Peter Tigmann (pt), Markus Loosen (ma)
03.01.07
"Requiem"
Peter David
Inhalt
Die Excalibur ist zerstört, Captain Calhoun tot (warum ich nicht
sage, wieso, kann man in der Kritik nachlesen). Die restliche Crew befindet sich
auf der Erde im Urlaub und wartet auf neue Aufträge. Als sie sich eines Tages
alle in einer Bar treffen, um über ihre Zukunft zu reden, lässt Shelby
durchscheinen, dass sie nicht wieder zusammen mit der Crew der Excalibur dienen
wird, auch wenn sie die Möglichkeit dazu hätte. Soleta ist die einzige, die
erkennt, dass Shelby die Crew im Grunde ihres Herzens nicht mag und sagt ihr
dies auch, nachdem die restlichen Mitglieder die Bar verlassen haben.
Soleta besucht danach ihren Vater auf Vulcan und erfährt von ihm, dass er eine
Nachricht von Rajari bekommen hat. Rajari ist ein romulanischer Schmuggler.
Einst hat er eine junge Vulkanieren vergewaltigt. Dabei hat er Soleta gezeugt.
Diese hat aber erst sehr spät davon erfahren, als sie Rajari durch einen Zufall
getroffen und es heraus gefunden hat. Soleta hasst den Peiniger ihrer Mutter
sehr. Als sie erfährt, dass Rajari wieder aus der Haft entlassen worden ist und
eine Nachricht geschickt hat, ahnt sie das Schlimmste. Rajari hat die Nachricht
noch an Soletas schon längst verstorbene Mutter T'Pas geschickt, deshalb sieht
ihr "normaler" Vater auch keine Gefahr. Soleta findet aber keine Ruhe und spürt
Rajari auf einem entfernten Planeten auf. Schon bald tritt sie in Kontakt mit
ihm, gibt sich aber als Freundin von T'Pas aus, die sich wegen der Nachricht
sorgen macht. Schnell erkennt sie, dass Rajari nicht das ist, was sie erwartet
hat...
Unterdessen haben Marc McHenry und Kebron eine Mission angenommen: Ein Volk,
welches noch nicht in den Weltraum vorgedrungen ist, wird von Außerirdischen
tyrannisiert und gefangen genommen. Die beiden sollen Undercover auf dem
Planeten herausfinden, wer dafür verantwortlich ist. Als das Problem schon
gelöst zu sein scheint, werden aber auch die beiden ehemaligen
Excalibur-Offiziere entführt.
Si Cwan und seine Schwester Kallinda wissen währenddessen nicht, was sie weiter
machen werden. Als Kallinda wieder einen ihrer Träume hat, macht ihr Bruder Cwan
sich sorgen um sie und um seinen alten Lehrer Jereme. Kallinda wird in dem Traum
nämlich Zeuge von Jeremes Ermordung. Als Si Cwan und Kallinda herausfinden, dass
Jereme tatsächlich ermordet worden ist, schwört Si Cwan Rache...
Kritik
 |
 Nach der Vernichtung der Excalibur und dem Tode Calhouns bekommt die Crew neue Aufträge. |
1. Peter Tigmann
Peter David ist ein Sadist. Das war mir schon klar, nachdem ich
die ersten 30 Seiten des Buches gelesen habe. In diesen Seiten beschließt die
Excalbur-Crew nämlich, nicht mehr über die Zerstörung der Excalibur und den
Tod Captain Calhouns zu reden, da darüber ja schon genug gesprochen wurde. Leider
nicht vor den Ohren (Augen) des Lesers, der durch den brutalen Cliffhanger des
letzten Romans sehr gespannt darauf wartet, wie denn die Excalibur zerstört
und Calhoun umgebracht wird. Um Ihnen auch gleich den restlichen Funken Hoffnung
zu nehmen: Man erfährt auch im restlichen Verlauf des Romans nicht, was sich
nach den Ereignissen von
"Dunkle Verbündete" ereignet hat.
Vielmehr werden drei neue Handlungsstränge begonnen, die absolut gar nichts
mit den letzten Ereignissen zu tun haben. Hat man sich damit erst einmal abgefunden,
wird einem ein sehr gutes Buch geboten.
Der erste und auch größte Handlungsstrang des Romans beschäftigt sich mit Soleta,
die den Mann sucht, der sie durch die Vergewaltigung ihrer Mutter gezeugt hatte.
Wer die ersten "Die Neue Grenze"-Romane kennt, weiß, dass Soleta,
als sie dies erfahren hat, in ein tiefes Loch gefallen ist. Deshalb ist man
auf die erste Begegnung mit ihr und ihrem leiblichen Vater sehr gespannt. Peter
David versteht es auch erstklassig, den Charakter von Soleta während der Treffen
zu beschreiben. Hasst Soleta Rajari anfangs noch zutiefst für das, was er getan
hat, fällt es ihr (und dem Leser) zunehmend immer schwerer Rajari als ihren
Feind zu sehen. Ein bisschen enttäuschend war für mich, dass Soleta nie gesagt
hat, wer sie wirklich ist und es somit nie zu einem entsprechenden Gespräch
zwischen den beiden kommen konnte. David lässt diesen Handlungsstrang gegen
Ende dann mit einer wirklichen Überraschung aufwarten, was einen wieder zum
gegenüber Rajari zwingt. Insgesamt würde ich diesen Handlungsstrang definitiv
als den besten werten. Die Dialoge sind erstklassig, und Soletas Gefühlsleben
kann man sehr gut nachvollziehen. Auch ein bisschen Action gibt es.
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Kebron und McHenry, die versuchen,
das mysteriöse Verschwinden von Planetenbewohnern aufzudecken. Diese Story steht
in einem ziemlichen Kontrast zu der Geschichte um Soleta, da sie auch einige
Lacher aufweisen kann (Kebron ist dafür immer wieder gut). Auch mit der Auflösung
dieses Handlungsstrangs dürfte wohl kaum einer gerechnet haben, nur soviel:
Wir treffen auf einen alten "Star Trek"-Bekannten.
Im dritten und letzten Handlungsstrang geht es um Si Cwan, der erfährt, dass
sein ehemaliger Verteidigungslehrer umgebracht wurde. Diese Geschichte ist verglichen
mit den beiden anderen eher kurz (und auch nicht ganz so fesselnd). Mit ihr
endet auch das Buch. Im Nächsten wird diese Geschichte wohl weiterverfolgt,
da man hier noch relativ am Anfang zu stehen scheint.
Alle drei Handlungsstränge wechseln sich Kapitelweise immer wieder ab, wodurch
die Spannung erhalten bleibt.
Als Fazit lässt sich sagen, dass dies mal wieder ein sehr gelungener David ist.
Allerdings muss man sich mit der Tatsache anfreunden, dass der letzte Roman
einfach mal "unter den Tisch geschoben wird" und man nicht erfährt,
was letzten Endes passiert ist. Auch Action-Fans sind hier an der falschen Adresse.
Zwar gibt es auch die ein oder andere Actionszene, primär ist er aber sehr dialoglastig.
Da mir dies aber sehr gut gefällt und besonders die Geschichte um Soleta sehr
eindringlich war, gibt es von mir eine gute Note.
Anmerkung: Der Roman ist der erste der dreiteiligen Reihe mit dem Name
"Exalibur". Die nächsten beiden Bände dieser Mini-Serie heißen "Renaissance"
und "Restoration". Alle drei Bände sind noch nicht auf deutsch erschienen.
Bisher bestehen auch noch keine Planungen in diese Richtung. Die Originalbände
kann man zum Beispiel bei amazon.de erwerben.
2. Markus Loosen
Nach denn ersten 30 Seiten möchte man Peter David am liebsten
verfluchen. Denn der massive Cliffhanger aus dem letzten Band, welcher die komplette
Zerstörung der U.S.S. Excalibur ankündigt, wird hier nicht weiter
fortgeführt. Im Gegenteil, bei einer Gedenkfeier für Mackenzie Calhoun,
der Captain scheint nämlich als einziger die Explosion des Schiffes nicht
überlebt zu haben, beschließt die ehemalige Crew nicht noch mal über
den Vorfall zu sprechen.
Sowieso ist dies der einzige Moment in dem ganzen Buch, wo sie alle noch komplett
beisammen sind. Denn danach geht fast jeder getrennte Wege. Ab hier erzählt
David drei einzelne Geschichten.
Die erste Geschichte handelt von Soleta, welche ihren leiblichen Vater, einen
Romulaner, trifft. Dieser hatte ja einst Soletas Mutter vergewaltigt und so
Soleta gezeugt. Klar, dass sie diese Person über alles hasst, doch bei
dem Treffen findet Soleta nicht die Art von Person, welche sie gehofft hatte
zu treffen. Und so wandelt sich mit hier ihre Ansicht über ihren Vater,
bis zum Schluss der Story erst sein wahres Gesicht klar wird. Diese Geschichte
ist auch die spannendste von allen dreien. Der einzige negative Punkt ist, dass
Soleta ihrem leiblichem Vater nie sagt, wer sie wirklich ist. Ich denke, in
so einer offenen Aussprache wäre viel Potenzial enthalten gewesen.
Die zweite Geschichte handelt von McHenry und Kebron, welche auf einem Undercovereinsatz
sind. Beide untersuchen auf einem Planeten, dessen Volk die Raumfahrt noch nicht
entwickelt hat, Vorfälle durch Entführung von Aliens. Diese Story,
welche absichtlich der klassischen Alien-Entführungsstorys ähnelt,
zündet leider an einigen Stellen nicht ganz so gut. Wobei man am Ende,
als man sogar einen alten allmächtigen Bekannten aus "The Next Generation"
wiedertrifft, doch mit einem ziemlichen Hammer konfrontiert und teilweise auch
entschädigt wird. Denn der Leser bekommt dort die Grundlage präsentiert,
warum McHenry so besondere Fähigkeiten zu haben scheint. Dieses Rätsel
wird aber, trotz des Endes dieser Handlungsebene, nicht vollständig aufgelöst.
Was aber auch nicht schlimm ist, kann man als Leser doch erahnen, dass hier
eine Menge Potenzial schlummert, welches man wohl später in der "Neue
Grenze"-Reihe noch zur Genüge aufgreifen kann.
Die dritte Handlungseben handelt von Si Cwan und seiner Schwester Kallinda.
Kallinda träumt nämlich davon, dass Si Cwans ehemaliger Lehrmeister
Jereme umgebracht wird. Dieser Traum stellt sich dann auch als Wahrheit heraus.
Und Si Cwan, der zurzeit eh keine Aufgabe für sich sieht, bricht darauf
dann also mit seiner Schwester auf, um den Mord aufzuklären und zu rächen.
Diese Geschichte ist übrigens die einzige, welche nicht in diesem Buch
beendet wird.
Der Nachteil von dieser Handlung ist dann allerdings auch, dass die Story hier
noch nicht so richtig Fahrt, im Gegensatz zu den anderen beiden Handlungen,
aufnimmt. Aber vielleicht kommt das ja noch im nächsten Buch. Generell
versucht Peter David sowieso, bei allen drei Storys die Spannung so aufrecht
zu erhalten, indem er einfach öfters zwischen den drei Handlungen hin und
her wechselt. Diese Rechnung geht vor allem bei der Handlung um Soleta und am
Ende der McHenry- und Kebron-Story besonders gut auf.
Fazit: Hat man sich erst einmal damit abgefunden, dass man
nun nichts über die Zerstörung der Excalibur und dem Schicksal von
Captain Calhoun erfährt, so bekommt man doch ein solides "Star Trek"-Buch
geboten, dem nun wirklich nicht viel zur Bestnote fehlt. Auch ungewohnt ist,
dass dieses Buch seinen Schwerpunkt auf eine kleine ausgewählte Hand von
Charakteren legt. Das ist aber keinesfalls schlecht. Vielmehr ist es sogar mal
erfrischend zu erleben, wie sich die einzelnen Persönlichkeiten verhalten,
wenn sie nicht in ihrer gewohnten Umgebung, in diesem Fall der Excalibur, agieren.
Bewertung
Weitere Infos
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| Originaltitel |
"Requiem" |
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| Buchreihe |
Die Neue Grenze |
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| Autor |
Peter David |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
5,99 Euro

Antiquarisch: ca. 2 - 6 Euro
 Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.
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| Umfang |
267 Seiten |
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| Verlag |
Simon & Schuster Pocket Books |
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| ISBN |
0-671-04238-6 |
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(pt, ma - 13.03.07)