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Henning Koonert (hk)22.06.09

TZN Exklusiv: David Messina zeichnet "Star Trek"

Der Comic-Künstler über seine "Star Trek"-Comics

Wir sprachen mit dem Zeichner darüber, wie er die Welt von "Star Trek" zu Papier bringt. Er berichtet von der Geheimhaltung rund um "Countdown", erklärt, was wir in "Nero" zu sehen bekommen und warum Spock sein Liebling ist.

Der Italiener David Messina zeichnet seit 2007 für den amerikanischen Verlag IDW Publishing regelmäßig neue "Star Trek"-Comics. Deutsche Trek-Fans kennen seine Zeichnungen aus "Countdown", der Comic-Vorgeschichte zu "Star Trek XI". Demnächst veröffentlicht der Cross Cult Verlag auch weitere von Messinas Trek-Comics auf Deutsch.

Das TrekZone Network hat sich mit David Messina im Mai auf der FedCon in Bonn über seine Zeichnungen für "Star Trek" unterhalten. Wir möchten uns bei Filip Kolek vom Cross Cult Verlag für das Arrangieren des Interviews bedanken und natürlich besonders bei David Messina dafür, dass er sich die Zeit für uns genommen hat!

David Messina
TrekZone Network: Sie haben schon eine Reihe verschiedener Comics für "Star Trek" gezeichnet. Welche waren das genau?

David Messina: Der erste war "Klingons: Blood Will Tell". Dann habe ich das "Gorn"-Heft der "Alien Spotlight"-Reihe gezeichnet, dann kam die Reihe "Intelligence Gathering" [erscheint in Deutschland im Dezember unter dem Titel "Tor zur Apokalypse", Anm. d. Red.] aus der "Next Generation", dann "Mirror Images" [erscheint in Deutschland im September unter dem Titel "Spiegelbilder", Anm. d. Red.] und jetzt "Countdown".

TZN: Haben Sie da einen Liebling und ein Heft, das Sie ganz besonders gern gezeichnet haben?

Messina: "Countdown" mag ich am liebsten, denn das war der erste Comicband für "Star Trek", der meiner Vorstellung von Science-Fiction sehr nahe kommt. "Mirror Images" zu zeichnen, hat auch Spaß gemacht. Das ist wahrscheinlich der Band, den ich nach "Countdown" am zweitliebsten gezeichnet habe. Aber das Setting in "Mirror Images" war das alte Setting aus den 60er-Jahren. "Countdown" hat mir wirklich gefallen, weil wir darin in die Zukunft nach "Nemesis" eintauchen. Das ist ein aggressiverer, stärker Science-Fiction-artiger Stil. Ich bin ein großer Fan von Science-Fiction in der Art von "Blade Runner" und "Matrix". "Klingons" hat mir auch gefallen, und dann halt die restlichen.

TZN: Wie gut kannten Sie "Star Trek" denn eigentlich, bevor Sie mit dem Zeichnen der Comics angefangen haben?

Messina: Das ist ganz seltsam mit mir und "Star Trek". Als Kind habe ich zusammen mit meiner großen Schwester Debora jede Woche eine neue "Star Trek"-Folge mit Kirk, Spock und der alten Crew geguckt. Später habe ich es dann aus den Augen verloren und "Star Trek" im Fernsehen nicht mehr geschaut, nur noch die Filme. Ich habe alle Filme gesehen und fast alle davon auch im Kino, außer "Der Aufstand" und "Nemesis". "Star Trek" kannte ich also vor allem durch die Filme und nicht durch die Serien. Als ich mit dem Zeichnen der Comics anfing, habe ich auch angefangen, ein paar Folgen von "Deep Space Nine" und "The Next Generation" zu schauen.

TZN: Können Sie uns etwas darüber erzählen, wie Ihr Arbeitsprozess normalerweise abläuft?

Spock ist Messinas Lieblingscharakter
Messina: Ja, mein Ablauf ist etwas eigenwillig. Am wichtigsten ist mir immer, das Konterfei der Figuren zu erarbeiten, ohne an den Bildvorlangen kleben zu bleiben. Weil "Star Trek" so ein großes Universum ist, hat jeder Band einen anderen Hauptdarsteller. Ich beginne also mit vielen Entwürfen, um mich mit dem Charakter vertraut zu machen, zu verstehen, wie er gezeichnet werden muss. Dann beginne ich mit den groben Bleistiftvorlagen für alle Seiten. Ich bin immer der Meinung, dass ein guter Comicband auch ohne die Sprechblasen, ohne den Text, verständlich sein muss. Wenn ich dann mit den Bleistiftzeichnungen fertig bin, fange ich mit der Tusche an.

Danach schicke ich die Tuschezeichnungen zu meinen Kollegen, Ilaria Traversi und Giovanna Niro, die übrigens eine ehemalige Schülerin von mir ist - ich unterrichte an der Internationalen Schule für Comickünstler in Rom -, zum digitalen Einfärben. Wir diskutieren dann viel über das Projekt, wie die Farben aussehen sollten und manchmal füge ich schon etwas Hintergrund hinzu. Der meiste Hintergrund in "Countdown" stammt von mir und von Paolo Maddaleni. Er hat den Hintergrund und all die Leute, die Charaktere im Band, eingefärbt. Wir reden viel über die Farben, weil jeder ein bestimmtes Bild vor Augen hat, wie der Band am Ende des Prozesses ausschauen soll.

TZN: Und dann schicken Sie es Paramount zur Abnahme?

Messina: Ja, ich schicke es Paramount zur Abnahme. Bei "Countdown" sowohl die Bleistiftzeichnungen, die Tuschezeichnungen und die Farbzeichnungen. Bei den übrigen Heften schicke ich nur die Tuschezeichnungen zur Abnahme. "Countdown" war dahingehend besonders, dass ich es von Paramount, Bad Robot, Orci Kurtzman Productions und Cryptic abnehmen lassen musste. Cryptic, das waren die Leute, die das Massively Multiplayer Online Roleplaying Game für "Star Trek" entwickeln...

TZN: ...von dem Sie die neuen Uniformen in "Countdown" übernommen haben...

Messina: ...ja, die haben wir übernommen, damit der Comicband, der Film und das Online Roleplaying Game aus einem Guss erscheinen.

TZN: Bekommen Sie Ihre Entwürfe dann mit vielen Anmerkungen und Korrekturen von Paramount zurück oder lässt man Ihnen da weitgehend freie Hand?

Messina: Bei "Countdown" gab es nicht viele. Bei den anderen Arbeiten wie "Mirror Images" und "Intelligence Gathering" musste ich aber viel ändern, weil Paramount keine zu grafische Darstellung wollte - die Frauen nicht zu sexy, nicht zu viel Blut, diese Art von Dingen. Bei "Countdown" war aber meine Vorstellung von Science-Fiction und die von Tim Jones und Mike Johnson, J.J. Abrams, Orci und Kurtzman ein und dieselbe. Daher musste ich nur Kleinigkeiten ändern, im Großen und Ganzen ist der Band so, wie ich ihn gezeichnet habe, unverändert geblieben.

Auf der FedCon war der Andrang an David Messinas Signierstand groß

TZN: Wie haben Sie den Auftrag für "Countdown" bekommen?

Messina: Tatsächlich hat mir "Klingons" den Auftrag für "Countdown" eingebracht. Bob Orci, Alex Kurtzman, Mike Johnson und Tim Jones haben meine Zeichnungen für "Klingons" wirklich gut gefallen, vor allem die im fünften Heft. Da hab ich beim Zeichnen auch richtig Spaß gehabt, denn da haben sie mir richtige Action, Gewalt, sexy Mädels zu zeichnen gegeben. Das Heft mag ich wirklich.

TZN: Rund um den neuen Kinofilm gab es ja lange Zeit höchste Geheimhaltung. Mussten Sie da auch bei der Arbeit an "Countdown" mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen zurechtkommen?

Messina: Das war wirklich top secret. Bevor ich überhaupt mit dem Zeichnen von "Countdown" anfangen konnte, musste ich drei Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen. Dann haben die Leute von Paramount mir ein spezielles Programm geschickt, das von meinem Computer eine geheime Verbindung zu Paramount hergestellt hat, wo ich dann ein paar Bilder anschauen konnte - nur anschauen, nicht herunterladen.

Jedesmal wenn ich also Nero, die Narada und die anderen Charaktere gezeichnet habe, hab ich den Computer angeschaltet und die ersten Entwürfe begonnen, vor dem Monitor. Das war wirklich Arbeiten unter strengster Geheimhaltung. Manchmal mochte ich gar nicht mit meinen Eltern über meine Arbeit reden, weil ich fast nichts sagen konnte oder nur: "Nein, nein, nein, darüber kann ich nicht reden. Ich arbeite an 'Star Trek', mehr kann ich nicht sagen."

Cover zum dritten "Spock: Reflections"-Heft
TZN: Haben Sie bei den "Star Trek"-Comics einen Charakter, den Sie besonders gerne zeichnen? Oder ist Ihnen das mehr oder weniger gleich?

Messina: Nein, mein absoluter Liebling ist Spock. Das ist mein Lieblingscharakter, weil er aus meiner Kindheit stammt. Danach kommen ein paar weitere Charaktere. Ich mag wirklich Sisko aus "Deep Space Nine". In einem kleinen Bild im zweiten Heft aus "Klingons: Blood Will Tell" habe ich Sisko sogar einmal gezeichnet. Aber IDW hält leider keine Rechte für "Deep Space Nine". Ich würde gern mal eine Geschichte über Sisko zeichnen.

Andere Charaktere liebe ich vor allem aufgrund ihres Aussehens, weil sie wirklich wunderschöne Leute sind. Seven of Nine ist mit Sicherheit die liebste und wirklich, wirklich hübsch. Picard ist ein weiterer Lieblingscharakter von mir. "Intelligence Gathering" zu zeichnen, hat mir großen Spaß gemacht, weil ich Picard zeichnen konnte.

Und jetzt habe ich Nero für mich entdeckt. Ich mag den Charakter Nero, weil es ein dunkler Charakter mit einer starken Motivation ist. Das ist wirklich ein besonderer Charakter. Brutal, aber ich kann den Grund für all die Gewalt nachvollziehen. Vielleicht ist Nero neben Spock mein Lieblingscharakter aus ganz "Star Trek".

TZN: Da haben Sie ja Glück, denn als Nächstes erscheint von Ihnen "Spock: Reflections"...

Messina: Ja, an "Spock: Reflections" habe ich gearbeitet, aber das ist seltsam gelaufen. Bei "Reflections" liefere ich nach dem ersten Heft nur noch die groben Bleistiftvorlagen und zwei andere Künstler werden die Bleistiftzeichnungen und alles andere vervollständigen. Das sind Federica Manfredi für die Zeichnungen und Ilaria Traversi für die Farben. Denn derzeit arbeite ich an "Spock: Reflections", einem "Angel"-Projekt und noch einem Projekt mit Bezug auf den Film, mit Tim Jones und Mike Johnson.

Ich arbeite also an drei Büchern gleichzeitig. Das ist echt hart. Kein Schlaf, kein Essen, kein gar nichts ... nur zeichnen. Ganz viel zeichnen. Aber ich mag die Story von Scott Tipton für "Spock: Reflections" wirklich, ich liebe sie, echt. Das ist aber noch so viel Arbeit, das macht mir Kopfschmerzen. Es ist noch längst nicht fertig und Scott Tipton hat mich gebeten, die groben Bleistiftvorlagen zu machen. Ich habe alle Cover gezeichnet und die groben Bleistiftvorlagen und ein paar der feineren Zeichnungen im ersten Heft, aber beim nächsten Heft werde ich für die feinen Bleistiftzeichnungen keine Zeit mehr haben.

Coverzeichnung zum ersten "Nero"-Heft
TZN: Was können Sie uns über "Spock: Reflections" verraten?

Messina: Es ist eine besondere Geschichte über Spock, von seiner Kindheit an bis zu dem Alter, in dem wir ihn in "Countdown" sehen.

TZN: Werden das vier oder fünf Hefte?

Messina: "Spock" werden vier Hefte und das andere Projekt im Zusammenhang mit dem Film werden auch vier. Das "Angel"-Projekt werden fünf Hefte.

TZN: Können Sie uns schon etwas über dieses andere Projekt erzählen?

Messina: Ist noch streng geheim. Ich darf nur sagen, dass wir das gleiche Team wie bei "Countdown" sind. Mehr kann ich noch nicht erzählen.

TZN: Dann müssen wir wohl warten, bis IDW etwas ankündigt...

Messina: Behaltet mein Blog im Auge. Sobald IDW es mir erlaubt, werde ich anfangen, Bilder zu posten.

Inzwischen hat man das geheime Projekt im Zusammenhang mit dem Film als "Star Trek: Nero" enthüllt. Da dies nun öffentlich ist, haben wir bei David Messina noch einmal nachgefragt, ob er uns jetzt mehr erzählen kann. Er konnte...

Messina: Die Geschichte von "Star Trek: Nero" spielt nach der Anfangssequenz des Films (zwischen der Zerstörung der Kelvin und Spocks Eintreffen aus der Zukunft mehr oder weniger 25 Jahre später). Wir werden Nero als Gefangenen auf Rura Penthe sehen und wie er von dort flieht (wie es im Film angedeutet wurde und wie man in einigen geschnittenen Szenen auf der DVD sehen wird).

Es ist eine harte, dunkle und schmerzhafte Geschichte, die sich um diesen tragischen Charakter dreht. Das Zeichnen macht mir echt Spaß und Giovanna Niro (meine Koloristin) liefert einige ihrer besten Arbeiten ab.

TZN: David, vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!

Messina: Danke, es hat Spaß gemacht!

Das Gespräch führte Henning Koonert.

Das Interview wurde zunerst in unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" veröffentlicht. Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen.

(hk - 22.06.09)

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