Julia Pfuetzner (pf)
03.01.07
"Missing in Action"
Peter David
Inhalt
Im zweiten Teil der Trilogie nach "After the Fall" finden sich
Captain Calhoun und die U.S.S. Excalibur in einem fremden Universum wieder. Weit
entfernt von der Föderation und dem Sektor 221-G werden sie in in einen
jahrhundertealten Krieg zwischen zwei mächtigen Alienrassen hineingezogen. Da
Captain Calhoun jedoch nicht so lange in dem fremden Universum verweilen möchte,
nimmt er die Dinge selbst in die Hand und versucht Frieden zwischen den beiden
Rassen herzustellen.
In der Zwischenzeit entfacht im neuen Thallonianischen Protektorat ein
Bürgerkrieg, der durch den Tod von Kalindas Ehemann Tiraud ausgelöst worden ist.
Si Cwan versucht seine Macht gegen den sich ausbreitenden Verrat zu verteidigen.
Obwohl die Föderation eine Nicht-Einmischung in die Affären des Sektors 221-G
beschlossen hat, machen sich Admiral Elizabeth Shelby und Captain Kat Mueller
dorthin auf, um die U.S.S. Excalibur zu suchen. Sie bekommen unerwartete Hilfe
von einem alten Verbündeten...
Kritik
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 Fortsetzung zu "After the Fall": Es gibt im Thallonianischen Protektorat, während Calhoun mit seinem Schiff in einem fremden Universum ist... |
Neugierig gemacht vom abrupten Ende des vorherigen Romans will man
natürlich wissen, wie die Geschichte nach Tirauds Tod auf New Thallon
weitergeht. Die Thallioner machen ihrem brutalen Erbe alle Ehre und stürzen sich
in den nächsten Bürgerkrieg. Si Cwans Liebe für seine Schwester Kalinda scheint
größer als die zu seiner Ehefrau Robin Lefler, da er Robin nicht glaubt, dass
mit Kalinda etwas nicht in Ordnung scheint. Seit Si Cwan die Folterung von Xyon
im letzten Roman angeordnet hat, scheint die Ehe der beiden unweigerlich zu
bröckeln. Und dieser Prozess sowie der Krieg spitzen sich unweigerlich zu.
Die Excalibur findet sich indes in einem fremden Universum wieder. Dadurch rückt
Captain Calhoun als traditioneller Held der Romanreihe "ab vom Schuss" in den
Hintergrund, und die Excalibur wird zu einer Nebenhandlung degradiert. Untypisch
dazu noch, dass Calhoun diesmal beschließt, nicht mit Waffen in den Kampf zu
ziehen, sondern die Kontrahenten mit hinterhältigen Tricks an den
Verhandlungstisch zwingt. Seine Entwicklung läuft demnach weg von seiner
früheren Cowboy-Diplomatie (à la Kirk) und nähert sich eher dem Weg der
Sternenflotte an. Aber auch die Geschichte der Nebencharaktere wird
vorangetrieben. Moke scheint sich mit Xyon zu versöhnen, doch am Ende stellt
sich heraus, dass er ihm doch nicht so ganz vertrauen kann, wie er wohl gehofft
hatte. Morgan, die sich für unsterblich und als Computer-Entität als
unverletzbar hält, wird vor eine große Herausforderung gestellt.
Auch Soletas Geschichte wird weitererzählt. Man erfährt, dass "Missing in
Action" direkt nach dem zehnten "Star Trek"-Film "Nemesis" spielt, da durch die
Vernichtung des Romulanischen Senats ein Ungleichgewicht in den romulanischen
Machtstrukturen ausgelöst wurde. Ohne die Unterstützung des Prätors stellt sich
heraus, dass Soleta als Halb-Romulanerin nicht das volle Vertrauen der Romulaner
genießt und noch immer keine wirkliche "Heimat" gefunden hat. Erneut
orientierungslos muss sie sich erneut über ihre Loyalitäten klar werden.
Die beste Szene des Romans spielt sich meiner Meinung jedoch im
Trident-Handlungsbogen ab, in dem die Frauen der ehemaligen Excalibur-Besatzung
- Shelby, Mueller und Lefler - sich emanzipieren. Hierfür ist jedoch ein Abend
mit vielen Tränen und Whisky in Admiral Shelbys Quartier nötig. Aber
letztendlich tun sie "das, was Mac getan hätte" und widersetzen sich den
Befehlen der Sternenflotte, um die U.S.S. Excalibur zu retten.
Die Handlungsstränge, die parallel verlaufen und doch irgendwie miteinander
verwoben sind, machen den Roman spannend. Wobei sich der Leser am Anfang
wirklich nicht sicher ist, was das alles soll und worauf die einzelnen
Handlungen hinauslaufen sollen. Es ist sehr schön, dass das Buch so herrlich
unvorhersehbar ist (nicht à la Soap Opera im Fernsehen). In Bezug auf die
Charakterentwicklung benehmen sich unsere "Lieblinge" deutlich anders, als sie
es noch vor ein paar Jahren getan hätten. Man merkt, dass seit den anderen
Bänden ein paar Jahre ins Land gegangen sind. Mit diesem Buch ist die "New
Frontier"-Reihe erwachsener geworden. Die Zeiten der Soap-Opera-artigen
Techtelmechtel sind vorbei, und in der Geschichte geht es eher um klassische
Werte des "Star Trek"-Universums wie Vertrauen, Loyalität und Verantwortung. Die
Handlung hat deutlich mehr Tragweite und Konsequenz als die vorherigen Bände.
Fazit: Rückkehr zum guten alten "Star Trek" mit unerwarteten Drehungen
und Wendungen, aber auch Ereignissen von Tragweite, die "Missing in Action" als
ein wichtiges Element der "New Frontier"-Reihe auszeichnen.
Bewertung
Weitere Infos
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| Originaltitel |
"Missing in Action" |
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| Buchreihe |
Die Neue Grenze |
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| Autor |
Peter David |
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| Preis |
6,99 Euro |
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| Umfang |
341 Seiten |
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| Verlag |
Simon & Schuster Pocket Books |
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| ISBN |
1-4165-1080-X |
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(pf - 13.03.07)