Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)05.05.06

"Einheit"

S.D. Perry

Inhalt

Nach dreimonatiger Exploration des Gamma-Quadranten hat die Crew der U.S.S. Defiant unter dem Kommando von Commander Elias Vaughn jede Menge erlebt: fremde Nebel kartographiert, neue Welten entdeckt, neue Bande zu exotischen Völkern geknüpft, möglicherweise ein Heilmittel gegen das Sterben des andorianischen Volkes gefunden - und in die Dunkelheit der eigenen Seelen geblickt. Nun kehren die erschöpften Forscher zurück durch das Wurmloch, nach Deep Space Nine - doch nichts mehr scheint wie zuvor.

Kaum ist das Schiff in den Alpha-Quadranten eingetreten, wird es von einem Rudel cardassianischer Kreuzer umzingelt; deren Befehlshaber, Akellen Macet (der zwielichtige Cousin Gul Dukats), fordert Vaughn auf, sich zu ergeben und die Defiant einer vollständigen Inspektion zugänglich zu machen. Zunächst befürchtet Vaughn schon, das Bajor-System sei irgendwie unter cardassianische Kontrolle gefallen. Als ihn kurz darauf Colonel Kira von der Station kontaktiert, erfährt er die Wahrheit: Diesmal sind nicht die Cardassianer die Bösewichte. Bajor könnte jedoch bald unter Kontrolle sein, und zwar unter der einer fremden Macht, die zwölf Jahre zuvor bereits versuchte, die Sternenflotte zu infiltrieren. Die Parasiten (TNG-Episode "Die Verschwörung") sind zurück.

Im Zuge einer medizinischen Überprüfung durch cardassianische Teams kommt die Defiant-Besatzung schließlich an Bord - inklusive Jake Sisko und Kai Opaka, die auf dem Rückflug aufgelesen wurden. Kira ruft eine Krisenbesprechung ein und schildert, was sich in den vergangenen Wochen, im Vorfeld des offiziellen Beitritts Bajors zur Föderation, ereignet hat. Sie beginnt mit der Schilderung der Todesumstände des bajoranischen Premierministers Edon Shakaar, erschossen durch den Assistenten des Trill-Botschafters, Hiziki Gard. Tatsächlich stellte sich heraus, dass Shakaar seit geraumer Zeit von einem Parasiten übernommen worden war, als erster Schritt einer groß angelegten Invasion, die dazu dient, das bajoranische System einzunehmen und von dieser Basis aus Trill zu zerstören. Offenbar ist die Heimatwelt der Symbionten das Hauptziel der Parasiten.

General Cyl, ein eingeweihter Militärexperte von Trill, ist ebenfalls nach DS9 gereist. Nun stellt sich heraus, dass sein Symbiont mit dem Dax-Symbionten bereits ein wichtiger Lebensabschnitt verbindet - und dass beide Mitte des 23. Jahrhunderts die Parasiten erstmals auf einem Kometen entdeckten. Eine verschwiegene Katastrophe nahm während jener Expedition ihren Lauf. Damals hatten die Trill die Existenz der Parasiten und ihre augenscheinliche Verwandtschaft mit den Symbionten geheim gehalten und im Verborgenen einen Wächterorden aufgestellt - zu dem auch Gard gehörte -, der jedwedes neue Auftauchen der Parasiten vorzeitig unterbinden sollte. In eben diesem Auftrag hatte Gard Shakaar getötet, nachdem ersichtlich geworden war, dass das Regierungsoberhaupt Bajors nicht mehr zu retten sein würde.

Nun sieht es so aus, als ob auf DS9 und vor allem Bajor mehrere hundert Personen mit Parasiten infiziert sein könnten. Aus eben jenem Grund wurde der gesamte bajoranische Sektor unter Quarantäne gestellt, und da die Sternenflotte in dieser Ecke der Galaxis nach dem Dominion-Krieg und auch infolge des zurückliegenden Gateway-Abenteuers nicht mehr über ausreichende militärische Kapazitäten verfügt, ist die verbliebene offizielle cardassianische Flotte zur Durchsetzung der Quarantäne zur Hilfe gerufen worden. Nicht von irgendwoher: Die Cardassianer sind offenbar immun gegen den Befall durch Parasiten.

Da die wirkliche Bedrohung vor der Öffentlichkeit, der Bevölkerung Bajors sowie den Bewohnern der Station akribisch geheim gehalten wird, steigt die Spannung an beiden Orten an, weil sich die Bajoraner durch die Anwesenheit so vieler Cardassianer schmerzlich an die Besatzungszeit erinnert fühlen und immerzu feindseliger reagieren. Hinzu kommt die Ermordung Shakaars, die zu einer schweren Belastung für das Verhältnis zwischen Föderation und Bajor werden und den geplanten Beitritt gefährden könnte. So müssen Sternenflotten- und Milizangehörige, die Bescheid wissen, unter einem Deckmantel der Desinformation gegen einen Feind vorgehen, der die gesamte Föderation übernehmen könnte und über den doch fast nichts bekannt ist. Der Schlüssel, die Parasiten zu besiegen, scheint jedenfalls in Ezri Dax' düsteren Erinnerungen zu liegen ...

Kritik

1. Julian Wangler

Diese Rezension bezieht sich auf die US-Originalausgabe des Romans.

Bajor steht unmittelbar vor dem Beitritt in die Föderation der Vereinten Planeten. Doch eine alte bekannte Bedrohung versucht, das Volk Bajors als Hassinstrument gegen die Föderation zu verwenden ...
Der DS9-Relaunch hat einen langen Atem demonstriert und uns einen Reigen zusammenhängender Abenteuer und sagenhafter Charaktergeschichten demonstriert, allesamt verbunden durch den Klimax, der sich durch den bevorstehenden Beitritt Bajors, die ungelöste Frage nach Benjamin Siskos Verbleib und die baldige Geburt seines Kindes immer weiter gesteigert hat.

"Unity" ist nun die vorläufige Auflösung der Geschichte - und liefert all das, was wir in der TV-Vorlage nicht mehr erleben durften. Am Ende des Buches, das - der Kreis schließt sich - wieder von S. D. Perry geschrieben wurde, gibt es tatsächlich einen Abschluss: Bajor wird nach Turbulenzen Föderationsmitglied, das Ohalu-Schisma auf dem Planeten findet mit der Heimführung Opaka Sulans durch Jake Sisko sein glückliches Ende, der Abgesandte kehrt rechtzeitig heim aus dem Himmlischen Tempel, um der Geburt seines Kindes beizuwohnen ... und für fast alle Figuren beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Einige verlassen sogar die Bühne des DS9-Relaunch, machen Platz für neue Stamm- und Gastcharaktere.

In Bezug auf die Parasitenkrise ist "Unity" ein ungemein spannendes, kurzweiliges Buch, das die in TNG immer so offen und unverbindlich gebliebene Erzählung über die fremden Wesen klärt und erdet. Aber sein wahrer Schwerpunkt liegt - in bester Manier des gesamten DS9-Relaunch und vor allem der meisterhaften S. D. Perry - einmal mehr auf den Charakteren. In einer bestechenden Tiefe führt sie die Erlebnis- und Gefühlswelten einer jeden Figur weiter und erreicht damit ein Niveau, das in Serienform nicht möglich war. Zudem bringt sie selbst vertraute Gesichter wie Odo, Miles O'Brien und Joseph Sisko passend zum Finale zurück.

Große Fragen sind zu beantworten. Die Bürde von Kira Nerys, der innere Kampf von Tirishar ch'Thane, das schwierige Verhältnis von Vaughn und seiner Tochter, die sich ändernde Beziehung von Julian Bashir und Ezri Dax sowie das Verhältnis letzterer zu ihrer eigenen Trill-Identität, die weitere berufliche Perspektive für Quark und Ro Laren in einer künftigen Föderationswelt, die verzweifelte Liebe von Shar und Prynn ... All das und noch mehr erfährt wirklich seine Auflösung und macht zugleich Lust auf viele weitere Geschichten voller einzigartiger, mit vielen Wassern gewaschenen Persönlichkeiten vor dem Hintergrund einer Kulisse, in der ebenso Götter und Propheten stehen wie eine sich weiter verdüsternde politische Rahmenhandlung. Eine unschlagbare Kombination.

Fazit: Selten war DS9 so stark. Und die achte Staffel, die hier an ihr Ende stößt, gehört meiner Meinung nach zu den Perlen unter den "Star Trek"-Romanen. "Unity" ist ein mehr als würdiger Abschluss und führt alle Fäden zusammen. Meine Hochachtung!

2. Martin Weinrich

Den folgenden Rezensionen liegt die deutsche Übersetzung des Cross Cult Verlags zugrunde.

"Einheit" ist ein würdiges Finale der achten "Deep Space Nine"-Staffel. Nach einer ungewöhnlich langen Serie an guten und sehr guten "Star Trek"-Romanen kann der Roman auf eine lang vorbereitete Bedrohung aufbauen. Gleichzeitig hat er die Möglichkeit, die subtil über die Staffel aufgebauten Charakterprobleme aufzugreifen und abzuschließen.

Bajor und Deep Space Nine sind zum Zielobjekt fremdartiger Parasiten geworden. Die Wesen stehen in einer Verbindung mit den Trill, da sie ähnlich wie die Symbionten der Trill aufgebaut sind. Anders als die Symbionten streben sie keine friedliche Koexistenz an, sondern Kontrolle und Macht. Sie übernehmen ihre Wirtskörper, geben sich nicht zu erkennen und unterwandern ganze Organisationen. Am Ende des "Mission Gamma"-Minizyklus stellte sich heraus, dass der Premierminister Sharkaar von einem Parasiten übernommen wurde. Auf der Raumstation bricht daher berechtigte Panik aus, da nie klar ist, wer ein Parasit ist und wer nicht.

Die Parasiten-Panik ist den ganzen Roman über spürbar und wird in "Einheit" zu einem spannenden und glaubwürdigen Abschluss gebracht. Doch obwohl die Haupthandlung gelungen ist, stellt sie nicht den stärksten Teil des Romans. Die Charaktere sind viel wichtiger.

Und hier gelingt es S. D. Perry sowohl für die Charaktere der Fernsehserie als auch für die neu hinzugestoßenen Offiziere einen vernünftigen Staffelabschluss zu schaffen. Kira trifft wieder auf Odo und wird von ihrer Religion wieder aufgenommen. Jake kehrt zurück, Sisko überraschenderweise ebenfalls und die Familie ist somit wieder vereint. Elias Vaughn stellt sich seinen jahrelangen Schuldgefühlen in einem bajoranischen Orb und lernt, mit ihnen umzugehen. Prynn kann ihrem Vater im Ansatz wieder verzeihen und freundet sich mit Shar an. Shar wiederum lernt damit zu leben, dass er die andorianischen Paarungsrituale nicht akzeptieren kann und damit große Schuld auf sich genommen hat. Die O'Briens stellen fest, dass das ruhige Leben auf der Erde nichts für sie ist und ziehen nach Cardassia, um die dortige Aufbauhilfe der Föderation zu unterstützen. Ro und Quark entdecken beide, dass in einem föderierten Bajor Platz für sie ist und auch Nog genießt die Zeit mit seinem verschollen geglaubten Freund Jake. Taran'atar bleibt in diesem Roman etwas blass, das ist angesichts der vielen anderen Charakterszenen aber mehr als verzeihlich.

"Einheit" schließt die letzten offenen Enden, die das Finale der siebten Staffel hinterlassen hat. Und die während der achten Staffel entstandenen Handlungsstränge werden ebenfalls allesamt zur vollen Zufriedenheit abgeschlossen. Das ist gut für dieses spannende Buch, bietet aber wenig Anknüpfungspunkte für eine ebenso umfangreiche neunte Staffel. Am Ende erfährt man, dass die Wurmlochbewohner Sisko wieder nach Bajor geschickt haben, weil er dort noch gebraucht wird. Das ist der einzige Anknüpfungspunkt für eine längerfristige Handlung der neunten Staffel. Darum sollte man sich während der Lektüre dieses Romans aber keine Gedanken machen und die dicht erzählte Geschichte mit gelungenen Charakteren genießen.

Fazit: "Einheit" rundet die achte Staffel der Serie gelungen ab und trifft bei fast allen Charakteren den richtigen Ton. Das liest sich wie ein gelungenes Serienfinale.

3. Thomas Götz

Der Abschluss der achten "Deep Space Nine"-Staffel in Buchform liegt mit dem vorliegenden Buch vor. Und wie eine Serienstaffel umfasst das Geschehen der achten Staffel damit neun Monate, das heißt der Roman endet im September des Jahres 2376. Und was liegt näher als diejenige dafür zu rekrutieren, die bereits den Auftaktroman geschrieben hat: S. D. Perry.

Auch das neue deutsche Cover weiß wieder zu gefallen und präsentiert Kira in Sternenflottenuniform. Fast schon schade, dass Deep Space Nine die am schlechtesten laufende Serie der neuen deutschen Cross-Cult-Romane ist. Denn gerade bei der herrlichen Story, die Perry hier wieder ablaufen lässt und die allein alle Register zieht, kann man eigentlich nur melancholisch davor sitzen.

Rein charakterlich gibt es natürlich nichts zu meckern, hier präsentiert Perry für nahezu alle Charaktere schöne und auch traurige Szenen, die gut in den Kontext passen. Vaughn setzt sich mit seiner Tochter auseinander, Shar mit seinen Bündnispartnern und auch sonst werden alle offenen Enden zu einem Abschluss gebracht. Man fühlt bis zum Schluss mit unseren neuen, alten und liebgewonnenen Protagonisten mit und bereits jetzt ist klar, dass der Band einen würdigen Abschluss der achten Roman-Staffel bietet.

Auch die Story weiß zu überzeugen und wird nicht, wie in den Vorgängern, im Schnellverfahren abgehandelt, sondern erweitert die Facetten der Parasiten um einige weitere Aspekte, die man in der damaligen TNG-Folge nicht mal erahnen konnte (auch wenn sie freilich der Phantasie des Autors geschuldet sind). Aber selbst die Action um die Invasionsstory ist nicht das eigentliche, klammheimliche Highlight des Bandes. Das ist zweifellos die Wiedervereinigung mit fast allen Bekannten, die man aus der Serie kennt - sogar Worf und die TNG-Helden dürfen am Ende einen kurzen (non-verbalen) Cameo-Auftritt hinlegen. An dieser Stelle mehr zu verraten, wäre schon fast verbrecherisch, daher sei es mal damit belassen, dass diese Auftritte ebenso schön in die Handlung eingefügt sind, und das positive Gesamtbild weiter abrunden.

Insgesamt gibt es also erstaunlich wenig an diesem Band zu bemängeln und es bleibt zu sagen, dass er mit Sicherheit eines der Highlights der Reihe ist - auch wenn man sich vielleicht am Ende noch etwas mehr von "So geht es weiter" erhofft hat. Aber dafür gibt es ja den hoffentlich bald erscheinenden ersten Band der neunten "Deep Space Nine"-Staffel.

Fazit: Eine temporeiche Story, gelungene Charaktere, keine Ecken und Kanten und keine Logiklöcher, kurz: Ein rundum gelungener Abschlussband der achten "Deep Space Nine"-Staffel in Romanform, an dem es eigentlich nichts zu meckern gibt.

"Einheit" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Julian Wangler
2. Martin Weinrich
3. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Einheit"

Originaltitel "Unity"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor S.D. Perry

Übersetzer Christian Humberg

Preis 12,80 Euro

Umfang 351 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-942649094

(jw, wc, tg - 19.06.12)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017