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Thomas Götz (tg)12.08.14

"Unter den Schwingen des Raubvogels 2"

Michael A. Martin

Inhalt

Der Romulanische Krieg tobt unerbittlich. Planet um Planet gerät ins Ziel des Romulanischen Sternenimperiums, und niemand scheint den Marsch in Richtung Koalitionskernwelten stoppen zu können. Vulkan hat sich abgeschottet, Andor und Tellar wanken. Die Sternenflotte steht allein gegen einen übermächtigen Feind. Doch Captain Jonathan Archer ist kein Mann, der aufgibt! Er sammelt alle Truppen, um den Romulanern entgegenzutreten, koste es, was es wolle. Und dann macht Praetor D’deridex auf Romulus einen entscheidenden Fehler. Er greift Haakona an, eine unabhängige Welt auf der anderen Seite des Sternenimperiums. Und auf einmal sehen sich die Romulaner in einen tödlichen Zweifrontenkrieg verstrickt.

Kritik

Der romulanische Krieg geht weiter, in diesem zweiten Band von "Unter den Schwingen des Raubvogels". Zweiter Band? Gibt es auf Englisch nicht nur einen? Richtig, denn in Deutsch wurde das Buch offenbar in zwei Bände gesplittet. Auf der einen Seite sicher überraschend, auf der anderen aber verständlich, wenn man bedenkt, dass die Enterprise-Reihe nicht gerade zu den bestverkauften Reihen des Verlages gehört. Ein weiterer "Backstein" im Sinne des ersten TOS-Buches ("McCoy") wäre hier also mitunter fatal gewesen.
Der zweite Teil des gesplitteten Bandes setzt die Geschichte um den Auftakt des Krieges fort.

So ist es auch wenig überraschend, das der Autor noch immer derselbe ist - nämlich Michael A. Martin - ist das Buch doch auch immer noch dasselbe. Der (deutsche) Vorgänger war allerdings nicht gerade sehr berauschend. Dabei werden gleich zu Anfang eine Menge Ungereimtheiten aufgeworfen. T'Pol soll nach Vulkan - aber wieso wundert sie sich darüber? Im Vorgänger hatte sie das doch mit Archer ausgemacht. Die Schwäche des Erdverteidigungsgitters sind kleine Jäger, die es durchdringen können. Warum braucht man aber Wochen, um das herauszufinden, wenn im Vorgänger die Columbia bereits romulanische Jäger abgeschossen hat, die ein ebensolches Gitter durchstoßen hatten?

Allerdings geht es zum Glück nicht ganz so schlimm weiter, wie im ersten Teil des Buches. Das Hauptaugenmerk richtet sich dann doch zu einem Großteil wieder auf Archer und seine Crew, auch wenn es vor allem Trip und T'Pol sind, die später im Mittelpunkt stehen. Diese beiden machen dann wohl auch eindeutig die meiste Charakterentwicklung durch und dürfen in einer der wenigen Sexszenen (wenn auch Star Trek typisch nicht explizit) in einem Buch ihre Liebe finden - und dabei auch noch eine Ungereimtheit in Trips Spionagemission aufdecken. Leider bleibt dieser Handlungsstrang am Ende etwas halbgar zurück, denn eine Auflösung gibt es nicht und im Grunde gerät alles wieder in Vergessenheit. Sicher, man braucht noch etwas Stoff für den Nachfolgerband, dennoch werden hier einfach zuviele "kleine Baustellen" aufgerissen, doch dazu gleich später mehr.

Immerhin ist es positiv anzumerken, das man nicht in einem Buch vier Jahre Krieg heruntergerissen hat - das kommt erst im nächsten Buch. Ein paar kleine Schmankerl für die Fans sind dabei auch noch dabei, etwa das erklärt wird, warum man Atomwaffen benutzt, denn in einer Zeit ohne Schilde sind diese Waffen einfach sehr effektiv. So groß wie ihr Einsatz aber dereinst bei TOS erwähnt wurde, findet er aber auch hier (noch) nicht statt. Leider bleiben die weiteren Szenen auf der Enterprise etwas halbgar. Überhaupt fällt auf, dass die Schlachtszenen extrem kurz gehalten und in wenigen Sätzen abgehandelt sind. Sicher, politische Verwicklungen wie im vorliegenden Roman, sei es auf Seiten der Romulaner oder Vulkanier, sind gut und sicher auch nötig, ein wenig Action zwischen drin hätte hier aber ganz gut getan.

Denn gerade diese Verwicklungen gehören, vor allem bei den Romulanern, mit zu dem Besten, was dieser Roman zu bieten hat. Leider zieht sich auch hier der bereits im restlichen Buch vorherrschende zurückhaltende Ton durch, fast so, als hätte der Autor einige überragend gute Ideen gehabt, ist dann aber gezwungen worden, diese schnell abzuwürgen oder umzuschreiben. So ist die Ermordung des amtierenden Prätors in ebenso wenigen Sätzen abgehandelt wie vormals noch die Schlachtszenen. Auch der Anschlag auf Valdore, die Verwicklungen im Tal'Shiar - nach einem kurzen Ansatz alles wieder hinfällig.

Überhaupt zieht sich diese Entwicklung durch das restliche Buch: Die Reporterin aus dem ersten Teil? Abgewürgt - auch wenn das vielleicht kein Verlust ist. Die Indianer aus dem ersten Teil tauchen auch wieder auf, nur um sich in einem sinnlosen Kapitel über eine Diskussion zur Zukunft zu ergötzen und um danach genauso fix wieder in der Versenkung zu verschwinden. Total unnötig und nur zur Buchstreckung gedacht. Mayweather wechselt auf sein mittlerweile drittes Schiff, das farbenfroh erneut untergeht - fast ist man versucht zu sagen "Wen kümmert es noch?" und das die Autoren den Mut haben sollten, Travis zu töten. Aber so weit geht das Jonglieren mit dem Canon dann doch nicht. Die Verwicklungen um die Botschafter von Andor und Tellar? Tauchen nur kurz auf und dürfen am Ende einen zwar erwarteten aber dennoch etwas unlogischen da in dem Kontext überflüssigen Rückzieher aus der Allianz machen. Und dabei stellt sich die Frage, wenn das straffrei bleibt, warum ist es hinterher in der Föderation nicht auch so? Aber dies beantworten dann wieder weitere Nachfolgebände.

Das interessanteste bleiben also die beiden Handlungsstränge auf Romulus und Vulkan, wobei vor allem der auf Vulkan nochmal ordentlich punkten kann, auch wenn er am Ende einiges an Qualität verliert. Aber das die Vulkanier insgeheim den Menschen helfen, den Sieg davon zu tragen, ist ein interessanter Kniff, der so einiges erklärt. Leider ändert dies nichts an den restlichen Eindrücken, die der Roman hinterlässt.

Fazit: Nachdem der erste Band fast ein Totalabsturz war, macht dieser hier seine Sache um einiges Besser und bringt wieder gute Charakterszenen zurück. Leider bleibt alles etwas unausgegoren und erst großartige angefangene Erzählstränge werden im weiteren Verlauf gnadenlos abgewürgt. Zwar bleiben noch einige recht gute Szenen zurück, dennoch ist es einfach schade, das vieles in diesem Buch, das so viel mehr hätte sein können, auf der Strecke bleibt.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Enterprise 5 - Der Romulanische Krieg: Unter den Schwingen des Raubvogels 2"

Originaltitel "The Romulan War - Beneath the Raptor's Wing"

Buchreihe Enterprise-Relaunch

Autor Michael A. Martin

Übersetzer Bernd Perplies

Preis 12,80 Euro

Umfang 359 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 9783864253010

(tg - 12.08.14)


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