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Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)23.09.06

"Verlorener Friede"

Diane Carey

Inhalt

Der Krieg im Alpha-Quadranten tobt, die Föderation muss an allen Fronten schwere Verluste hinnehmen. Schließlich sieht sich auch Captain Benjamin Sisko gezwungen Deep Space Nine an das Dominion aufzugeben. Major Kira und Sicherheitschef Odo bleiben an Bord, da sie unter dem Schutz des bajoranischen Friedensvertrages mit dem Dominion stehen. Das Einzige, was die Föderation noch vor der entgültigen Niederlage bewahrt, ist das Minenfeld vor dem Wurmloch zum Gamma-Quadraten.

Da die Rückschläge für die Föderation immer schlimmer werden, beschließt Admiral Ross, Sisko und seine Crew auf eine waghalsige Mission zu schicken: Sie sollen mit einem von dem Dominion erbeuteten Schiff zu einem Lager mit Ketracel White fliegen und es zerstören, was auch gelingt. Aber der Preis ist hoch: Viele Systeme werden beschädigt, darunter auch der Warpantrieb, der vollkommen zerstört wird, so dass eine Heimkehr über zehn Jahre dauern würde. Schließlich entdecken Schiffe des Dominion Siskos Schiff und nehmen es so schwer unter Beschuss, dass es zum Absturz auf einen Planeten kommt, von dem es kein entkommen zu geben schein. Außerdem befindet sich auf diesem Planeten auch eine abgestürzte Crew des Dominion, die bald erste Gefangene machen.

Außerdem trifft Worf, der auf das Schiff von General Martok versetzt worden ist, seinen Sohn wieder...

Kritik

Die Cardassianer besetzen Deep Space Nine und die Sternenflotte muss zusehen, wo sie bleibt...
1. Peter Tigmann

Wem dies alles sehr bekannt vorkommen mag, der braucht sich nicht zu wundern. Die "Deep Space Nine"-Folgen "Zeit des Wiederstandes", "Entscheidungen" und die Folge "Söhne und Töchter" werden hier in Buchform beschrieben. Außerdem noch das Ende der Folge "Zu den Waffen", welches den Roman einleitet.

Ich sage es gleich vorweg: Mir hat dieses Buch nicht sehr gut gefallen. Das liegt zum einen daran, dass mir 250 Seiten einfach zu wenig erscheinen für zweieinhalb Folgen und andererseits daran, wie Diane Carey vor allem mit Siskos Charakter umgeht. Ich weiß zwar, dass man "Star Trek"-Romane, die es auch als TV-Episoden gibt, nicht unbedingt miteinander vergleichen sollte, aber trotzdem: Wenn man die Serienfolgen gesehen hat, kann man - meiner Meinung nach - nicht zufrieden sein. Diane Carey beschreibt Sisko, als sei er jemand, der am Liebsten das ganze Sternenflotten-Kommando an sich reißen würde, um dort den Krieg alleine weiterzuplanen. Zwar ist es richtig, dass Sisko früher ins Kriegsgeschehen eingegriffen hätte, als die Sternenflotte es letzten Endes getan hat, aber Sisko gleich so extrem zu beschreiben, finde ich übertrieben. (Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.)

Ein weiterer Punkt, der mir missfällt, ist, dass alles irgendwie aufeinander gepresst wirkt, um möglichst alle drei Episoden zu verarbeiten. Carey hätte besser die Folge "Söhne und Töchter" vollständig im nächsten Band erzählt, dann wäre noch etwas mehr Platz gewesen für die beiden anderen Folgen. Eine Sache gefällt mir allerdings gut: die Charakterumschreibung von Dukat. Sie könnte so, wie sie in dem Roman beschrieben ist, wirklich vorkommen. Ich bin gerade dabei, die Fortsetzung zu diesem Roman zu lesen, die mir etwas besser gefällt, dazu aber mehr im Review zu der Fortsetzung. Abschließend finde ich, dass wer die TV-Episoden gesehen hat, das Buch nicht unbedingt braucht, da es nicht viel Neues gibt und manche Charaktere schlecht beschrieben sind. Alternativ kann ich vorschlagen, sich die beiden anderen Dominion-Teile (eins und drei) zu kaufen, die wirklich sehr gut sind.

2. Manrico Tenner

Im Gegensatz zu Band eins der "Dominion-Krieg"-Serie wird hier leider keine eigenständige, neue Geschichte erzählt, sondern „nur“ ein Querschnitt bekannter DS9-Folgen wiedergegeben. Alles in allem fand ich die folgenübergreifende Vorlage der Fernsehserie schon nicht besonders originell – teilweise sogar richtig schlecht – und leider hat es die Autorin geschafft, noch schlechter zu sein, indem sie hier mehrere Folgen lieblos zusammenschneidert. Novellisierungen bekannter Episoden haben es immer schwerer als neue Geschichten, da die Handlung und deren Verlauf bereits bekannt sind, die Autoren also etwas tiefer graben müssen, um den Leser bei Laune zu halten. Leider wurde gerade dieser Punkt stark vernachlässigt, selten gelingt es der Autorin in die Handlung einzutauchen, meist werden bekannte Fakten lieblos in Worte gehüllt. Bis auf einen halbwegs gelungenen Dukat und einen eher mäßigen, bisweilen sogar schlecht charakterisierten Sisko, bleiben die Figuren leblos und in ihren Klischees gefangen. O’Brien ist nur am Nörgeln, Kira bleibt inkonsequent, Sisko erscheint fast wie ein Kriegstreiber und der Worf/Alexander-Konflikt – davon will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Um einige Handlungsabschnitte komme ich dennoch nicht herum, die Kritik gilt für Buch und Fernsehfolge gemeinsam:

War der Vater-Sohn Konflikt zwischen Worf und Alexander auf der Enterprise noch halbwegs nachvollziehbar und unterhaltsam – nicht zuletzt durch die Interaktion mit anderen Crewmitgliedern und natürlich Lwaxana Troi – so wechselt hier ein Klischee das andere, die Vorhersehbarkeit stürmt von einem Tiefpunkt zum nächsten und die Langeweile wird nur unterbrochen von der stillen Hoffnung des Lesers, dass die Story vielleicht doch einen Bogen um den zwangsläufig nächsten Punkt im Groschenroman-Schema macht – tut sie aber nicht. Insgesamt ist es schade und ärgerlich, wie die Figuren inhaltslos verheizt werden.

Schon in den Fernsehfolgen konnte ich einige von Kiras Handlungen nicht nachvollziehen. Auch wenn ihr Ziyal sehr am Herzen liegt und diese nichts für Dukats Verbrechen kann, verstehe ich nicht, warum sie sich zu einem gemeinsamen Abendessen überreden lässt. Dukat ist ein skrupelloser Massenmörder und Kira musste schon selbst unter ihm leiden. Mit dem gehe ich doch nicht eine gemeinsame Freundin besuchen.

Sisko sollte wohl mehr Tiefe erfahren als in den Episoden, also wird er gleich mit Martok konspirativ aktiv, sammelt Informationen, die dem Geheimdienst der Sternenflotte bisher verborgen blieben, fordert eine alte Schuld ein und lässt sich zu Admiral Ross versetzen. Denn schließlich ist er der Einzige mit genügend Fronterfahrung, keiner kennt die Cardassianer besser. Und die Bajoraner. Und das Dominion. Und überhaupt … Hat in den Fernsehfolgen wenigstens das Team um Sisko zu einigen Erfolgen beigetragen, ist es im Buch nur mehr eine One-Man-Show. Dies tut dem Charakter leider gar nicht gut und die Autorin schafft es, die eher mäßige Vorlage des Drehbuchs zu unterbieten.

Wofür sie allerdings nichts kann, ist einer der – glücklicherweise wenigen – wirklich schlechten und Star Trek untypischsten Momente in hunderten Folgen Star Trek: Die Szene, in der O’Brien die leer geschossene Energiezelle hereinbringt und damit die bereits vorhandene Sammlung aufstockt. Die Kampfes- und Siegesrede in Erinnerung an die Gefechte der Defiant soll wahrscheinlich aufbauend und motivierend wirken, aber es ist eine Prahlerei über die Vernichtung zahlloser Leben, die vielleicht eines Klingonen würdig ist. Angehörige der Sternenflotte, die Beweise sinnlosen Leids und Todes als Trophäen aufbahren, haben in Star Trek nichts zu suchen. Sternenflottenoffiziere sollten gerade in dieser Situation voller Bedauern und Trauer sein, dass sie gezwungen wurden, soviel Leben auszulöschen. Stattdessen wird gefeiert – ich persönlich finde die hier getroffene Aussage sehr bedenklich und gefährlich. Glücklicherweise ist gerade diese Szene im Buch in einer entschärften Form vorzufinden.

Fazit: Abgesehen vom spürbaren Widerwillen der Autorin, aus den Fernsehfolgen einen spannenden Roman mit lebendigen Figuren zu machen, ist der vorliegende Roman vor allem eines: überflüssig.

Weitere Bücher der Reihe

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Der Dominion-Krieg 2: Verlorener Friede"

Originaltitel "The Dominion War 2: Call to Arms..."

Buchreihe Deep Space Nine

Autor Diane Carey

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 251 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5727

ISBN 3-453-17090-3

(pt, te - 17.12.10)


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