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Thomas Götz (tg)05.04.18

"Drastische Massnahmen"

Dayton Ward

Inhalt

An Bord des Raumschiffs Shenzhou wird Lieutenant Michael Burnham, eine menschliche Frau, die unter Vulkaniern aufgewachsen ist und von ihnen ausgebildet wurde, zum Ersten Offizier befördert. Doch wenn sie den Posten behalten will, muss sie Captain Philippa Georgiou beweisen, dass sie ihn auch verdient. Gelegenheit dafür erhält sie, als die Shenzhou eine Kolonie der Föderation vor einem uralten, fremden Schiff beschützen muss, das aus den tiefsten Tiefen der unerforschten Meere aufgetaucht ist. Während sich die Bedrohung durch das geheimnisvolle Schiff zuspitzt, erklärt die Sternenflotte die Kolonie für entbehrlich, um dieser Bedrohung Einhalt zu gebieten. Burnham muss in das fremde Schiff eindringen, um die Leben tausender Unschuldiger zu retten. Dafür muss sie sich allerdings der Wahrheit ihrer beunruhigenden Vergangenheit stellen und einen Mann um Hilfe bitten, den sie zeit ihres Lebens gemieden hat – bis jetzt.

Kritik

Der zweite Roman zur jungen Serie "Discovery" bringt zwei alte Bekannte zusammen, wie man schon durch das Cover erahnen kann. Georgiou und Lorca treffen sich vor dem Hintergrund einer bekannten Krise, denn für dieses Buch ist man noch einmal weitere zehn Jahre zurückgegangen. Spielte Band Eins nur kurz vor Beginn der Serie so befinden wir uns nun 10 Jahre früher zur Zeit des Tarsus-Massakers. Fans werden dieses aus der TOS-Folge "Kodos, der Henker" kennen. An und für sich ist dieser Kniff recht gut gewählt, läuft man so nicht Gefahr, mit künftigen Ereignissen der Serie zu kollidieren.
Der zweite Band von Discovery bietet das Treffen zweiter bekannter Größen, die sich so in der Serie nie gesehen haben.

Dabei beginnt die Handlung eigentlich fast mit dem Ende des Massakers, denn dieses ist bereits ganz am Anfang der Geschichte. Der Rest des Romans beschäftigt sich mit der Jagd nach Kodos, wobei wie erwähnt Philippa zu den Rettungskräften gehört, die doch rechtzeitig eintreffen. Zwar sind die Szenen zwischen ihr und Lorca recht dünn gesät - auch das ist möglicherweise der Serienhandlung geschuldet - sie funktionieren aber recht gut. Bereits damals ist Lorca (in diesem Fall noch der echte, wohlgemerkt) aufbrausend und Philippa die Stimme der Vernunft.

Beide lernen im weiteren Verlauf, mit ihren Gefühlen umzugehen und sie zu kanalisieren, vor allem Lorca. Im Großen und Ganzen stemmen diese beiden also die Hauptarbeit, was die Charakterszenen angeht. Dazwischen werden zwar immer vereinzelte andere Offiziere vorgestellt, die auch das ein oder andere durchmachen, der Fokus bleibt aber auf den beiden Hauptcharakteren. Allerdings merkt man Ward hier an, das er bereits ein Star Trek-Veteran ist, was das Schreiben angeht. Im Gegensatz zu anderen Büchern bleiben die Charaktere hier nämlich eine Zeit lang im Gedächtnis und er verpasst auch nicht die Chance, die Gegenseite darzustellen.

Denn natürlich kann Kodos nicht 4000 Leute persönlich umbringen, sondern musste Helfer haben, vorrangig in den Reihen der Sicherheitsoffiziere. Hier gibt es die üblichen Zweifler und die wilden Fanatiker, die bis zum Tode für Kodos' Sache kämpfen würden. Das mag auf der einen Seite etwas klischeehaft sein, verleiht der Geschichte aber durchaus Tiefgang und Realismus. So wird auch kaschiert, das die eigentliche Jagd nach Kodos nur ein Katz- und Maus-Spiel ist, das man auch schon öfter gesehen hat. Es gibt die üblichen Anschläge, Fluchtversuche und Schießereien, und dieser Teil der Story wird eben von den Charakteren getragen werden.

Auch ein paar Fanservices dürfen nicht fehlen, denn wie man weiß war auch James Kirk auf der Kolonie und darf in einer kurzen Szene glänzen und Philippa helfen. Auch hier kann man die beiden Charaktere zusammenbringen, denn sie werden sich künftig kaum nochmal treffen. Für die letzten Zweifler bleibt übrigens auch anzumerken, das es sich hier wirklich um den klassischen Kirk handelt, denn dessen Vater ist noch am Leben und die Ereignisse sind so, wie sie ursprünglich waren. Zuguterletzt darf auch die Enterprise selbst, hier noch unter Robert April, auftauchen.

Dennoch, ein paar Mankos gibt es auch noch zu erwähnen. So wirkt die Story um Kodos teils arg konstruiert. Sicher, die Ereignisse sind zu einem guten Teil durch die Classic-Folge vorgegeben, die Hintergründe sind allerdings etwas wacklig. Es wurden etwa ein Gutteil der Kolonisten von einem anderen Planeten, der Probleme hatte, eingeflogen. Natürlich führt dies zu Protesten, immerhin kann man nun anderen die Schuld an der Nahrungsmittelverseuchung geben. An dieser Stelle stellt sich natürlich die Frage, warum Kodos nicht einfach die "neuen" Kolonisten eliminiert bzw. wie hoch der Anteil an diesen bei dem Massaker ist. Dies wird später mit keinem Wort mehr thematisiert. Scheinbar sollte hier erklärt werden, warum die fortschrittliche Föderation auf einmal Probleme hat, ihre Kolonisten mit Essen zu versorgen, allerdings hätte hier der Pilzbefall komplett ausgereicht statt dieser zusätzlichen Erklärungsversuche, die überdies mehr als unnötig erscheinen.

Unnötig ist auch der "Mythos", der um Kodos konstruiert wird. Auch hier soll erklärt werden, wie es Kodos gelungen ist, sich nach dem Massaker zwanzig Jahre versteckt zu halten und auch dies ist unnötig. Das Ganze ist nichtmal Meckern auf hohem Fanboy-Niveau, sondern für jeden Leser, der ein wenig über die Handlung nachdenkt, offensichtlich. Kodos ist ein Mann, der kaum in Erscheinung trat, weswegen es nur wenige Aufzeichnungen von ihm gibt. Soweit so gut. Dann kommt es zur Lebensmittelkrise und Kodos interveniert dahingehend, das die amtierende Gouverneurin abgesetzt wird und der Regierungsrat Kodos als Nachfolger wählt. Begründung: Er hat Erfahrung mit Krisenmanagement. Die Frage ist nur, woher sollen die anderen das wissen? Wie immer wieder betont wird, trat Kodos vorher nie in Erscheinung, also wie hätte er den Rat überzeugen können, das er der perfekte Mann für das Lösen dieser Krise ist?

Auch die Sache mit dem Löschen der Bilder von Kodos wirkt etwas übertrieben. Wie erwähnt: Es gibt kaum Aufzeichnungen über ihn und die restlichen Unterlagen in der Kolonie löscht er bei seiner Flucht. Das hätte eigentlich ausgereicht, trotzdem wird auch hier immer wieder betont, das nur wenige Kodos' Aussehen kennen. Als Person des öffentlichen Lebens (und zu Facebook-Zeiten, die sich sicher auch ins 23.Jahrhundert fortgepflanzt haben) sicher schwer nachvollziehbar, die Erklärung mit dem Löschen der Dateien hätte hier aber genauso völlig ausgereicht. Auch hier wurde wieder ein unnötiges Umbiegen zur Classic-Handlung versucht.

Doch damit nicht genug, Kodos ist vielleicht zwei Tage im Amt, vollstreckt das Massaker und wird dann, logischerweise durch das Eintreffen der Hilfsschiffe, wieder abgesetzt. Viel effektiver hätte die ganze Szenerie gewirkt, wenn Kodos schon länger oder seit jeher der Gouverneur der Kolonie gewesen wäre. So wirkt auch dieses Konstrukt zu aufgesetzt. Immerhin, für Kodos' Flucht gibt es eine gute Erklärung (die auch schon so bzw. so ähnlich desöfteren in Star Trek vorkam): In den Bergen gibt es Mineralien, die die Scanner stören. Die Raumschiffe der Constitution-Klasse sind, da neu, leistungsfähig genug von den Scannern her, die älteren Kaliber nicht. Eine sehr schöne und sehr konforme Erklärung, die man sich häufiger gewünscht hätte.

Doch genug von diesen Ungereimtheiten. Die Story an sich ist recht solide, funktioniert als Vorgeschichte sowohl von Classic als auch Discovery recht gut und man wird gut unterhalten.

Fazit: Einige Sachen wirken arg konstruiert, die Haupthandlung vermag jedoch, auch wenn man sie so ähnlich schon kennt, durchaus zu unterhalten.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Drastische Massnahmen"

Originaltitel "Drastic Measures"

Autor Dayton Ward

Übersetzer Helga Parmiter

Preis 15 Euro

Umfang 469 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-672-4

(tg - 05.04.18)


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