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Nina Ruzicka (ru)16.09.09

"Botschafter"

J.M. Dillard

Inhalt

Es handelt sich hierbei um die Romanfassung zur Pilot-Doppelfolge "Der Abgesandte" der TV-Serie. Im Großen und Ganzen ist die Handlung damit klar und vorgegeben. Anders als andere Romanversionen zu Pilotfolgen ist diese hier aber wirklich empfehlenswert, weil allerhand Zusatzinformationen zu den einzelnen Charakteren und Szenen enthalten sind.

Dabei handelt es sich mit Sicherheit nicht um freie Interpretationen des Autors, da sich die erwähnten Informationen im weiteren Verlauf der Serie bestätigt haben. Man könnte also durchaus von einer Art "Director's Cut"-Version der Pilotfolge sprechen.

Kritik

Der Pilotfilm zur TV-Serie.
Ich hätte nicht gedacht, dass eine Romanfassung einer TV-Episode so spannend sein könnte, denn man kennt den Inhalt ja bereits. Im vorliegenden Fall ist das Buch ein absoluter Gewinn. Natürlich weiß man von Anfang an, wie sich die Kernhandlung entwickeln wird, aber es sind wie erwähnt die Details, die die Spannung aufrechterhalten. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Exaktheit und Widersprüchen. In der frühen Drehbuchversion scheint Odo noch geatmet und Nahrung zu sich genommen zu haben, und obwohl er auch hier nichts von seiner Abstammung weiß, beschreibt er die Bajoraner als ihm gegenüber sehr freundlich, sie hätten ihn immer als einen der Ihren behandelt. Aus dem weiteren Verlauf der TV-Serie wissen wir, dass dem nicht so war, Odo wurde von einem bajoranischen Wissenschaftler in einem Labor "großgezogen" und dabei mehr wie ein Forschungsobjekt denn wie ein Individuum behandelt.

Weiters ist die Handlung wesentlich mystischer, da sowohl Sisko als auch Kira die Ankunft des "Gesandten" vorher träumten. Sisko wird permanent von geistigen Flashbacks oder Flashforwards irritiert, Kira kämpft in ihren Überzeugungen mit einer Mischung aus Zynismus und Gläubigkeit.

Dann gibt es auch Widersprüche, die eigentlich nicht sein dürften, da gegenteilige Fakten bereits aus der Vorgängerserie "Star Trek: The Next Generation" bekannt sind. Die Ferengi haben hier scharfe Klauen anstelle von Fingernägeln, und die Bajoraner werden (zumindest in der englischen Version des Romans) "Bajora" genannt.

Ganz allgemein überwiegen jedoch die positiven Übereinstimmungen beziehungsweise Ergänzungen. Ganz besonders stechen hier Jake Sisko und die O'Briens hervor. Von Jake erfahren wir in der TV-Folge wenig, hier wird erklärt, wie es dem Jungen wirklich geht, wie er mit dem Tod seiner Mutter umzugehen gelernt hatte. Jake ist verunsichert, er will nicht länger im Weltraum leben, sondern zurück zur Erde, will Gleichaltrige um sich haben. Das ist dann auch der Grund, warum er mit dem Ferengi Nog Freundschaft schließt - sein eigentliches Ziel ist, mithilfe des Ferengi eine Rückfahrgelegenheit zur Erde zu finden, um so seinen Vater quasi zu zwingen, die verhasste Raumstation zu verlassen.

Tatsächlich hätte Sisko sogar die Möglichkeit, sich zurück zur Erde versetzen zu lassen und einen ruhigen Job an der Universität anzutreten. Ich kann nur vermuten, dass dieser Handlungsfaden im Ur-Skript enthalten war, dann aber von den Produzenten gestrichen wurde, um die Spannungen zwischen Vater und Sohn noch eine Weile aufrecht zu erhalten. Im Buch entscheidet sich Jake letztlich selbst für den Verbleib auf der Station, das hätte dem weiteren Serienverlauf einiges an Problempotential genommen.

Weiters lesen wir über Miles O'Briens Erfahrungen mit den Cardassianern. Er wird von Schuldgefühlen und Ängsten um seine Familie geplagt, und in einer längeren Erinnerungssequenz wird detailliert über das Massaker auf Setlik Drei berichtet, wo O'Brien an der Seite von Captain Maxwell kämpfte (TNG, Staffel 4, Episode "Der Rachefeldzug"). Keiko und Molly werden beim späteren Beschuss der Station durch die Cardassianer beinahe im Tumult verletzt. Auch hier haben wir einen ähnlichen Fall wie bei Jake: Keiko hasst die Station zunächst, entscheidet sich letztlich aber doch dafür zu bleiben. Was im Buch für einen harmonischen Schluss sorgt, hätte in der Fernsehserie zu schnell zu Langeweile geführt und wurde vermutlich deshalb gestrichen.

Es gibt noch weitere kleine Details wie das Aufeinandertreffen zwischen Dr. Bashir und Odo oder eine spannende Rettungsaktion in Quarks Casino, die die Lektüre dieses Buches wirklich empfehlenswert machen, und die aufzeigen, wie früh die grundlegenden Handlungspfeiler der Serie bereits eingeplant waren.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Botschafter"

Originaltitel "Emissary"

Buchreihe Deep Space Nine

Autor J.M. Dillard

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
1 bis 2 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 252 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5115

ISBN 3-4530-7280-4

(ru - 17.12.10)


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