauben, dass ich mich da herangewagt habe. Die gute Nachricht ist, dass bereits in der Planungsphase von "Destiny" die Pocket-Books-Lektoren Wert darauf legten, dass alle Autoren, die denselben Zeitrahmen behandeln, eng zusammenarbeiten: außer mir selber David Mack, Christopher Bennett, William Leisner, Michael Martin, Andy Mangels und Keith DeCandido. Wir standen und stehen in regelmäßigem Kontakt, sind imstande, uns gegenseitig zu helfen und Absprachen in Bezug auf eine einheitliche Charakterentwicklung zu treffen, um Kanon und Kontinuität zu wahren. Gerade dieser Teil des Arbeitsprozesses war eine echte Freude. Alle Autoren, mit denen ich im Rahmen meines "Full Circle"-Projekts zusammengearbeitet habe, nahmen sich viel Zeit und teilten ihr Wissen mit mir, was mein Unterfangen enorm erleichtert hat.

TZN: Wenn "Full Circle" nun den Bogen schlägt bis hinter die "Destiny"-Trilogie, dann wird die Voyager endgültig in eine düstere Situation katapultiert. Die Föderation wurde von einer Massenborginvasion erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Weshalb ist das die richtige Umgebung für einen "Voyager"-Relaunch?

Beyer: Ja, die Phase 2378 bis 2381, insbesondere von Juni 2380 bis Februar 2381, ist sehr finster für unsere Helden. Aber das besorgt mich nicht. Konflikte und Herausforderungen sind doch gerade für diese Art von Geschichten eine wichtige Bedingung. Manchmal sind diese Konflikte innere und manchmal verschwört sich auch das Universum gegen sie. Das sind alles interessante Herausforderungen für einen Autoren, wobei es für den einzelnen Charakter auch eine anstrengende Sache ist, kann ich mir vorstellen.

Trotzdem denke ich, es ist das richtige Setting, nicht nur für "Voyager", sondern für ganz "Star Trek", weil es etwas mit den Herausforderungen zu tun hat, denen sich unsere Erde heutzutage auch stellen muss. Mein ganzes Leben lang, habe ich den Eindruck, haben wir uns von einer Katastrophe zur nächsten gehangelt, immer wieder an der Schwelle zur eigenen Auslöschung. Die 50er und 60er hatten ihre eigenen Herausforderungen, aber Errungenschaften dieser Zeit waren vor allen Dingen moralische. Ich frage mich, ob diese von den technologischen Fortschritten der Gegenwart aufgewogen werden, ob sie die soziale Wirklichkeit der Menschen wirklich verbessert haben.

"Star Trek" hatte immer allegorische Untertöne. Es ist nicht unbedingt so, dass da unserer jetzigen Probleme einfach ein paar Jahrhunderte in die Zukunft geschoben werden. In seiner besten Zeit hat "Star Trek" immer ein diskretes Licht auf die Probleme geworfen, über einen distanzierten Kontext. Die Finsternis der Borginvasion, die Zerrüttung und Verwüstung und die Kraft der Hoffnung im Angesicht der Furcht ist etwas, das es wert ist, literarisch reflektiert zu werden, insbesondere heute.

Was an "Star Trek" wundervoll ist, ist, dass es uns stets eine Vision dessen präsentierte, was möglich ist. Es ist keine perfekte Zukunft. Menschen sind immer noch Menschen, und eine ganze Reihe fremder Völker, denen sie begegnen, haben die gleichen Probleme wie wir. Aber es gibt Hoffnung. Da ist die Bereitschaft, sich selbst über rückwärts gewandte Weltbilder hinwegzubegeben und sich gemeinsam den Mysterien des Universums zuzuwenden. Da ist eine Leidenschaft, immer zu versuchen, das Richtige zu tun und den Bequemlichkeiten des Lebens zu trotzen. Ich glaube, wir alle teilen diese Leidenschaft schon jetzt, aber wir werden derzeit mit so vielen Herausforderungen konfrontiert, dass es schwer vorzustellen ist, wie man von dort, wo man ist, an jenen Punkt gelangt, wo man gerne sein möchte. Ich sage damit nicht, dass "Star Trek" eine Art Blaupause für die Zukunft darstellt, aber indem es seine Helden von Zeit zu Zeit in richtig schwierige und finstere Momente bringt, können wir uns in eine Beziehung mit ihnen setzen und aus ihren Lösungen Inspiration schöpfen.

TZN: Kathryn Janeway hat im TNG-Relaunch-Buch "Before Dishonor" zumindest physisch den Tod gefunden. Inwiefern ist es eine schwerwiegende Hypothek für eine "Voyager"-Fortsetzung, wenn einer der zentralen Protagonisten plötzlich ausfällt?

Beyer: Der Verlust von Kathryn Janeway war ein richtiger Schock für mich. Wie Sie sagten, wir haben den Tod einer Hauptfigur wie Janeway noch nie zuvor erlebt, und ich weiß, dass viele "Voyager"-Fans das ziemlich persönlich genommen haben, zumal sie ihr Lieblingscharakter war - und zudem der erste weibliche Captain.

Wie dem auch sein mag: Eines der guten Dinge der fortlaufenden Erzählung, sowohl für Leser als auch Autoren, ist, dass die Serien und Filme nicht länger den Verlauf der Erzählung einengen. Verstehen Sie mich hier nicht falsch. Niemand zieht die Zerstörung des ganzen Universums in Betracht, das so liebevoll in den letzten 40 Jahren aufgebaut wurde. Niemand tötet einen Charakter einfach so aus dem Bauch heraus. Diese Personen existieren in unserer Vorstellung, und es ist schmerzhaft, die gehen zu lassen.

Aber die Zeiten haben sich eben geändert: Es ist nicht mehr so, dass am Ende eines Trek-Buchs alles zwangsläufig wieder so sein muss wie am Anfang. Wir können die Charaktere und ihre Entwicklung mehr vertiefen denn je zuvor. Wir können sie vor neue Herausforderungen stellen. Und wir können uns Geschichten ausdenken, die das Budget eines filmischen "Star Trek" gesprengt hätten. Die Entscheidung, Kathryn Janeway zu töten, wurde nicht einfach nur getroffen, um den Leser aus den gewohnten Rhythmen zu reißen. Sie wurde getroffen, weil wir sie für einen Präzedenzfall hielten, ein unkartographiertes Gebiet, das wir uns näher ansehen wollten. Ja, es ist hart. Aber andererseits ist es sinnlos, diese Sachen zu tun, wenn sie alle so einfach sind. Und ja: Der Tod Janeways wird in "Full Circle" ausführlich behandelt sowie die Auswirkungen für alle "Voyager"-Protagonisten.

Persönlich sehe ich das nicht als Hypothek für die Fortsetzung der Serie, sehr wohl aber als eine Herausforderung. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie die Leser auf die Veränderungen reagieren. Für mich hat Janeway immer den Mittelpunkt von "Voyager" ausgemacht, und sie war definitiv einer meiner Lieblingscharaktere in Bezug auf das Schreiben. Jetzt müssen wir einen Weg finden, diesen Mittelpunkt von ihr weg zu schieben und trotzdem weiter hochhalten, was "Voyager" immer ausgemacht hat.

TZN: Reden wir auch über die anderen Stammcharaktere. Die sind ja ziemlich auseinandergerissen worden. Tuvok ist auf der Titan, Annika Hansen in einer Denkfabrik der Sternenflotte, der Doktor ist auch von Bord gegangen. Chakotay ist nur noch mit einigen bekannten Protagonisten verblieben, und mit vielen neuen konnte man im letzten Doppelteiler noch nicht ganz warm werden. Kann man damit rechnen, dass sich die alten Helden wiedertreffen werden oder werden getrennte Geschichten erzählt?

Beyer: Nun haben wir tatsächlich den Teil des Interviews erreicht, an dem ich beginnen muss, sehr vage zu sein. Dafür entschuldige ich mich. Aber ich kann Ihnen garantieren, dass all diese Fragen in "Full Circle" beantwortet werden. Jeder Charakter, den Sie erwähnt haben und einige neue, spielen eine Rolle in "Full Circle". Es ist eine große Geschichte, und ich habe darauf geachtet, dass sie sich merklich fortentwickeln. Was genau passiert, werden Sie jedoch selbst herausfinden müssen.

TZN: Besonders die Geschichte um B'Elannas Kind war einer der Höhepunkte des bisherigen "Voyager"-Relaunches. Die mysteriöse Prophezeiung, die sich um das Kind rankt, hat viele Fans gefesselt. Sehen Sie das auch so?

Beyer: Das tue ich. Es war einer der Handlungsbögen, die am offensichtlichsten einer Auflösung bedurften. "Full Circle" thematisiert ihn in aller Länge.

TZN: Was können wir von Libby Webber erwarten, Harry Kims Flamme und Geheimdienstoffizier?

Beyer: Sie können damit rechnen, sie wieder zu sehen. Sie war ein Charakter, bei dem ich überrascht war, dass man ihm in den früheren Relaunch-Büchern so viel Platz einräumte. Aber sobald das passiert war, war es wichtig, die Story fortzusetzen und die Wichtigkeit für die Beziehung mit Harry hervorzuheben. Wie diese Beziehung sich entwickelt, da werden Sie sich allerdings bis zum Erscheinungstermin des Romans gedulden müssen.

TZN: Wir sind neugierig. Was wird Ihr nächstes "Star Trek"-Buch sein? Können Sie sich vorstellen, auch für andere Relaunches zu schreiben?

Beyer: Im Oktober 2009 wird das nächste Buch von mir zum "Voyager"-Relaunch erscheinen. Der Titel wurde noch nicht öffentlich gemacht, aber es wird die in "Full Circle" begonnene Geschichte fortsetzen. An dieser Stelle - sobald das genannte Buch fertig ist - werde ich zu einem anderen Roman zurückkehren. Wie ich schon weiter oben sagte, würde ich die Gelegenheit, an anderen "Star Trek"-Serien zu arbeiten, großartig finden. Aber ich habe noch keine konkreten Pläne für die Zukunft, ebenso wenig für "Voyager". Diesbezüglich bin ich gespannt, was sich so ergibt.

TZN: Zum Abschluss unseres Interviews die typische TrekZone-Network-Frage: Wo sehen Sie die Menschheit in 100 Jahren?

Beyer: Ich weiß nicht, wie sich die Dinge entwickeln, aber ich werde Ihnen von einer Hoffnung erzählen. Ich hoffe, dass wir in der Zukunft einen Weg gefunden haben werden, eine Menschheit ohne soziale Scheuklappen zu sein, dass wir eins sind. Die Glaubensvorstellungen und Traditionen und Weltanschauungen, die uns heute noch zu teilen scheinen, sollten als Vielfältigkeit begriffen werden, aber nicht zwischen uns stehen oder die Lösung größerer Probleme verhindern. Unsere Welt verfügt über so viele Ressourcen, und zum jetzigen Zeitpunkt werden die meisten dieser Ressourcen von einer kleinen Minderheit kontrolliert und kommen nur einem geringen Prozentsatz der Weltbevölkerung zugute. Wir neigen dazu, zuerst auf unsere eigenen Bedürfnisse zu gucken, und mit dem, was übrig ist, helfen wir dann anderen.

Was wir einsehen müssen, ist, dass das, was als Globalisierung mehr und mehr Realität wird, uns alle aneinander bindet. Das Anhäufen von persönlichem oder nationalem Wohlstand oder von Macht sollte weniger wichtig für uns sein als der Antrieb, alle Menschen ohne Sorgen leben zu lassen. Ich hoffe, dass wir unsere Bemühungen in Richtung Frieden, Stabilität und gegenseitige Unterstützung ausrichten werden. Die Geschichte sagt mir, dass es für die Menschheit mehr als hundert Jahre dauern wird, diese Geisteshaltung zu erreichen, aber ich glaube, wir werden das schaffen. Zumindest ist das meine Hoffnung.

TZN: Vielen Dank für dieses wirklich tolle Interview, Ms. Beyer!

Beyer: Sehr gerne, es hat mir viel Spaß gemacht!

(jw, jp - 26.05.09)

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