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Peter Schipfmann (ps)20.02.03

"William Shatner - Der Captain"

Dennis William Hauck

Inhalt

Das Buch beginnt mit der Schilderung der ersten persönlichen Begegnung des Autors mit William Shatner, während der Dreharbeiten zu einem UFO-Film im Jahre 1976. Hauck erlebte einen Menschen mit einem sehr zwiespältigen und neurotischen Charakter. Er konnte einerseits sehr energisch, tatkräftig und charmant sein, andererseits sentimental und weinerlich wie ein kleines verstocktes Kind. Seine Handlungen waren stark von spontanen Gefühlsregungen beeinflusst. So küsste er den Wissenschaftler Jesco von Puttkamer vor laufender Kamera, um die Gesprächsatmosphäre aufzulockern. Es stellte sich außerdem heraus, dass Shatner an die Existenz von UFOs glaubt und für sich erhoffte, dass er zu den wenigen Auserwählten gehören würde, mit denen Außerirdische Kontakt aufnehmen würden. Sein Glaube fußt auf einer Halluzination, die er nach einem Motorradunfall in der Mojawe-Wüste hatte.

Nun widmet sich das Buch endlich der chronologischen Lebensgeschichte des späteren Kirk Darstellers. Seine ersten Auftritt als Schauspieler hatte er schon als Sechsjähriger, wobei es ihm gelang, das Publikum zu Tränen zu rühren. Die Möglichkeit, als Darsteller die Gefühle anderer Menschen zu beeinflussen, war der entscheidende Impuls, sich der Schauspielerei zu widmen. Seine zweite Leidenschaft galt Zeit seines Lebens sportlichen Aktivitäten jeglicher Art.

Schauspielunterricht hatte er nie genommen, seinen Weg, Schauspieler zu werden war "learning by doing". Während seiner Schulzeit und des Studiums der Betriebswirtschaft trat er deshalb sehr häufig in Theateraufführungen auf. Nach seinem Studium schaffte er es, nach fünf harten Jahren sich als Schauspieler durchzusetzen. Durch ein Theaterstück schaffte er den Sprung an den Broadway, kehrte jedoch wieder nach Kanada zurück. Nach seiner Heirat zog Shatner dann endgültig von Kanada in die USA und trat, neben Theater- und Filmengagements, sehr häufig im Fernsehen auf. Später versuchte Shatner, sich mit geringen Erfolg auch als Produzent und Autor.

1965 war er zwar ein viel beschäftigter Darsteller, aber der große künstlerische oder kommerzielle Durchbruch war ausgeblieben. So nahm er mehr aus Verlegenheit das Angebot von Gene Roddenberry an, die Hauptrolle in einer Science-Fiction-Serie zu übernehmen. Von Anfang an beschränkte er sich bei "Star Trek" nicht auf seine schauspielerische Tätigkeit, sondern er nahm Einfluss auf alle Bereiche der Produktion. Mit der Zeit wurde seinen Kollegen bewusst, dass seine Bemühungen nicht uneigennützig waren, sondern dass es ihm vor allem darum ging, sich selber auf Kosten seiner Kollegen zu profilieren.

1969 stürzte er bedingt durch das frühzeitige Ende von "Star Trek", den Tod seines Vaters und der Scheidung von seiner ersten Frau, in eine tiefe berufliche und private Krise. Langsam begann er sich wieder zu erholen. Paramount erkannte mittlerweile das kommerzielle Potential von "Star Trek", und so begann bekanntlich 1979 die Serie der Spielfilme. Während der Dreharbeiten setzte er sein intrigantes Verhalten fort, mit dem er schon zu Zeiten der Serie die Schauspieler und Regisseure verärgert hatte. Jede Szene, in der ein anderes Mitglied der Besatzung der Enterprise oder ein Gastdarsteller brillieren konnte, versuchte er mit allen Mitteln zu verhindern. Er machte sich mit seinen egoistischen Eskapaden langsam aber sicher alle "Star Trek"-Akteure, mit Ausnahme von Leonard Nimoy, zu Feinden. Als 1994 klar war, dass es keinen Film mit ersten Enterprise-Crew mehr geben würde, äußerten sie ihre Kritik auch öffentlich in Interviews und autobiographischen Büchern.

Durch seine Popularität als Captain Kirk waren ab Mitte der 70-er Jahre seine Aktivitäten außerhalb des "Star Trek"-Franchise von Erfolg gekrönt: Er unternahm mehrere Tourneen mit Soloprogrammen, trat häufig in diversen Fernsehsendungen als Gast auf, eine TV-Serie, in der er einen Motorradpolizisten darstellte (T. J. Hooker) brachte es auf fünf Staffeln, und er wurde mithilfe von verschiedenen Co-Autoren zu einem erfolgreichen Buchautor.

Kritik

Unautorisierte Biografie über William Shatner.
Diese Biographie von Dennis Hauck ist ein gut recherchiertes Buch, durch das man interessante Einblicke in die komplexe Persönlichkeit von William Shatner erhält. Nur die hauptberufliche Tätigkeit des Autors hat leider einen negativen Einfluss auf die Qualität des Buches. Dennis Hauck ist Experte für UFOs und paranormale Phänomene. So widmet er dem Verhältnis von Shatner und Roddenberry zu diesem Themenkomplex gleich die ersten beiden Kapitel. Als es in einem Unterkapitel um die Frage "Wer ist Bill Shatner?" geht, zieht er allen Ernstes das Geburtshoroskop von Shatner heran. Zudem scheint der Autor sein Manuskript nicht noch einmal durchgelesen zu haben. So werden zwei Tatsachen, die er in den ersten Kapiteln anführt am Schluss überflüssigerweise noch einmal wiederholt. Das trübt zwar etwas den Gesamteindruck, trotzdem ist das Buch, wie schon gesagt, nicht schlecht.

Deutlich wird gezeigt, dass Shatners Motivation, Schauspieler zu werden, nicht dem Vergnügen entspringt in eine andere Rolle beziehungsweise Identität zu schlüpfen, sondern der Möglichkeit, große Aufmerksamkeit zu erregen und somit im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Sein Einfühlungsvermögen anderen Personen gegenüber ist, erstaunlich für einen Schauspieler, äußerst gering. Deshalb ist er nur dann überzeugend und erfolgreich, wenn er sich selbst, oder genauer ein Idealbild von sich spielt. Eben James T. Kirk oder T. J. Hooker. Für "Star Trek" war er zwar als Hauptdarsteller engagiert worden, aber auch die anderen Mitglieder des Ensembles sollten, gemäß des Konzepts der Serie, wichtige Auftritte erhalten. Für den Egomanen Shatner stellte aber jede Herausstellung einer anderen Figur eine Bedrohung seiner Position dar, die er mit allen Mitteln zu verhindern versuchte.

Am Erbärmlichsten ist dabei wohl sein Verhalten gegenüber George Takei während der Dreharbeiten zu "Star Trek VI: Das unentdeckte Land". Um eine Szene zu verhindern, in der dieser glänzen konnte, spielte er seinen Part bei jedem Take jedes Mal so schlecht, dass sie im Film nicht verwendet werden konnte. Der einzige Schauspieler aus der "Star Trek"-Zeit, zu dem er heute ein gutes Verhältnis hat, ist erstaunlicherweise Leonard Nimoy, dessen wachsende Popularität als Spock ihm früher ein Alptraum war. Aber Shatner hatte irgendwann erkannt, dass "Star Trek", die Originalserie, ohne Spock nicht möglich war und er diesen Charakter als Antipoden brauchte, um als Kirk selber zu glänzen.

"Du weißt, dass ich 'Star Trek' nicht ohne Spock machen kann."

Shatner zu Nimoy
vor den Dreharbeiten zu "Star Trek V: Am Rande des Universums").

Aus einem ähnlichen Grund ist er der Einzige, der den Produzenten der dritten Staffel, Fred Freiberger (Zitat: "'Star Trek' ist Titten im Weltall"), nicht für den qualitativen Niedergang der Serie mitverantwortlich machte. Denn der stellte die großen Drei und vor allem die Figur des Kirk in den Vordergrund.

Aber das Buch beschränkt sich nicht allein darauf, das Verhältnis von Shatner zu "Star Trek" zu beleuchten. Auch seine zahlreichen anderen Aktivitäten und sein turbulentes Privatleben werden ausführlich geschildert. Und so nebenbei erzählt das Buch auch die Geschichte von "Star Trek", der Originalserie und die der ersten sechs Kinofilme. Besonders interessant ist hier die Schilderung des langwierigen Entscheidungsprozesses bei Paramount, der zur Produktion des ersten Kinofilms führte (Machen wir einen Spielfilm? Oder doch lieber eine Serie? Oder eine Reihe von billigen Fernsehfilmen? Nein, doch lieber einen Spielfilm!). Das Studio hatte bis zum großen Erfolg von "The Next Generation" das kommerzielle und kreative Potential von "Star Trek" immer sträflich unterschätzt.

Fazit: Wer wissen will, was für ein Mensch der Darsteller des James Tiberus Kirk ist, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "William Shatner - Der Captain"

Originaltitel "Captain Quirk - The unauthorized biography of William Shatner"

Buchreihe Sachbücher

Autor Dennis William Hauck

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
14,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 3 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 350 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 01/10106

ISBN 3-453-11706-9

(ps - 20.02.03)


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