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Melanie Brosowski (mb)02.04.10

Wenn Hamburg und Lübeck eins werden

Interview mit "Sektion 3/Hanseapolis"-Autorin Miriam Pharo

Wieder einmal hatte das TZN Gelegenheit, eine Autorin zu interviewen. Diesmal: Miriam Pharo, die "Sektion 3/Hanseapolis" über eine Umweltkatastrophe in Deutschland im Jahr 2066 geschrieben hat.

TrekZone Network: Wer ist Miriam Pharo?

Miriam Pharo: Eine Frau in den besten Jahren (lacht), die beschlossen hat, dass es Zeit ist, sich ihren Kindheitstraum zu erfüllen. Nämlich den Menschen mit packenden Geschichten kleine Alltagsfluchten zu bescheren.

Miriam Pharo
TZN: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Pharo: Gern geschrieben habe ich eigentlich schon immer. Als ich noch in Frankreich zur Schule gegangen bin, habe ich Märchen geschrieben, später in Deutschland Indianergeschichten - als Teenager war ich ein großer Karl-May-Fan! Viele Jahre später habe ich mich dem Werbetext verschrieben.

TZN: Wie vereinst du Familie, Beruf und die Schriftstellerei?

Pharo: Es ist alles nur eine Frage des richtigen Zeitmanagements. Trotzdem hätte ich gern mehr Zeit zum Schreiben.

TZN: Du bist freie Werbetexterin und viel unterwegs. Warum hast du ausgerechnet einen Science-Fiction-Roman geschrieben und keinen Reiseführer?

Pharo: Weil ich das schon gemacht habe. Vor über zehn Jahren habe ich in einer Wiesbadener Agentur gearbeitet, die für Tourismuskunden Reiseführer und Ähnliches entwickelt hat. Ich bin mit einem Fotografen durch Frankreich gereist und habe später dazu Artikel geschrieben. Ein super Job! Ich denke gern daran zurück. Tourismus ist eine tolle Branche.

TZN: Nun ist Science-Fiction ein Genre, bei dem man - im Gegensatz zu einem historischen Roman - nicht unbedingt recherchieren kann. Wie bist du an die Sache herangegangen?

Pharo: Bei einigen Technikthemen komme ich um die Recherche nicht herum. Ich habe keine entsprechende Ausbildung und will schließlich keinen Stuss schreiben! Häufig befinde ich mich in einer Art Analysemodus. Jede noch so unbedeutende Handlung, wie einfach nur aus dem Fenster schauen, kann Fragen nach sich ziehen: "Werden die Menschen der Zukunft überhaupt noch auf die Straße gehen oder bleiben sie in ihrer Cyberwelt verhaftet?" Das betrifft sowohl alltägliche Dinge wie "Woraus wird Kaffee im Jahr 2066 bestehen?" oder auch gesellschaftlich relevante Fragen im Stil von "Wie wird sich das Verbrechen entwickeln? Wird die menschliche Natur noch mehr verrohen oder werden wir eines Tages die Gefühlsnotbremse ziehen wie in "Equilibrium"?

TZN: Worum geht es in "Sektion 3/Hanseapolis"?

Pharo: "Sektion 3/Hanseapolis" ist ein zweiteiliger Zukunftsthriller, der in einer nicht so fernen Zukunft spielt, nämlich im Jahr 2066. Norddeutschland ist in weiten Teilen durch eine Umweltkatastrophe unbewohnbar geworden. Hamburg und Lübeck sind zu Hanseapolis verschmolzen - einer Megacity mit über 20 Millionen Einwohnern. Louann Marino, neu im Morddezernat von Hanseapolis, untersucht gemeinsam mit ihrem undurchsichtigen Partner Elias Kosloff den Mord an einer jungen Frau. Was zunächst nach Prostitution und Menschenhandel aussieht, zieht immer weitere Kreise. Schließlich führen die Spuren in die stillgelegten U-Bahn-Schächte unterhalb der glitzernden Metropole...

"Schlangenfutter" - der erste Teil meiner Geschichte - ist im Juli 2009 erschienen. Die Fortsetzung heißt "Schattenspiele" und erscheint im Mai.

TZN: War es schwer, einen Verlag zu finden?

Pharo: Eigentlich nicht. Ehrlich gesagt habe ich nicht gesucht, sondern habe meinen Roman in Eigenregie als eBook veröffentlicht. Um das Medium für den Leser attraktiver zu machen, habe ich mir technische Gimmicks ausgedacht. Der Leser, oder sollte ich vielleicht besser sagen, der User des eBooks, konnte die Gedanken der Protagonisten, Hintergrundinfos und Illus per Mouse-Over sichtbar machen. So wurden zwei Verlage auf mich aufmerksam, darunter auch mein jetziger Verlag, ACABUS in Hamburg.

TZN: Welche Erfahrungen hast du gemacht? Gab es Vorurteile gegenüber einer Frau, die Science-Fiction schreibt?

Pharo: Sagen wir es mal so: Als Frau ist es sicherlich schwieriger, von männlichen SF-Fans ernst genommen zu werden.

TZN: Du bist auch auf Lesungen anzutreffen. Auf welchen, und war es schwer, als Nachwuchsautor "in der Szene" Fuß zu fassen?

Pharo: In diesem Jahr war ich bislang auf zwei Lesungen. In Berlin habe ich im SF Club Andymon aus "Schlangenfutter" gelesen. Auf der Leipziger Buchmesse habe ich eine erotische SF-Kurzgeschichte vorgestellt. Eine wirklich interessante Erfahrung. (lacht) Um die Frage zu beantworten: Ja, als Nachwuchsautor ist es in der Regel sehr schwierig, Fuß zu fassen. Man braucht viel Enthusiasmus und einen langen Atem. Und man sollte auch mal unkonventionelle Wege gehen.

TZN: Hast du vor Lesungen Lampenfieber, und wenn ja, wie bekämpfst du es?

Pharo: Klar bin ich vor Lesungen nervös, deshalb gilt vorher: üben, üben, üben. Das gibt Sicherheit und am Ende reduziert sich das Lampenfieber auf ein Minimum. Nach ein paar Sätzen dann ist es fast gänzlich verschwunden. Ich konzentriere mich auf den Text und auf das - hoffentlich - gebannte Publikum. Ein schöner Moment.

TZN: Einige abschließende Worte?

Pharo: Anlässlich der Erscheinung des zweiten Teils von "Sektion 3/Hanseapolis" findet am 29. Mai eine Bunker-Lesung nördlich von Hamburg statt. Der genaue Standort ist geheim. Die Gäste werden mit Bussen abgeholt und hingefahren. Nach der einstündigen Lesung im verdunkelten Bunker, schließlich heißt mein Buch "Schattenspiele", findet über Tage ein entspanntes BBQ statt, mit Autogrammstunde und allem, was dazu gehört. Infos und Reservierungen gibts auf www.spinnaker-events.de unter Autorenlesung. Ich freue mich auf zahlreiche Gäste!

TZN: Vielen Dank für das Interview!

Miriam Pharo möchte sich bei den Lesern dieses Interviews bedanken und verlost 2 x 2 Eintrittskarten für ihre Bunker-Lesung "Schattenspiele" am 29. Mai, inklusive Bustransfer, BBQ und Getränke! Nähere Infos zu dem Event finden Sie hier oder auf der Website der Autorin. Machen Sie mit und beantworten Sie bis zum 15. April 2010 folgende Frage: Wie heißt die Megacity aus Miriam Pharos Zukunftsthriller "Schlangenfutter"? Schicken Sie Ihre Antwort an: fiction@miriam-pharo.com. Das Los entscheidet. Viel Glück!

Dieses Interview ist auch in der April-Ausgabe unseres monatlichen Magazins "Incoming Message" erschienen. Falls Sie die "Incoming Message" noch nicht abonniert haben, können Sie das Internet-Magazin zusammen mit unserem wöchentlichen Newsletter "TrekZone Weekend" hier kostenlos bestellen.

(mb - 05.04.10)

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