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Jörn Podehl (jp), Markus Loosen (ma)02.02.04

"Suraks Seele"

J. M. Dillard

Inhalt

Die Enterprise erhält vom Planeten Oan einen Notruf. Als Archer und die Crew das Sternensystem erreichen, sind die Bewohner des Planeten bereits tot; nur ein Oani lebt noch, greift ein Außenteam der Enterprise an und wird von T'Pol erschossen. Damit hat sie den letzten Überlebenden des Volkes getötet, und sie macht sich schwere Vorwürfe deswegen – oder wie man so etwas bei Vulkaniern nennen kann. Sie beschließt, niemals wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen, geschweige denn ein Lebewesen zu töten.

Auf der Suche nach Antworten entdeckt die Besatzung der Enterprise ein Energiewesen, das sich "Wanderer" nennt. Es nimmt mit T'Pol telepathischen Kontakt auf und kennt angeblich den Grund für den Tod der Oani. Archer ist einverstanden damit, den "Wanderer" an Bord zu holen, damit er bei den Ermittlungen behilflich sein kann. Er findet heraus, dass die Oani an einer seltenen Strahlung gestorben sind.

Archer befürchtet, dass sich diese Strahlung auf das Außenteam und die Enterprise auswirken könnte. Dr. Phlox und Lieutenant Reed erkranken stark, und der Captain vermutet das Schlimmste. Aber ist wirklich eine Strahlung daran schuld? Als ob es nicht problematischer werden könnte, zeigt der "Wanderer" sein wahres Gesicht, und die Crew ist in größter Gefahr.

Kritik

Die Oani werden durch eine mysteriöse Seuche ausgelöscht. Ein fremdes Wesen kennt den Grund dafür.
1. Jörn Podehl

"Suraks Seele" schneidet einen Teil von "Star Trek" an, der in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist: gewaltloser Widerstand. Das, was an der TV-Serie "Enterprise" bemängelt wird – nämlich der Frieden-im-Universum-Stil – ist ein großer Bereich des Buches. Nachdem T'Pol den letzten Überlebenden von Oan getötet hat, fällt sie in eine Art mentales Loch und schwört, niemals wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen. Ein besonderer Mann aus der menschlichen Vergangenheit prägt sie; Mahatma Gandhi, der einen passiven Widerstand ohne Gewalt vertreten hat.

Diese Idee hat mir wirklich gut gefallen, zumal sehr viele Analogien zu der damaligen Erdgeschichte gezogen werden: Die Oani sterben ohne Gegenwehr, als der "Wanderer" ihre Energie "ausgesaugt" hat; Gandhi und seine Freunde wehren sich nicht, als die Engländer das indische Volk unterdrücken, sondern leisten passiven Widerstand. Die Enterprise-Crew bildet einen geschlossenen Kreis, als der "Wanderer" sie angreift; die Anhänger von Gandhi halten zusammen, als die Engländer in die Menschenmenge schießen. Davon gibt es einige weitere Beispiele in dem Buch. Damit kann man sagen, dass Gandhi der menschliche Surak ist.

Interessant wird das Buch jedoch erst nach 80 Seiten. Der Anfang ist verhältnismäßig störend: Ständig wird erwähnt, wie schön doch der Planet Oan ist; wie friedlich dieses Volk gewesen ist; dass es schade ist, dass Trip nicht hinunterfliegen und diese schöne Gegend sehen kann; dass Archer sentimental ist, weil sein Vater nicht seinen verwirklichten Traum sehen kann und so weiter. Oft werden die Gedankengänge schriftlich ausgeführt, und nach 20 Seiten nervt es. Das ändert sich aber mit der Krankheit von Phlox, und schlagartig wird es spannender.

Die letzten zwei Seiten kommen mir etwas suspekt vor, als T'Pol und Archer ein Monument auf Oani herunterbringen wollen, um des Volkes zu gedenken: T'Pol trägt wieder eine Waffe, und auf Archers Frage, wer sie wieder dazu gebracht hat, eine Phasenpistole zu tragen, sagt sie, dass die Oani nicht einmal Mikroben töten würden, wenn diese sie bedrohen würden. Man könne ein gesundes Konzept bis zu einem ungesunden Extrem führen. Das ist für mich etwas zu abrupt und nach dem Motto: "Friede, Freude, Eierkuchen"; jetzt ist der Spuk vorbei, jetzt kann ich wieder so sein, wie ich vorher gewesen bin.

Fazit: "Suraks Seele" ist mit seinen 186 Seiten ein dünner "Star Trek"-Roman, er braucht sich aber nicht vor seinen seitenzahlenmäßig überlegenden Geschwistern aus den anderen Reihen zu verstecken, sondern schlägt einige um Längen. Für mich ein sehr schönes Buch, das die gute "Enterprise"-Reihe würdig fortsetzt.

2. Markus Loosen

Leider ist dieser "Star Trek"-Roman doch nur eher mittelmäßig. Zwar ist die Idee eines absoluten Gewaltverzichtes für sich eigentlich ein sehr interessantes Thema. Was der Autor auch am Beispiel Gandhi und Surak gut und in einer schön dargestellten Form aufzeigen kann. Doch T'Pols Auseinandersetzung mit dieser Konfliktthematik bleibt mir persönlich zu oberflächlich, zumal sich der Titel halt auf diese Thema bezieht.

Interessant finde ich hingegen die Meinung, mit welcher der Wanderer das Verwenden von Menschen als Nahrung rechtfertig. Denn die These, das Wesen mit dem ich nicht kommunizieren kann, somit dumme leblose Geschöpfe sind, die nur den Zweck haben, mir als Nahrung zu dienen, lässt den Leser doch zu mindestens kurzweilige überlegen, wie sich wohl ein Tier fühlen muss, das als Nahrungsquelle für uns Menschen erhalten muss.

Der deutlichste Kritikpunkt ist für mich aber die Haupthandlung, denn diese plätterschert für meinen Geschmack einfach zu gradlinig vor sich ihn, ohne dass es dabei für mich zu überraschenden Wendungen kam. Und dass der Wanderer auch irgendein Geheimnis hat, habe ich beim Lesen doch schon sehr schnell ahnen können. Daher hat die Enterprise-Crew für meinen Geschmack auch einfach zu lange gebraucht, um die wahren Absichten des Wanderers zu erkennen.

Leider wirkt auch das Ende ein bisschen überstürzt, da der Autor dann hier deutlich aufs Tempo drückt und somit leider die schon oben genannte Thematik des Gewaltverzichtes einfach zu schnell abhandelt und für meinen Geschmack eine entgültige Antwort, der Auswirkungen auf T'Pols Charakter schuldig bleibt.

Fazit: Ein durchschnittlicher "Star Trek"-Roman für kurzweilige Unterhaltung.

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Markus Loosen

Weitere Infos


Titel "Suraks Seele"

Originaltitel "Surak's Soul"

Buchreihe Enterprise

Autor J. M. Dillard

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Umfang 185 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/6803

ISBN 3-453-87529-X

(jp, ma - 31.08.06)


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