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Jörn Podehl (jp)24.08.03

"Das Spiel der Laertaner"

Robert Sheckley

Inhalt

Der junge und unerfahrene Dr. Bashir verliebt sich in die Lampusanerin Allura vom Planeten Laertes, und es verläuft alles nach seinen Vorstellungen und Liebeshoffnungen. Schließlich überzeugt sie ihn, in Quarks Bar für sie zu spielen, da sie als Halb-Telepathin keinen Zutritt hat. Bashir erklärt sich bereit, so lange gegen Quark zu spielen, bis einer der beiden Parteien bankrott ist. Den finanziellen Einsatz bekommt der Arzt von der schönen Allura, den gesamten Gewinn behält sie ein. Überraschend für alle gewinnt Bashir jedes Spiel, und Quark will aufgeben. Aber damit gibt sich die Frau nicht zufrieden.

Zeitgleich erscheint mit einem gewaltigen Schlachtschiff der lampusanische "Meister des Spiels" und droht Sisko, dass er Deep Space Nine zerstören wird, sollte der Commander das Spiel abbrechen. So wird Quark dazu gezwungen, Teile der Basis zu verpfänden, um seinen Einsatz zu machen, obwohl er jede Partie gegen den Doktor verliert.

Nicht nur der für Quark und DS9 schlechte Ausgang der Spiele macht Sisko Sorgen, sondern auch immer häufiger auftretende Anomalien, die ganze Raumschiffe und Planeten verschwinden lässt. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und findet heraus, dass diese Anomalien mit Alluras Ankunft entstanden sind. So beauftragt er Kira und Dax, sich auf Laertes umzusehen und eine Lösung des Problems zu finden. Nach einigen Unannehmlichkeiten auf dem Planeten bekommen sie die Hilfe von einem Mathematik-Experten, der den Grund der Anomalien kennt: Die Laertaner – sie bestehen aus zwei Völkern, den Lampusanern und den herrschenden Kendo – leben nach dem Prinzip der Komplexitätstheorie; eine Weiterentwicklung der Chaos-Theorie.

Derzeit sind Wahlen auf Laertes, die Lampusaner sind zufrieden mit der Kendo-Regierung und nicht übermäßig an den Wahlen interessiert. Sie verkaufen ihre Wahlstimmen an den Höchstbietenden, und eine lampusanische Volksgruppe mit dem Oberhaupt Allura versucht, diesen Faktor auszunutzen. Mit dem Geld von DS9 will sie alle Stimmen kaufen und die Regierung stürzen, was für die Kendo katastrophal wäre.

Der Grund für Bashirs Siege hängt mit der Komplexitätstheorie zusammen und sagt voraus, dass unter bestimmten Umständen eine Niederlage des Arztes unmöglich wäre; egal was er auch versuche. Als Nebeneffekt der Theorie tauchen die Anomalien auf und verwüsten gewisse Teile des Föderations-Territoriums.

Dax und der Mathematik-Experte finden mithilfe unkonventioneller Methoden einen Kendo, der das bedrohende Problem der Anomalien und des Sieges der Lampusaner abwenden kann. Nur er kann die Zukunft der Galaxis retten…

Kritik

Dr. Bashir verstrickt sich in ein Spiel mit unabsehbaren Folgen.
Die Idee der Geschichte klingt wie eine typische DS9-Folge aus der ersten oder zweiten Staffel, und der Autor Robert Sheckley beachtet gut das Verhalten der Charaktere aus dieser Zeit. So ist Julian Bashir selbstzweifelnd und ängstlich, Sisko zurückhaltend und Quark viel raffgieriger als in den späteren Jahren. Die Beziehung zwischen dem Arzt und O'Brien basiert auf gegenseitigem Respekt und Distanz. Mir hat dieser Stil sehr gut gefallen. Bashir ist die Hauptfigur in diesem Roman.

Zu Beginn hat der Leser den Eindruck, dass es drei verschiedene Handlungen gibt: Allura und das Spielen, die Anomalien und die Wahl auf Laertes. Im weiteren Verlauf versteht man schnell die Zusammenhänge, und aus den drei Strängen wird ein einziger. Mr. Sheckley verzichtet auf parallele Storys zugunsten einer großen Geschichte, was dem Buch aber nicht schadet.

Außerdem gibt er einen sehr interessanten Einblick in die Chaos-Theorie, die in abgewandelter Form als Komplexitätstheorie das Buch bestimmt. Der Autor erklärt an einem Beispiel, wie die Theorie funktioniert, was für Leser, die sich gerne mit verzwickten Theorien auseinandersetzen, ansprechend ist (Seite 152). Es hier weiter auszuführen, würde zu lange dauern, aber viele Leser kennen sicher die Darstellung: Wenn ein Schmetterling am Amazonas mit den Flügeln schlägt, kann es unter Umständen zu einem Sturm über Chicago kommen.

Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen angenehm, an manchen Stellen jedoch etwas zu einfach: Sheckley – oder ist es vielleicht der Übersetzter gewesen? – überflutet oft das Buch mit zu vielen Füllwörtern wie zum Beispiel: "recht", "gut", "noch" und weiteren Begriffen, die den Text wie die Schrift eines unerfahrenen Autors wirken lassen.

Dieses gleicht er aber durch einige originelle Ideen neben der Komplexitätstheorie aus: Die Lampusaner und die Kendo leben in wunderschönen Städten, die von einem Slum-Ring umgeben sind. Weniger arbeitsfleißige Lampusaner leben dort und wollen nicht arbeiten, sondern ihr Leben vor sich her leben. Um dies zu unterbinden und das Verlassen des Slums und zur Arbeit zu animieren, sind dort unter anderem Geruchsspender angebracht, die einen starken Gestank verbreiten und das Leben unattraktiver machen. Müll wird in den Slums abgeladen und Lautsprecher erzeugen einen unangenehm hohen Geräuschpegel. Dieser perverse und gleichzeitig geniale Gedanke erinnert mich an das Buch "1984" von George Orwell, indem die Menschen durch die Regierung mit unterschwelligen Interaktionen manipuliert werden.

Soviel zu den positiven Aspekten. Das Buch wird durch ein schlechtes Ende zerstört und verliert abrupt seine Faszination: Nachdem Dax und der Mathematik-Experte die sogenannte "Chaos-Maschine" – diese Idee ist in dem Buch dermaßen lächerlich dargestellt – bauen, entsteigt ihr Dax' ehemaliger Lehrer und sagt, dass sie einen gewissen Ken suchen sollen, der helfen kann. Ich frage mich, woher der Lehrer kommt, geschweige denn das wissen kann. Ist Mr. Sheckley vielleicht keine bessere Idee eingefallen, womit man das Buch enden lassen kann? Es stellt sich nun heraus, dass Ken ein bekannter "tanzender Bildhauer" ist und DS9 retten kann. Wieso kann ausgerechnet er das? Darauf wird nicht eingegangen, nur, dass er am Ende für Quark gegen Allura spielt und schnell – auf den letzten 20 (!) Seiten – die Station zurückgewinnt. Dann verlieben sich die beiden.

Es wird nicht mehr gesagt, was mit den Anomalien passiert ist und man muss als Leser davon ausgehen, dass sie verschwunden sind. Warum sind die Leute auf DS9 und in der Föderation nicht begeistert? Nichts, überhaupt nichts davon ist zu lesen. Man fühlt sich wie in eiskaltes Wasser geworfen worden zu sein; ein Ende, das Berthold Brecht in seiner "Drei-Groschen-Oper" nicht besser oder schlechter hätte machen können.

Am Anfang habe ich gedacht, dass "Das Spiel der Laertaner" ein ungewöhnlich gutes DS9-Buch ist, doch das Ende hat mich eines Besseren belehrt. Sehr schade, weil wesentlich mehr Potential in der Geschichte gewesen wäre und – wie es leider in vielen Büchern über Sisko und Konsorten der Fall ist – nicht ausgeschöpft worden ist.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Das Spiel der Laertaner"

Originaltitel "The Laertian Gamble"

Buchreihe Deep Space Nine

Autor Robert Sheckley

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 250 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5514

ISBN 3-453-12645-9

(jp - 24.08.03)


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