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Christian Freitag (cf)31.12.14

"Star Trek's" Rückkehr als Fotocomic

John Byrne's Fleißarbeit

Comicurgestein John Byrne belebt die Originalserie neu. Er hat die alte Idee der Fotocomics aus der Mottenkiste geholt und arrangiert nun Bilder aus "Raumschiff Enterprise" so um, dass dadurch neue "Star Trek"-Geschichten in Comicform entstehen.

John Byrne ist im Comicgenre kein Unbekannter. Aus seiner Feder stammen einige sehr gute "Star Trek"-Comicgeschichten und von ihm gab es auch einen Ziegelsteinomnibus von "Star Trek".

John Byrne

Byrne hat sich etwas Neues ausgedacht: Wie wäre es, wenn man sich die alten Haudegen in neuen Abenteuern noch einmal ansehen könnte und zwar nicht in Comicform sondern wie auf dem Bildschirm. Die Idee ist nicht allzu neu. Fotocomics gab es bereits vor 30 Jahren und mehr. Auch "Star Trek" ist bereits schon zwei Mal in Deutschland in Fotoromanform erschienen. Es gab sechs Taschenbuchausgaben und mehrere Gong-Fotoromane, die die Adaptionen der Fernsehepisoden enthielten. In den USA gab es weitaus mehr Ausgaben und mindestens zwei mir bekannte Filmadaptionen der ersten beiden Kinofilme als Fotoroman.

Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Byrne hat nicht nur das ihm zur Verfügung stehende Fernsehmaterial genutzt sondern die Technik macht es möglich, dass dieses ausgeschnitten, verfremdet und woanders zusammengefügt wird.

Seine Arbeit ist also eine enorme Fleißarbeit. Er muss nach passenden Bildern suchen, diese ggfs. verändern, was Uniformen und Personen angeht und wenn der Hintergrund nicht passt, erschafft er ihn am PC neu. Dabei erweist sich Byrne als Kenner in "Star Trek"-Äußerlichkeiten. Man sieht dem Band an, dass er kein Fachmann auf dem Gebiet ist und das hier und da etwas hineingeschnitten wurde. Aber hey, er hat es mit viel Liebe zum Detail gemacht und das Beste herausgeholt. Es ist eine Arbeit, die ihm Spaß macht und zugegebenermaßen möchte ich das nicht so machen und könnte es auch nicht.

Etwas an anderer Stelle stieß mir jedoch auf. So hat er sich eine Episode auserkoren, die eigentlich sehr gut war, die aufgrund ihrer Fortsetzungen jedoch – meines Erachtens nach – an Spektakulärem nachließ: Die des Spiegeluniversums. Es gab einen TNG-Roman, als der DS9-Verlauf des Universums noch nicht bekannt war. Dieser war ausgezeichnet und ist auch auf Deutsch erschienen. Die DS9-Geschichten um das Spiegeluniversum machten meiner Ansicht nach die Geschichte dann nicht mehr so rund. Und so war es dann auch hier. Es wurde eine Fortsetzung geschaffen, die nicht mehr nötig war. Spiegel-Spock – der Typ mit dem Bart – hat Spiegel-Kirk abgesägt. Der hat sich Uhura entledigt und flieht von der Bildfläche in – na, genau – unser Universum und macht dort Ärger…

Das Ende dürfte weibliche Leser erfreuen, mich als Puristen hat die Geschichte jedoch etwas verärgert. Im "Star Wars"-Universum wurde auf Romanbasis penibelst darauf geachtet, dass alles zusammenpasst. Das ist bei "Star Trek" nie so gewesen. Alle schreiben frei Schnauze. Es gibt diverse Grüppchen insbesondere auch im Relaunchsektor, wo sich das ändert, aber grundsätzlich gilt eigentlich alles als "Star Trek", was durchgewunken wird. So haben sich die Autoren in den 60ern bereits die Pistole auf die eigene Brust gesetzt, als sie die Organier einführten. Der Friedensvertrag sagte aus, dass sich die Machtfraktionen der Klingonen und der Föderation nicht bekriegen dürfen. In diversen Romanen und Comics stellte dies entweder kein Problem dar – man beachtete es einfach nicht, es stellte ein Problem dar, aber man ignorierte es und behauptete, dass die Organier sich seltsam still verhielten, es stellte ein Problem dar, aber man teilte mit, dass es den Organiern Schnurz sei, weil man nicht vor ihrer Haustür rumballerte (meines Erachtens nach die beste Erklärung) oder es stellte ein Problem dar und man ging strikt nach der Serienfolge. Das erklärte aber die klingonischen Scharmützel nicht, die auch innerhalb der Serie erfolgt waren. So auch hier. Kor kann nicht auf Kirk schießen.

Ein weiterer Aspekt, der mir sauer aufstieß war die Ignoranz der weiteren Geschichte des Spiegeluniversums: Man kannte keine lebenden Klingonen oder nur aus Sagen. Die Ära 100 Jahre später wäre froh ob solch einer kühnen Aussage gewesen. Eine Allianz aus Klingonen, Cardassianern und Bajoranern wäre wohl so kaum möglich gewesen, vor allem, weil Klingonen wohl das Gros der Streitmacht darstellten.

Im Übrigen war die Erklärung, woher Kor die Tarnvorrichtung hatte etwas hanebüchen. In einer der Episoden wird erklärt, dass Romulaner und Klingonen offensichtlich unbekannt von der Sternenflotte einen technologischen Austausch hatten, da die D7-Kreuzer sich auf einmal glichen und diese auch von den Romulanern genutzt wurden.

Außerdem ignorierte das Ende – wenn es auch offen war, man sich aber fragte, wie er da wohl rauskommt – sämtliche anderen Erklärungen aus Comics und Büchern hinsichtlich des Spiegel-Kirk.

Im Großen und Ganzen lässt sich daher sagen, eine wunderbare Fleißarbeit, die trotz diverser Mängel von mir fünf Sterne bekommen hätte, die aber eine Story vorweist, die mir nicht so gefällt und die auch einige Fehler enthält. Daher sage ich mal, ein mäßiger Start.

Byrne ist jedoch ein Macher. Als ich diese Rezension hier schreibe liegen bereits insgesamt vier Ausgaben vor. Die Reihe scheint sich als eigenständig zu etablieren, wird in Deutschland aber aufgrund des Formats aller Voraussicht nach nicht aufgelegt.

(cf - 31.12.14)


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