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Melanie Brosowski (mb)21.03.10

"Sehnsucht nach einfachen Leben"

Holger Weinbach und sein Debüt-Roman "Die Eiswolf-Saga"

Wieder einmal hatte das TZN Gelegenheit, einen Autoren zu interviewen. Diesmal: Holger Weinbach.

TrekZone Network: Wer ist Holger Weinbach?

Holger Weinbach: Warum beginnen Interviews immer mit solchen Fragen...? Mal sehen... Ich versuche es möglichst objektiv ... und beschränke es mal auf den Autor Holger Weinbach. Er ist ein Mann, der recht spät seinen Hang zum Schreiben entdeckt hat, es dafür aber konsequent betreibt. Er wuchs in einer badischen Kleinstadt auf und absolvierte ein Architekturstudium in Karlsruhe. Inzwischen lebt er in Freiburg, liebt Bücher, Kino, indische Küche, trockenen Humor und seine Familie.

TZN: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

Weinbach: Viele Kollegen/innen haben bereits als Kinder und Jugendliche mit dem Schreiben begonnen. Sie haben ihr Talent früh erkannt und mit einem abgeschlossenen Germanistikstudium oder Ähnlichem garniert. Das hätte ich auch gern gemacht, bei mir kam's aber anders. Meine ersten Schreibversuche startete ich als Mittzwanziger. Die waren aber nie als Veröffentlichungen geplant. Ernsthaft zu schreiben begann ich dann 2002, bereits jenseits der Dreißig. Der Grund war eine spaßige Bemerkung meiner Frau. Daraus entstand die Idee für ein Kinderbuch.

Da sich aber die Verlagssuche als äußerst schwer herausstellte, stellte ich diese Ambitionen schnell ein. Stattdessen versuchte ich mich in einigen Wettbewerben. 2004 zog ich nach Freiburg, und ungefähr zum gleichen Zeitpunkt entwickelte ich die Idee zu einem Roman. Bei einer langen Autofahrt pitchte ich den Plot meiner Frau und stellte fest, dass das mindestens Stoff für eine Trilogie ist. Und so begann ich mit dem Schreiben eines Großprojektes, ohne vorher jemals ein Buch veröffentlicht zu haben.

TZN: Du liest gerne Science-Fiction, dein erstes Buch "Die Eiswolf-Saga – Brudermord" ist jedoch ein historischer Roman. Weshalb?

Weinbach: Hier muss ich etwas ausholen. Aufgewachsen bin ich mit "Star Wars - Episode IV-VI". Diese Filme zogen mich in die fantastische Welt der Science-Fiction. Zunächst las ich einige SW-Bücher, doch schon bald folgten Werke von Isaac Asimov. Sein Foundation-Zyklus steht bei mir ganz oben auf der Skala. Ähnlich wie Science-Fiction faszinierte mich dann eines Tages das Fantasy-Genre. Begonnen hat das mit "Der kleine Hobbit" und "Der Herr der Ringe" und inzwischen ist es mein liebstes Genre, wobei die Grenzen zur Science-Fiction manchmal schwimmend sind. Ursprünglich war "Die Eiswolf-Saga" auch als Fantasy-Roman angelegt. Doch als ich 2004 mit dem Schreiben begann, befand sich die Potter-Welle gerade auf dem Zenit. Zu groß schien mir die Gefahr, als Trittbrettfahrer abgetan zu werden, denn meine Romanreihe beinhaltet ebenfalls den Werdegang eines Jungen. Und da ich mich schon seit einigen Jahren für das Mittelalter interessiere, habe ich meine Idee zu einem historischen Roman umgewandelt. Hätte ich damals geahnt, welcher Rechercheaufwand damit verbunden ist, hätte ich es mir vielleicht noch einmal überlegt...

TZN: Eine Zeitlang waren ja Fantasy-Romane sehr in, derzeit scheint Deutschland auf einer "historischen" Welle zu schwimmen. Hast du eine Idee, weshalb?

Weinbach: Das ist schwer zu erklären. Vielleicht ist es die Suche vieler Menschen nach den eigenen kulturellen Wurzeln. Seit Jahrzehnten haben Mittelaltermärkte Hochkonjunktur. Vielleicht sehnen sich die Menschen hin und wieder auch nach einem einfacheren Leben, die Geschwindigkeit aus unserem hektischen Alltag herauszunehmen ... doch das sind nur Spekulationen. Denn eines darf man nicht vergessen: Das Leben von damals ist schwer nachzuvollziehen. Auf Märkten, in Büchern oder Filmen wird das Mittelalter oft verklärt dargestellt. Das damalige Leben war sicher kein Zuckerschlecken - hatte vielleicht aber auch ein paar Vorteile im Gegensatz zu heute. Und: Beim Mittelalter sprechen wir über einen Zeitraum von zirka 1000 Jahren... Da gibt es viele Unterschiede.

TZN: Worum geht es in dem Buch?

Weinbach: Es geht um einen jungen Grafensohn, Rogar, der durch Intrige seine Familie verliert und um sein Erbe, die Grafschaft, gebracht wird. Er kann den Mördern seiner Eltern entkommen, die auch nach seinem Leben trachten. Traumatisiert und ohne Erinnerung an seine Herkunft oder Namen findet er Unterschlupf in einer Abtei. Dort glaubt der Abt zu wissen, wer der neue Novize ist, und so stellt er ihn unter seinen persönlichen Schutz. Von da an beginnt sowohl für die Fürsprecher des Knaben wie auch für die Gegner ein Kampf um die Grafschaft. Selbst Kaiser Otto I. wird in diesen Streit mit einbezogen. Doch all diese Bemühungen sind Rogar fern und fremd. Viel interessanter findet er die neue Welt, die sich ihm durch die Bekanntschaft mit dem Mädchen Svea eröffnet.

Es ist ein Buch über Freundschaft und Kampf, Liebe und Hass, Intrigen und Verbündete. Es ist die Geschichte eines Jungen, der in Streitigkeiten verwickelt wird, von denen er nicht die geringste Ahnung hat. Doch das Ziel des Abtes ist es, den Jungen als rechtmäßigen Erben wieder auf die Burg seines Vaters zu bringen...

TZN: Wie hast du recherchiert? Und wie lange hast du an deinem Werk gearbeitet?

Weinbach: Recherchiert habe ich hauptsächlich mittels anerkannter Fachliteratur. Um einen historischen Roman schreiben zu können, muss man erst einmal viel lesen. Zudem versuche ich auch möglichst viel über die Originalschauplätze zu erfahren. Ein Kapitel spielt in der Kaiserpfalz zu Ingelheim. Da ist es wichtig, dass man die Anlage zur damaligen Zeit kennt. Um diese Informationen zu finden, habe ich unter anderem im Internet recherchiert, aber auch mit Archäologen und Architektenkollegen gesprochen. Sehr wichtig ist für mich, einen Historiker für mittelalterliche Geschichte im Hintergrund zu haben, der mein Manuskript durchgelesen hat. Er hat geholfen, ein paar Details besser auszuarbeiten und Fehler zu beseitigen.

Wie schon erwähnt, begann ich mit der Entwicklung des Plots 2004. Da ich damals als Architekt in einem Büro arbeitete, blieb mir nur in meiner Freizeit die Möglichkeit zu schreiben. Das Manuskript kam mäßig voran, zumal ich meiner Frau und meinen Kindern auch gerne Zeit widme. Als ich mich 2007 entschied, nach der Geburt unseres Sohnes in Elternzeit zu gehen, konnte ich jeden Tag über längere Abschnitte schreiben. In dieser Zeit habe ich das Manuskript immer wieder überarbeitet und verbessert. Abgeschlossen war das Werk mit der Veröffentlichung 2009, wobei die ersten Jahre wohl dazu dienten, meinen Stil zu finden.

TZN: Hast du irgendwann zwischendurch das Gefühl gehabt, am liebsten alles hinschmeißen zu wollen und dir ein anderes Hobby zu suchen?

Weinbach: Mehrere Male. Vor allem, wenn Absagen von Verlagen im Briefkasten lagen. Dann habe ich mir überlegt, wie viele Jahre ich schon daran arbeite und ob sich jemals ein Verlag dafür interessieren wird. Aber wenn die Zweifel am größten waren, habe ich mich daran erinnert, dass Schreiben für mich nicht nur ein Hobby, sondern Berufung ist.

TZN: War es schwer, einen Verlag zu finden?

Weinbach: Ja, sehr schwer. Und ich habe auch keinen gefunden... Vielmehr hat der Verlag mich gefunden. Und das zu einem Zeitpunkt, als ich mich gegen meinen gut bezahlten Job und für die Selbstständigkeit als Architekt und Autor entschieden habe. Diverse Kontakte im Internet haben dazu geführt, dass eine Mitarbeiterin des Acabus-Verlags bei mir anfragte, ob ich nicht ein interessantes Manuskript zu bieten hätte. Und das hatte ich wohl...

TZN: Bist du mit den Verkaufszahlen zufrieden?

Weinbach: Für den Anfang läuft es ganz gut, doch ich bin noch weit davon entfernt, um als Schriftsteller meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich hoffe, das wird sich eines Tages ändern...

TZN: Hat sich durch das Buch dein Leben verändert? Wie haben deine Familie und deine Freunde reagiert?

Weinbach: Vor allem meine Frau stand von Anfang an hinter meinem "Traum". Sie hatte zu keinem Zeitpunkt den Glauben an das Projekt verloren. Meine weitläufigere Familie und Freunde stehen der ganzen Entwicklung ebenfalls positiv gegenüber, wobei sie natürlich nicht den Einblick haben, wie das alles läuft beziehungsweise gelaufen ist. Schreiben, Verlagssuche, Korrekturen, Überarbeitungen, Druckfreigabe, PR, Kontakte knüpfen und so weiter.

Mein Leben hat sich durch das Buch nicht sonderlich verändert. Viele Bekannte fragen danach und erwarten, dass man jetzt von einer Veranstaltung zur nächsten reist. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, denke ich. Was sich verändert hat, sind die Kontakte, die ich seit der Veröffentlichung geschlossen habe. Da sind Buchhändler und Verlage genauso dabei wie Veranstalter. Man trifft interessante Menschen, das ist ein schöner Nebeneffekt.

TZN: Wie vereinst du Beruf und Schreiberei?

Weinbach: Meine Brötchen verdiene ich nach wie vor als Architekt. Um schreiben zu können, habe ich, wie schon erwähnt, die Selbstständigkeit gewählt und ganz bewusst in Kauf genommen, dass mein Einkommen aller Wahrscheinlichkeit nach erst einmal sinken wird. Das war mir aber gleich. Die freie Zeiteinteilung für meine Projekte, sowohl in der Architektur wie auch Literatur, war mir wichtiger. Inzwischen habe ich ein gutes Gleichgewicht gefunden und kann beides unter einen Hut bringen. Das ist nicht immer ganz einfach und manchmal wünscht man sich, der Tag hätte 48 Stunden, aber irgendwie haut es immer hin.

TZN: Woran arbeitest du gerade?

Weinbach: Momentan arbeite ich parallel an zwei Manuskripten. Zum einen die Fortsetzung der "Eiswolf-Saga" mit dem Titel "Irrwege". Sie soll voraussichtlich im Sommer 2010 erscheinen. Das zweite Manuskript betrifft ein Fach- und Praxisbuch, das ich mit einem Co-Autor verfasse.

TZN: Einige abschließende Worte?

Weinbach: Im Alter von etwa zehn Jahren war ich "Star Wars"-Fan und mein großes Idol hieß George Lucas. Mich faszinierte seine Gabe, dem Publikum eine wunderbare Geschichte zu erzählen. Das gleiche Ziel verfolge ich mit meinen Büchern und hoffe, dass sie das Kopfkino der Leser starten und einen einzigartigen Film vor ihrem inneren Auge ablaufen lassen.

TZN: Vielen Dank für das Interview!

Weinbach: Jederzeit gerne wieder.

Dieses Interview ist auch in der März-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(mb - 21.03.10)

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