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Martin Weinrich (wc), Julian Wangler (jw)23.12.11

"To Brave The Storm"

Michael A. Martin

Inhalt

"To Brave The Storm" setzt dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat. Captain Archer wird bei den Klingonen vorstellig und bittet um Hilfe gegen die Romulaner. Diese wird ihm versagt, womit für die Menschheit wieder alles düster aussieht. Aufgrund der erdrückenden Übermacht der Romulaner wechseln die Menschen ihre Strategie. Alle Kräfte werden möglichst nah an die Erde zurückgeholt. Die Enterprise kann also nur noch auf Patrouillenflügen Gutes tun und dabei hoffen, dass sich jemand findet, der die Menschen unterstützt.

Die Romulaner können zu diesem Zeitpunkt bereits menschliche Schiffe fernsteuern und damit zu gefährlichen Waffen werden lassen. Außerdem arbeiten die Romulaner weiterhin an Warp-7-Schiffen. Menschliche Wissenschaftler versuchen also mit Hochdruck, die Fernsteuerung zu bekämpfen und ebenfalls ein Warp-7-Programm auf den Weg zu bringen.

Während die Menschheit an allen Fronten auf dem Rückzug ist, befindet sich Trip immer noch als Spion auf Vulkan. Doch gerade als er glaubt, seine dortige Mission sei zu Ende, wird er von den Vulkaniern wieder in romulanisches Territorium geschickt. So beginnt für ihn erneut eine lebensgefährliche Mission, die sich aber als elementar für die Menschheit herausstellt.

Kritik

1. Martin Weinrich

Der Irdisch-Romulanische Krieg ist in seiner heißen Phase, die Menschheit ist allein und ohne Unterstützer, während sich die Romulaner auf dem Vormarsch befinden.
Der zweite Teil der Irdisch-Romulanischen Kriege deckt einen Zeitraum von vier Jahren ab und endet im Epilog sogar fünf Jahre nach dem vorherigen Teil, im Jahr 2161. Das ist schade, denn dadurch hat man das Gefühl, den Romulanischen Krieg im Zeitraffer zu erleben. Die 334 Seiten reichen bei weitem nicht aus, um den Romulanischen Krieg detailliert und stimmungsvoll darzustellen.

Dabei beginnt der Roman sehr vielversprechend. Während der vorherige Teil oft etwas zu sachlich daherkam und Ereignis an Ereignis gereiht hat, verfolgt man über einen langen Zeitraum die Enterprise, die anderen Schiffen hilft. Die Idee dahinter ist, das Image der Menschheit zu verbessern. Das gelingt Captain Archer sehr gut, Hilfe erhält die Menschheit dadurch jedoch kaum. In diesem Abschnitt scheint es, als wolle der Autor doch ein wenig auf die Charaktere der Enterprise eingehen. Gemeinsam trauert man (fälschlicherweise) um Trips Tod und Archer scheint der Vorfall mit der Kobayashi Maru zu beschäftigen.

Wirklich viel Platz im Roman erhält dennoch nur Trip. Er wird wieder auf eine Mission geschickt. Mittlerweile ist sein Storybogen sehr verwoben. Während er zunächst von einem menschlichen Geheimdienst in romulanisches Territorium geschickt wurde, ist er nun als Spion auf Vulkan, um von den Vulkaniern erneut zu den Romulanern geschickt zu werden. Seine Geschichte liest sich relativ spannend. Dennoch wünscht man sich, mehr von dem eigentlichen romulanischen Krieg mitzubekommen und außerdem ist es zu offensichtlich, dass Trips Handlungsbogen zum Finale des Krieges etwas beitragen soll.

Der Charakterpfad wird dann spätestens zur Hälfte des Romans verlassen. Zwischen den einzelnen, kurzen Kapiteln liegen nun mehrere Monate. Von dem Krieg und dessen Front bekommt man selten etwas mit. Stattdessen werden episodenweise Ausschnitte gezeigt. Mal verteidigt die Enterprise einen Konvoi, ein anderes Mal kann Travis einen Angriff der Romulaner auf die Erde fast verhindern. Dabei wird immer wieder erwähnt, wie verlustreich der Krieg ist, aber es ist völlig unklar, woher die Menschen die Energie nehmen, so lange auszuhalten.

Denn im vorherigen Roman wurde noch jedes einzelne Schiff der Menschen aufgelistet und die Zerstörung eines jeden Schiffes war eine kleine Katastrophe. Es schien merkwürdig, dass die Menschen überhaupt einem einzigen Angriff standhalten konnten. Jetzt spielt die Anzahl der Schiffe kaum eine Rolle, es wird gar nicht mehr darüber gesprochen, wie viele Schiffe man zur Verfügung hat.

Zum Schluss wirkt der Roman dann nicht mehr wie ein Roman, sondern wie eine lückenhafte Chronik des Krieges. Die finale Schlacht ist endgültig enttäuschend. Sie wird lange im Voraus angekündigt. Die menschliche Flotte wird aufgerieben, erhält Hilfe, wird aufgerieben und erhält wieder Hilfe. Dazwischen findet man noch Trip wieder, der Archer etwas hilft, aber nicht kriegsentscheidend ist. Da fragt man sich, ob seine lange Mission unbedingt nötig war.

Die letzten Kapitel sind aber auch abgesehen von der Schlacht sehr enttäuschend. Es ist nicht so, dass Archers viele Hilfsmissionen zum Schluss für die Rettung sorgen. Es sind keine guten Taten, die die Menschheit retten. Stattdessen merken die Vulkanier endlich, dass sie nach der Menschheit dran wären und geben ihren völlig unlogischen pazifistischen Kurs auf. Damit greifen auch die Andorianer und die Tellariten in den Krieg ein. Natürlich geschieht all dies in letzter Sekunde. Das mag dramaturgisch vielleicht ganz gut sein, doch den romulanischen Krieg hat man sich anders vorgestellt.

Denn immer wieder wurde erwähnt, dass die Föderation aus dem Romulanischen Krieg entstanden ist. Das ist auch in dem Roman so. Allerdings dürfte es keine gemeinsame Kriegs- und Leidenserfahrung geben. Nach einem gemeinsam erlebten Krieg gibt es die Möglichkeit, dass sich auch ein Gemeinschaftsgefühl herausbildet. So aber müssten sich zumindest die Andorianer und Tellariten überlegen fühlen, denn ohne sie wäre die Menschheit verloren gewesen.

Eine interessante Idee ist, dass zum Schluss die vulkanische Militärflotte drastisch reduziert beziehungsweise aufgelöst wird. Bei der Einrichtung der Neutralen Zone erlaubt die vulkanische Herrscherin T'Pau, dass die Überwachungsposten aus den Hüllen vulkanischer Kriegsschiffe gebaut werden. Das ist eine gute Idee, denn natürlich ist es verwunderlich, dass die Vulkanier bei "Enterprise" eine große Kriegsflotte besitzen, von der in späteren Serien keine Rede mehr ist. Es wäre wünschenswert, wenn in einem der nächsten "Enterprise"-Romane beschrieben wird, warum ausgerechnet die Sternenflotte für die Verteidigung und das Weltraumprogramm der Föderation zuständig ist. Schließlich dürfte diese Flotte nach dem Krieg die kleinste der Mitgliedsvölker sein. Warum hat sich gerade das menschliche Design durchgesetzt? Und unter welchen Umständen reduzieren die Andorianer und die Tellariten ihre Flotten?

Man merkt, die letzten Kapitel sind am enttäuschendsten. Das hört auch im Epilog nicht auf. Eine Journalistin möchte eine Reportage über das 25-jährige Jubiläum der Föderation machen. Dafür interviewt sie alle Offiziere der originalen Enterprise-Besatzung. Nur an T'Pol kommt sie nicht heran. Bei ihrer Recherche erfährt sie, dass T'Pol eine Familie hat und mit einem Menschen zusammenwohnt. Es kursiert das Gerücht, dass es sich dabei um Trip handelt, doch die meisten glauben daran, dass Trip gestorben ist. Der Leser weiß es natürlich besser. Schade ist, dass keine Begründung dafür geliefert wird, warum Trip nicht wieder in seine originale Identität zurückkehren darf. Nach dem Krieg scheint es dafür keinen Grund mehr zu geben. Natürlich musste das so enden, schließlich wird das Geheimnis, dass er gar nicht gestorben ist, erst in der Rahmengeschichte von "Was Menschen Gutes tun" enthüllt und die spielt nach "Deep Space Nine". Es wäre jedoch eine Begründung für die weitere Geheimniskrämerei nötig gewesen.

Fazit: "To Brave The Storm" startet sehr gut. Man nimmt sich Zeit für einzelne Rettungsmissionen der Enterprise. Doch ab der Hälfte rast die Handlung unermüdlich voran. Es wird deutlich, dass in dem Roman einfach zu viel erzählt werden muss. Die Charaktere treten in den Hintergrund, vom eigentlichen Krieg bekommt man auch kaum etwas mit. Das ist schade. Denn aus dieser "Legende" des "Star Trek"-Universums hätte man viele gute Romane machen können. So wird hier ein Kapitel abgeschlossen, das den "Enterprise"-Relaunch lange hätte begleiten können. Das wirkt unnötig.

Das Ende des Krieges ist an vielen Stellen unbefriedigend, das Ende des Romans sogar ärgerlich. Aufgrund der gelungenen ersten Hälfte ist der Roman gerade noch durchschnittlich.

2. Julian Wangler

Im Laufe der vergangenen Jahre wurde immer mehr absehbar, dass der "Enterprise"-Relaunch bei Pocket Books unter die Räder gekommen ist. Zumindest genoss er keine große Priorität mehr. Vielleicht trug auch das Zerwürfnis des ehemals sehr erfolgreichen Autorentandems Mangels und Martin das Seine dazu bei. Jedenfalls ist aus der Ankündigung, dem genuinen Irdisch-Romulanischen Krieg immerhin eine Trilogie zu widmen, nichts geworden. Mit dem zweiten Teil, "To Brave The Storm", ist nicht nur ein Buch entstanden, das mit rund 300 Seiten bestenfalls durchschnittlichen Umfang aufweist - es wickelt diesen elementaren Konflikt der Erd- und Föderationsgeschichte auch mal eben ab und setzt die Handlung vom Sommer 2156, wo die Kämpfe gerade so richtig zu toben anfingen, bis sage und schreibe 2186 fort.

Den eigentlichen Krieg gegen die Romulaner erlebt der Leser damit höchstens im Vorspulmodus, was angesichts des weiten Ausholens zu Beginn des "Enterprise"-Relaunch mit den Werken "Was Menschen Gutes tun" und "Kobayashi Maru" im Rückblick schlichtweg unverständlich ist. Schon hier wird klar: Eine derartige Auflösung der Serienfortsetzung muss scheitern, denn der Raum ist weder für spannende politische und militärische Wendungen noch für Charakterentwicklung gegeben. Kommt uns das bekannt vor? Oh ja: "Enterprise" wird erneut erstickt, bevor es so richtig in Fahrt kommen kann.

Schon der erste Teil, "Beneath the Raptor’s Wing", war eine herbe Enttäuschung: Er krankte schwer daran, dass er zwischen Ereignissen sprang und dabei viel zu nüchtern und kühl über die wohl dramatischsten Tage im Leben der Menschheit hinwegging. Was bei "To Brave The Storm" letztlich herauskommt, ist da kaum besser, doch diesmal liegt dies nicht an einer uninspirierten Schreibweise und technokratischem Kleinklein über allerhand Flotten und Systeme, sondern hauptsächlich an den quantitativen Limitierungen des abschließenden Buches.

Michael A. Martin kämpft demnach einen aussichtlosen Kampf, aber zu Beginn macht er das wenigstens mit Stil. Tatsächlich ist der Auftakt von "To Brave The Storm" der durchaus gelungene Versuch, ein wenig Boden gutzumachen. Der Leser blickt Archer dabei über die Schulter, wie er mühsam bestrebt ist, durch Gutmenschentaten einige neue Verbündete für den Kampf gegen Romulus an Land zu ziehen. So dramatisch diese Stunden im All sind, so wenig jedoch tragen sie letztlich etwas zum Vorankommen der allgemeinen Handlung bei, denn die Bemühungen der Enterprise sind nicht gerade von Erfolg gekrönt. Zumindest gibt es in diesem Abschnitt die Gelegenheit, einige Figuren zu beleuchten ... wobei ich das Gefühl habe, dass Archers Tief angesichts des Kobayashi-Maru-Zwischenfalls schon etwas zu lang anhält und im Zuge des letzten Romans auch zu sehr darauf herumgeritten wurde.

Trips Fehlen auf der Enterprise ist immer noch wie eine offene Wunde, denn abgesehen von Archers Selbstmitleid ist dort nur noch wenig, was die Crew lebendig herüberkommen lässt (und Travis kommt ja auch erst recht spät wieder an Bord). Allgemein scheint sich die Transformation zum Mann hinter den Kulissen bislang nur bedingt gelohnt zu haben. Dennoch: Umso mehr ruhen unsere Hoffnungen nun auf dem zweiten dauerhaften Handlungsbogen, der Trips Agentenabenteuer weiterspinnt. Vielleicht passiert ja hier mal etwas Markerschütterndes. Doch weit gefehlt: Leider gibt es selbst im Plot des ehemaligen Chefingenieurs keine echten Lichtblicke zu vermelden. Überhaupt fragt man sich, wie es kommen konnte, dass Trip auf halbem Weg von einem Sektion-31-Spion zu einem Dienstleister des vulkanischen Geheimdienstes umrekrutiert wurde. Was aber wirklich störend ist, das ist der allzu offensichtliche Versuch, Trips Handlungsbogen zu einer entscheidenden Größe im Krieg hochzustilisieren. Da jedoch mangels nötiger Kreativität nur just another spy mission dabei herauskommt, ist dieses Bemühen von vornherein unglaubwürdig.

Je weiter das Buch voranschreitet, desto mehr reißt der Faden zu den Figuren ab, und auch die Handlung wird mit jeder Seite sprung- und lückenhafter (umso mehr frage ich mich, was da die unverhältnismäßig langen und doch sterbenslangweiligen Szenen um Brooks und einen Picard-Vorfahren oder Tobin Dax sollten). Wo sich "Beneath The Raptor’s Wing" mit der umfunktionierten (Front-)Reporterin Gannet Brooks wenigstens darum bemühte, das Kriegsgeschehen möglichst ausführlich zu dokumentieren, dem Leser durch historische und stellarkartographische Einordnungen das Verständnis zu erleichtern, kann sich "To Brave The Storm" solche Detailarbeit nicht mehr leisten.

Das Leben auf der Erde, die Entscheidungen in Politik und Sternenflotte, die Abläufe an der Kriegsfront ... all das geht unter, und es gibt nur einige klägliche und äußerst kleinkarierte Versuche, das wilde Galoppieren der Handlung durch ein paar nichtssagende Zwischenszenen zu kaschieren, in denen die Enterprise ihren Teil zum Kriegsgeschehen beiträgt. Alles, was wirklich interessant gewesen wäre - allem voran die Frage, warum die allein kämpfenden Menschen so lange gegen die übermächtigen Feinde durchzuhalten imstande sind -, wird nicht thematisiert. Ernüchterung auf ganzer Linie. Mehr als das.

Dass es aber noch schlimmer geht, dass das Buch in den absoluten Qualitätskeller abstürzen kann, beweist die letzte große Schlacht im Krieg, jener legendäre Kampf im Cheron-System. Hier passiert nichts, was in irgendeiner Weise spannend oder interessant wäre. Der Leser sieht sich einem Eiertanz der beiden Flotten ausgesetzt, der eine Entscheidung lediglich hinauszögert, bis sich die Vulkanier doch endlich dazu durchringen, ihre menschlichen Verbündeten nicht im Stich zu lassen - und mit ihrer mächtigen Flotte und samt Andorianern und Tellariten anrücken.

Meine Meinung zu diesem sogenannten Showdown: Völlig uninspiriert und dermaßen enttäuschend, dass der Leser im Grunde keinerlei Mehrwert hat, wenn er sich den "Enterprise"-Relaunch anhand eines kompakten Memory Alpha-Artikels durchliest. Total unglaubwürdig finde ich, dass gerade die Vulkanier - selbst, wenn sie an die Seite der Menschen zurückkommen - der ultimative Schlüssel zum Sieg sein sollen. Die Romulaner immerhin sind um ein Vielfaches mächtiger. Dass gerade der Einsatz der vulkanischen Flotte Rettung verspricht, erscheint mir als die größte und platteste Lüge der "Star Trek"-Historie.

Vor den Kopf gestoßen wird man zudem durch die Rolle Trips, die alles ist, nur nicht kriegsentscheidend. Hier kommen wenig Entfaltungsspielraum, spürbare Hektik, wenig Kreativität und schlechtes Handwerk merklich zusammen und verdichten sich zu Frustration und Wut. Da können selbst die durchaus sinnhaltigen Darlegungen zum anschließenden Waffenstillstand und zur Einrichtung einer Neutralen Zone den Bock nicht mehr fett machen, denn wir befinden uns bereits im Ausklang der Epik.

Unter dem Strich muss ich sagen, dass kaum eine Serienfortsetzung so brutal enttäuschend war wie der "Enterprise"-Relaunch. Abgesehen von einer provokanten Grundidee, die Geschichte aus "Dies sind die Abenteuer" zu revidieren und Trip zu einem Geheimagenten umzufunktionieren, war das Projekt alles in allem eine riesige Luftnummer. Es fasste nie Tritt. Die Charaktere konnten kaum weiterentwickelt werden (das gilt auch für den Antagonisten Valdore), der Konflikt mit den Romulanern verkam bestenfalls zur Dokumentation eines interstellaren Schachspiels mit nur wenigen Höhepunkten. Alles war irgendwie schon mal da gewesen. Am schlimmsten empfand ich persönlich, dass die eigentliche Begründung, diese Kriegsjahre "Irdisch-Romulanischer Krieg" getauft zu haben, bei den Vulkaniern gesucht wird, die sich nichts weiter als auf einem weltfremden Philosophiekurs verirren und dann doch in letzter Minute einsehen, dass es besser wäre, gegenüber einem Surak-Dogmatismus Pragmatismus walten zu lassen, um die Koalition zu retten.

Immer wieder wurde gesagt, der Krieg gegen die Romulaner hätte erst das Bewusstsein für die Errichtung einer weitreichenden Interspeziesallianz wie der kommenden Föderation begründet. Wie viele große Mythen haben wir von diesen Gründerjahren gehört, was haben wir uns alles ausgemalt? Doch so, wie der Konflikt gegen die Romulaner in Szene gesetzt wurde, gab es kein gemeinsames Durchleben dieser Bedrohung, nichts, was weithin zusammenschweißt, Gemeinschaftsgeist und große politische Visionen schüren könnte. Wo soll also der Stein für die Begründung eines interstellaren Völkerbundes vom Charakter der Föderation gelegt worden sein? Nachdem ich Jahre gewartet und mich durch fünf "Enterprise"-Relaunch-Wälzer gekämpft habe, denke ich: Manche Geschichten sollten vielleicht doch besser unerzählt bleiben. Man würde "Star Trek" einen Gefallen tun.

Fazit: Das war's, alle einpacken, der Krieg ist vorbei. Wie bitte? Der Leser fühlt sich verschaukelt, denn wenn er "To Brave The Storm" aufschlägt, ist er im Sommer 2156, am Ende der rund 300 Seiten befindet er sich bereits Dekaden nach Gründung der Föderation. Man reibt sich verwundert die Augen. Und tatsächlich bleibt nicht viel übrig, wenn man die Irrungen und Wirrungen um versagte klingonische Hilfe und Archers vergebliche Suche nach neuen Bündnispartnern außen vorlässt.

Das ist jedoch nicht das einzig Schlimme an dem Buch: Die Erklärungen und Charakterzeichnungen, die es anbietet, sind kaum etwas wert. Am Ende fragt man sich, warum man zu Beginn der Fortsetzung Trip Tucker umfangreich wieder zum Leben erwecken musste, wenn er letztlich nur wenig zum großen Sieg über die Romulaner beitragen konnte. Die Auflösung, die "To Brave The Storm" anbietet, ist vor allem eines: uninspiriert. Aber sie ist eben auch viel zu kurz.

Für mich ist der "Enterprise"-Relaunch an dieser Stelle gelaufen. Außer den Schritten zur Konsolidierung der neuen Sternenflotte und einer Schilderung der ersten Herausforderungen der jungen Föderation sehe ich weder weiteres Potenzial noch Daseinsberechtigung für dieses Projekt, das bei mir durch die Bank nur Enttäuschungen produzierte. Es ist traurig, dass "Enterprise" nicht einmal in seinem literarischen Nachleben etwas von dem Ruhm erhaschen durfte, der Archer und Co. zu Serienzeiten verwehrt blieb.

"To Brave The Storm" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Julian Wangler

Weitere Infos


Originaltitel "To Brave The Storm"

Buchreihe Enterprise-Relaunch

Autor Michael A. Martin

Preis 6,00 Euro

Umfang 335 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 978-1-4516-0715-4

(wc, jw - 09.04.12)


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