Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Julia Pfuetzner (pf), Thomas Götz (tg)12.10.17

"Vermisst"

Peter David

Inhalt

Im zweiten Teil der Trilogie nach "After the Fall" finden sich Captain Calhoun und die U.S.S. Excalibur in einem fremden Universum wieder. Weit entfernt von der Föderation und dem Sektor 221-G werden sie in in einen jahrhundertealten Krieg zwischen zwei mächtigen Alienrassen hineingezogen. Da Captain Calhoun jedoch nicht so lange in dem fremden Universum verweilen möchte, nimmt er die Dinge selbst in die Hand und versucht Frieden zwischen den beiden Rassen herzustellen.

In der Zwischenzeit entfacht im neuen Thallonianischen Protektorat ein Bürgerkrieg, der durch den Tod von Kalindas Ehemann Tiraud ausgelöst worden ist. Si Cwan versucht seine Macht gegen den sich ausbreitenden Verrat zu verteidigen. Obwohl die Föderation eine Nicht-Einmischung in die Affären des Sektors 221-G beschlossen hat, machen sich Admiral Elizabeth Shelby und Captain Kat Mueller dorthin auf, um die U.S.S. Excalibur zu suchen. Sie bekommen unerwartete Hilfe von einem alten Verbündeten...

Kritik

1. Julia Pfützner

Die folgende Rezension bezieht sich auf das englische Original.

Fortsetzung zu "After the Fall": Es gibt im Thallonianischen Protektorat, während Calhoun mit seinem Schiff in einem fremden Universum ist...
Neugierig gemacht vom abrupten Ende des vorherigen Romans will man natürlich wissen, wie die Geschichte nach Tirauds Tod auf New Thallon weitergeht. Die Thallioner machen ihrem brutalen Erbe alle Ehre und stürzen sich in den nächsten Bürgerkrieg. Si Cwans Liebe für seine Schwester Kalinda scheint größer als die zu seiner Ehefrau Robin Lefler, da er Robin nicht glaubt, dass mit Kalinda etwas nicht in Ordnung scheint. Seit Si Cwan die Folterung von Xyon im letzten Roman angeordnet hat, scheint die Ehe der beiden unweigerlich zu bröckeln. Und dieser Prozess sowie der Krieg spitzen sich unweigerlich zu.

Die Excalibur findet sich indes in einem fremden Universum wieder. Dadurch rückt Captain Calhoun als traditioneller Held der Romanreihe "ab vom Schuss" in den Hintergrund, und die Excalibur wird zu einer Nebenhandlung degradiert. Untypisch dazu noch, dass Calhoun diesmal beschließt, nicht mit Waffen in den Kampf zu ziehen, sondern die Kontrahenten mit hinterhältigen Tricks an den Verhandlungstisch zwingt. Seine Entwicklung läuft demnach weg von seiner früheren Cowboy-Diplomatie (à la Kirk) und nähert sich eher dem Weg der Sternenflotte an. Aber auch die Geschichte der Nebencharaktere wird vorangetrieben. Moke scheint sich mit Xyon zu versöhnen, doch am Ende stellt sich heraus, dass er ihm doch nicht so ganz vertrauen kann, wie er wohl gehofft hatte. Morgan, die sich für unsterblich und als Computer-Entität als unverletzbar hält, wird vor eine große Herausforderung gestellt.

Auch Soletas Geschichte wird weitererzählt. Man erfährt, dass "Missing in Action" direkt nach dem zehnten "Star Trek"-Film "Nemesis" spielt, da durch die Vernichtung des Romulanischen Senats ein Ungleichgewicht in den romulanischen Machtstrukturen ausgelöst wurde. Ohne die Unterstützung des Prätors stellt sich heraus, dass Soleta als Halb-Romulanerin nicht das volle Vertrauen der Romulaner genießt und noch immer keine wirkliche "Heimat" gefunden hat. Erneut orientierungslos muss sie sich erneut über ihre Loyalitäten klar werden.

Die beste Szene des Romans spielt sich meiner Meinung jedoch im Trident-Handlungsbogen ab, in dem die Frauen der ehemaligen Excalibur-Besatzung - Shelby, Mueller und Lefler - sich emanzipieren. Hierfür ist jedoch ein Abend mit vielen Tränen und Whisky in Admiral Shelbys Quartier nötig. Aber letztendlich tun sie "das, was Mac getan hätte" und widersetzen sich den Befehlen der Sternenflotte, um die U.S.S. Excalibur zu retten.

Die Handlungsstränge, die parallel verlaufen und doch irgendwie miteinander verwoben sind, machen den Roman spannend. Wobei sich der Leser am Anfang wirklich nicht sicher ist, was das alles soll und worauf die einzelnen Handlungen hinauslaufen sollen. Es ist sehr schön, dass das Buch so herrlich unvorhersehbar ist (nicht à la Soap Opera im Fernsehen). In Bezug auf die Charakterentwicklung benehmen sich unsere "Lieblinge" deutlich anders, als sie es noch vor ein paar Jahren getan hätten. Man merkt, dass seit den anderen Bänden ein paar Jahre ins Land gegangen sind. Mit diesem Buch ist die "New Frontier"-Reihe erwachsener geworden. Die Zeiten der Soap-Opera-artigen Techtelmechtel sind vorbei, und in der Geschichte geht es eher um klassische Werte des "Star Trek"-Universums wie Vertrauen, Loyalität und Verantwortung. Die Handlung hat deutlich mehr Tragweite und Konsequenz als die vorherigen Bände.

Fazit: Rückkehr zum guten alten "Star Trek" mit unerwarteten Drehungen und Wendungen, aber auch Ereignissen von Tragweite, die "Missing in Action" als ein wichtiges Element der "New Frontier"-Reihe auszeichnen.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Nach dem Cliffhanger-Ende des letzten Bandes konnte man die Fortsetzung kaum erwarten und nun endlich liegt Band 15 von New Frontier vor. Vorneweg kann man gleich sagen, dass die Handlung diesmal zu einem (vorläufigen) Ende gebracht wird. Ansonsten liegt das Hauptaugenmerk diesmal eher weniger auf Calhoun, obwohl dieser natürlich auch wieder seine Szenen erhält.

Vor allem dürfen aber diesmal die anderen Charaktere glänzen, allen voran Müller auf der Trident. Und dann ist da auch noch die politische Situation auf Priatia bzw. Neu Thallon, die ihrer Auflösung bedarf. Das es auch mit Kallinda nicht so weit her ist, konnte man im letzten Band auch noch sehen. Auch dieser Handlungsstrang wird aufgelöst, soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden.

Überhaupt ist es wieder eine Freude, die einzelnen Charaktere und ihre Entwicklungen und Interaktionen zu sehen. Hier merkt man, das David seine Figuren im Griff hat und es auf der einen Seite zwar Sternenflottig ist, auf der anderen Seite eben der typische Calhoun-Humor durchkommt. So rettet sich die Handlung von einem tollen Charaktermoment zum Nächsten. Wie erwähnt punktet hier vor allem auch Kat Müller, aber auch Soleta bekommt derart viel Spielraum für ihre Entwicklung, so das man diesmal beherzt sagen kann, das ein Roman auch ohne großartige Calhoun-Momente funktionieren kann.

Apropos Calhoun: Dessen Handlung ist fast schon die uninteressanteste im Ganzen Buch. Der Leser weiß natürlich sofort, das der Xenexianer nicht tot ist und auch die Skepsis im Rest der Crew spiegelt deren Unglauben wider. Natürlich darf Calhoun im anderen Universum auch wieder auf seine typische, nennen wir es mal "Anti-Art", handeln und auch hier riecht der Leser, nach 15 Romanen, einfach, was Sache ist. Und genauso kommt es dann auch. Immerhin, was die Auflösung der Situation angeht erlaubt sich David noch einen Kniff am Ende, der durchaus etwas überraschend kommt. Auch die Sternenflotte (oder Calhoun) haben eben nicht immer Erfolg.

Ebenso überraschend kommt dann auch... nun, das sollte an dieser Stelle nicht gespoilert werden. An dieser Stelle soll nur kurz vermerkt werden, das bei David inzwischen kein Charakter mehr sicher ist (das war ja selbst Janeway in "Heldentod" nicht mehr). Auch hier wieder ein durchaus positiver überraschender Kniff, der zu gefallen weiß. Und das noch vor 2009 (das Buch stammt von 2006), in dem mit dem neuen Trek-Reboot im Kino eh schon alles auf den Kopf gestellt wurde.

Unterm Strich bleibt also ein typischer New Frontier-Roman, der es diesmal schafft vor allem die Charaktere der zweiten Reihe in den Mittelpunkt zu stellen. Hinzu kommen einige kleinere Überraschungen und schon hat man einen gelungenen Mix, bei dem gar nicht auffällt, das man eigentlich keine Action braucht (auch wenn es die am Ende noch kurz gibt) um unterhaltsam zu sein.

Fazit: Gelungener Abschluss der derzeitigen Handlung in den New Frontier-Gefilden, der, trotz kleiner Schwächen, vor allem durch starke Charaktermomente der Nebencharaktere zu gefallen weiß.

Bewertung

1. Julia Pfuetzner
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Vermisst"

Originaltitel "Missing in Action"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Preis 15 Euro

Umfang 405 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-200-9

(pf, tg - 12.10.17)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017