Anne-Kathrin Schulz (sz)
28.04.10
"Spock"
Scott & David Tipton
Inhalt
Sternzeit 49632,7
Ein Frachtschiff der Orioner schleicht am Rande der Romulanischen Neutralen Zone durch den Raum. Das Ziel der grünhäutigen Händler ist der Import und Export Waren aller Art, und doch transportieren sie neben ihrer Fracht auch noch zwei stille Passagiere.
Still? Nun gut, einer von ihnen ist ziemlich gesprächig: Ein kleiner Halunke wandert durch den Frachtraum und versucht, den anderen in ein Gespräch zu verwickeln, doch der in Kutten gehüllte Fremde bleibt wortkarg. Doch seine, wenn auch spärlichen, Antworten lassen erkennen, dass er einem Volk entstammt, welches sich der Logik versprochen hat - den Vulkaniern.
Es ist Spock, welcher dem oberflächlichen Smalltalk des quirligen Händlers ausgesetzt ist und sich mehr oder weniger mit ihm beschäftigt. Immer wieder schweifen seine Gedanken ab, immer wieder erinnert sich der Vulkanier an vergangene Ereignisse, die ihn geformt haben.
Da ist die U.S.S. Enterprise NCC-1701-B. Spock, zu dieser Zeit noch im Range des Captains, trifft sich mit Captain Harriman, der das Schiff kommandiert. Sie erinnern sich gemeinsam an einen alten Freund und einen großartigen Captian.
Im nächsten Moment denkt er an seine Kindheit auf Vulkan und wie er sich schon damals zerrissen und missverstanden gefühlt hat.
Auch seine ersten und riskanten Missionen mit Captain Pike werden ihm wieder gewahr. Der Halb-Vulkanier trägt sehr viele Erinnerungen mit sich. Unter anderem ist auch T'Pring in seinem Geiste, die er verlassen hat, um zur Sternenflotte zu gehen, die er später auf dem Vulkan wiedertrifft und ihm einiges klarer erscheinen lässt.
Aber kaum ein anderer hat ihn so beeinflusst und geformt wie Jim Kirk. Die beiden ungleichen Männer verbindet eine gute Freundschaft, eine Freundschaft, die über den Tod hinaus anhält. Spocks Wege würden ihn zu seinem alten Freund führen. Er würde erfahren, was mit ihm geschehen ist und wo er seine letzte Ruhe gefunden hat.
Während seiner Reise trifft Spock auf alte Bekannte, ergründet vergangene Missionen und erinnert sich an gute Freunde, die ihm zeigen und helfen, seine Ideale zu wahren, denn das ist es, was ihn aus macht.
Kritik
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 Der Nachfolgeband des erfolgreichen Film-Prequels "Star Trek: Countdown" zeigt, was einen Mann dazu brachte, alles zu verlassen, was er kannte, um bei den Todfeinden seines Volkes zu leben. |
"Star Trek: Spock" setzt sich meines Erachtens sehr von den Vorläufern wie "
Countdown", "
Spiegelbilder" und "
Tor zur Apokalypse" ab. Im Gegensatz zu den doch recht aktionsgeladenen Vorgängern wirkt dieser Comic sehr ruhig und eben, was anhand der Titelfigur Spock recht passend erscheint, aber den Leser vielleicht auch ein wenig verwundern könnte, sofern er die vorherigen "Star Trek"-Comics gelesen hat.
Die Geschichte stammt aus der Feder der Comic-Autoren David und Scott Tipton, die auch schon bei den Comics wie "Star Trek: Tor zur Apokalypse" oder "Star Trek: Spiegelbilder" tätig waren. Die Handlung als solche setzt sich aus Rückblicken und Erinnerungen des Hauptcharakters Spock zusammen, die an bekannte "Star Trek"-Serien und -Filme anschließen, aber auch neue Aspekte und Ansichten zu bereits bekannten Handlungssträngen aufzeigen und somit vielleicht die ein oder andere Frage beantworten könnten.
Die Zeichnungen stammen von David Messina. Der italienische Comiczeichner hat schon einige Projekte wie zum Beispiel "Star Trek: Countdown" umgesetzt. Ich, als bekennender Fan, mag seinen Zeichenstil leiden und finde ihn für die "Star Trek"-Comics sehr passend. Er hat Spocks Mimik und Gestik sehr gut umgesetzt und auch den vielen Randcharakteren ein Gesicht verpasst. Zudem stellte er die Freunde und Bekannten des Halb-Vulkaniers persönlich charismatisch da, so wie man sie kennt und was sie als Person interessant macht.
Die Farbgebung des Heftes erinnert mich an Spock selbst. Die Farben sind weich und gedeckt. Auf extreme Kontraste wurde weitestgehend verzichtet, somit wirken die einzelnen Bilder und Seiten sehr ruhig und stimmig. Passend für die Geschichte. Dennoch war es interessant zu sehen, wie sehr sich Farbgebung und Zeichenstil an die jeweilige Erinnerung Spocks anlehnen. Somit wurde jede Zeitetappe als kleine, eigene Geschichte dargestellt, die ihren ganz persönlichen Stil aufweist.
Der Comic ist dahingehend gelungen, dass er die Geschichte von Spock erzählt, in einem Stil wie er für Spock als Persönlichkeit typisch wäre. Die Story ist vom Inhalt her interessant, weil sich durch die Geschichte einige Lücken in Spocks Leben schließen lassen, auf die in den Serien und Filmen nicht weiter eingegangen wurde. Ich persönlich hätte mir, gerade für eine so tiefgründige Figur wie Spock, ein wenig mehr Text gewünscht, welcher noch mehr die Facetten des Halb-Vulkaniers betont hätte. Die künstlerische Darstellung wirkt passend und gelungen, wobei man auch hier ein paar Ecken und Kanten hätte einbauen können.
Fazit: Alles in Allem ist "Star Trek: Spock" ein solides Werk der Gebrüder Tipton und David Messina, welches vor allem Spock-Fans zu schätzen wissen werden, da hier der Halb-Vulkanier im Fokus steht.
Mir hat der Comic dahingehend gefallen, dass beim Lesen der einzelnen Passagen auch die Erinnerung an das jeweilige Ereignis, ganz gleich ob Film oder Serie, zurückkam und man es durch diesen neuen Ansatz, welcher im Comic gegeben wird, aus einem anderen Winkel betrachten kann.
"Star Trek: Spock" bietet aber auch neben einer interessanten Reise durch Spocks Gedanken eine Artgalerie und ein ausführliches Interview mit dem Comic Autor Scott Tipton sowie interessante Vorzeichnungen von David Messina.
Der Comic ist als Softcover und als Hardcoverausgabe erhältlich und zeigt Coverzeichnungen von David Messina, die speziell für die deutschen Ausgaben angefertigt wurden.
Bewertung
Weitere Infos
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| Titel |
"Spock" |
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| Originaltitel |
"Star Trek: Spock Reflections" |
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| Comicreihe |
Star Trek |
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| Autor |
Scott & David Tipton |
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| Zeichner |
David Messina |
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| Lettering |
Chris Mowry, Robbie Robbins, Neil Uyetake |
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| Übersetzer |
Christian Langhagen |
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| Preis |
19,80 Euro |
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| Umfang |
144 Seiten |
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| Verlag |
Cross Cult |
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| ISBN |
3-9412-4846-4 |
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(sz - 21.12.10)