Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Thomas Götz (tg), Henning Koonert (hk)06.08.12

"Die Grenze"

Rudy Josephs

Inhalt

Ein neuer Anfang - aber die gleichen alten Probleme. Jim Kirk kommt in der Sternenflottenakademie an, bereit, jede Herausforderung anzunehmen. Normalerweise bedeutet ein neuer Anfang, mit einer weißen Weste beginnen zu können, aber Kirk findet schnell heraus, dass er unter seinen Klassenkameraden bereits berühmt-berüchtigt ist. Dank seines Draufgängertums und seiner Behauptung, die vierjährige Ausbildung in nur drei Jahren zu schaffen, haben sie für sich bereits entschieden, was für ein Rivale er ist ... und wie sie ihn schlagen werden.

Der Studienplan der Akademie ist äußerst hart und kompromisslos. Die Studenten sind die Besten und Klügsten und die Schule erwartet von ihnen absoluten Einsatz - körperlich und geistig. Kirk ist für alles bereit, hatte aber nicht erwartet, dass einige Kadetten alles tun würden, um ihren Erfolg an der Akademie sicherzustellen, koste es, was es wolle.

Schon bald findet er heraus, dass sein bester Freund McCoy einer der Hauptverdächtigen in einer Akademieuntersuchung über ein Verbrechen ist, das seine Klassenkameraden das Leben kosten könnte. Kirk ist entschlossen, McCoys Namen reinzuwaschen und die dunkle Seite des Akademielebens zu enthüllen - bevor es zu spät ist.

Kritik

1. Thomas Götz

Zweiter "Starfleet Academy"-Roman: Kirk erfährt, welche Belastung das Training und der harte Stundenplan an der Akademie für ihn bedeutet. Aber einige Kadetten scheinen sich dabei einen unlauteren Vorteil verschafft zu haben ...
Der zweite "Starfleet Academy"-Band (von bisher vieren) im neuen "Star Trek"-Universum - und auf Deutsch leider auch der letzte, denn aufgrund mangelnder Verkaufszahlen wird auch diese Reihe eingestellt. Dabei ist der vorliegende Band nicht mal so schlecht.

Sicher, er spielt wieder im alternativen Universum (Ist es das überhaupt? Eine offizielle Bestätigung steht ja noch aus.) aus dem neuen "Star Trek"-Film von 2009, und ja, er ist etwas einfacher (für Jüngere Leser wohl) geschrieben - aber nichtsdestotrotz zeigt er erneut das Potential auf, das das neue Universum und die Romane darin haben, auch wenn einige Fans das wohl nicht gerne hören.

Die Charaktere sind aber erneut gut getroffen, und obwohl es anfangs so aussieht als würden die Ereignisse des ersten Bandes ignoriert werden, spielt dieser Roman definitiv später. Hier wird erneut die Stärke des Bandes ausgespielt, die darin besteht, dass die bekannten TOS-Charaktere (fast) alle gemeinsam zur Akademie gehen. Sicher, außer Kirk, Spock und McCoy ist da nur noch Uhura, diese vier bilden aber ein perfektes "Vierumvirat" und zeigen die persönliche Weiterentwicklung auf, die langsam aber sicher zum Film führt. So wird vor allem Kirk als Draufgänger etwas nachgrüblerischer und muss sich auch mit den moralischen Fragen auseinandersetzen, die der Band aufwirft.

Storymäßig fängt alles an wie der Aufguss des ersten Teils: ein "Mord" an der Akademie - nun gut, nicht wirklich ein Mord sondern ein Todesfall aus anders gelagerten Gründen - und vor allem McCoy darf sich hier profilieren. Geschickt werden vom Autor ein paar falsche Fährten gelegt, wie vorlaute andere Kadetten oder der Besuch eines Restaurants (hach, wie schön wäre es gewesen, den Kadetten wären die Drogen dort untergeschoben worden). Schnell wird klar, das sich das Ganze um ein recht moralisches Dilemma dreht, nämlich Eugenik, oder genetische Verbesserung, wie wir es von Khan oder Deep Space Nine (Bashir) her kennen. So wird nicht nur ein Bogen zu den Nachfolgeserien geschlagen, sondern auch eine Botschaft in diesem Roman vermittelt, nämlich ob ein derartiger Eingriff gerechtfertigt ist oder nicht. Vor allem gegen Ende zieht das Buch hier alle Register und bietet eigentlich "Star Trek" in Reinkultur, nämlich das Klären moralischer Fragen. Dabei muss selbst Kirk Abstriche machen und es stellt sich die Frage, ob das etablierte Starfleet-System so okay ist.

Auch die obligatorische Romanze von Kirk schlägt diesmal eine etwas andere Richtung an. Ja, sie wird am Ende wieder beendet, um konform mit der Story zu sein, aber die Dame stirbt nicht und es ist diesmal nicht Kirk, der den Stecker zieht, denn Kirk wäre vielleicht sogar zu mehr bereit gewesen. Dieser Ausgang ist natürlich mal löblich, auch wenn er das ein oder andere Klischee bedient. Zwar verliert die Story am Ende etwas an Tempo (der Bösewicht ist ein eher Unbekannter und wird recht unspektakulär zur Strecke gebracht), nichtsdestotrotz kann die Story durchaus überzeugen.

Fazit: Trotz leichter Schwächen kann die Story durchaus erneut überzeugen und auch Kirk, Spock und Uhura trumpfen wieder auf. Auch wenn die Zielgruppe vielleicht jüngere Leser sind, wird eine "Star Trek"-typische Botschaft "transportiert", was den Roman zusätzlich hervorhebt.

2. Henning Koonert

Jim Kirk betrachtet das Leben an der Sternenflottenakademie mit den Augen eines Neulings und lädt den Leser ein, es ihm gleichzutun. "Die Grenze" schildert ein Abenteuer, das die frischgebackenen Kadetten Kirk, Uhura und McCoy in ihren ersten Wochen der Ausbildung erleben. Auch Ausbilder Spock wird in die Geschehnisse verwickelt.

Die Charaktere sind gut getroffen, ihr Verhalten erscheint vor dem Hintergrund des im Kinofilm Gezeigten plausibel. Autor Rudy Josephs lässt Kirk und Spock gar einen Reifeprozess durchlaufen und es gelingt ihm vortrefflich, seinen Lesern Einblicke in das Innenleben der Charaktere zu gewähren. Vor allem Jim Kirk bleibt einem in Erinnerung; der junge Kadett ist sich seiner Talente bewusst, aber zu dieser Zeit auch noch voller Zweifel, ob er dem Leistungsdruck gewachsen ist oder ob sein spontaner Entschluss, es mit der Sternenflotte zu versuchen und die großkotzige Ankündigung, den Abschluss statt in vier Jahren in drei zu schaffen, ein Fehler waren.

Ebenso glaubhaft und natürlich liest sich, wie Uhura erste freundschaftliche Bande zu ihrem Ausbilder Spock knüpft. Dass die hübsche und intelligente junge Frau, genervt von den Hahnenkämpfen und Annäherungsversuchen protziger Angeber, sich zu dem ruhigen Vulkanier hingezogen fühlt, erscheint beim Lesen beinahe - Verzeihung - logisch. Spock zeigt zwar noch keine solchen Gefühle, aber es wird deutlich, dass er ein Interesse an dieser fähigen Schülerin entwickelt, die ihm einen besseren Zugang zu seiner eigenen menschlichen Seite geben kann.

Einige der üblichen Zutaten eines Jugendromans lässt "Die Grenze" natürlich nicht aus. So ist der Andorianer Thanas als Kirks Gegenspieler in diesem Buch eine austauschbare und oft in der amerikanischen Unterhaltung als Stolperstein für den Helden verwendete Figur: eine gemein-arrogante, oberflächliche Sportskanone, der sich dadurch hervortut, möglichst viele Studentinnen ins Bett zu kriegen.

Natürlich fängt auch Kirk etwas mit einer seiner Mitstudentinnen an. Sie dient aber nicht nur als Liebesfutter, sondern ist wichtiger Bestandteil der Handlung. Genau wie Kirk ist sie forsch, sportlich und hat was auf dem Kasten. Als Leser nimmt man den beiden ab, dass sie sich gut verstehen. Monica hat ähnlich wie Kirk Angst, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Sie steht jedoch einer Lösung offen gegenüber, die Jim Kirk äußerst kritisch betrachtet. Dass darin aber nicht nur Gefahren, sondern auch Möglichkeiten liegen, erfährt Kirk später am eigenen Leib.

Mit dem Thema, die Grenze der Leistungsfähigkeit von Körper und Geist zu verlegen, um den Anforderungen des Studiums aufgeräumter entgegenzutreten, greift Rudy Josephs ein aktuelles Thema auf. Oft genug hat man in letzter Zeit mitbekommen, dass an den Unis manche Studenten im Lernstress nicht mehr nur zum Schokoriegel oder Energydrink greifen, sondern schon mal zur Packung Ritalin. Ebenso kommen manche Sportarten nicht aus den Schlagzeilen, weil immer wieder Sportler im Bestreben zur Elite zu gehören, ihre körperlichen Grenzen durch Doping verschieben.

Vielleicht mit Blick auf die jüngeren Leser wurde die Handlung insgesamt einfach gehalten - was dazu führt, dass sie leider nahezu vollständig bereits auf dem Klappentext zu lesen ist. Geübte Krimileser haben schnell raus, wer versucht, die Mitverantwortung für den Tod eines Kadetten zu verschleiern. Immerhin wird der Person am Ende noch ein persönliches Motiv für die Handlungen verabreicht.

Nettes Detail: Dass ein Verfechter der Eugenik sich das Arbeitszimmer im Stil des späten 20. Jahrhunderts einrichtet, wirkt irgendwie aus der Zeit gefallen und doch nicht völlig abwegig, war dies doch die Zeit von Khan und seiner Supermenschen. Wer weiß, vielleicht spielt das Thema der genetischen Verbesserung ja auch in "Star Trek Into Darkness" noch einmal eine Rolle?

Fazit: Stimmig gezeichnete jugendliche Charaktere lösen Rätsel futuristischer Medizin mit aktuellem Bezug und werden dabei ein Stückchen erwachsener. Wer einen Einstieg in die "Starfleet Academy"-Reihe sucht, sollte mit diesem Band beginnen.

"Die Grenze" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Henning Koonert

Weitere Infos


Titel "Die Grenze"

Originaltitel "The Edge"

Buchreihe Classic

Autor Rudy Josephs

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 9,90 Euro

Umfang 300 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-86425-019-4

(tg, hk - 18.03.13)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017