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Daily Trek News
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Jörn Podehl (jp), Thomas Götz (tg)11.08.07

"Stein und Amboss"

Peter David

Inhalt

Nach den mysteriösen Erlebnissen der letzten Wochen, in denen die Crews der Excalibur und U.S.S. Trident gegen übermächtige, gottähnliche Wesen gekämpft haben, kehrt Ruhe im Orbit um den Planeten Danter ein - bis Calhoun und Shelby auf der Trident die brutal zerfetzte Leiche des zwielichtigen Selelvianers Lieutenant Commander Gleau entdecken.

Die Spuren des tödlichen Angriffs und das DNS-Profil lassen nur einen Schluss zu: Der Mörder ist Sicherheitsoffizier Ensign Janos. Er wird sofort verhaftet. Jedoch an Bord der Excalibur glaubt Lieutenant Kebron nicht an die Schuld seines Kollegen und Freundes. Jemand anderes muss entweder die Spuren falsch gelegt oder äußeren Einfluss auf Janos gehabt haben. Kebron setzt eigene Ermittlungen in Gang und findet heraus, dass Janos keine Erinnerungen an den Mord besitzt. Kebron sieht sich bestätigt, bis er selbst von Janos attackiert und schwer verletzt wird.

Nachdem Botschafter Spock seine Hilfe angeboten und letztendlich mit einer Geistesverschmelzung die Gründe für Janos' Angriffe gefunden hat, sehen Calhoun und Shelby nur einen Weg, Janos zu helfen: Sie müssen ihren alten Feind Dr. Bethom kontaktieren und ihm um Hilfe bitten. Denn Ensign Janos' Rettung liegt weit in der Vergangenheit von Calhoun und Shelby.

Doch bevor die Lösung in greifbarer Nähe kommt, fordern die Selelvianer die Auslieferung Janos', um Rache an ihm für den Tod von Gleau auszuüben. Überraschenderweise gibt der Föderationsrat dem Antrag der Selelvianer statt und fordert eine Deportation.

Calhoun wäre aber nicht Calhoun, wenn er nicht auf eigene Faust Janos retten will, so gegen etliche Bestimmungen und Regeln verstößt und sich und seine Crew in große Gefahr bringt...

Kritik

1.Jörn Podehl

Auf der Trident wird ein Offizier brutal ermordet. Alle Spuren führen zu Ensign Janos. Aber war er's auch?
"Die Neue Grenze" besteht bis zu diesem Band aus 15 (im Englischen 17) Büchern aus Klamauk, Schlägerei, Sex und merkwürdigen Irrungen und Wirrungen, die den bis 1997 verklemmten "Star Trek"-Büchermarkt ziemlich aufgemischt haben. Wer liest nicht gerne Captain Calhouns flapsiges Mel-Gibson-Gehabe und freut sich darüber, dass er seinem Gegner (ja, auch Admiral Jellico) immer einen Schritt voraus ist? Tatsächlich ist der historische William Wallaces, bekannt aus dem Film "Braveheart", Vorlage für Captain Calhoun, also der Mel-Gibson-Vergleich kommt nicht von Ungefähr.

Blickt man auf die letzten "Neue Grenze"-Romane, fragt man sich, ob die Serie nicht ihren Zenit überschritten hat. Denn nach "Dunkle Verbündete" und der Vernichtung der Excalibur ging es mit den Büchern immer mehr bergab. Seite um Seite musste man lesend in Kauf nehmen, um mit der Serie abzuschließen und das Endergebnis komplett zu haben. Nach "Gods Above" fragte ich mich auch, ob "Stone and Anvil" die Gottesproblematik weiterführt oder einen hoffentlich spannenden, frischen neuen Handlungsbogen beginnt.

Tatsächlich geht dieses Buch gerade nur am Rande auf die Götter ein, kommt mit einer interessanten Geschichte daher und schließt diese sogar komplett in einem Band ab. "Stone and Anvil" hat 21 Kapitel und zwei große Handlungsstränge: erstens die Aufklärung des Mordes und zweitens die Geschichte wie Calhoun sich als Kadett an der Starfleet-Akademie zurecht finden muss und mit Shelby zusammenkommt - und wieder auseinander geht. Beide Handlungsstränge verknoten sich am Ende zu einem Ganzen. Das Buch ist in dem bekannten Peter-David-Schreibstil liebevoll und lebendig geschrieben, und zum Schluss setzt David mit seiner Interpretation des Kobayashi-Maru-Tests noch einen oben drauf.

Wie in jedem "Neue Grenze"-Roman sind die Charaktere wirklich sehr schön getroffen und erheitern den Leser durch lustige, kritische, harsche und hintergründige Dialoge. Besonders die Streitereien zwischen Calhoun und Shelby sorgen für den einen oder anderen Krampf im Zwerchfell, wenn, ja wenn da nicht die ernste Thematik des Außenseiters Janos wäre, die keinen Zweifel daran lässt, dass Leute wie Gil Grissom und das CSI auch im "Star Trek"-Universum dringend gebraucht werden würden.

Ensign Janos, der ein genetisch manipuliertes, intelligentes Tier aus der Schmiede des verrückten Dr. Bethom - einst ein brillanter Föderationswissenschaftler - ist (und vor vielen Jahren von Calhoun, Shelby und anderen Starfleetern befreit wurde), leidet fürchterlich unter den Anschuldigungen und der Tatsache, dass ihm niemand außer Kebron zu glauben scheint. Peter David beschreibt sehr schön das trotzige Wesen Janos' und seine konfuse Gefühlswelt, dass er wider Willen der Mörder ist und letztendlich in ein primitives Verhalten zurückfällt, welches vor etlichen Jahren durch Dr. Bethom genetisch abgeschaltet wurde, um aus Janos eine intelligente Killermaschine zu machen. Es gleicht einem Kampf gegen den Wahnsinn, den man nicht stoppen, sondern nur bei dessen Entfaltung zuschauen kann.

Bis zuletzt hofft man natürlich, dass Janos, der bereits in den ersten "Neue Grenze"-Romanen auftaucht, wieder "geheilt" wird; so wie in "Star Trek" eben üblich. Doch Peter David zieht hier einen Strich durch die Rechnung. Sicherlich schön für Leser, die Melancholie lieben und Happyends verabscheuen, aber dennoch ist das Ende nicht geglückt, weil Calhoun und Shelby die Lösung in letzter Sekunde unglaubwürdig durch die Lappen rinnt und "Neue Grenze"-unkonform ist.

Zwar wird mit Janos' Aussetzen in der Wildnis und seinem Anschluss an ein Rudel Tiere ein Natur-Happyend geschaffen, das an Dian Fosseys Tierabenteuer erinnert, aber es bleiben doch Fragen ungeklärt, die David besser hätte beantworten sollen. Was zum Beispiel haben sich nun die Selelvianer davon versprochen, den Föderationsrat zu beeinflussen, damit sie Janos in die Hände bekommen? Nur weil Gleau Janos mittels einer Mentaltechnik beeinflussen wollte und das Ganze schief gelaufen ist? Zur Erklärung: Ein Handlungsteil von "Being Human" und "Gods Above" befasst sich mit dem Selelvianer Gleau (der jetzigen Leiche), der Lieutenant M'Ress mit einer mentalen Technik beeinflusst und zu unüblichem Verhalten zwingt. Schließlich hat dann Gleau seine mentale Technik an Janos ausprobiert, was scheinbar durch die Rückwandlung in das primitive Wesen fehlschlug. Irgendwie ist diese ganze Handlung nicht ganz durchdacht und wird so schließlich in "Stone and Anvil" unbefriedigend gelöst.

Noch eine Frage, die mir durch den Kopf spukt: Was passiert mit den Tholianern, die in "Gods Above" großen Wirbel um die Vernichtung ihres Schiffs durch Anubis (oder Loki) gemacht haben? Es wirkt etwas halbfertig, zumal die nächsten "Neue Grenze"-Bände "After the Fall" und "Missing in Action" knapp drei Jahre in der Zukunft spielen und sich innerhalb der Crew vieles geändert haben wird.

Aber im Grunde genommen war's das schon mit der nörgelnden Kritik: Die Handlung um Young Calhoun und Tiny Shelby ist äußerst amüsant, interessant und macht die Schwächen des Endes mehr als wett. Janos, seine Qualen und die Suche nach ihm, als er aus der Zelle der Trident ausgebrochen ist und M'Ress in der Jeffreys-Röhre verfolgt, ziehen den Leser mit allen Sinnen in den Bann des Buches. Die Charaktere (auch die neuen) haben sich prächtig entwickelt und sind auf keiner einzigen Seite langweilig. Morgan Lefler ist ein besonderes Schmankerl in dem Buch, weil sie als plapperndes Interface zum Hauptcomputer für eine besondere Stimmung sorgt. Obwohl, nein eigentlich stimmt das nicht ganz: Eigentlich ist Morgan ja selbst der Hauptcomputer, nachdem sie in "Being Human" und "Gods Above" mit dem Computer verschmolz und einst wie Max Headroom in der gleichnamigen TV-Serie von 1987 auf dem Hauptschirm rumschwirrt und Faxen macht. Ja, in der Tat, es hat sich viel in der GZSZ-Kommune des Weltalls getan.

Zum Abschluss zur Serie "Die Neue Grenze": Als Charakterserie ist sie am besten, wenn alle Figuren zusammenspielen und durch ihre verschrobene Art das Herz des Lesers gewinnt. Leider steht und fällt die Serie dennoch mit Calhoun und Shelby. Fehlen diese beiden, ist "Die Neue Grenze" eine nur zu bekannte "Alte Grenze", was man leider in den Büchern "Requiem" bis "Gods Above" zuhauf lesen konnte. Die Trennung Calhoun/Excalibur und Shelby/Trident bekommt der Serie nicht immer gut. Erst das Zusammenwirken von Ehepaar Calhoun und Shelby machen "Die Neue Grenze" wieder zu dem, was sie wirklich ist: eine spannende, lustige und ergreifende Serie mit viel Klopperei und Überspitzung.

Fazit: "Stone and Anvil" ist nach "Dunkle Verbündete" endlich wieder ein "Neue Grenze"-Band, der einen von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht. Durch das weniger perfekt geglückte Ende bekommt es leider nicht die volle Punktzahl. Es sei dennoch gesagt: Calhoun und Shelby sind ein Ehepaar wie Pech und Schwefel, das man einfach lieb haben muss.

2. Thomas Götz

Der dreizehnte New Frontier-Band setzt die einen Band vorher begonnene Story um Gleaus Tod fort und bringt die Geschichte zu ihrem (vorläufigen) Abschluss. Dabei zeigt Peter David erneut, wie gut er seine Charaktere beherrscht, denn nahezu jede Szene ist gut geschrieben und vermag zu überzeugen.

Dabei spielt sich die Handlung auf zwei Ebenen ab, zum einen in der Gegenwart, in der der Mord untersucht werden soll und zum anderen in der Vergangenheit, in der Calhouns Leben als Kadett beschrieben wird. Interessanterweise erweist sich dabei die Story in der Vergangenheit als die bessere. Denn die Entwicklung des jungen Calhoun hin zu dem Mann, der er heute ist, ist mitreißender als die Geschichte um einen uralten Rache- bzw. Genplan.

So hat die Geschichte in der Vergangenheit das erste Auftreten von Shelby, Jellico und Nechayev zu bieten, die ebenso gut in die Handlung eingefügt wurden, wie die Mitkadetten Calhouns. Dabei fällt vor allem auf, das Raubein Calhoun zunächst aneckt, im Laufe der Geschichte aber weitere Loyalitäten sammelt. All diese Szenen sind herrlich wunderbar geschrieben, meist mit dem Sinn von Humor eingedeckt, der nicht nur David sondern auch seinen Charakteren zu eigen ist. Und natürlich steht an ihrem Ende ein Wandel, allen voran der von Calhoun und Shelby - einfach klasse.

Auch wie Calhoun den Kobayashi Maru-Test bewältigt, hat etwas für sich. Auch hier spricht es für David, das er einen anderen Weg gefunden hat, den man noch nicht kennt, der aber wie die Faust aufs Auge passt. Ein kleiner Fehler hat sich dennoch eingeschlichen, denn so erwähnt Calhoun gegenüber Picard, das sie sich das nächstemal, wenn sie sich sehen, wohl bedrohen werden. Eindeutig ein Hinweis auf die Finalszene, wobei allerdings vergessen wird, das Picard bereits in früheren Bänden Gastauftritte hatte und es somit nicht ihr nächstes Treffen ist. Aber gut, das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau.

Die Kadettenstory hat natürlich einen tieferen Grund, denn es gibt Hintergründe zu dem Mordfall zu erzählen, die später noch relevant werden. Ob man das in diesem Kontext gebraucht hätte, sei dahingestellt, am Ende steht so oder so der Abschied von einem Crewmitglied. Dies fällt für den Leser allerdings nicht derart stark ins Gewicht, ist besagtes Crewmitglied doch eher weniger in Erscheinung getreten. Mag es am Anfang noch ein Kuriosum gewesen sein, so sind die Gründe dafür möglicherweise Fanunbeliebtheit oder David hat einfach erkannt, das er besagtes Crewmitglied nicht gewinnbringend in die Crew integrieren kann.

Immerhin dürfen Charaktere wie M'Ress oder Kebron auch in der Gegenwartsstory weiter glänzen, auch wenn, wie erwähnt, gerade dieser Teil an der üblichen "böser Wissenschaftler nimmt Rache"-Sache krankt. Da helfen auch die üblichen Witze, etwa, das die Brücke von UFP-Schiffen immer oben ist, was nach fünf Bänden, in denen dies immer wieder erwähnt wird, langsam langweilig wird, oder die Dispute zwischen Jellico und Calhoun nicht viel. Stellenweise wirken manche Sachen, wie das Finale im Institut, einfach auch etwas vorhersehbar.

Auch geht es zum Finale noch einmal explosiv zur Sache und eine große Verschwörung wird aufgeklärt. Diese an sich hätte aber sicher genug Stoff für einen eigenen Roman geboten, denn sie ist recht interessant, auch wenn der Leser natürlich bereits ahnt, worauf es hinausläuft. Aber auch hier wird dann nochmal, gerade für Shelby und Calhoun, der Bogen zu früher geschlagen und der Band schön abgerundet.

Fazit: Ein Band, der einfach von vorne bis hinten Spaß macht, auch wenn er deutliche Schwächen in der in der Gegenwart angesiedelten Handlung hat. Dennoch, für Fans der Reihe und darüberhinaus ein Genuss!

Bewertung

1. Jörn Podehl
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Stein und Amboss"

Originaltitel "Stone and Anvil"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Helga Parmiter

Preis 12,80 Euro

Umfang 407 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-777-3

(jp, tg - 10.09.15)


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